Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Tempus volant

Ich stehe unvermittelt vor der Frage, welche Bedeutung die Zeit in meinem Leben hat. In meinem Leben – denn es ist wohl kaum möglich, die Frage nach der Zeit ganz allgemein zu beantworten: jeder spürt sie vermutlich auf ganz eigene Weise. Das Zurück und Voraus in einem Leben läßt sich eigentlich nicht mit dem Kalender messen, »vergangen« und »noch möglich« sind Färbungen des Denkens und der Vorstellung und – wohl bei jedem etwas sehr eigenes.
Daß in mir überhaupt Gedanken über das verschachtelte Ineinander von früherem und späteren aufsteigen, das hat wohl mit der Wiederkunft des Herbstes zu tun, die sich vor meinen Augen gerade vollzieht. Der Herbst ist die milde Jahreszeit, zumal auf seiner dem Sommer zugewandten Seite. Er ist die Zeit, da alles langsamer, die Natur stiller wird. Tröstlich ist der Herbst, tröstlich genug, um an Vergangenes zurückdenken zu können. Und still genug, um an die Zukunft nicht als drängende Aufgabe zu denken.
Ich erinnere mich, wie ich schon manchmal an Herbstabenden mit diesem Gefühl saß, mit mir allein. Und man könnte mich aus diesem, sich gerade ereignenden Heute herausnehmen und an einer zurückliegenden Stelle meines Lebens wiedereinsetzen – und es wäre kaum ein Unterschied zu merken. Die Menschen in meiner Nähe, die keinen Unterschied bemerken würden, wären andere und das Mischungsverhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit in dem, was wohl meine »Person« genannt werden kann, auch das wäre je anders. Aber ich, der, der denkt und etwas fühlt und nach Vergangenem und Zukünftigem Ausschau hält und ich, der sich dabei über die Ebenen der Zeit von kleinen Erhöhungen aus immer selbst ins Gesicht sieht – ich meine: an jenem ich, an mir, hat sich eigentlich nichts geändert.
Andererseits hat sich viel geändert, inbesonders an jenem klumpigen Gemisch aus vielem wahllos vermengten das man als seine Vergangenheit vor sich herschiebt wie unter den Käfern der Pillendreher seine Kugel. Aber, wie gesagt, hier schafft der Herbst Abhilfe mit seiner milden Kastanienluft und den frühen, roten Sonnenuntergängen. Bevor es ganz dunkel wird, will ich Ausschau halten, ob in meinem Geschiebe etwas das Licht zurückwirft, ob es doch etwas glänzendes gibt im Vergangenen. (Es nützt ja nichts, immer aus der Zukunft sorgfältig neue Vergangenheit zu erzeugen, wenn nicht auch etwas behaltenswertes entstehen würde; und dann steht auch noch die Frage im Raum, ob in jenem Umwandlungsprozess, ganz nebenbei, manchmal ein »Heute« entsteht?)
Zuerst treten die Augenblicke grandiosen Schmerzes heraus aus dem ungeordneten ineinander, neben- und durcheinander. Aber am Rand sind auch, in der Ferne noch undeutlich, andere Gegebenheiten, die wie warmrötliche Fenster sind auf einem Spaziergang mit raschelndem Laub, durchlässe, in denen der Sonnenuntergang übriggeblieben ist beim Dunkelwerden.
Wo anfangen beim durchwühlen der Vergangenheitskugel, beim Wiederabgehen jenes langen Weges, der immer lang ist weil im Alltag die Beine immer schwer sind – wo anfangen?

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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