Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Ozon

Die Busse riechen nach Ozon,
Wenn sie vorüberziehen wie
Faulende Wale in der Hitze.
In den Menschen lodert
Ein Schwelbrand, der
Das Fett zu Tropfen schmilzt
In allen Leibesfalten.
Die infraroten Bäche, die
Vom Himmel brechen, dringen
Durch die erste Schicht:
Man trägt die Außenwelt
Unter der Haut und überall
Fallen häßlich jetzt die Hüllen.
Und schließlich, wenig
Vor der Dämmerung,
Während das Sofa sich
Begierig mit dem Leib
Verklebt,
Geschieht es
Auf den staubigen
Wohnzimmerfenstern:
Erstrahlt golden die
Consummatio mundiDie Endabrechung, das himmlische Feuer und die Redaktion ins Nichts hinein….

Ozon, 3.0 out of 5 based on 1 rating
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4 Kommentare

  1. Erstellt am 22. Juli 2010 um 08:45 | Permanent-Link

    schön ist doch mitunter, was ohne zu viel korsett durch den sommer lustwandelt und uns aufruft zur consummatio corpori…

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  2. Janus
    Erstellt am 22. Juli 2010 um 11:55 | Permanent-Link

    »Verbergen ist Enthüllen, und Enthüllen ist Verbergen – aber nur dann, wenn es gelingt, dieses ›Ist‹ als vermittelnde Einheit von ›Ist‹ und ›Nicht-Ist‹, als die Fülle eines unendlichen Vermögens der Einheit von Einheit und Differenz zu begreifen. ›Die höchste Einheit muss seyn, aber sie darf der Mannichfaltigkeit nichts nehmen; das Gemüth muss befriedigt werden, aber ohne dass das Streben darum aufhöre.«

    (Fues/Mauser, Verbergendes Enthüllen, Würzburg 1995. Mit einem Zitat von Schiller aus der Abhandlung »Ueber naive und sentimentalische Dichtung«.)

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  3. Erstellt am 22. Juli 2010 um 14:03 | Permanent-Link

    es ist viel zu schwül, um sich mit den gedanken eines heisssporns wie dem weltumspanneden stürmer, dränger und schwaben auf filosofische schwulitäten einzulassen…klartext: hä?..

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  4. Janus
    Erstellt am 22. Juli 2010 um 14:12 | Permanent-Link

    Ha, der Autor sieht sein schüchternes Bemühen, dem herzlieben Kommentator es an Geistreichheit gleichzutun, im Sande verlaufen. Klartext gibt’s hier nicht, hier wird gedichtet. (Vgl. den Gegensatz zwischen ›dunkler‹ und ›kühner‹ Metapher bei »Projektil«.)

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  • Kurzum


    »Allein im Walde weilen einzeln einsam wir,
    Gestutzten Stämmen ähnlich im Gehölz:
    Gar mancher neidet mir so glaues Glück,
    Wie Höllengauch dem Himmelgänger giert.«(20. 11. / 14 Uhr)

    Dem Jüngling aber, welcher frühe
    Durch's Beispiel angesteckt, den rechten Pfad verlor,
    Sein unerfahrnes Herz bethören ließ, sein Ohr...(20. 11. / 14 Uhr)

    »Der Silberblick des Himmels läuft mit zertragenen dunkeln Flocken an.« (Jean Paul) (13. 11. / 10 Uhr)

    ...the concomitant of filthy and impure actions, and proceeded to such a degree of voluptousness and sordid uncleanness,(31. 10. / 13 Uhr)

    Kein Gräslein aller Menschen Fleiß
    nicht aus der Erd zu bringen weiß.(31. 10. / 12 Uhr)

    »Ein müssiger Kopf, ist des Teufels Dopf, in welchem er seine Bosheiten kochet, und denselben mit den Begierdammen ümschieret.« (Siegmund von Birken) (30. 10. / 10 Uhr)

    »Auf solche Weiße gebraucht sich des Redens, allein der Pöbel, welcher nichts bässers noch nützlichers, als der Kunstlehre ermanglend, vorbringen, inzwischen aber nit schweigen, kan.« (1. 10. / 14 Uhr)

    »So passionirt er fürs gute und rechte ist, so wirds ihm doch weniger darinne wohl als im unschicklichen«. (Goethe)(4. 9. / 14 Uhr)

    Jedenfalls solange man es nicht versteht, eignet sich das Gotische und Althochdeutsche gut, um Zaubersprüche auszudenken: »aiva ubilin, ubilê birut, akrana ubila, ubilê gidancha.«(22. 8. / 11 Uhr)

    »sie eileten dem schif zu, jetzund wolt ein jeder mit gewalt hinein, Pelorus liesz nicht zu, schlug viel zu boden, sie erwürgeten einander wie die hund.« (Zitiert nach Grimms Wörterbuch) (15. 8. / 10 Uhr)

    »Ists nicht ein wunderding voran,
    Das die Warheit nirgend bleiben kan?«(14. 8. / 14 Uhr)

    »Pfahl / Mörsel / Spiß / Bley / Beil vnd Stangen /
    Rohr / Säge / Flamm / zuschlitzte Wangen /(14. 8. / 14 Uhr)

    »iebaʒ iebaʒ erkandte sie
    in leide unde ouch in pînen,
    daʒ si ein pilgerînen
    in dirre unstêden werlde was.«(2. 8. / 14 Uhr)

    »Die Geschichte aller Religionen und Philosophien lehrt uns, (2. 7. / 11 Uhr)

    »Bob blutet auf Gary beim Rausschleifen« — die poetischen Höhen abendlicher Fernsehunterhaltung. Auf der Mitte des Satzes »Schluß mit Basteln und Werken« wird leider ausgeschaltet. (29. 6. / 20 Uhr)

    »Allein/ wie viel verführt das Jrrlicht schnöder Lüste?
    Nichts ist/ womit ihr Sinn sich zu vergnügen wüste/
    Sie sagen: Jmmer her.   Man gibt/ so viel man hat; ...« Hans Assmann von Abschatz, Poetische Übersetzungen, »Unvergüngung/ aus dem Horatius.« (18. 6. / 14 Uhr)

    er schaut von oben länder hufen gleichen,
    und städte löchern; in den engen reichen (11. 6. / 14 Uhr)

    Grimms Wörterbuch: »einem den leib mittheilen, in fleischlichem sinne:« (11. 6. / 12 Uhr)

    »Wo viel ist, ist der Teufel, wo nix ist, ist er zweimal.« (Sprichwort) (22. 5. / 10 Uhr)

    »...durch dein Gnade hilf mir, das in mir mein Name abgehe und ich zu nichte werde.« (Luther) (9. 5. / 14 Uhr)

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