Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

anzünden

und

die zweihundert freiheiten dunkeln an ihren rändern wie äpfel an den bloßen schnittflächen.

und

die dämmerung verwittert, während ich die türen zu- und aufklappe, mehr mit jedem mal.

und

was sich in mir ausdenkt, umkreist dieselbe nabe wie immer, die speichen schlagen muster

in

den glänzend leeren raum, man wetzt lange an seiner klinge, seiner eigenen, es bleibt der geschmack

von

metall auf den lippen, ich erkenne dein lächeln, ich werde den schatz finden, der im beinhaus wartet

und

werde der wolf sein, der dir am hals liegt, und du wirst meinen atem lesen und darüber vergehen.

und

wer dann noch schlaflos wartet, wird hören, wie ich schritte mache, und zu spät das licht löschen

denn

die zukunft ist ja eine sammlung von vögeln, gestopft, vernäht und aufgereiht

man

muß feuer nehmen und in den bälgern den flug wieder neu anzünden, den flug in die dächer.

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14 Kommentare

  1. Annegret
    Erstellt am 20. Juli 2011 um 06:45 | Permanent-Link

    Hallo Janus,

    Du erstaunst mich immer wieder mit der Verschiedenartigkeit Deiner Lyrik. Nur weiter so!

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  2. Erstellt am 20. Juli 2011 um 13:33 | Permanent-Link

    http://www.youtube.com/watch?v=cv5irqcXNqw

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    • Annegret
      Erstellt am 21. Juli 2011 um 08:58 | Permanent-Link

      Hallo Grimassenschneider,

      äußerst Du Deine Meinung nur noch über You-Tube-Videos? Eigene, persönliche Anmerkungen sind mir von Dir lieber.

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      • Argwill
        Erstellt am 21. Juli 2011 um 20:04 | Permanent-Link

        Er ist der Meinung, daß sowieso schon alles gesagt ist. Ist auch ganz richtig: wir leben im Zeitalter der wiederaufgewärmten Eintöpfe; oder der Stichwortpresspappe. Oder vielleicht kuckt er auch zuviel Videos.

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      • Argwill
        Erstellt am 21. Juli 2011 um 20:08 | Permanent-Link

        http://youtu.be/sr30ebWIdkw

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  3. Erstellt am 20. Juli 2011 um 13:35 | Permanent-Link

    …wenn ihnen die meinung der anderen so wichtig ist…wird das…was sie in sich selbst entdecken…immer nur die meinung der anderen sein…joseph conrad…herz der finsternis…

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  4. Janus
    Erstellt am 20. Juli 2011 um 20:56 | Permanent-Link

    Das Problem ist doch aber, daß Mitteilung und Meinung ziemlich eng zusammengehören. Wenn man etwas mitteilen möchte, kann einem die Meinung der anderen nicht völlig gleichgültig sein. Außer man ist durch Autismus gesegnet.

    Das ist auch der Wurm in allem Künstlertum: wie authentisch man es immer meint, am Ende bleibt man ein Produzent mit endokriner PR-Abteilung.

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    • Annegret
      Erstellt am 21. Juli 2011 um 08:57 | Permanent-Link

      Hallo Janus,

      nur so nebenbei: Autismus ist kein Segen. Mein Sohn hat autistische Züge (leichter Asperger) und somit hat er viele Probleme, was das Sozialverhalten betrifft.
      Ich verstehe sehr gut, daß Du für Deine Kreationen auch eine Rückmeldung haben möchtest.

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      • Janus
        Erstellt am 3. August 2011 um 08:09 | Permanent-Link

        Hallo Annegret,

        ich habe in den letzten Tagen immer einmal wieder darüber nachgedacht, wie eine Redensart wie »mit Autismus gesegnet sein« mit der Wirklichkeit der Krankheit zusammenpasst.

        Es ist wohl alles andere als ein Segen, als Autist durch den Alltag kommen zu müssen. Aber was Grimassenschneider oben von Conrad zitiert hat, verweist auf eine positive Haltung, die vielleicht eine gewisse Berührung mit dem Autismus hat: auf sich selbst beharren zu können.

        Das halte ich in der Tat für erstrebenswert. Aber andererseits: wann gelingt es einem wirklich, steif und fest auf sich selbst zu beharren?

        Am Ende weiß ich viel zu wenig über Autismus, um einschätzen zu können, ob dieser Vergleich zutreffend ist. Allerdings halte ich Menschen, die mit dieser Diagnose ja nur ganz oberflächlich belegt werden, für bemerkenswert.

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  5. Annegret
    Erstellt am 21. Juli 2011 um 21:48 | Permanent-Link

    Hallo Argwill,

    schaust Du auch zu viele Videos?

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  6. Erstellt am 25. Juli 2011 um 12:02 | Permanent-Link

    …ich leide nicht darunter…dass ich ein autist bin…ich leide darunter…dass alle anderen keine autisten sind…und unter der tatsache…nicht ernst genommen zu werden…weil eine medizinische diagnose…meinen iq verdeckt…axel brauns…buntschatten und fledermäuse…

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  7. Erstellt am 25. Juli 2011 um 12:06 | Permanent-Link

    http://www.youtube.com/watch?v=VsdeqOdkdTY

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  8. Janus
    Erstellt am 3. August 2011 um 08:13 | Permanent-Link

    Bemerkenswerte Spezialeffekte.

