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Rauhfaseln?
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Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirnorganische Störung zugrundeliegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheitserinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sachverhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]« Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.
Hier gibt es Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.
¶ »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« → (3. 2. / 17 Uhr)
¶ »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« → (24. 1. / 12 Uhr)
¶ »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] → (18. 1. / 12 Uhr)
¶ »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. → (17. 1. / 13 Uhr)
¶ »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)
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Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)
¶ Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)
¶ Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung → (7. 12. / 13 Uhr)
¶ die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, → (15. 11. / 22 Uhr)
¶ »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
And everybody tries to keep in touch« → (24. 10. / 8 Uhr)
¶ Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, → (10. 9. / 20 Uhr)
¶ »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « → (6. 9. / 12 Uhr)
¶ »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. → (2. 9. / 22 Uhr)
¶ Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)
¶ »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) → (2. 9. / 21 Uhr)
¶ Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)
¶ Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen. → (30. 8. / 12 Uhr)
¶ »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) → (29. 8. / 13 Uhr)
¶ »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen → (25. 8. / 11 Uhr)
¶ »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, → (20. 8. / 20 Uhr)



Die Substanz der Seele
Im April 1907 veröffentlichte der amerikanische Arzt Duncan MacDougall in einem medizinischen Fachblatt eine »Hypothese betreffend die Seelensubstanz verbunden mit dem experimentellen Nachweis einer solchen Substanz«.1
MacDougall hatte sechs Menschen, die in seinem Krankenhaus behandelt worden waren, für seine Versuche herangezogen. Als sie im sterben lagen, wurden sie auf ein Bett gelegt, das auf einer sehr präzisen Waage montiert war. Während die Patienten starben, notierte MacDougall Gewichtsveränderungen, die durch die Waage angezeigt wurden. In den Stunden vor Eintritt des Todes verringerte sich das Gewicht stetig um einen geringen Betrag. Als Grund dafür erkannte MacDougall die Verdunstung von Körperflüssigkeit über die Schleimhäute. Im Augenblick des Todes jedoch verringerte sich das Gewicht des Verstorbenen schlagartig. MacDougall konnte hierfür nun keine eindeutige Erklärung finden: Der Gewichtsverlust konnte nicht auf Ausscheidung von Kot oder Urin zurückgehen, da beides ja auf dem Bett und damit auf der Waage verblieb. Auch die Ausatmung des Residualvolumens von Luft in den Lungen konnte keine Gewichtsveränderung bewirkt haben. Um sicherzugehen legten er und sein Mitarbeiter sich auf das Waagenbett und atmeten heftig ein und aus, ohne dabei eine Veränderung des angezeigten Gewichtes zu bewirken.
MacDougalls Schlußfolgerung: Der Körper eines Menschen wird im Augenblick des Todes leichter, weil die Seele entweicht. Die Seele besteht also aus einer wägbaren Substanz.
Diese Beobachtung zog der Arzt heran, um seine »Hypothese betreffend die Seelensubstanz« zu stützen In seinem Artikel führt MacDougall aus: »Es ist undenkbar, daß Personalität und ein Bewußtsein, in dem die personale Identität fortbesteht, existieren sollten… ohne dabei Raum einzunehmen. Es ist unmöglich etwas zu denken, das Personalität besitzt und keinen Raum einnimmt; denn das wäre gleichbedeutend mit dem Gedanken, das nichts etwas geworden wäre, daß die Leere Personalität besäße, daß der Raum selbst mehr wäre als bloß Raum – dies alles sind Widersprüche und Absurditäten.« Für MacDougall folgt daraus: Für das Fortbestehen des selbstbewußten Lebens und der personalen Identität über den Tod hinaus ist eine materielle Basis anzunehmen, die eine räumlich ausgedehnte Substanz sein muß. Aus seinen Experimenten geht für ihn hervor: Diese Substanz hat ein konkretes Gewicht.
Was soll man halten von diesen Versuchen? Kann man hoffen, die alte Frage, ob wir eine Seele haben, die den Tod überdauert, sei nun mit wissenschaftlicher Genauigkeit geklärt? Wenn der Körper stirbt, entweicht das Entscheidende, das, was uns vor allem ausmacht, aus der Leiche; leichter als Luft schweben wir empor, sicher vor Verfall und Verwesung, um unser Leben in neuer Form fortzusetzen?
