Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Sag den Satz auf

II.

Sag den Satz auf, sag den Satz
Der dich wirklich etwas angeht
Sprich nur mündlich, es wird Worte
Bis zu dir nach Hause geben
Laß uns noch ein Stückchen gehen
Bis zum Rand
Bis zum Rand

Spiel die Karte, schlag den Ton
Aus deinen Zähnen an den Pfahl
Der Laterne, der steigt auf
In weitem Bogen
Noch bis fast
Zum dritten Stock
Es ist alles kompliziert
Sehr kompliziert
Ist noch das kleinste
Sag den Satz auf
Sag den Satz

Nimm den Hut, häng dich selbst
An den Nagel, es ist alles
Nur ein Spiel, du bist schon
In den Knien viel zu steif
Und wirst jeden morgen steifer
Wirst mit jedem Morgen steifer
Schon seit du von dir selbst
Zu sagen lerntest, wer du bist
Es ist alles nur ein Spiel
Mit hohem Einsatz
Spiel den Takt
Spiel auf deiner
Maultrommel
Uns den Takt.

Sag den Satz, der dich wirklich
Etwas angeht, mach dich selbst
Zum Gespött für den Anstand
Die dich achten, achte wenig
Man darf sich nicht achten lassenalte
Fassung…

Sich nicht höher achten lassen
Als bis dorthin, wo man selbst
Die eigne Pose
Nicht mehr glaubt.


→ Der erste Teil: »Unbehagen«

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6 Kommentare

  1. Annegret
    Erstellt am 25. Mai 2011 um 16:06 | Permanent-Link

    Hallo Janus,

    gefällt mir gut, diese Deine Lyrik. Muß ich noch ein wenig drüber nachdenken.

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  2. Erstellt am 26. Mai 2011 um 10:35 | Permanent-Link

    …der satz lautet…willst du noch auf einen kaffee…mit nach oben kommen…schwarz und herb…mit einem schuss sahne…gerade so…wie ich ihn mag…

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  3. Erstellt am 26. Mai 2011 um 10:37 | Permanent-Link

    …übrigens…http://www.youtube.com/watch?v=SE6d4pbmvgs

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  4. Janus
    Erstellt am 26. Mai 2011 um 11:48 | Permanent-Link

    Hach, da zeichnet man ein Existential in die Luft und der Lehm greift gleich mit seinen Schlingpflanzen danach.

    »Origenes, der in dieser Zeit an der Katechetenschule zu Alexandrien wirkte, vollzog eine Tat, die zwar noch unreifen jugendlichen Sinn verriet, aber zugleich auch ein herrliches Zeugnis von seinem Glauben und seiner Enthaltsamkeit gab. Er faßte das Wort ›Es gibt Verschnittene, die sich um des Himmelreiches willen selbst verschnitten haben‹ allzu wörtlich und unbesonnen auf. «

    Euseb von Cäsarea, Kirchengeschichte, VI. Buch, 8. Kap.

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  5. Erstellt am 27. Mai 2011 um 10:14 | Permanent-Link

    …origenes…das ist doch der typ ausm niederländischen fernsehen…http://www.youtube.com/watch?v=k0pfug5iKXc

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  6. Janus
    Erstellt am 27. Mai 2011 um 17:18 | Permanent-Link

    Habe noch eine Überarbeitung angebracht, nämlich diese.

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  • Kurzum


    »Allein im Walde weilen einzeln einsam wir,
    Gestutzten Stämmen ähnlich im Gehölz:
    Gar mancher neidet mir so glaues Glück,
    Wie Höllengauch dem Himmelgänger giert.«(20. 11. / 14 Uhr)

    Dem Jüngling aber, welcher frühe
    Durch's Beispiel angesteckt, den rechten Pfad verlor,
    Sein unerfahrnes Herz bethören ließ, sein Ohr...(20. 11. / 14 Uhr)

    »Der Silberblick des Himmels läuft mit zertragenen dunkeln Flocken an.« (Jean Paul) (13. 11. / 10 Uhr)

    ...the concomitant of filthy and impure actions, and proceeded to such a degree of voluptousness and sordid uncleanness,(31. 10. / 13 Uhr)

    Kein Gräslein aller Menschen Fleiß
    nicht aus der Erd zu bringen weiß.(31. 10. / 12 Uhr)

    »Ein müssiger Kopf, ist des Teufels Dopf, in welchem er seine Bosheiten kochet, und denselben mit den Begierdammen ümschieret.« (Siegmund von Birken) (30. 10. / 10 Uhr)

    »Auf solche Weiße gebraucht sich des Redens, allein der Pöbel, welcher nichts bässers noch nützlichers, als der Kunstlehre ermanglend, vorbringen, inzwischen aber nit schweigen, kan.« (1. 10. / 14 Uhr)

    »So passionirt er fürs gute und rechte ist, so wirds ihm doch weniger darinne wohl als im unschicklichen«. (Goethe)(4. 9. / 14 Uhr)

    Jedenfalls solange man es nicht versteht, eignet sich das Gotische und Althochdeutsche gut, um Zaubersprüche auszudenken: »aiva ubilin, ubilê birut, akrana ubila, ubilê gidancha.«(22. 8. / 11 Uhr)

    »sie eileten dem schif zu, jetzund wolt ein jeder mit gewalt hinein, Pelorus liesz nicht zu, schlug viel zu boden, sie erwürgeten einander wie die hund.« (Zitiert nach Grimms Wörterbuch) (15. 8. / 10 Uhr)

    »Ists nicht ein wunderding voran,
    Das die Warheit nirgend bleiben kan?«(14. 8. / 14 Uhr)

    »Pfahl / Mörsel / Spiß / Bley / Beil vnd Stangen /
    Rohr / Säge / Flamm / zuschlitzte Wangen /(14. 8. / 14 Uhr)

    »iebaʒ iebaʒ erkandte sie
    in leide unde ouch in pînen,
    daʒ si ein pilgerînen
    in dirre unstêden werlde was.«(2. 8. / 14 Uhr)

    »Die Geschichte aller Religionen und Philosophien lehrt uns, (2. 7. / 11 Uhr)

    »Bob blutet auf Gary beim Rausschleifen« — die poetischen Höhen abendlicher Fernsehunterhaltung. Auf der Mitte des Satzes »Schluß mit Basteln und Werken« wird leider ausgeschaltet. (29. 6. / 20 Uhr)

    »Allein/ wie viel verführt das Jrrlicht schnöder Lüste?
    Nichts ist/ womit ihr Sinn sich zu vergnügen wüste/
    Sie sagen: Jmmer her.   Man gibt/ so viel man hat; ...« Hans Assmann von Abschatz, Poetische Übersetzungen, »Unvergüngung/ aus dem Horatius.« (18. 6. / 14 Uhr)

    er schaut von oben länder hufen gleichen,
    und städte löchern; in den engen reichen (11. 6. / 14 Uhr)

    Grimms Wörterbuch: »einem den leib mittheilen, in fleischlichem sinne:« (11. 6. / 12 Uhr)

    »Wo viel ist, ist der Teufel, wo nix ist, ist er zweimal.« (Sprichwort) (22. 5. / 10 Uhr)

    »...durch dein Gnade hilf mir, das in mir mein Name abgehe und ich zu nichte werde.« (Luther) (9. 5. / 14 Uhr)

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