Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Mitteilen muß ich weiterhin…

…dem geneigten Leser, daß sich in meinem Kopf eine merkwürdige Erstarrung ausgebreitet hat, eingetrocknet ist mir das Hirn und ich fühle mich jener kleinen Ziege ähnlich, der ich neulich in einem Zoo begegnet bin. Es war sehr heiß und die kleine Ziege blieb im vollen Sonnenschein stehen, unfähig zu trinken oder zu fressen oder sich zu den anderen Ziegen zurückzuziehen. Ich hätte sie gern aufgehoben und in Sicherheit gebracht, aber da war ja noch ein Zaun. Also, weil es mir so geht, wie dieser kleinen Ziege, kann ich nur aufzählen, worüber ich gern schreiben würde, wenn es mir möglich wäre: Zunächst über eine andere Ziege, eine alte, erhabene, die im Sonnenschein döste und das mit der Sicherheit, Größe und Tiefsinnigkeit einer wahren Königin, so, daß ich ihr gern meine Aufwartung gemacht hätte, so, daß ich gern meine Stirn an ihre gelegt hätte, um vielleicht von ihr zu lernen.
Über das sonderbare Gefühl, das mich beschlich, als ich vor einigen Tagen fußballspielenden Robotern zugesehen habe und sie mich sehr unheimlich an kleine Kinder erinnerten, die gerade erst gelernt haben, ihre Gliedmaßen zu beherrschen. Als eine der Mannschaften gewonnen hatte und das Publikum jubelte, kamen die Ingenieure auf das Spielfeld und die Roboter wurden – anstatt in den Jubel oder die Frustration einzustimmen – mittels eines Knopfes im Genick ausgeschaltet.
Oder über die kaum zu überschauende Schönheit des Musters, das die Zweige eines Baumes in den grauen Himmel über mir zeichneten, als ich vorgestern den Kopf gehoben habe, und das Undurchdringliche an frischen, durchscheinenden Blättern an einem solchen Baum und die Großzügigkeit der Natur, die sie bekundet, indem sie Unkraut mitten im städtischen Staub und Müll blühen läßt.
Oder schreiben über den Kampf. Über die Merkwürdigkeit, daß in Geschichten so häufig gekäpft wird, manchmal die Protagonisten sich gar Hände, Beine, Köpfe abhacken und drumherum Legionen von Gesichtslosen ihr klangloses Ende finden. Aber wir, worum sollten wir kämpfen?
Oder auch schreiben darüber, wie sich die Erkenntnisse der Luftfahrttechnik mit den Ereignissen im menschlichen Herz decken, so zum Beispiel im Phänomen des Strömungsabriss an den Tragflächen eines Flugzeuges: Wenn es zu schnell, zu steil aufsteigt, dann wird es von den eigenen Flügeln nicht mehr getragen und sackt jäh in die Tiefe. Der geneigte Leser mache sich selbst einen Reim darauf, ich kann es nicht.

1051
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Bewußtseinssturz und getagged , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. |drucken

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bild einfügen

Um ein Bild (im jpg-Format) in Ihren Kommentar einzufügen, wählen Sie bitte die entsprechende Datei auf Ihrem Computer aus. Das Bild wird dann automatisch eingesetzt. Sie können die Position nachträglich verändern. Es können auch mehrere Bilder hochgeladen werden.

  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

  • Tags

  • Pressalbum

    Bild vom Tumblr-Photoblog
    Bild vom Tumblr-Photoblog
    Bild vom Tumblr-Photoblog
    Bild vom Tumblr-Photoblog
    Bild vom Tumblr-Photoblog

  • Rubriken

  • Energiestand

    Das Geräusch des Lastenaufzugs

  • Alles in allem…

    • Texte 1.628
    • Wörter 360.369
    • Rubriken 39
  • Statistischer Schlußstrich

    • in 35 Jahre, 7 Monaten, 17 Tagen, 16 Stunden, 57 Minuten, 36 Sekunden