Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Halb hinterm Licht

Arbeit von Thomas Adank

Es ist früher Morgen, von draußen nur halbes Licht, nur einsame Menschen, völlige Abwesenheit von Gesprächen, von bewußt igendwohin gerichteten Regungen. So haben wir uns eingefunden und warten gemeinsam. Von den anderen ist nichts zu sehen, außer einem Paar Füßen, dazu noch die Unterschenkel bis zu den Knien hinauf. Wildlederne Sportschuhe, recht gepflegt, nicht teuer, helles Braun. Während sich um uns der Stillstand immer weiter vertieft, beginnen diese Füße zu scharren, zuckend auszutreten und Schritte in die Luft zu machen. Dazu gelegentlich rascheln von Zeitungen wie auffliegende Vögel. Irgendwer seufzt schwer, inbrünstig und hinfällig. Die Füße halten still. Umblättern. Wieder ein Seufzen. Die Wildlederschuhe klatschen auf den kunststoffbelegten Boden. Stille. Jetzt, da alle diese Instrumente schweigen, schwillt langsam aus dem Hintergrund das Rauschen der Klimaanlage an und füllt die Leere mit einem unruhigen Strom. Und da: ein entkleideter Rhythmus, der sich in engen Schleifen ewig wiederholt; ohne Melodien, denn sie bleiben in den Gehörgängen irgendwo dort hinten stecken. Jetzt fühle ich mich wie ein Voyeur: was ich höre, geht mich nichts an; ich höre dabei zu, wie sich ein mir gänzlich fremder Kopf mit mechanischer Musik füllt, vielleicht, weil er die Klimaanlage nicht hören will und das nutzlose Seufzen. Und tatsächlich klingt der Rhythmus nach Flucht, nach der Lust an der Angst vor dem Raubtier, das nicht mehr kommen will, das uns alleingelassen hat in einem gefahrlosen, ausweglosen Zwischenraum. Ich stelle mir jemanden im Halbschlaf vor, sein Kopf zur Seite gesunken, der Mund spaltbreit geöffnet, stelle mir sein Herz vor, das den Takt der elektrischen Trommel aufnimmt und die Wachträume stelle ich mir vor, deren Bilder schnell wechseln und in halbdunkle Regionen absinken, wo Zähne und Schweiß warten, rasch dahingleitende Schemen, stechende, kurze Atemzüge. Die Klimaanlage flüstert dazu in ihrer unverständlichen und kalten Sprache, ebenmäßig, mönchisch, sie hält Wacht über uns und wird uns bald in einen Zustand gänzlicher Unbeweglichkeit und Dürre verwandelt haben. Wieder raschelt die Zeitung, und nun bekomme ich eine Hand, eine halbe Seite zu sehen. Weiße, eindringliche Buchstaben auf schwarzem Grund: »Wie nur führt er uns hinters Licht?«

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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