Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Unzeitiges Herbsten

Engel an der Wand

Auf der Heizung reihen sich: Jacke, Schuhe, Hose. Der Regen hat sich mir bis auf die Haut geschlichen, als ich Zeuge wurde, wie das Jahr sich herbstete zur Probe und lange vor der Zeit. Von der Heizung her dünstet es nun wie von nassen Hunden und es ist doch nur meine abgestreifte Außenseite. Durch das Fenster gelangt nur Dämmerlicht herein auch jetzt, da der Mittag kaum verstrichen, die Wolken nehmen sich ihren Teil und die aufgebrachten Bäume halten zwischen schweren Blättern fast den ganzen Rest des Lichts, das eigentlich einen gewöhnlichen Sommertag machen sollte. Die Fenster zu öffnen, gar wieder herauszugehen, das wäre töricht – aber doch: Endlich ist der Himmel, der mit seinem vorgeschobenen Blau nur das nackte All kaschiert, endlich ist er verborgen hinter Türmen des lebenstiftenden Elements. Und auf der Straße ist jeder ein Wanderer von weither, zu fremd, um irgendwen zu sehen. Auf den Wegen fließen Flüsse kiechernd und der Sand, wo man ihn antrifft, regt sich zart unter jedem Schritt. Der Regen aber streift mit myriaden Fingern entlang an meinem Fenster, er will, geduldig drängend, hinein, will sich wieder über mich breiten, eine kaltes, reines Umklammern, das sich in jeden Winkel windet – ich ließ ihn fast, aus Lust, ihn Freund zu heißen. Auch die Heizung summt und atmet vor mir meine Luft, daß mir der Kopf entschwebt. Jetzt könnte ich friedlich wie ein Kind den Tag verschlafen, den unbedeutenden verbliebenen Rest, zufrieden den Streifen an den Scheiben zuzusehn, falls noch wache Augenblicke zu überbrücken wären. (Ein Baum hat heut schon gelbe Blätter fallenlassen, es ist alles endlich und es endet schön.) Der Fußballplatz war nur bewohnt von Wasser, das war begriffen, den Himmel zu bespiegeln, ein stiller, alter Mönch, sein Angesicht vollendetes Ebenmaß, es konnte nichts sich darin fangen, alles strich vorüber ohne Spur. Nur der Regen malte Kreise, die langsam sich weiteten, langsam einander durchdrangen. Aus meiner feuchten Mütze wallt der Schlaf nun auf und wölkt sich um mich, ich wünsche mir, mit offenen Augen in den Schlaf zu treiben (oder gar: ich treibe schon als frühgefallenes Blatt auf einem Fluß, der in den Rinnstein rinnt) bis grau und grün zu goldnem Braun sich wechseln und sinken in ein sanftes, tiefes Schwarz.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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