Draht

Peter Erni, 25 Meters – Tinned Metal Wire

Steht alles in mir schweigend still,
Der Himmel wölbt sich leer.
Lichter treiben in die Nacht,
In mir dreht sich und erwacht
Mein alter Freund aus Teer,
Der mir den Mund kalfatern will,
Die Ohren und das Herz.

Mit Schmerz, gezogen wie ein Draht,
Vernäht er meine Rippen.
Er bläst mir seinen Atem ein,
Verklebt mir meine Lippen.
Und was in mir gezittert hat –
Im Dunklen hin zu dir –,
Wird jetzt herausgeschnitten.

Ich stehe und ich taste dumpf
Die Wundenränder ab.
Sieh, dort liegt ein kalter Stumpf
Im Lampenfeuchten Grab,
Sieh, dort liegt mein nackter Drang
Zu dir, den ich begaffe.

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Ein Kommentar

  1. Erstellt am 5. Dezember 2009 um 16:13 | Permanent-Link

    Hi

    Meine Arbeit gefällt mir im Zusammenhang mit deinem Gedicht.
    Ich freue mich, wenn du wieder einmal eine meiner Arbeiten zur Illustration deiner Texte benutzt. Hinterlasse mir aber bitte eine kurze Notiz, damit ich auf dem Laufenden bleibe ;-)

    Cheers – pgART
    http://pgart.wordpress.com/2009/07/14/25-meters-tinned-metal-wire/

Ein Trackback

  1. Von pgArt auf Rauhfasler « pgArt am 5. Dezember 2009 um 16:19

    […] Rauhfasler schreibt ein Gedicht zu meiner Arbeit 25 Meters – Tinned Metal Wire […]

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  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    Mitten im Strom bringen die Schlepper ihren Fang nach Haus, düstere Schiffe, um sie aufs Dock zu legen. Dort werden sie zerschnitten und ausgenommen. Da leuchten Flammen, die zucken und züngeln, Statthalter des Irrsinns. Darüber macht sich die Sonne ans Versinken in den gierigen Dunst.

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…