Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Wegfahren und Laufwegen

Es gibt im Kosmos der Dinge Wegfahrsperren, das sollte allgemein bekannt sein. Wegfahrsperren sind, »Einrichtungen an Kraftfahrzeugen, die verhindern sollen, dass diese unbefugt in Betrieb genommen werden können.« Eine mustergültige Definition, ganz passend zu dem Gegenstand selbst, der doch als Inbegriff der Ingenieurskunst gelten könnte. Es gibt elektronische und mechanische Wegfahrsperren und sie alle sind dazu da, jenen einen, besonders lieben Teil des eigenen Besitzes, den man gezwungenermaßen immer draußen lassen muß, vor Abhandenkommen zu schützen. Jenen Teil, der das eigene Leben schützt und stützt wie den Einsiedlerkrebs die geborgte Schale, aber, oh menschliches Verhängnis, unsereins muß diese Schale immerzu verlassen, verweist lassen. Und auf daß nicht ein anderer in sie einziehe und davonstolziere mit dem fremden Schmuck – die Wegfahrsperre.
Aber es gibt auch eine Fahrwegsperre. Als ich das erfuhr, mußte ich staunen. Der Fahrweg oder die Fahrstraße ist die Stecke, die ein Zug nimmt. Wenn er verschiedene nehmen könnte, ist der Zug gefährdet, weil man auf Schienen nicht ausweichen kann. Deshalb wird der Fahrweg verschlossen und das Einfahrtsignal in den Fahrweg abhängig gemacht davon, das alle Weichen richtig gestellt sind und auch noch ein Sicherheitsabstand, der Durchrutschweg gesichert und frei ist. Das ist die Fahrwegsperre, die im Stellwerk eingestellt wird. Das ist alles auch ganz klare Ingenieurskunst und fast schon drollig wie die Genauigkeit eines Hundes, der ein Stöckchen bringt. Wenn nicht der Umstand wäre, das es mörderisch sein kann, wenn der Fahrweg nicht gesperrt ist.
Und dann gibt es noch den Laufweg, der Weg, den eine Welle nimmt und, ach ja, der Weg eines Zuges, der nicht etwa fährt, das wäre schnoddrig umgangssprachlich, er »läuft« wie die »Laufkatze« oder die »laufende Nummer« oder der Karrierist auf seiner Laufbahn, sternengleich, kometenfest. Und das Weglaufen, das wiederum ein ganz entgegengesetztes ist. Schließlich, etwas protzig, dazu Goethe: Das Genie »läuft glücklich wie ein nachtwandler über die scharfen gipfelrücken weg, von denen die wache mittelmäßigkeit … herunterplumpst«.
Schlafwandeln – das hat also auch etwas mit dem Weg und dem Wegführenden zu tun. Und all das hängt wiederum zusammen an sonderbaren Strängen, die uns unsere Sprache knüpft.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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