Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Vidi caelum obsignatum

Der 3. Teil in der Reihe: Aus dem Leben des Hl. Eklytos

Ein sonderbarer Text, apokalytisch-blutrünstig, aus dem Munde des Hl. Eklytos.1 Er ist ein angestaubter Heiliger, was allerdings zu seinem Lebenslauf recht gut paßt.2 Eklytos ist von der kirchlichen Geschichtsschreibung anscheinend völlig vergessen worden, zu Unrecht, meine ich. – Qui habet aures audiendi, audiat!3

»Ich sah den Himmel versperrt und siehe, er war kalt und geworden wie der härteste der Steine. Und es wurde fortgewischt vom Himmel alle Farbe und die Wolken waren nicht mehr. Und siehe, es war Dunkelheit über der Erde und Schweigen in den Höhen. Und ich sah die Menschen wandeln und sie wagten nicht, den Blick zu heben von der Erde, denn sie waren voll Zagens und ihre Herzen wurden gehalten, daß sie nicht erkannten ihre große Furcht. Und es lagerten sich wie Löwen die Not und wie gewaltige Schlangen die Sorge an den Wegen der Menschen. Sie umlagerten auch die Häuser und machten bitter die Speise und den Trank. Die Menschen aber schritten aus auf ihren verkehrten Wegen und gingen geradewegs an Orte, an die zu gelangen ihr Ziel nicht war, während die Schlangen und die Löwen den Rachen aufsperrten, aber sie merkten es nicht.

Und siehe, und ich sah: den Strom der Leiber wie er floß durch die Täler und wie sie sich türmten in den Städten, aber die Leiber blieben kalt und Stille war über die Städte gebreitet. Die Berge wurden fortgenommen, die Flüsse flielen trocken und aus dem Meer füllten sie sich wieder. So verging Tag um Tag, ich aber mußte stehen und war zum Zeugen berufen.

Der Strom der Leiber hörte nicht auf, während doch die Berge vergingen und die Erde umgestaltet wurde. Und die Menschen drängten ihre Leiber aneinander und sie fügten zusammen Köpfe und Lenden: da wurde gesät neues Fleisch.

Doch siehe: es war Schweigen unter dem Himmel und die Erde war kahl. Es geschah vor meinen Augen, daß sie ihre Münder auftaten wie zum Schrei, aber es erklang kein Laut. Ich sah, wie sie die Hände ausstreckten, aber da war keiner, der ihre Hände füllte. Und ich sah, wie sie die Hände vor sich reckten, einer dem anderen einen Ort zu weisen, aber immer war die Stätte, welche gewiesen wurde, leer und kein Leben war um die Menschen. Denn der Himmel war geworden wie der härteste der Steine.

Da hoben die Menschen in den Tälern und auf den verweisten Höhen an und rissen voneinander die Kleider, jeder vom nächsten, daß es ein Greuel war vor meinen Augen, und sie traten sie in den Staub. So standen sie voreinander, alle in ihrer Nacktheit und hatten nichts, ihre Blöße zu bedecken.

Und es sprach eine Stimme, die war wie Sturm. Da tat sich auf der Boden und es klaffte das Gestein und heraus trat einer, der sprang mitten unter die Menge der Menschen. Und er war groß wie drei Männer und furchtbar von Gestalt und hatte kein Haar an seinem Leib, glänzend wie tausend Speere. Sein Rachen war weit aufgesperrt und er war dunkel wie der Himmel; aber die Farbe seiner Zunge war wie Blut und seine Zunge wand sich gleich einer hungrigen Schlange Und er füllte die Stille mit seinem Spott und er sprach über die Menschen seinen Fluch. Da begannen die Vielen ihre Fäuste zu schütteln und standen wiedereinander auf und schlugen sich ins Angesicht. Und sie bissen einander mit ihren Zähnen, daß sie rot wurden im Angesicht. Einige aber blieben abseits und waren voll Scham, andere warfen sich nieder und baten, sie mögen verschlugen werden von der Erde. So fraßen die Menschen einander.

