Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Das frühe Aufstehen

Trübes Auge

Die Sonderbar langwierige Erkenntnis, das es jetzt Zeit sei, jener Zeitpunkt, der schon beim Zubettgehen gefürchtet, dann doch unerwartet sich einstellt. Ein Stechen, tief und fast als wäre es wirklich eine Wunde, in der Gegend der rechten Leiste; und Trockenheit zudem im Rachen, die nur noch immer ärger wird.

Bewegungen, die nun erfolgen müssen, wie Drehen des Kopfes und Aufrichten des Oberkörpers, sind zwar als Vorstellungen zu fassen, wollen aber nicht in die Muskeln hinein. Sie steigen erst mühsam auf oder müssen vielmehr herausgehoben werden aus dem zähen, sämigen Schlafespfuhl und immer verdoppelt sich die Anstrengung mit jedem Versuch.

Dann sind, wie verwundert wahrzunehmen ist, doch die Augen schon offen und ist wohl auch der Körper auf einem wieder undeutlich gewordenen Wege unter dieser Dusche angelangt. Die Augen wollen nicht klar sehen und arger Brand hat sich, wie von Nesselkapseln, an die Augenlider geheftet.

Vor der Tür schließlich bewegt sich alles ohne Zutun und auch ohne Anteilnahme; nur die Kälte dringt ganz leicht von überall durch die Kleider, durch die Haut in die Muskeln ein, ganz so, wie auch der Ekel sich ganz sacht erst allmählich der Zigarrette beigesellt.

Dann aber die unerwartete Reizbarkeit (sie wird am längsten halten), so daß die geblähte Sonne in goldenem Feuer fast zu Glückstränen rührt, so, wie sie sich im Wasser spiegelt, einen Weg malt bis zu ihr, und die nachklingende Frage: Ist das wirklich? die auch bald verschwemmt wird durch die noch traumwache Neigung des Hirns ins Phantastische, die jedem unbedeutenden Gegenstand aufspringt und daraus ihre Klötzchenschlösser baut. Die wachsen und fallen, wachsen wieder noch im Fallen und wachsen bis über die Stirn, auf der sich in kleinen Kristallen Schweiß bildet.

Und die Vorstellung von der unerbittlichen Größe der Welt in jede beliebige Richtung. Und die Vorstellung davon, wie lang der Weg wäre in jede beliebige Richtung von diesem zufälligen Flecken aus, insbesondere die deutliche Ahnung von jedem lästigen Hindernis auf dem Weg, wohl schon nach den nächsten paar Schritten, insbesondere auf dem einen Weg, der nun einmal unausweichlich gegangen werden muß. Der Weg, der für die längste Strecke vorherbestimmt ist wie für S. die Hügelflanke – und kaum ist er oben angekommen, muß er schon wieder hinunter.

(Als Nachtrag: eruptives Gelächter – nie ist einer allein zu früh wach –, bei dem Wort »Jellyfish« und allem, was ein schlafendes Hirn sich darunter vorzustellen vermag.)

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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