Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Sedimentation

Aus den Wänden fließt mir Sand
Wie der Beitrag eines Kontinents
Von lauter Wadis zu:
So werden alle Ufer seicht.

Die Wände neigen sich
Vor den Augen, denn sie werden
Heimlich unterspült.
Und die Augen knirschen gerade so
Wie alte MurmelnMan hat offenbar schon im alten Ägypten gemurmelt. Und eigentlich gibt es zum Murmeln genauso wenig zu sagen, wie zum Brote­schmieren. Außer vielleicht, daß doch wohl jeder für die Schönheit einer gläsernen oder marmornen Sphäre empfänglich ist, in der oder auf der beiläufige Ornamente angebracht sind, die einzeln für sich so leicht ist, daß man sie in der Hand kaum wiegen kann.
Bild: murmelwelt.de
in den Höhlen.

– Alle Ufer seicht,
Der Schlamm wirft Formen auf,
Darin gehen TrilobitenTrilobiten gehören zu den Pionieren aus dem Stamm der Gliederfüßer. Sie bekrochen erfolgreich die paläo­zoischen Meere, besonders die Meeresböden des Kambriums. Sie waren so zahlreich, daß man sogar noch ihre versteinerten Spuren ausgraben kann. Einer ihrer Vettern, dem selben Stamm zugehörig, hat bis in unsere Tage überlebt: der Pfeilschwanzkrebs.
Im Bild: Drotops megalomanicus
um nach Nahrung,
Bis sie dann einander fressen.

Und die Sätze die wir noch gesprochen haben,
Zeichnen sich am Fenster ab
Mit Staub und Nieselfeuchte:

Am Ende bleibt das meiste unbekannt
Zum Fragen aber haben wir
Jetzt kaum noch Zeit.

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Mondknöchern

Im Licht der Funzel scheinen auf
Der Türscheibe Fingerspuren auf
Und skizzieren ungefähr eine Karte
Des Mare TranquillitatisDas Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe) auf dem Satellitengestirn unseres Mutterplaneten (Quelle: NASA).
  Der Himmel ist frisch umgegraben
Und leuchtet mit allen Farben,
Die man aus Katakomben nehmen kann.
  Aus meinem Innern kommt von irgendwo
Zwischen dem Atlasknochen und der Vena Cava
Ein Wiederhall, vielleicht vom Motorengeräusch
Eines zweifelnden Marsrovers.
  Man muß den Blick heben, man muß den Blick heben,
Und dem kreistanzenden Chor aus
Halbnackten Tagen auf die weißen Waden sehen,
Sobald sich nur eine Gelegenheit ergibt.

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Glimpfen warm im Moor

Die Nymphen glimpfen um den Teich,
Den Lurch ziert fremdes Federkleid,
Das Blesshuhn fliegt die Blässe an,
Der Jäger hängt erschöpft vom Kolben.

Die Sonne geht heut überland,
Sie spielt zum Banjo Messingtröte,
Sie singt von langen Straßen,
Und warm glüht ihr Refrain im Staub.

Knochen von drei Farmerstöchtern
Stehen aus dem Schilfmoor auf,
Sie tanzen und man hört es dann
Fröhlich klimpern rundherum,
Um ihre bloßen Beckenpfannen.

Das Leben ist ein breiter Strom,
Auf dem die Eintagsfliegen schweben.
Die Spinnen grüßen nebenbei
Sehr artig aus den Schatten, wo
Sie feine Silberstreife weben.

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  • Kurzum


    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

    »Da bin ich zu Chemoprusak geworden und habe den Rohrreiniger angeheult, der oben auf dem Küchenschrank steht. Ich dachte, das kannst Du Dir denken.« (Quelle unbekannt) (19. 8. / 16 Uhr)

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