Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Nachbarschaft

Während die Nachbarin
In irgendeiner Form von Lust
Durch die Wände dringt,
Heiser, kehlig, stoßweise, und dabei
Tief in ihrer Agonie
Ein glasheller Klang zittert,
Der nach Verzweiflung schmeckt:
Schwimmt fern eine Sirene
Durch die ölige Luft –
Lachen zwei Männer
Wie domestizierte Yetis –
Schreit eine Katze,
Gleich einem verlassenen Säugling.
Und etwas kippt
Und fällt schwer
Und pochend
Auf der anderen Seite der Decke
Zu Boden,
Daß einem der Klang
Tief in die Gedanken schlägt,
In die Gedanken:
Ja, die Schnittblume ist schon
Zur Hälfte verwelkt, seitdem
Der Blick sie zuletzt traf –
Wie rasch das geschah,
Wie rasch;
Und welche Geschichte
Ließe sich träumen,
Zum Klang des
Bleischweren Regens;
Und welche Geschichte
Währe nicht geradezu
Lächerlich.

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  • Hintergrundklang

Schwanken

Das Haus, es schwankt, sieh doch!, um seinen Schornstein.
Der Regen grinst, weil er sich überlegen weiß.
Die Gänger gehen, dort, sieh!,
Wie Köcherfliegenlarven,
Als wären sie fest von hintan beklebt
Mit einem jener feingefügten Köcher,
Jedoch die Sicherheit, sie zerspringt von selbst,
Sie zerspringt, als läg sie unter Krebseszange,
Sie zerspringt, wenn alles endlich fällt.

Die Worte schwinden, denn sie sind im Schraubstock
Eingeklemmt, und eine schwer beringte Hand
Dreht am Hebel noch ein, zwei Viertelkreise
Bis man den Schlachter letztendlich seinen Pfleger nennt,
Bis man den greisen, fettgestrichnen Täter
Als Opfer wähnt, und ihm den Löffel hält.
Die Worte schwinden und das Denken schwankt
Bis daß der Schraubstock an einem letzten Beiwort
Zum stehen kommt, dann splitternd zerbricht,
Der Hand den Puls schlitzt und alles endlich fällt.

Der Blick, er schwankt, an seinem fernen Zielpunkt
Gleitet er oft für Tage und Quartale ab.
Der Zielpunkt brennt sich jedoch wie Schweißerfeuer,
Aus der Ferne in Richtung Gegenwart.
Bald legt der Schweißer
Die Hand ganz unten an das Tragwerk:
Wenn alles fällt, ist der Blick —
Endlich frei.


»…in einer Ecke schläft ein haarloser Junge über tadellosem Hemd wackelt ihm der Kopf zum schwanken der Welt« — schon einmal über das »Schwanken« (2008)

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Unzial

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  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    Vielleicht aber kommt Offenbarung wie der Husten, der ohne Vorwarnung wieder einsetzt, in einem Augenblick, da man sich schon gesundet glaubte. Der mit aller Selbstverständlichkeit zuunterst in den Bronchien Quartier nimmt und dort behaarlich an den Wänden kratzt und am Boden scheuert.

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…