Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Denklahmen

Kleidermotte Tineola bisselliella (Foto: David Spears - www.lastrefuge.co.uk)

Die Denkmüdigkeit, die sich merkwürdig schnell ausbreitet; ein galoppierender Vorgang, die Müdigkeit kommt zwischen den schwitzenden, sich hinschleppenden Gedanken im gestreckten Galopp schnell voran. Ein Gefühl ist da wohl irgendwo, oder wie man es nennen soll. Ein bohrender Finger. Da ist ja schon ein Loch entstanden, wo der Finger sich hin und her dreht, und vertieft sich mit jedem Hineinlangen. Oder ein stumpfer, wunder, abgeriebener Bereich, wie soll das einer unterscheiden können. Und noch dazu bewegt es sich, wenn nur tief eingeatmet wird, grundlos tief, bewegt sich in einem Winkel des Brustraums. Eine Spinne, die dort vielleicht herumläuft und Motten fängt. Man könnte ja nachdenken darüber und zwischen Motte und Spinne, Finger und Loch, Brustkasten und Hirnkasten einen Unterschied feststellen, wenn nicht, im entscheidenden Augenblick, der notwendige Zwischengedanke fehlen würde. Er ist nervös aufgeflattert, der Zwischengedanke, in Furcht, zu spät zu kommen. Er hat den dunklen, unausgeleuchteten Bereich durchquert unter der Rippenkuppel, aus dem das Schmatzen des Fingers im Loch dringt. Und dann – ist er ins Spinnennetz gestürzt. Er zuckt, ganz verheddert, noch mit den staubigen Flügeln, während die Spinne in aller Muße herankommt. Und da endet es, das Nachdenken, und es kehrt ein: stumpfgeriebene Stille unter einer aufgeschwollen dahintreibenden offenen Frage. Und die Spinne ist bei der Gedankenmotte und schlägt ihr die Mandibeln in den Bauch, daß die Chitinplatten knacken und saugt das bißchen Saft heraus, das noch Motteübrig war. Dabei löst sich von den Flügeln der Motte unter den letzten zuckenden Bewegungen ein wenig Staub und steigt auf in den Brustraum, während der reibende, bohrende fragende Finger sein Werk mit mechanischer Gleichmäßigkeit fortsetzt. Wenn jetzt tief Atem geholt werden würde, dann würde vielleicht der Staub von den Mottenschwingen aufsteigen und der Mensch würde viehisch und denklahm beglotzen, was da von ihm aufsteigt.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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