Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Unterm Pflug

Ein Karrenpflug

Die Schwäne haben mich strahlend weiß gegrüßt. Gerade in jenem Augenblick, da mein Blick zu ihnen ging, in jenem kurzen Augenblick, als sich zwischen den Häusern eine Schneise öffnete, eine Achse zwischen ihnen und mir. Und die Stadt hatte, mir zu Ehren, der ich vorüberzog, ihren Kirchtürmen sonderbar spitze Hüte aufgesetzt.

Längst haben diese Ansichten, diese bloßen Vermutungen ihre Grundlage eingebüßt. Und doch erweisen sie sich als unaufgebbar: die Schwäne waren weiß im Licht eines verhältnismäßig unverbrauchten Morgens – und ihre langen Hälse haben sich in rascher Geste zu mir hingeneigt. Die Türme waren spitz. Und die wenigen kahlen Bäume standen schamhaft geduckt angesichts des beinahe goldfarbenen Grüns, noch von keinem Sommer schmutzig gemacht, der Sonntagsstaat, den rechts und links des Bahndammes die ehrbareren unter den Bäumen angelegt hatten, als ich mit meinem Hofstaat dahinzog, einer Versammlung von Mitfahrenden, der ich völlig unbekannt und ganz gleichgültig war. Aber die nackten Bäume – sie waren, wer könnte das ernstlich bestreiten, gebeugt und zusammengeduckt in ihrer Nacktheit.

Es liegt eine nicht zu leugenende Übertreibung darin, Gold an einem Baum zu vermuten. Ebenso, wie es als Übertreibung zu gelten hat, einen Brustkorb mit einem Acker zu vergleichen, durch den ein Pflug gezogen wird. Aber dennoch liegt es auf der Hand. Der Acker aber schert sich nicht um die Saat, die Tage später in die Furchen geworfen wird, die ihm an einem Frühlingstag gerissen wurden. Auch dies: ein Acker ist, aufgebrochen oder nicht, immer derselbe.  Nicht so ein Brustkorb, über den der Pflug geht. Und welche Früchte werden aus ihm, dem Brustkorb, sofern er Acker ist, hervorgehen – aus ihm, der keine Jahreszeiten kennt, und der einem, der ernten will, nach dem Herzen greift? Ein solcher Acker ist ein Brustkorb, der unordentlich blüht und zur falschen Zeit kahl wird und immer nur das hervorbringt, was man nicht einfahren wollte.

Auch müßte, wenn denn der Brustkorb, der unter den Pflug gelegt wurde, wirklich ein Acker ist, die Scheune, zu der die Schnitter fahren, wenn Erntezeit ist – die Scheune müßte ein besorgniserregender, ein beunruhigender Ort sein, an dem man den Kopf furchtsam nach den Schatten dreht, eine Bewegung ahnend. Wer würde es je wagen, in dieser Scheune die Leiter hinaufzusteigen auf den Boden, wo man das Heu trocknen läßt?

Nun also, da ich zähneknirschend auf dem Traktor sitze und gezwungen bin, einen einzelnen, gebogenen Pflug durch jenen trockenen Acker zu ziehen, sodaß aus der Tiefe die dunkle Krume zum Vorschein kommt: nun also ist mir wider besseres Wissen klar, daß sich die Schwäne an diesem Morgen vor mir verneigt haben, mich zu grüßen.

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    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

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