Verglichen mit dem Fernzug,
Der zittert und bereitsteht
Und mit Diesel gurgelt,
Klingt die Musik dünn,
Klingt sie fadenscheinig
An meinen Ohren.
Man drängt sich um Plätze
Im Bauch des Schienenwurms,
Der Luftraum ist nämlich
Weiträumig abgesperrt zur Zeit,
Weil Asche fliegt —
So wenig braucht es,
Damit die Verhältnisse
Sich unbequem verengen.
Cremefarbene Frauen
Ringen dort drinnen
Ihre tatsächlich
In Gold gefassten Hände:
Ein Raubtier hätte
Leichte Beute jetzt, die Wölfe
Bleiben aber leider aus,
Sie halten sich bedeckt,
Im angstvollen Brandenburg
Zum Beispiel.
Neben dem Gleis, sieh doch,
Laufen Rohre —
Und ich vermisse dich.
Und auch die Richtung —
Abwärts und links —
In der das Fett fließt,
Durch die Gleishalle,
In den Untergrund.
Warum aber Fett und woher,
Bleibt ganz unbegreiflich
Bis zum Schluß.
Ich denke mir QualmQualm, d.i. dichter Rauch, d.i. ein Aerosol…
In blauschwarzen Wolken,
Er dringt durch die Fugen
Des Bahnsteigs, er dringt
In Augen und Nase und Mund.
Er färbt das Frühstück am Gaumen
Und legt sich in schmierigen Schlieren
Auf die Kuppen der Finger und schließt
Beizend die Augen, man hört
Noch vereinzeltes Würgen
Aus der qualmenden Dunkelheit.
Ich entkomme noch eben
Mit letzter Not.
Und vor deiner Tür dann:
Sinke ich
Friedlich zusammen.



Fette sind sind Ester des Glycerins mit drei aliphatischen Monocarbonsäuren, den Fettsäuren.
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2 Kommentare
Wie unwahrhaftig banal die Liebe eingebettet wird von Nichtigkeiten.
Aber ist das nicht vor allem der profunden ›Unwahrhaftigkeit‹ der Alltagswelt geschuldet?
Das dichterische Ich da oben im Gedicht hätte sich ja auch damit begnügen können, sich über die Rohrleitung des Fettabscheiders zu verwundern. Aber er (oder sie?) begiebt sich zu den Wölfen in Brandenburg, zu einem schmerzlich vermissten Nicht-Gegenwärtigen und mitten in eine imaginierte Feuerkatastrophe – nur um dann in Frieden auf einer Fußmatte kollabieren zu können. Da spielt die Liebe doch eine wichtige Rolle, will ich meinen.