Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Im Dämmer

Ich sitze auf der Toilette, es fällt nur wenig morgendliches Zwielicht aus dem grauen Himmel durch ein schmales Fenster in den Raum. Ich bin eben erst aufgestanden und noch umfangen von den Träumen dieser Nacht. Klebrig und böswillig hängen sie an mir, haben sich so in mein Hirn gedrängt, daß es auch nach dem Erwachen noch an ihnen weitergedacht hat, von der Selbsterniedrigung berauscht.

Während ich sitze und warte, das Hirn und meine Glieder frei werden von dem Blei, das sich in ihnen gesammelt hat, lese ich. Zu Zerschlagen, um Papier in die Hand zu nehmen, lese ich in den kraftlosen Schatten, die in den Falten und im Flor eines Handtuchs liegen. Auf diesem Handtuch malt das Morgenlicht geschwungene Linien, sinnlose Figuren, die ihr Aussehen ständig wandeln, sobald ich nur meine Augen bewege.

Aber da ist eine Figur, die unverändert bleibt. Zuerst fällt mir nur wenig auf: Ein klar hervortretender Bereich in dem Geflirre auf dem Handtuch. Vorsichtig, um das Bild nicht zerstieben zu lassen, blicke ich es an. Ein schreiendes Gesicht malen die zufälligen Schatten mir vor die Nase. Ein schreiendes Gesicht, Augen weit aufgerissen, mächtig hervortretende Backenknochen, schmales, langes Kinn. Ein leerer, weit aufsteheder Mund. Alles ein stummer Schrei. Irgendwie passt dieser nackte Schädel zu meinen Träumen, das fällt mir noch ein. Aber wie, daß bleibt verborgen hinter einer flirrenden Formlosigkeit, die nun auch in meinen Kopf geraten ist. Dieses graue, unklare Licht, das diesen Schädel da vor mir – immer noch – erscheinen läßt, der mich stumm, peinvoll anschreit. Dises graue, bleierne Licht überspült jetzt auch mich, spült die Konturen des Traumes fort. Aber nicht, daß sich dadurch endlich klare Wachheit einstellen könnte. Ich bleibe in einem leeren Zwischenbereich, in dem nur schattenhafte Umrisse wach und träumend, wirkliches und eingebildetes voneinander trennen.

Ich und dieser unablässig brüllende Schädel, der mir vielleicht in dieser Nacht schon begegnet ist, wir teilen uns dieses Zwischenreich, diese Toilette mit kalten Fliesen und schmutzigem Licht. Wenn wir miteinander sprechen könnten. Aber er ist dort auf dem Flor eines Handtuchs und ich bin hier, auf den Fliesen, und beide sind wir füreinander stumm.

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  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    An einem Morgen, der schon den Sommer hinter sich gelassen hat, klare, kalte Luft, Himmel aus hellem Blau, blank und frisch gereinigt von dem Regen der letzten Nacht, an einem Morgen unter einer Herbstsonne schon, zurückhaltend und in sich gekehrt, an einem solchen Morgen...

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…