Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Irrlicht

Als ich nach einer schweren, fast durchwachten Nacht aus dem Haus auf den Gehweg trete, nach den ersten Schritten in der abweisenden Kälte, vorbei an überfrorenen Autos und starrem, vom Frost geweißten Gras, da höre ich die Stadt: die Stille zwischen den Häusern, in denen alle noch schlafen, ist nur vordergründig, gleich hinter dem Horizont, der mir aus den Häusern rechts und links meiner Straße gezogen wird, dringt das Geräusch hervor, das diese Stadt immer und unablässig macht, ein nervöses, gespanntes Sirren, das von überall hervordringt und zusammenfließt. So, gleich dieser Stadt, war es auch in meinem Kopf und in meinen Gliedern in dieser Nacht. Nach einigen Schritten sehe ich: Ein Fenster ist nicht dunkel wie die anderen alle. Aus dieser einen Wohnung dringt Irrlicht, ein flackernder Lichtbogen, ein in die Nacht eindringender Elektronenstrahl, der in eine Aluminumschicht einschlägt und dadurch den Raum und das Hirn darin, irgendein Hirn, das nicht schlafen will, das nicht in die Dunkelheit will, in blaues Licht taucht. So geflackert hat es die Nacht hindurch auch in meinem Kopf und dadurch bin ich immer wieder aufgeschreckt, gleich nach dem ersten Eintauchen in den sanften Schlaf. Dann sind die elektrischen Ströme von meinem Hirn durch die Nerven in meine Beine geschossen und die haben sich zusammengekrampft, wieder entspannt, wieder verkrampft – als wäre ich beim Aufstieg irgendwohin. Als wäre ich mit dieser Stadt verschworen auf Gedeih und Verderb und dürfte nicht zur Ruhe finden wo doch auch sie nie ruht und immerzu sirrt. Muß es einem, der seinen Schlaf der großen Stadt geopfert hat, wenn er in einem Nu an einen menschenleeren Ort versetzt würde, wenn er dann keine Lichter, keine Motoren, kein Gemurmel und Sirren um sich hätte, muß es einem solchen nicht vorkommen, als wäre er plötzlich gestorben?

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Ein Kommentar

  1. Annegret
    Erstellt am 26. Januar 2011 um 18:41 | Permanent-Link

    Es ist ein unheimliches Gefühl, nein, kein ängstliches, wenn ich aus der Stadt bei meinen Eltern auf dem Land bin und kein »städtisches Geräusch« zu hören ist, nur Natur. Schon befremdlich!

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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