Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Unrat

In der Reihe: »Mokrys Peripatien«

Ein Bild, über dessen nähere Umstände leider nichts zu erfahren war

Mokry sitzt auf einem öffentlichen Platz, auf einer Bank für sich allein. In seinem Rücken ein Brunnen. Er hat sich einen altmodischen Gehstock mit einem silbernen Entenkopf als Knauf zugelegt, den er träumerisch betrachtet. Mokry summt und der Brunnen plätschert. Mokry sieht zufrieden aus.

Mokry (in Kopfstimme singend):
Lautlos die Stille, sie singt
Zum Takt des Tigers der trinkt
Dem Opfer die Tränen vom Angesicht
Bis durch Opferfurcht ein Lächeln bricht:
Bett′, Tiger, mein Herz mir zur Ruh,
Bett′, Tiger, mein Herz mir zur Ruh.

Auf Mokrys Bank schlendern von links und rechts zwei Männer zu. Beide sind weiß gekleidet, muskulös und untersetzt und haben völlig haarlose Köpfe.

Mokry summt weiter und bemerkt die Männer erst, als sie sich zu beiden Seiten neben ihn auf die Bank setzten. Er schreckt aus seinen Träumereien auf und mustert erstaunt, dann feindselig die beiden Männer, Roßfäller und Leimbach, die ihn nur schweigend anlächeln.

Mokry: Was…
Roßfäller: Was wir von ihnen wollen, wollen sie wohl fragen?
Mokry: Das ist…
Leimbach: …eine Frechheit? Eine Unverschämtheit? Die meisten dieser Worte sind ja ohnehin austauschbar.
Roßfäller: Das ist ein interessanter Gedanke.
Leimbach: Ich denke überhaupt, daß es nur eine ganz kleine Zahl eigentlicher, bedeutsamer Wörter gibt.
Roßfäller: Du meinst…
Mokry (hat sich unterdessen einigermaßen gefaßt, zornig): Verschwinden sie von meiner Bank und tauschen sie ihren Unsinn gefälligst anderswo aus!
Leimbach und Roßfäller sind überrascht. Sie mustern Mokry von links und rechts mit erstaunten Mienen.
Roßfäller: Das ist aber sehr unhöflich von ihnen.
Leimbach: Den armen Roßfäller so mitten im Gedanken zu unterbrechen.
Mokry: Jetzt…
Roßfäller (macht Mokrys Tonfall nach): …scheren sie sich zum Teufel?
Leimbach (ebenso): Lassen sie mich in Ruhe?
Roßfäller: Weder das eine noch das andere. – Nicht wahr, Leimbach?
Leimbach: Das wäre verantwortungslos und pflichtvergessen. Wir werden sie in die Mitte nehmen und in Sicherheit bringen.
Mokry: Sie werden sich irgendeinen anderen für ihre Mitte suchen müssen. Und sie können sicher sein, daß ich sie nirgendwohin begleiten werde.
Leimbach: Nun, da haben sie gewissermaßen recht.
Roßfäller: Sie wollen sagen, es sei ein ›Nirgendwo‹, wohin wir ihn bringen?
Leimbach: Warum nicht? Immerhin soll es ja die Insassen von ihrem abträglichen Da-und-dort befreien.
Roßfäller: Leimbach, ein glücklicher Gedanke.
Mokry verliert die Geduld und will kopfschüttelnd aufstehen. – Da wird er von den Männern an den Oberarmen gegriffen und die Arme werden ihm auf den Rücken gedreht.
Roßfäller: Nun, nun, nicht so hastig.
Mokry (panisch): Hilfe! Hilfe!
Leimbach: Sehr richtig.
Es kommt ein Straßenfeger dazu, der sich, auf seinen Besen gestützt, den dreien zugesellt.
Straßenfeger: Hat jemand gerufen?
Mokry: Ja, ja doch, diese Männer…
Leimbach: …halten mich gegen meinen Willen fest? – Das ist ja gerade das Problem.
Mokry: Hilfe!
Straßenfeger: Zu Diensten. Es sieht wirklich so aus, als würde sie einiger Unrat belasten. Aber für derart metaphysische Arbeiten bin ich leider nicht ausgerüstet. Ein bedauerliches Mißverständnis.
Roßfäller: Nur interessehalber: Passiert ihnen soetwas häufiger?
Straßenfeger: Bedauerlicherweise: Ja. Was sie quält würden die Leute gern wie eine angeschmutzte Papiertüte von sich werfen. Aber ich kann nur wenig helfen dabei.
Roßfäller: Dann haben wir einiges Gemein. Selbst wir können nur selten Helfen, jedenfalls nicht so, wie die Mühseligen es sich naiverweise vorstellen.
Leimbach: Aber immerhin können wir erreichen, daß sich die Betreffenden irgendwann selbst kaum noch auffallen, denke ich. – Aber nun müssen wir gehen.
Roßfäller: Guten Tag!
Mokry: Ich will nicht mit!
Leimbach: Das wird sich ändern.

Roßfäller und Leimbach gehen mit dem strampelnden Mokry in der Mitte ab.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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