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  9. Annegret
    Erstellt am 3. August 2011 um 10:15 | Permanent-Link

    Hallo Janus,

    Autisten (oder Asperger) haben ein abweichendes »Weltbild«. In sich zu verharren, in einer eigenen Welt zu verharren – für mich ist das eine schwierige Vorstellung. Diese eigene Welt ist so lange okay, bis man an Grenzen stößt. Ich führe hier mal einen kleinen Punkt an: Veränderung. Jedes Mal, wenn eine Veränderung ansteht, egal in welchem Bereich, gibt es große Konflikte, massive innere Konflikte beim Betroffenen, Konflikte beim Außenstehenden, der versucht, den Betroffenen zu lotsen.
    Janus, jeder Mensch ist einzigartig.

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    »Allein im Walde weilen einzeln einsam wir,
    Gestutzten Stämmen ähnlich im Gehölz:
    Gar mancher neidet mir so glaues Glück,
    Wie Höllengauch dem Himmelgänger giert.«(20. 11. / 14 Uhr)

    Dem Jüngling aber, welcher frühe
    Durch's Beispiel angesteckt, den rechten Pfad verlor,
    Sein unerfahrnes Herz bethören ließ, sein Ohr...(20. 11. / 14 Uhr)

    »Der Silberblick des Himmels läuft mit zertragenen dunkeln Flocken an.« (Jean Paul) (13. 11. / 10 Uhr)

    ...the concomitant of filthy and impure actions, and proceeded to such a degree of voluptousness and sordid uncleanness,(31. 10. / 13 Uhr)

    Kein Gräslein aller Menschen Fleiß
    nicht aus der Erd zu bringen weiß.(31. 10. / 12 Uhr)

    »Ein müssiger Kopf, ist des Teufels Dopf, in welchem er seine Bosheiten kochet, und denselben mit den Begierdammen ümschieret.« (Siegmund von Birken) (30. 10. / 10 Uhr)

    »Auf solche Weiße gebraucht sich des Redens, allein der Pöbel, welcher nichts bässers noch nützlichers, als der Kunstlehre ermanglend, vorbringen, inzwischen aber nit schweigen, kan.« (1. 10. / 14 Uhr)

    »So passionirt er fürs gute und rechte ist, so wirds ihm doch weniger darinne wohl als im unschicklichen«. (Goethe)(4. 9. / 14 Uhr)

    Jedenfalls solange man es nicht versteht, eignet sich das Gotische und Althochdeutsche gut, um Zaubersprüche auszudenken: »aiva ubilin, ubilê birut, akrana ubila, ubilê gidancha.«(22. 8. / 11 Uhr)

    »sie eileten dem schif zu, jetzund wolt ein jeder mit gewalt hinein, Pelorus liesz nicht zu, schlug viel zu boden, sie erwürgeten einander wie die hund.« (Zitiert nach Grimms Wörterbuch) (15. 8. / 10 Uhr)

    »Ists nicht ein wunderding voran,
    Das die Warheit nirgend bleiben kan?«(14. 8. / 14 Uhr)

    »Pfahl / Mörsel / Spiß / Bley / Beil vnd Stangen /
    Rohr / Säge / Flamm / zuschlitzte Wangen /(14. 8. / 14 Uhr)

    »iebaʒ iebaʒ erkandte sie
    in leide unde ouch in pînen,
    daʒ si ein pilgerînen
    in dirre unstêden werlde was.«(2. 8. / 14 Uhr)

    »Die Geschichte aller Religionen und Philosophien lehrt uns, (2. 7. / 11 Uhr)

    »Bob blutet auf Gary beim Rausschleifen« — die poetischen Höhen abendlicher Fernsehunterhaltung. Auf der Mitte des Satzes »Schluß mit Basteln und Werken« wird leider ausgeschaltet. (29. 6. / 20 Uhr)

    »Allein/ wie viel verführt das Jrrlicht schnöder Lüste?
    Nichts ist/ womit ihr Sinn sich zu vergnügen wüste/
    Sie sagen: Jmmer her.   Man gibt/ so viel man hat; ...« Hans Assmann von Abschatz, Poetische Übersetzungen, »Unvergüngung/ aus dem Horatius.« (18. 6. / 14 Uhr)

    er schaut von oben länder hufen gleichen,
    und städte löchern; in den engen reichen (11. 6. / 14 Uhr)

    Grimms Wörterbuch: »einem den leib mittheilen, in fleischlichem sinne:« (11. 6. / 12 Uhr)

    »Wo viel ist, ist der Teufel, wo nix ist, ist er zweimal.« (Sprichwort) (22. 5. / 10 Uhr)

    »...durch dein Gnade hilf mir, das in mir mein Name abgehe und ich zu nichte werde.« (Luther) (9. 5. / 14 Uhr)

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