Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

De vita beata

Und das gute Leben
Beginnt am Ende
Der Nasenspitze,
Der eigenen, an
Die man sich faßt,
Wenn es juckt.

Es ist ein Hindernis
Vor den bloßen Zehen,
Das man im vollen Schritt,
Ohne es zu ahnen
Verfehlte.

Es liegt in der Mitte
Des Blinden FlecksDer Blinde Fleck, der Gelbe Fleck, unser physiologisches Skotom und das Verschwinden von Sternen…
Und verschiebt sich
Mit jeder unwillkürlichen
Suchbewegung der
Augäpfel, so
Daß es bleibt, wo
Es ist: im
Blinden Fleck.

Das gute Leben,
Es liegt un-
Verhüllt, es
Liegt nackt
Vor dir, sobald
Du dich sterbens-
Müdegelaufen
Hast.

De vita beata, 3.0 out of 5 based on 1 rating
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4 Kommentare

  1. Erstellt am 13. Juli 2010 um 15:59 | Permanent-Link

    ist denn der weg das ziel? oder ist das ziel plötzlich weg, sobald man rastlos hin und her schweift auf der rasenden jagd nach dem eigenen schweif des kometen, denn sterngeborene sind wir doch alle…

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  2. Janus
    Erstellt am 13. Juli 2010 um 21:04 | Permanent-Link

    …wenn man es genau nimmt, liegt unsere stellare Wiege in früheren »Roten Riesen«. Ein Stern wie unsere Sonne, der Wasserstoff zu Helium verbrennt, wird, nachdem sein Brennstoff aufgebraucht ist, zu einem Roten Riesen, in dessen Inneren das sogenannte »Heliumbrennen« (bzw. der Drei-Alpha- oder Salpeter-Prozess) einsetzt. Dabei werden Heliumkerne zu Kohlenstoffkernen fusioniert. Voilà, unser Hauptbestandteil. Aber da wir ja auch derart schwere Elemente wie Phosphor oder Magnesium in uns tragen, sind wir teilweise auch die Kinder von Sternen mit mindestens acht Sonnenmassen. Ich finde, man sollte unter keinen Umständen so verwegen sein, überhaupt von Zielen zu sprechen.

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  3. Die Linni
    Erstellt am 18. Juli 2010 um 11:55 | Permanent-Link

    Dies bedarf keiner weiteren Erklärung. Einfach und sinnig. Mir reichten schon die ersten sechs Zeilen, um weiter zu spinnen. Vielleicht ein Aufruf auch mal zwischendrin stehen zu bleiben, bevor man sich sterbensmüde gelaufen hat?!

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  4. Janus
    Erstellt am 18. Juli 2010 um 18:53 | Permanent-Link

    Vielleicht. Aber ich denke, daß man vom äußersten Punkt die beste Sicht hat.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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