Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Ein und aus

In der Reihe: »Schlafbrandung«

Ambubeutel

Ruhig geht der Atem
Im Schlaf geht der Atem
Ruhig und vom Tag
Bleibt nichts übrig
Im Atem und nichts
Als ein und aus
(Bis auf das Stöhnen
durch Träume vielleicht
Oder von Schmerzen
Im Bauch)
Im Schlaf bleibt
Von uns nicht viel
Übrig und wenig
Spielraum bleibt
Für einen Unterschied.

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7 Kommentare

  1. Annegret
    Erstellt am 20. Januar 2011 um 18:49 | Permanent-Link

    Der ruhige Takt des Atmens im Schlaf ist in Deiner Lyrik enthalten.

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  2. Das Woingenau
    Erstellt am 24. Januar 2011 um 11:19 | Permanent-Link

    Ja, und ich unterstelle dichterische Absicht.

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  3. Janus
    Erstellt am 25. Januar 2011 um 22:05 | Permanent-Link

    Annegret, es freut mich, daß es so ankommt. Aber, Woingenau: selbst wenn ichs wüßte, würde ich das selbstverständlich nicht so ohne weiteres zugeben.

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  4. Das Woingenau
    Erstellt am 26. Januar 2011 um 10:22 | Permanent-Link

    Pfft. War ja klar. Aber, Herr Blattschneider, schon recht. Wer hört schon gern Meta- Lyrik.

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  5. Das Woingenau
    Erstellt am 26. Januar 2011 um 10:51 | Permanent-Link

    Metal-Lyrik drängt sich geradezu auf – aber wäre das wirklich eine sinnvolle Alternative?

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  6. Janus
    Erstellt am 26. Januar 2011 um 10:57 | Permanent-Link

    Meta-Lyrik.

    im dickicht reist der blick in fetzen
    bis zum nächsten ast, dort hängt er sich
    dem mond, dem silbersäufer, an den hals;
    streunend geht die zunge untenher
    und gurgelt töne um nicht allzusehr
    das gerbemittel preiszugeben,
    das sie aus der luft bezieht,
    der leeren luft; die hohle hand
    regiert das moorgebiet, darin
    die sätze blubbernd gären:
    sie teilt ihren kronschatz gütig
    an uns hungerleider aus.

    P.S. Das orthographische Versehen in der ersten Zeile ist schiehre Absicht (man-denke-sich ein-zugekniffenes-Auge, wie es auch manchmal durch Semikolon und schließende Klammer nachgebildet wird).

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  7. Annegret
    Erstellt am 26. Januar 2011 um 12:13 | Permanent-Link

    Deine Meta-Lyrik ist famos. Was ist Meta-Lyrik bloß?

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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