Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Solarisation

Bildbeschreibung der NASA: This EIT full sun image, taken on 14 September 1999 in the He II emission line at 304 A shows the upper chromosphere/lower transition region at a temperature of about 60,000 K. The bright features are called active regions. A huge erupting prominence escaping the Sun can be seen in the upper right part of the image. Prominences are "cool" 60,000 K plasma embedded in the much hotter surrounding corona, which is typically at temperatures above 1 million K. If an eruption like this is directed toward the Earth it can cause a significant amount of geomagnetic activity in the Earth's environment with a following spectacular aurora.

Der Herbst ist die Jahreszeit der Sonne. Nicht der Sommer. Denn der Herbst, so dachte er, hat der Sonne nichts entgegenzusetzen. Die Luft ist schon leer geworden, die Natur zieht sich zurück. Und in die leere scheint die Sonne. So dachte er, indem er den Kopf nach links, dann nach rechts legte, ihn zwischen den Schultern pendeln ließ mit dem Blick eines Mystikers. So dachte er, während er in das Sonnenlicht schaute, daß sich auf dem Tisch spiegelte, an dem er gerade saß.

Es ist gerade kurz davor, schmerzhaft zu sein. Und so stark, daß sich die Zusammensetzung des Sichtbaren verändert. Die Schultern bleiben kalt; daran erkennt man, daß es eigentlich schon Herbst ist. Aber mein Gesicht wird warm. Und wenn ich die Hand auf den Tisch lege, ist er auch warm. Nur dort, wo sie etwas in Brand steckt, hinterläßt die Sonne Wärme. Die Luft ist leer. Der Tisch brennt. Und in meinen Augen schwelt es.

Er sah vor sich eine Lichtstraße auf der Tischplatte, die immer genau auf ihn zielte. Und wenn er seinen Blickwinkel änderte (deshalb ließ er seinen Kopf pendeln), dann fuhr die Lichtstraße seitlich über die Platte, so, daß sie ihr Ziel nicht verlohr, ihn, seine weit geöffneten, innerlich schwelenden Augen.

Ich kann fast in das Holz hineinsehen. Seine Maserung ist ganz ungleichmäßig. Einige der Bretter glänzen, andere sind stumpf. Und es sind Kerben und Rillen und Kratzer in der Platte. Sie werfen Schatten, kleine, ameisenhafte Schatten. Schattenstaub. Aber keine Krümel zu sehen, eine karge Hochebene in der Sonne. Wenn man doch diese Zeichen lesen könnte. Was bedeuten die Kerben, eine geheime Keilschrift. Und die Krazer sind eine Kursive, jünger, eine flüchtige Notiz. Da hinten sind Wassertropfen auf der Platte. Das Licht bewegt sich in den Tropfen anders als auf dem Holz. Es springt viel launischer hin und her, zieht sich in die Länge und vereinigt sich wieder zu glänzenden Punkten.

Er hob nun den Blick und für viele Sekunden hatte die Szenerie, die er durch das Fenster sehen konnte, keine Farben. Wie eine alte, schwarzweiße Photographie sah es aus. Er sorgte sich nicht um seine Augen, er freute sich darüber, wie ausdauernd das Sonnenlicht in seinen Augäpfeln zurückblieb. Die Lichtstraße endete am Rand des Tisches, dazwischen Dunkelheit, in der seine geblendeten Augen keine Einzelheiten mehr erkennen konnten. Dann aber, auf einem Geländer, wieder ein glatter, schmaler Streifen Licht. Und dort, weiter hinten, auf den Blättern eines Baumes, der dunkelgrau vor dem hellgrauen Himmel stand. Und dann, weit oben, weit enterfent, glänzte ein Kran im Sonnenlicht. Blitze wanderten von Fläche zu Fläche, als der Kran sich drehte.

Es ist eine Leiter, die dort nach oben führt, dachte er. Wie es wohl ist, am Sonnenlicht zu erblinden? Wie es wohl wäre, der Leiter zu folgen, durch die kalte Luft zu steigen. Es wird immer kälter, immer dunkler. Aber ich bin im Licht, die Sonne richtet ihren Strahl auf mich und ich steige darauf nach oben. Und dann wird die Wärme immer größer und von dem kalten All kann ich nichts mehr spüren. Und dann werde ich erblinden und nurnoch die Wärme wird sein. Die Wärme wird zunehmen und ich werde abnehmen und dann werde ich eins sein mit der Sonne.

So dachte er, und kippte dabei seinen Kopf von rechts nach links, von links nach rechts. Durch die kalte, leere Luft wurde eine Wolke herangetrieben und vor die Sonne geschoben. Er saß minutenlang in tiefen Schatten, aus denen sich allmählich wieder die eigentliche Welt herausschälte. Er saß und war erstaunt.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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