Und ich sah, und siehe: es verebbte der Strom der Leiber. Und es lagen die Toten ausgeschüttet über die Ebenen und auf den Höhen. Sie lagen wie Bäume, an die ein starker die Axt gelegt hatte und der Wind ging über sie. Und ich stand und es folgte Tag auf Tag und Staub bedeckte die Menge der Toten. Und siehe: die Erde war wüst und leer.«

  1. Erhalten ist der Text in einer lateinischen Fassung aus der Feder eines unbekannten, frühmittelalterlichen Mönches. Er findet sich in einer Sammlung von Werken des Sokrates Scholastikos.
  2. Eklytos hat mich hier schon ein- und ein zweites Mal, allerdings nicht unbedingt mit historiographischer Genauigkeit, beschäftigt.
  3. Matthäus 11, 15
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  • Rauhfaseln?

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    Lachen macht aus dem Starken einen Schwachen und gibt dem Schwachen Stärke und Kraft. Das ist doch eine schöne Vorstellung.

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…

  • Kurzum

    Nachdenken über: Das Hawala-Finanzsystem (28. 7. / 9 Uhr)

    Weberknechte sind Spinnentiere, Schuster aber Schnaken. (28. 7. / 9 Uhr)

    Auf einem Plakat, das für Kreuzfahrten wirbt, meine ich zu lesen: »Fernweh, Sehnsucht — Registrierung.« (27. 7. / 16 Uhr)

    In einer Buchbesprechung das ›neuronale Standardargument‹: »...und das muß ja eingeübt werden, das sind auch neuronale Prozesse, (26. 7. / 16 Uhr)

    Note to self: In Umbruchszeiten tauchen in der Literatur Wasserfrauen auf.(*) (26. 7. / 15 Uhr)

    »Die Kugel ist das Ergebnis kosmischer Gesetze. Mit dem Rechteck haben wir gezeigt, wer wir sind. (25. 7. / 10 Uhr)

    Überhaupt haben Sätze, geschriebene Sätze zumal, die Eigenart, ein wirkliches (ein vielleicht bloß in der Vorstellung wirkliches) Geschehen mit Sinn zu übertünchen, (24. 7. / 17 Uhr)

    »Der Zustand des Alltagsbewusstseins, der so genannte Beta-Zustand, (24. 7. / 5 Uhr)

    »Cogito ergo sum« und die Gattungsbezeichnung »Homo sapiens sapiens«: womöglich beides Ausdruck eines kategorialen Irrtums. (23. 7. / 11 Uhr)

    Begriffsmagnetfeld des Tages: Von Singulett bis Richtungsquantelung. (23. 7. / 10 Uhr)

    »Parallele Welten innerhalb von Schaltkreisen, welche eigentlich gar nicht existieren sollten, aber sie sind da.« (22. 7. / 11 Uhr)

    »In Ruhe wurzeln Eiskapläne.« Vielleicht liegt es an der Uhrzeit oder am Gewitter, (22. 7. / 0 Uhr)

    Habe erfahren, daß die Fadenwürmer (Nematoda) mit ihren bislang mehr als 20.000 beschriebenen Arten unter den vielzelligen Tieren wahrscheinlich die artenreichste Gruppe sind. Hinsichtlich der Individuenzahl sind ca. 80% aller tierischen Organismen Fadenwürmer. (21. 7. / 9 Uhr)

    Ich solle mir die Walther P99 ansehen, wenn ich die Glock Modell 23 möge, empfiehlt mir ein Freund mit praktischen Kenntnissen. Ich wundere mich zwar, wie es geschehen konnte, daß sich mir ein Zugang zu solchen Themen eröffnet hat, aber sicherlich: auch ein schönes Modell. (19. 7. / 19 Uhr)

    Ein kleiner Junge erklärt, nachdem er sich ausgiebig und schnell auf einer Schaukel um die eigene Achse gedreht hat: »Die Seele von kleinen Kindern ist noch größer als bei Erwachsenen.« (18. 7. / 18 Uhr)

    Doch vielleicht ist diese meine Blindheit auch nur die Folge des Schattens, den die näherkommende Große Finsternis auf unsere vergreiste Welt wirft.(16. 7. / 13 Uhr)

    RATTENGIFT sitzt an einem Tische und will dichten. Ach, die Gedanken! Reime sind da, aber die Gedanken, die Gedanken!(16. 7. / 13 Uhr)

    Der kalte Atem des Gesetzes: »Nacherbe ist derjenige, der kraft Verfügung von Todes wegen nach einem anderen, dem Vorerben, zum Erben berufen ist.« (15. 7. / 21 Uhr)

    Es denkt im Hirn mit der schwerfälligen Behändigkeit eines servolahmen, elektronischen Bohrwurms. (15. 7. / 18 Uhr)

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