Die Beweiskraft der MacDougall’schen Experimente sei dahingestellt. Interessant an seinen Ausführungen ist der Grundgedanke, daß die Seele des Menschen eine physikalisch feststellbare Substanz sein müsse. Wir sind nach diesem Gedanken selbstbewußte Personen in einem Körper und auf ganz materielle Weise mit unserem Körper verbunden. Aber wir sind doch nicht ganz deckungsgleich mit ihm. Wir können über unseren Körper hinaus bestehen –wir bleiben aber auch dann noch ein Körper, zwar aus sehr feinem Stoff, aber wie alle Körper ausgedehnt und mit Masse versehen. Was existiert, muß für MacDougall Ausdehnung und Masse besitzen.
Das ist ein durchaus naheliegender Gedanke. Es ist ja auch schwierig, sich vorzustellen, daß es neben der anfaßbaren, klar feststellbaren Welt vor unseren Augen noch etwas anderes gäbe, unsichtbar, nie eindeutig festzustellen, nur an seinen Wirkungen abzulesen.
Weil wir fühlen, denken, etwas bestimmtes wollen – deshalb haben wir eine Seele? Ist das nicht eine sehr schwache, geradezu willkürliche Begründung? Die Frage: Wo ist die Seele? ist nicht von der Hand zu weisen. Und eine gute Antwort wäre es, einen Ort anzugeben.
Andererseits ist festzuhalten, daß wir uns vielfach daran gewöhnt haben, Behauptungen Glauben zu schenken, die von unsichtbaren, mit unseren Sinnen nicht festzustellenden Gegenständen ausgehen.
Die Kraft, die eine Glühbirne zum Leuchten bringt z.B., die Elektrizität, ist die Wechselwirkung von Elektronen mit dem Draht in der Glühbirne. Elektronen sind in der Tat Körper, winzige Teilchen, die ich allerdings nie sehen werde. Wir bestehen aus Zellen (die ich unter einem Mikroskop gerade noch sehen kann). Zellen bestehen wiederum aus Molekülen, die aus Atomen zusammengesetzt sind. Atome sind eine Elektronenhülle um einen Kern, der zusammengesetzt ist aus Protonen und Neutronen. Die Protonen und Neutronen bestehen aus Quarks (sog. up- und down-Quarks). Die Existenz von Quarks läßt sich nachweisen durch riesige, unterirdische Metallröhren, die z.B. in einer Nebelkammer Linien zeichnen können wie ein Fernseher Bilder auf seinem Schirm.
Und dann gibt es noch Neutrinos, sonderbare Teilchen, die durch alles hindurchgehen, auch durch eine Nebelkammer ohne irgendeine Spur zu hinterlassen (es werden von den Kernreaktionen in der Sonne pro Sekunde und Quadratzentimeter 60.000.000.000 Neutrinos auf die Erde abgestahlt). Man muß aus bestimmten Gründen davon ausgehen, daß Neutrinos existieren, auch wenn man sie nie zu Gesicht bekommen kann.
Das alles ist vollkommen unsichtbar und anscheinend doch real. Und die Seele? Die Grundbausteine von allem, was ist, hat die Physik zurückverfolgt bis in einen so kleinen Maßstab, daß die Existenz dieser Bausteine nur noch indirekt nachzuweisen ist. Was könnte ein solcher Nachweis für die Seele aussehen, für den Kern unserer selbst? Wir blicken tief in die äußere Welt hinein, bis auf den Grund von Materie und Kraft. So tief, daß die Plausibilitäten des Alltags dabei weit zurückbleiben. Und mit welchem Blick betrachten wir uns selbst? Wie tief blicken wir in uns hinein?
Daß eine Seele nach MacDougalls Messungen zwischen 21,26 und 45,725 Gramm wiegen soll, ist eine verhältnismäßig grobe Angabe. Verglichen damit, wie fein und leicht in unserem Universum Dinge sein können, sind 21 Gramm viel. Aufschlußreicher ist es, sich auf andere Weise zu vermessen. So, daß dabei auch sichtbar wird, wie wir aus vielem zusammengesetzt sind. Daß erkennbar wird, was das Schwere und was das Leichte in uns ist.
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