Elektrisches Licht

8. Februar 2010

Aufmerksam besehen
Ist eine Glühbirne eine
Schlimme Sache, denn
Sie sorgt auf einen
Einzigen Fingerzeig hin
Für den Untergang von
Dunkelheit, so umfangreich,
Daß sie ausreichte
Einen Raum ganz zu füllen.

Es wird später
Nach dem Aufgang der Sonne,
Nicht einmal Asche bleiben
Um von diesem Trickbetrug
Zeugnis zu geben.
Allerdings verbrennt doch
An anderer Stelle
Jenes Material, das
Ich mir hier
Von den Händen halte.

Und die Asche wird,
Sobald der Berg genug gewachsen ist
Auf mich zurückkommen und
Einen deutlichen Schatten werfen.

De aliquo monacho

6. Februar 2010

Jetzt ist die halbe Stunde Freigang schon vertropft,
Du erwachst und dein Blick kehrt langsam wieder.
Gram im Sepiaton leuchtet um dein Angesicht,
Millisekundenlang und dann ist alles weggewischt,
Noch bevor die Kellnerin die Rechnung bringt.

In bessren Zeiten hätten Bauern dir ihr Brot gebracht
Um dir von weitem zuzusehn beim Schweigen
In deiner Zelle, zwielichtig in ernstem Sepia,
Nur Schattenkerne deine Grübleraugen und
Dann ein Atemholen und ein halber Satz.

Geschäftigkeit springt dir sogleich ans Ohr
Im Aufstehen und ich sehe noch den letzten Blick
Den du zurückwirfst: lege weiter dich ins Joch,
Es dauert uns noch eine unbestimmte Weile,
Bis sich Babel wieder in den Wind zerstreut.

Essig machen

4. Februar 2010

Schluckschmerzen
Ehteezeh und Kon-
Fabulationskatarrh.
Der Blick verschwimmt,
Der Vorderlader
Krankt an Nostalgie:
So wie die Tradition-
Spartei, so sagt man
Zu den Menschenwinzern
Heute, die die Trauben
Stampften und nur
Essig machten.
Wann entgleitet denn
Die Welt den alten
Männern endlich?
Und wann quillt
Der Wahrheitsstock-
Fleck schließlich
Unter den Tapeten vor,
Überall, und frißt
An rein-
Gewaschnen Nägeln
Von virtuosen
Schlachterhänden,
Die die Messer
Fernzusteuern
Sich bequemen?

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