Rauhfaseln?
Zum Beispiel so:
Der Krieg ist ein Ladenbesitzer,
Und bietet den Spaß billig an.
Er muß um die Zukunft nicht sorgen,
Man lehrt ihm mit Gier sein Regal.Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.
Zufällig…
-
Rauhfasler abonnieren
Kurzum
¶ Durch Nägelkürzen, Zähneputzen, die Reinigung der Duschwanne vom eklen mumifizierten Belag, das zusammenfegen von Krumen und Stäuben, vor allem durch den Abwasch, → (6. 9. / 21 Uhr)
¶ Ein Wohnungsgesuch an einer Laterne: Ruhig, seriös, alleinstehend. Das sind anscheinend die drei Kardinaltugenden der Biederkeit, das non plus ultra der Bonität. → (6. 9. / 21 Uhr)
¶ »Durch Theilhaben an der Idee, behaupten wir, ist das diesseitige schön. → (2. 9. / 20 Uhr)
¶ In eimnem Lexikon, in der Lebensbeschreibung einer bedeutenden antiken Persönlichkeit, lese ich vom »Aberwillen« jenes Menschen gegen die Schule. → (2. 9. / 14 Uhr)
¶ »In Bibliotheken ist Makulierung die finale Form der Deakzession. → (1. 9. / 13 Uhr)
¶ Höllischer Morpheus Welcher kund wird Durch Die geschehene Erscheinungen Derer Gespenster und Polter=Geister So bishero zum theil von keinen eintzigen Scribenten angeführet und bemercket worden sind. → (1. 9. / 12 Uhr)
¶ »…solle im Prinzip immer die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden nur wenn das Opfer dies wünsche.« → (31. 8. / 22 Uhr)
¶ Eine Utopie ist eine Erwartung, die stichhaltig bleibt, auch wenn alle Wahrscheinlichkeit gegen sie spricht. Sie ist durch Hoffnung bewiesen. Und der eine Ort, frei von allen Utopien, ist die Wüste. → (31. 8. / 21 Uhr)
¶ »Das Unwahre überführt sich seiner selbst im Geschwollenen.« → (29. 8. / 19 Uhr)
¶ »Wenn wir mit irgendeinem Gefühl von Zufriedenheit sterben wollen, → (29. 8. / 19 Uhr)
¶ Groß das Leben
Schön die Tiefe → (29. 8. / 18 Uhr)¶ An den Außengrenzen des Wohlstands, wie beispielsweise an den Grenzen der Europäischen Union, materialisiert sich das Unrecht, das die Weltwirtschaft antreibt, in Form offenbarer, unmittebarer Menschenschinderei. → (28. 8. / 11 Uhr)
¶ »Unsre Zukunft wird davon abhängen, ob → (26. 8. / 12 Uhr)
¶ »du abgott niederträchtger sinnen, → (25. 8. / 19 Uhr)
¶ »…man muß darüber reden, wie jemand bei einem Diebstahl seine Identiät sperren kann« → (25. 8. / 10 Uhr)
¶ Es gibt ja eigentlich keinen Unterschied zwischen einer zutreffenden Annahme und einer Annahme, von der einer nicht anders denken kann, als daß sie zutreffend sei → (24. 8. / 19 Uhr)
¶ »Sogar in seinen Schlußsätzen wahrt er die majestätisch-verkopfte Pose.« (Im Radio über die Musik von Bach) (24. 8. / 19 Uhr)
¶ Bin auf den Begriff der »theoretischen Farben« gestoßen. → (22. 8. / 10 Uhr)
¶ »…da dich das Wetter überfiel, und versuchte dich am Haderwasser.« (20. 8. / 20 Uhr)
¶ »Mein blinde Seele komt zum Liecht,
bey dir sie suchet ihr Gesicht: → (18. 8. / 12 Uhr)Jüngst kommentiert
Tags
Selbstähnlichkeit Weltbankrott Kinder Abend Ahnungen Alltag Urbane Mirakel Wahn Bahnfahren Frauen Abgründe Geräusch Sonderlinge Stille Müdigkeit Vögel Morgen Nacht Sonne Träume Licht Primatisch Regen Furcht Tod Wilde Tiere Unterderoberfläche Warten Himmel Brustraum Zeit leere Hüllen Schlaf Sprachverwicklung SpracheRubriken
- Poetischer Apoplex(416)
- Bewußtseinssturz(87)
- Blendungen(76)
- Zwischenfälle(43)
- Wegkreuzungen(43)
- Auf Empfang(42)
- Erzählen(39)
- Fundsachen(34)
- Ceterum censeo(33)
- Wegstücke(21)
- Probleme mit Wörtern(19)
- Stilübungen(13)
- Hagiographie(4)
- Überleben(4)
Alles in allem…
- Texte 982
- Wörter 247.963
- Rubriken 24



22 Uhr 48
Dem Mann dort auf dem Bahnsteig gehört alles hier draußen. Soweit das Auge reicht macht ihm niemand die nachtbeschienene Welt streitig. Solange weitere Züge ausbleiben: nur Bier aus der Flasche, die in der Faust liegt, zu trinken und pflichtentledigt rauchend in das Nichts hinein Ausschau zu halten – darin besteht seine Königswürde. Er herrscht, um 22 Uhr 48, über ein vergängliches Reich. Er, in neonfarbenem Ornat, das, von jenseits der Grenzen dieser Stunde, noch mit dem Abrieb seiner Arbeit gefärbt ist. Aber er herrscht und seine Herrschaft steigt mit dem Zigarrettenrauch unter das lackblätternde Gewölbe, das Überdach, und es regnet nicht.
Auch ich bin, mein Freund, vermögend. Denn mir allein gehört (im großen und ganzen) der Vorortzug. Du wirst mir freies Geleit geben. Und siehe, niemand macht meinen lang vorgestreckten Füßen mehr streitig den Platz am Heizkörper. Wir sind, wisse wohl, von gleichem Stande; und dein Blick, blank hervor aus deinen lang offenen Augen, geht vom Geländer zu mir. Er enthält dein Verstehen. Es reden die Großen über beliebige Distanzen und durch Fenster und über Pflastersteine hinweg miteinander in der wortlosen Sprache.
Was wohl flüstert man dir aus dem nichts jenseits der Lampen zu, dort draußen? Gleiches wie hier, in meiner Domäne, mir die knarrenden Wände und gurgelnden Stutzen erzählen? Von der Wahrheit der verglimmenden Gegensätze nach getanem und abgetanem Werk. Von der Klarheit der wunden Augen, bestrichen mit vergorenem Wachsein. Von der Einsamkeit der Herrscher, unter einem wolkenverschlungenen Mond, unter dem besonderen Strahl von Neonröhren; geboren wird sie aus der alleinverantwortung für die zurückgelassene Welt.
Was ließe sich aber in Erfahrung bringen, deutete uns einer die Konstellationen der Lampen aus, die über die leere Nacht hinwegsehen? Die Lampen unter deinem gewölbten und meinem gebogenen Dach, die Lampen hinter Hecken und über den leeren Straßen, die zu den Schlafenden in die Schlafzimmer hineinschauen, soweit keine Vorhänge in den Fenstern sind und von außen die Träume beleuchten – oder es nicht vermögen. Was ließe sich erfahren, vielleicht von dir, Konmagnifizenz, der du gänzlich frei und alleingelassen, mit altem Schmutz und Bier staffiert, aus den Windungen des Rauches, die dir zu Häupten steigen, reglos, unbeeindruckt ließt?
Bitte bewerten!