Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Knistern

Ein Knistern von Stoffen
Das Schlürfen von Lippen
Und Ölig eine Wolke Parfüm.
In der Hüfte ein Lahmen
Eine schnatternde Herde
Von pickligen Mädchen
Und kindliche Jungen
Ängstlich mitten darin.
Eine keifende Alte
Bärtig und bitter,
Besorgt um die Ordnung
Der Öffentlichkeit.
Die Schwerkraft der Masse
Das Phlegma der Mägen
Ein Plakat mit der Warnung
Vor ZöliakieZöliakie, Gluten, Gedärmskepsis und die intestinalen Monstren….
Und über den Köpfen
Auf fiedrigen Schwingen
Das Pfeifen am Ende
Eines eklen Katharrhs.

Knistern, 3.0 out of 5 based on 1 rating
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5 Kommentare

  1. Annegret
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 16:02 | Permanent-Link

    Hallo Janus,

    ich glaube, ich bin in der Pommesbude. Nein, nicht heute, nicht bei diesem heißen Wetter. Und dazu noch Dein Geschenk – etwas Fleischiges. Nein danke.

    Annegret

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  2. Janus
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 19:11 | Permanent-Link

    Mein Verständnis. (Aber ich kann mich anläßlich des Wetters nicht enthalten, auf das Phänomen der Effloreszenz hinzuweisen: das passiert auch häufig bei Hitze und ist nicht minder ekel.)

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  3. Annegret
    Erstellt am 19. Juli 2010 um 20:22 | Permanent-Link

    Hallo Janus,

    okay – zurück zum Text. Ein elendes Bild, das sich da bietet, in einem Fresstempel, mit Plakat zur Getreide-Unverträglichkeit, und die bärtige Bedienung pfeift elendich aus dem letzten Loch. Willst Du uns die Pommesbude vergraulen? Bitte nicht an einem so schönen Sommerabend!

    Annegret

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  4. Die Linni
    Erstellt am 20. Juli 2010 um 16:05 | Permanent-Link

    Zöliakie ist Veranlagung. Wie sollte ein Plakat davor warnen? Außerdem habe ich mich spontan eigentlich in der S-Bahn wiedergefunden!!! ;)

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  5. Janus
    Erstellt am 20. Juli 2010 um 21:51 | Permanent-Link

    Ich nehme gerne weitere Vorschläge für mögliche Spielorte entgegen. Vielleicht gibt es noch Varianten des Schauspiels anderswo zu entdecken.
    Es gibt (gab vor einigen Monaten) in der Tat eine Plakatkampagne gegen (oder zur allgemeinen Warnung vor) Zöliakie. Keine Veranlagung ist gänzlich ungeeignet, sie, gewürzt mit Angst, zu Geld zu machen, meine ich.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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