Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

kontratanz

auf seinem rankett aus blei
spielt der abend und die fliegen
tanzen gut genährt quadrillen
zu asymptotischen triolen
ja, der eine große plan
knistert mager mit den bögen
alter karten, alter formeln
weil das türblatt in der zarge
ungehalten klappt und knarrt
und der luftzug
schmeckt nach moos
wenn er rasch
den flur durchquert
er will heute noch zum mond
wo man frierend kalte schnäpse
trinkt und frische flüche reimt
auf das wohl der höheren gewalt
bis alles nur noch heimlich
ausschau hält nach schwarzen katzen
in den schatten
in den schmalen gassen
und die nachtigallen singen
schöner, als es überhaupt
ohren gibt zu hören.

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  • Hintergrundklang

Kitschschürfen

Zum tröstlichen Geruch
Von Mittagessen zu Mittag
An einem sicheren Wochenende:
Eine Tasse Musik
Etwas Wärme aus der Heizung
Das Grün in den Baumblättern
Im Fernsehen die Offenbarung
Von Skandalen in den Nachrichten
Man wird die Hintermänner
Irgendwann alle austrocknen
Herausschneiden und desinfizieren.

Ich blicke im Bekannten um mich
Wie betrunken und ich sehe
All die kleinen Dinge
Die Errungenschaften
Am Rand der Hauptsachen
In den Winkeln
An den Wänden —

Es läßt sich doch
Im kalten Schlamm
Mit einem Sieb in beiden Händen
Immer etwas ungeahntes finden
Das schön ist und schön bleibt.

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Jazz

Jazz tropft an mir vorbei,
Eine Trompete schneidet tief –
Bis ins Mark, wenn überhaupt
Irgendetwas je so tief
Schneidet.

Der Himmel spielt ein dunkles Moll,
Im Register Unda maris
Oder Vox coelestris, das
Ist aus der Ferne
Schwer zu sagen.

Der Bass verheddert sich
In seinen Läufen, irgendwo
Auf den Membranen:
Kunstvoll, albern fast,
Und wie Gelee.

Draußen derweil schlagen
Die Bäume nach den Wolken
Mit regennassen Reisigruten.

Hinterm Regal scheint
Eine Maus zu sitzen, ob-
Gleich das ganz unmöglich ist.

Der Regen frißt die Welt
In Bausch und Bogen,
Sukzesssive, nur noch Rauschen,
Braunes Rauschen dringt
Durch die versperrten Fenster
Ein.

Wie aber höre ich
Dich heraus aus allem —
Dein Herz,
Oder auch:
Meinen Gedanken?

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  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    Am Boden, unter allem Fortkommen, singt der Kosmos mit der Stimme von Containern. Und der Mensch kann sich in sein Vergehen fügen, und vergeht endlich in den Schlaf.

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…