Im Nu

Friedrich Meckseper, "Schiefe Ebene", 2007

Wie nur im Nu
Sich alles abwendet
Und dann von neuem
Auftritt vor dir.

Von außen besehen
Bleibt es fast unverändert,
Und trotzdem ist alles
Ins Ernste gekippt.

Groß klafft die Spanne
Zwischen Hecke und Fenster,
Deutlich hält der Zufall
Jetzt Abstand von dir:

Ja, da steht dein Herd!
Und ein Echo von Taten
Füllt hier jeden Raum,
Deine Wahl färbt die Dinge
Das Denken, deine Hände,
An dir hängt stark gedehnt
Die Gestalt eines Kindes
Obwohl die Dielen noch klingen
Ganz so wie immer und je.

Die Zeit hat Gefälle,
An ihr gleitet man ab,
Und der Sprung muß gelingen,
Schon im ersten Versuch.

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2 Kommentare

  1. Erstellt am 10. September 2009 um 09:52 | Permanent-Link

    Das Gedicht finde ich klasse! Es hat mich zum Nachdenken veranlasst. Liebe Grüße,Ines

  2. bb
    Erstellt am 19. September 2009 um 23:42 | Permanent-Link

    Ines ist blöd! Aber das Gedicht ist wirklich gut. Vor allem der Singsang. Schön, dass scheinbar Bekanntes doch plötzlich so neu erscheinen kann. Was wäre sonst wohl unsere Hoffnung?!

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  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    Es geht nicht um die schiere Ausdehnung. Nicht um die bloße Menge an Dingen, die man weiß, noch wissen könnte, in Erfahrung bringen müßte -- und nicht um das viele, daß jeder noch nicht weiß oder niemals wissen wird.

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…