Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

man müßte hinab

den inneren tieren namen geben

– trotz der albernheit eines
so dürftigen bildes: als ob
ein mensch von innen
eine höhle wäre; als ob
alles, was man will,
ohne sich einzu-
gestehen, daß
man selbst es will,
nur deshalb schon
ein fremdes tier wäre:
ein rudel fremder tiere
in der inneren höhle;

man ist ja immer bloß
selbst das tier,
sofern denn man
überhaupt ein tier
in sich zu entdecken
mut genug besitzt;

und das tier trägt
mitsamt allem
unordentlichen innenleben
nur jenen einen namen,
mit dem man schon immer
ungefragt bezeichnet war,
da gibt es für unsereins
nichts zu vergeben,

schon gar nicht einen
namen für tiere,
die es nicht gibt,
oder die eigentlich
wir selbst sind;
wer gäbe sich
selbst einen namen –

den inneren tieren namen geben,
um sie einzeln zu rufen und
ihnen futter zuzumessen, oder
ihnen den schädel zu spalten,
ganz nach belieben;

allein,
sie würden, die tiere,
ihrerseits dann
ihre stimmen verstellen
und wiederum rufen:

man müßte hinab
in die höhle, um dort
nach dem, dessen stimme
die tiere sich borgten,
zu sehen,
den schon lang man vermisste,
den man immer schon fürchtete,

und man
würde gefressen.

man müßte hinab, 5.0 out of 5 based on 2 ratings
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2 Kommentare

  1. Erstellt am 1. Juli 2010 um 21:48 | Permanent-Link

    gott dobbert, das ejakulat ist gut, scheißgut, sag: wer ist ihm gleich dem leviathan? er ist gemacht, ohne furcht zu sein…

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  2. Janus
    Erstellt am 1. Juli 2010 um 22:38 | Permanent-Link

    Wie ich mich freue, jemanden zu meinen Lesern zählen zu dürfen, der mir die fehlende Bildung zuliefert. Habe den insinuierten Text ausfindig gemacht und gleich in das Handgepäck der Lieblingsstellen aufgenommen: Hiob 40,25-41,26, die Beschreibung des Leviathans. Höret aus dem 41. Kapitel daselbst:

    22Vnter jm liegen scharpffe steine / vnd feret vber die scharpffen felsen / wie vber kot. 23Er macht das das tieffe Meer seudet wie ein töpffen / Vnd rürets in einander wie man eine salbe menget. 24Nach jm leuchtetder weg / Er macht die tieffe gantz grawe. 25Auff erden ist jm niemand zu gleichen / Er ist gemacht on furcht zu sein. 26Er verachtet alles was hohe ist / Er ist ein König vber alle Stoltzen.

    Ich danke sehr, Freund Grimo.

    VN:F [1.9.13_1145]
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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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