»Diesmal bin ich fest entschlossen,
Ganz und restlos auszuschenken«,
Sagt zu seinen stummen Gästen,
Einsam trocknen Mundes einer,
Der in seine kalte Heimstatt
Großzügig geladen hat.
Stellt die Gläser auf mit Sorgfalt,
Eins vor jeden leeren Platz,
Jedem, der nicht kommen konnte,
Weil bislang er nicht geboren,
Nicht gesäugt und nicht erzogen,
Weil bislang der Gäste keiner
Fleisch und Selbstsein hat erlangt.
Jedem einen eignen Becher,
Einen leckgeschlagnen Krug.
Hat den Trank aus seinem Keller
Mühevoll hervorgezogen,
Über Treppen aus Basalt,
Kupfer, Phosphor und Kalfater,
Die bis tief in seine Grotten,
Schluchten, Gruften, Luftschutzbunker,
In gespiegelt hohlen Kreisen
Weit und weit hinuntergehn.
Hat den Trank hervorgezogen,
Den er sehr geduldig brannte,
Mittels hitzig dürrer Röhren
Furchtloh und auf süßer Lust.
Tropf um Tropfen sehr allmählich
Hat er ihn in trübe Flaschen
Für den großen Tag verfüllt.
Diesmal sei er fest entschlossen
Zu gießen bis zum Überfluß
Aus den Flaschen in die Krüge –
Doch der Vorsatz war sehr müde
Schläft längst unterm Küchentisch.
Da gehn die Gäste, bitter spottend,
Einsam bleibt alleine: Er.
Und um ihn ist die Luft so leer,
Daß er, anstatt lang zu darben
Selbst an den Trank die Lippen legt.
Und, als er sich verlorengeht,
Stottert er, schon taub geworden,
Die Antwort gällend vor sich her.
Inhalt der Reihe »Krypto|patho|graphie« [+]
- An einem Abend kein Einfall
- Rauhfaserlesen
- Das Denken, das schwimmt
- Denklahmen
- Hemdbrust
- An der Pforte
- Schaumgeboren
- Lendenseims Abentheuerungen
- Gastfrei
- Unterm Pflug
- Ein Warten
- Abschürfung
- Superlativ
- Klamm / Bei Lichte besehn
- Erscheinung
- Zwischenraum
- Ist leer
- Absinken
- man müßte hinab
- Reim auf einen sonderbaren Schatten
- Tersilochus obscurator
- das sägblatt abendlich / bei frischer morgensonne
- an seinem zopf erhängn soller sich
- Zwergseidenäffchenkompott
- De Tellurio




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Ein Kommentar
Oh, die große Müh‹!
Und wie ist die Frage?