Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Seelenmoleküle

Die Welt ist unübersichtlich. Sie ist ja auch sehr groß.
Aber dann wiederum: sie ist eigentlich ziemlich klein und gut überschaubar, die Welt, der Untergrund, auf dem wir bauen und unsere Geschäfte treiben. Pizza kann man in Dubai in der Al Wahda Street bekommen, wahda ist übrigens die Einheit; wenn man in Peace Valley Waffen braucht, muß man eine Viertelstunde fahren, nach West Plains, in die County Road, man kann da bei Keith kaufen. Das und vieles mehr ist leicht herauszufinden und klar verständlich, Pizza und Waffen, Frieden und Einheit, damit muß man keine Probleme haben.
Die Welt ist unübersichtlich. Ich habe gestern erfahren, unsere Suche nach einem Weg durch das innere Dickicht wird nun auch mittels der »molekularen Psychiatrie« bestrieben. Molekulare Seelenheilkunde, Gesundung der Seele durch das Molekül. Schon Freud hatte davon geträumt, die Seele naturwissenschaftlich exakt beschreiben zu können. Und jetzt, endlich, nachdem in unserer Zeit die exakte Wissenschaft sich so hoch emporgekämpft hat, wird es langsam möglich, die Seele als chemischen Prozess zu beschreiben. Auf dem Weg dahin, bei dem Versuch des sprechenden, aufrechten Affens, sich selbst zu verstehen, müssen Mäuse Pate stehen. Ein molekularer Psychiater erzählte begeistert davon, welche Aufschlüsse die Transplantation von Knochenmark von einer Maus in die andere nebst anschließender Bestrahlung eröffnet, wie lehrreich es ist, einer Maus zuzusehen, der ein Gen implantiert wurde, das Alzheimer auslöst. Diese Maus wird in einen Wassertank gesetzt und schwimmt dort in kleinen, ängstlichen Kreisen, ganz unmäusisch. So lernt der Mensch sein Innenleben kennen. Mit einem gesunden Sinn für’s Handfeste nennt sich einer der Wissenschaftler einen »Handwerker des Gehirns«. Die Welt ist unübersichtlich. Und was soll ich jetzt mit mir anfangen, jetzt, da ich weiß, daß es die molekulare Psychiatrie gibt und die Neuropsychiatrie und die Gliazellen und die Genexpression in meinem Kopf. Auf meinen Schultern trage ich einen Fermenter und die Seele ist doch wohl ein Hirngespinst. Was soll man noch Anfangen mit diesem komplexen Geflecht von koordinierten oder fehllaufenden chemischen Reaktionen, als dessen Produkt man selbst entsteht und man wird umso mehr man selbst, desto besser die Substanzen abgestimmt sind, die von außen hinzugefügt werden, Sieg des Geistes über die Materie, der Materie über die Materie, die Rückkopplung der Materie an sich selbst über ein Zwischenprodukt, einen instabilen Zwischenzustand, der sich umgeben von 22 Knochen einstellt am oberen Ende des Menschen.
Ja, die Welt ist unübersichtlich, die innere Welt, und die Wahrheiten haben eine schmale Halbwertzeit. Um von Soul City zum nächsten Schlachter zu gelangen, muß man länger als eine Stunde fahren. Wenn man sich mit Röntgenstrahlen durchleuchten lassen will, fährt man nur 15 Minuten. Einen Klempner und Elektriker erreicht man nach runden 5 Meilen oder 7 Minuten Fahrzeit.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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