Die Schwere von Gedanken
Vor dem Hintergrund
Der im Heizungswind
Nachdenklich pendelnden Pflanzen;
Und im Vergleich auch
Mit der kratzenden Unruhe,
Dort in der Kehle, bis hinab
Tief in den Wurzelballen
Des Bronchialen Systems.
Aufzufliegen, wie im Traum
Man in einem Nu vordringt,
Bis in das Hinterland des Ekels
Oder auf das Plateau
Jener uranfänglichen Gier,
Die immer schon Götter zeugte;
Durch die lose Verknüpfung
Symbolischer Chiffren – oder
Wie man es nennen mag:
Fortzugelangen dorthin,
Wo das Leben mit allen Nerven
Sich von sich selbst fortzittert
Bis über den Ereignishorizont
Der eigenen Zeugung.
Und nun also die Schwere
Von Gedanken, wenn
Einer in der Gruft liegt
Des eigenen Körpers, und
Die bronzene Tür oben
An der aufsteigenden Treppe
In den Angeln knarrt,
Weil ein Pestwind Anlauf genommen hat,
Sie zu schließen.




Hemdbrust
Wie ein zu großes Hemd hänge
Er an sich herab und
Die Tasche auf seiner Brust
Sei vor allem anderen
Albern unproportional –
So nämlich, wie er insgeheim
Brusttaschen immer empfinde
Und deswegen Mühe habe
Manchem ersten Gespräch
Zu folgen, weil er es
Nicht unterlassen könne,
Bei großen Gesten insonderheit,
Die riesige Tasche auf
Der Hemdbrust gegenüber
Mit Staunen zu betrachten,
Während sie hüpfe:
Auf und ab.
Er gerate deshalben mehr
Und mehr ins Grübeln,
Sagte er mir, was denn wohl
Zu stecken wäre in so eine
Hemdbrusttasche:
Ein Wurstbrot etwa, oder
Ein ausgestopfter Vogel.
Während doch sein Gegenüber
In einem solchen Moment
Immer noch nach der Art
Ernsthafter Leute ein wichtiges,
Nicht aber unangenehm wichtiges
Thema vorstecke, wie
Ein geschmackvolles
Sehr spitz gefaltetes
Seidentuch.
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