Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Mondknöchern

Im Licht der Funzel scheinen auf
Der Türscheibe Fingerspuren auf
Und skizzieren ungefähr eine Karte
Des Mare TranquillitatisDas Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe) auf dem Satellitengestirn unseres Mutterplaneten (Quelle: NASA).
  Der Himmel ist frisch umgegraben
Und leuchtet mit allen Farben,
Die man aus Katakomben nehmen kann.
  Aus meinem Innern kommt von irgendwo
Zwischen dem Atlasknochen und der Vena Cava
Ein Wiederhall, vielleicht vom Motorengeräusch
Eines zweifelnden Marsrovers.
  Man muß den Blick heben, man muß den Blick heben,
Und dem kreistanzenden Chor aus
Halbnackten Tagen auf die weißen Waden sehen,
Sobald sich nur eine Gelegenheit ergibt.

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Glimpfen warm im Moor

Die Nymphen glimpfen um den Teich,
Den Lurch ziert fremdes Federkleid,
Das Blesshuhn fliegt die Blässe an,
Der Jäger hängt erschöpft vom Kolben.

Die Sonne geht heut überland,
Sie spielt zum Banjo Messingtröte,
Sie singt von langen Straßen,
Und warm glüht ihr Refrain im Staub.

Knochen von drei Farmerstöchtern
Stehen aus dem Schilfmoor auf,
Sie tanzen und man hört es dann
Fröhlich klimpern rundherum,
Um ihre bloßen Beckenpfannen.

Das Leben ist ein breiter Strom,
Auf dem die Eintagsfliegen schweben.
Die Spinnen grüßen nebenbei
Sehr artig aus den Schatten, wo
Sie feine Silberstreife weben.

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Im Lastenaufzug

Und als sich die Tür des Lastenaufzugs vor ihm schloß, er hatte sich gegen die Rückwand der Fahrstuhlkabine gelehnt, einem unwillkürlichen Schwachwerden folgend, aber er zog den Atem tief ein, das merkte er und hob den Blick zur Decke, auf der Suche nach einem Gedanken vielleicht, der eine Erklärung sein könnte, und blickte in das Licht dreier Leuchtstoffröhren in einem matten Kasten aus Kunststoff, Licht, das seine Augen reizte und ihn nicht wärmte –, entstand ein dumpfes Geräusch und er bemerkte die dunklen Schatten auf der Bemalung der Fahrstuhltür, vom Fett der Hände nämlich, die dort angefasst hatten, dazu der Abrieb von Körpern, die ungeduldig an der der Tür gestanden hatten, so daß sie an deren Knien oder Brustkörben entlanggelaufen war, dachte er, die Tür, als sie sich in der Wand versenkte, es waren die Spuren aus Jahren und Jahren des Betriebs, während derer sich diese Tür vor Menschen geöffnet, hinter ihnen geschlossen hatte; eine Tür aus drei Teilen, die sich ineinander- oder auseinanderschoben und den Resonsanzkörper bildeten für das dumpfe Geräusch, das entstand, wenn der Fahrstuhl sich schloß, denn der Türmechanismus war wohl aus der Form geraten, und die Tür prallte mit der langsamen Wucht schwerer Körper gegen die Kabinenwand, und daraus entstand ein hallender Donner und ein unterschwelliges Zittern der Kabine, so daß der Boden wie bei einem sehr leichten Erdbeben schwankte und man für einen Augenblick das Gefühl bekam, den Halt zu verlieren, kurz genug, daß man es nicht als grundlos abtun konnte, dieses Gefühl. Die Tür hatte sich hinter ihm geschlossen, der Boden hatte gezittert, die Körperspuren an der geschlossenen Tür waren zum Vorschein gekommen, derart überzeitlich und endgültig wie Bemalungen an Höhlenwänden, die das Eingreifen numinoser Gottheiten bei der Jagd für oder gegen die Jäger zeigen; das kalte Licht aus dem mattierten Kasten an der Kabinendecke hatte an seine Sehnerven gerührt: das Gefühl der Haltlosigkeit begleitete ihn abwärts, zusammen mit dem schleifen und brummen der Stahltrossen und des großen Motors im Schacht über ihm, und dem Holpern, wenn die verschlissene Kabine in ihren Schienen sprang und leicht gegen die Schachtwände stieß: und er wußte, daß er sich mit allem, was er war, geirrt hatte. So, dachte er, würde sich vielleicht ein Raumschiffkommandeur fühlen, der in einer aussichtslosen Schlacht auf die Brücke gefahren wurde, um den Angriff zu befehlen. Wenn es schon so sein muße, dann, dachte er, sollte es aus den richtigen Gründen so sein.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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