Rauhfaseln?
Zum Beispiel so:
Da sitzt einer, der auf eine geradezu beleidigende, anzügliche Weise häßlich ist. Nicht jene introvertierte, selbsthaßzerfressene Häßlichkeit, die man normalerweise sieht. Der Mann dort beißt sich in mir fest, sobald ich ihn nur ansehe. Und er scheint sich daran gewöhnt zu haben, daß alle vor ihm zurückweichen und füllt den freiwerdenden Raum mit gelassener Selbstverständlichkeit.Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.
Zufällig…
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Und wie er grinst
Im Film »Gesichter« von Ingmar Bergmann dreht sich alles um das »Magnetische Heiltheater des Dr. Albert Emanuel Vogler«. Die Mitglieder des Heiltheaters sind auf dem Weg nach Stockholm und müssen mit ihrer Kutsche einen Wald passieren. Am Wegesrand liegt ein Mann im Morast, der sich, als Vogler aus der Kutsche steigt und zu ihm tritt, als Johannes Begel vorstellt. Er ist ein abgehalfterter Schauspieler. Der Mann ist sehr krank und erwartet den Tod. Er stirbt im Verlauf des Filmes zweimal sehr wortreich:
1. Im Wald
Begel: »Die Sonne sinkt, zum letzten Male. Ich werde sie nicht wieder aufgehen sehen. Endlich wird sich die Seele befreit fühlen. Endlich! Frei von diesem sinnlosen Körper. Wie habe ich diesen Körper gehaßt. Oft habe ich mich nach einem Messer gesehnt. Einem Messer, das meinen unreinen Leib zerstückelt. Und mein Herz bloßlegt. Um Raum zu geben der Seele denn nur unsere Seele ist rein. Alles andere ist Moder, unsauberer Kadaver.«
Er ist mit Vogler in die Kutsche gestiegen, liegt kraftlos in einer Ecke während die Reise weitergeht. Er
»Was ich fühle? Angst! Angst! Aber auch Beseligung. Der Tot kriecht in meine Hände, in die Arme, in den Kopf, in das Hirn. Meine Augen brechen, ich sterbe. Ich bin tot. Gestorben, der Tot ist eine… eine…« (sinkt zur Seite)
Tybal (einer der Mitarbeiter): »Zu dumm, ausgerechnet der Schluß wäre wichtig.« fühlt den Tod kommen. Vogler starrt ihn an und Begel gibt Auskunft:
2. In Voglers Theater
Den Schluß erfahren wir, als der inzwischen wiederauferstandene Begel in den Kulissen des Heiltheaters auf Vogler trifft. Eine Laterna Magica projiziert im Hintergrund ein Knochengesicht auf einen Vorhang.
Begel: »Da ist er ja! Und wie er grinst. Das ist das einzige, was mich ein wenig an ihm stört. Trotzdem wird er mein letzter Partner sein. Er wird — wird mich verpflichten zu dem — zu dem unwiderruflich letztem Auftritt. Aber etwas wird nicht existieren, etwas worauf jeder Schauspieler doch angewiesen ist: das Publikum wird fehlen. Kein Applaus und keine Zuschauer. Wir müssen uns trennen, endgültig. Es ist soweit, ich fühle es. Und dieses mal werde ich sie gewiß nicht, ganz gewiß nicht enttäuschen.«
Er trinkt aus einer Brandweinflasche, schreit auf, fällt hintenüber in eine Kiste.
»Sein oder nicht Sein, das ist hier die Frage. Hamlet, wissen sie, fünfter Aufzug, der Rest ist Schweigen.«
Stöhnt und erschlafft.
Man mag sagen, was man will: Ein packendes Thema. Und Sokrates, muß man bedenken, stirbt ganz ähnlich: Allmählich und redend. Nur den Schluß erfährt man leider weder von dem einen noch dem anderen.
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