Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

An der Pforte

goldener-helm

Die goldene Pforte zum Erhabenen Reich der Vollkommenen Fröhlichkeit sind fest verschlossen. Intarsien auf beiden Torflügeln, aus Rubin, Smaragd und dem Kotstein glücklicher Seeigel, werfen die Sonnenstrahlen in schneidenden Bündeln auf die Augen derjenigen, die Staunend zur Pforte aufblicken und hoffen, sie möge geöffnet werden. Die Wächter oben auf den Zinnen der Mauer schneiden Grimassen und zeigen mit ihren manikürten Fingern auf die Wartenden unten zu Füßen des Steinwalls. Hier unten herrscht der Staub und Hitze von der Sonne her, die alles außerhalb des Reiches verbrennt, um dort, jenseits der Pforte, in schöner Mäßigung das ununterbrochene Lustwandeln zu wärmen, von dem man sich überall in leuchtenden Farben erzählt.

Manchmal klingt eine Silberglocke. Dann öffnet sich knarrend ein Torflügel um Armesbreite und ein Einzelner wird eingelassen. Er mag halb verdurstet sein (es ist das wahrscheinlichste) und fast blind vom langen Warten. Aber er wird unbekümmert Frau und Kind zurücklassen mitsamt dem treuen Hund und seinen Flöhen. Von ihm, dem Eingelassenen, wird man keine Nachricht mehr erhalten. Die Seinen werden nur ihre Einbildungskraft haben, um den Grund zu erfahren, dessenthalben sie ihn, den unverdient Aufgenommenen, verfluchen und verachten sollten. Denn man sieht vom Erhabenen Reich der Vollkommenen Fröhlichkeit bloß die Wächter; man kann lediglich von ihren goldenen Rüstungen, von der geschmeidigen Anmut ihrer Bewegungen und vom Glanz ihrer gefeielten Fingernägel eine Ahnung davon ablesen, wie erhaben und vollkommen das Ummauerte Reich ist.

Auch die Gerüchte besagen es, die sich die Wartenden erzählen. Gerüchte, die sie von überall her gerufen haben, aus ihren Ländern und fensterlosen Hütten. Die Wartenden erzählen sich die Gerüchte nachts gegen den Frost – und solange, bis sie verdurstet sind.

Einmal aber in jedem Menschenalter ziehen am weiten Himmel Wolken auf. Dann müssen die Wächter auf den Mauern aufhören, ihren Spott über die Menge der Menschen auszugießen, denn im scharfen Wind, der an der Mauerkrone heult, friert es sie so sehr, daß sie mit den Zähnen klappern und bald ihre Posten aufgeben. Dann werden die Wolken schwer und schwerer, und man erkennt, daß sie schwanger sind. Sie gebären Blitze und die Regenflut ist so stark, daß die staubtrockenen Leichen der über dem Warten Verstorbenen sich wie Schwämme füllen; und dann in einem neuen, jungen Fluß zum weit entfernten Meer fortziehen.

Der Regen wäscht den Staub von den Gesichtern und die Stimmen flüstern nicht mehr heiser die unglaubwürdigen Gerüchte. Sie rufen sich zwischen den Regenstricken hindurch die Namen derer zu, die sie einstmals liebten. Die Wartenden schöpfen mit mit hohlen Händen von der hartgetretenen Erde das Wasser und trinken und waschen sich, bis sie am Schmerz die Wunden erkennen. Das ist der Augenblick, da die ersten den Mauern des Erhabnen Reichs der Vollkommen Fröhlichkeit den Rücken kehren. Sie gehen zurück in ihre dürftigen Länder und fachen das Herdfeuer wieder an – und saugen den Rauch aus den Kaminen wie Muttermilch ein. So leert sich die weglose Steppe vor den Mauern. Und bis der Regen versiegt, wird sie vollends leer sein.

Dann werden sich die Wachen aus ihren Unterständen wagen und werden stumm ihre Einsamkeit bestaunen und verdrießlich an ihren Fingernägeln nagen. Ihre goldenen Rüstungen aber werden wieder in der Sonne strahlen, denn für sie besteht keine Hoffnung auf Rost.

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    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

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