
Drei Unzen Leichtigkeit,
Mir ausgezahlt
In fünf Zeilen Unziale,
Die unter den Fingern
Nach Metall schmecken,
Wie der Blutstropfen, den
Man erstaunt mit der Zugenspitze
Betastet, wenn der saubere Schnitt
Doch noch fehlgegangen ist;
Unzial, 5.0 out of 5 based on 1 rating
Mir ausgezahlt
In fünf Zeilen Unziale,
Die unter den Fingern
Nach Metall schmecken,
Wie der Blutstropfen, den
Man erstaunt mit der Zugenspitze
Betastet, wenn der saubere Schnitt
Doch noch fehlgegangen ist;
Drei Unzen Leichtigkeit, geronnen
Aus Musik – ihre Handschrift
Ist alt und grundsätzlich
Wie Regen im Herbst, wenn
Das Herz leicht wird, weil
Die Wolken eine Decke bilden;
Drei Unzen Leichtigkeit,
Mir ausgezahlt in
Weicher Unziale, es sind
Fünf oder mehr Zeilen, die
Wie nachlassender Kopfschmerz
Hinter die dunkle Stirn
Projiziert werden, von einem
Geduldigen Licht,
Das sich in einem
Verschlungenen Takt
Chromatisch verästelt.
Ich lese mir selbst vor,
Was dort steht, obschon
Es schwierig zu entziffern ist:
Gesetzt in scriptio continua, ein
Schimmernder Faden aus
Selbst- und Mitlauten, aber:
Zwischen den Zeilen, da
Liegt noch etwas, liegt
Eine Möglichkeit, liegt
Eine Möglichkeit, die
Salzig Schmeckt wie
Jeder große, freundliche
Schrecken.
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2 Kommentare
Hallo Janus,
man lernt nie aus. Diese schöne Schrift kannte ich noch nicht. Ein wenig anstrengend zu lesen ist sie schon, aber interessant.
Annegret
Danke sehr. Es ist die besagte »Unziale«.