Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Zwei Vögel

Während der Tag anbricht,
Erinnert nur noch ein Vogel,
Der im Sturmwind unerklärlich
Einen knappen Bogen zieht
Und außer Sicht gerät,
An die Farbe, in der alles
Wie ein Scherenschnitt
Vor dem Himmel stand,
Der noch Nacht war.
Und die Bewegungen der Wolken
Waren nur Andeutungen,
Wie die Bewegungen eines Körpers
Unter dünnem, dunklem Stoff –.
Jetzt aber erwacht
Das Silber und das Blau
Hinter den Wolken,
Die sich ihrerseits mit Schwere füllen;
Und in den Fenstern jenes Hauses
Erwacht das Licht Zug um Zug,
Das langsame, elektrische Feuer,
Und brennt klüften in die Fläche
Grünlich und orangen.
Der Wind zieht lange Töne
Aus den Balkonpfeilern:
Es sind jetzt zwei Vögel.

(Und schließlich färben sich die Wolken sehr leicht rot als käme es von
[ innen,
Und die Vögel kommen zum Fressen und bedenken mich mit fragenden
[ Blicken,
Bevor der Sonnenaufgang vollends abbricht.)

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Nocturne

I.

In einer Straßenlaterne springt das Licht,
Wird heller, dunkler, heller,
Ein Schraubverschluss klirrt vor deinen Füßen
Und springt in den Rinnstein;
Der Wind flüstert zwischen uns,
Er geht in Böen unter die S-Bahnbrücke,
Ihre Fundamente stehen seit einem Jahrhundert,
Sie züchtet in ihren Fugen Schatten,
Das Licht springt:

Es wird dunkler und heller, die Fahrbahn glänzt mehr
Als die Sterne hinter den Ausläufern der Wolkenberge im Westen.
Wir setzen unsere müden Schritte zwischen die Wörter,
Du glänzt in den Leerstellen mit allem
Was ich mir ausdenke, die Straßenlaterne
Erlischt – wir sind jünger als die Umstände.

II.

Der Wind geht vor den Fenstern Wache,
Und der Tag wälzt sich ungeduldig
Am leeren Himmel aufwärts;
Wenn man uns wieder
Unseren leeren Zwecken zuführen wird,
Werden wir Haltung wahren – mehr nicht aber das
Haben wir gelernt: halt meine Hand
Und lese mein Zittern, ich schmecke
Aus der Stille deine Sehnsucht heraus,
Ich liege wach und höre bestrickt
Deinen gespielten Schlaf.

Was wir sind, spielen wir
Nur den Hunger nicht, nur ihn
Hat man uns wirklich beigebracht.

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Wegmarke

Über den sechs Spuren Straße
Kämpft eine Möwe im Wind.
Der Weg zerfällt unversehens
Zu Schlamm, und der Fuß
Gleitet unversehens.
Die großen Vermutungen
Entfärben sich, die Zuversicht
Liegt an Wegmarken aus Kieseln.
In der Nacht schreiben Schatten
Wechsel auf die Zukunft aus,
Die es nicht gibt, bevor sie
An unseren leeren Händen
Vorbeigetrieben sein wird:
Möwengesang
Ist die Stimmlage
Der Zuversicht.

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  • Kurzum


    »I wanted to amplify that quite explicit but often entirely invisible friction that's constantly surrounding us between things that we do and the consequences of our actions...« (3. 2. / 17 Uhr)

    »Was heißt es anders als der Vernunft entsagen, wenn iemand ein höchstes Wesen läugnet, das alle Dinge erhält, regirt, und was ewig im Begrif ist, aus einander zu fallen...« (24. 1. / 12 Uhr)

    »Was ist für ein fixer Punkt meines unveränderlichen Daseyns in mir, vermöge dessen ich trotz alles Abreibens und Wegdünstens der Materie doch immer der Nämliche bin? [...] (18. 1. / 12 Uhr)

    »Im Schlaf empfand er Schmerz. Gern und oft, u. geschickt bringt die Phantasirende Seele im Traum ihr bilderreiches Spiel mit der Disposition u. den Empfindungen des Körpers in Verbindung. (17. 1. / 13 Uhr)

    »Je befriedigender die Gegenwart ist, desto zufridener Ruht auf ihr das Auge; wozu alsdann der Blick in die Zukunft, der mehr zehrt als sättigt?« (J.P. Hebel, Notiz zu Ps. 45) (17. 1. / 12 Uhr)

    Und weiterhin der Ichneumon, von dem Plinius zu berichten wusste, daß er schlafenden Krokodilen in den Leib kriecht, um deren Herz an Ort und Stelle zu fressen. (13. 12. / 14 Uhr)

    Philander von Sittewalt — ein Name, der ohne alles weitere auskommt; ohne seinen Träger wüssten wir nicht, daß das Dunkle notwendige Zutat für gutes Munkeln ist. (13. 12. / 14 Uhr)

    Der deutliche, gutturale Widerwille beim Gedanken an wirkliche Spezialisierung(7. 12. / 13 Uhr)

    die flöte an den mund, den topf ans feuer, den stul an die wand, (15. 11. / 22 Uhr)

    »Everyone is beautiful, traffic like a funeral
    And everybody tries to keep in touch«(24. 10. / 8 Uhr)

    Das merkwürdige Erscheinungsbild der Auflösung, die den Mond befallen hat, an einem Abend, der den Herbst mit wenig letztem Licht auf die Häuser streicht, (10. 9. / 20 Uhr)

    »... — nur ein Weiser, der die Sehnen und Fasern des menschlichen Herzens oft und mit Glück entwickelt, und die Einbildungskraft bis in ihre feinsten Blutgänge zergliedert hat — ... « (6. 9. / 12 Uhr)

    »Von dem hochgelegenen französischen Viertel schob sich langsam wie ein Lavastrom eine Masse von Schmutz, Abfall, geronnenem Blut, Gedärmen, Tier- und Menschenkadavern. (2. 9. / 22 Uhr)

    Protohorror: Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, daß sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. (Apg. 19,16) (2. 9. / 21 Uhr)

    »A snake can shed its skin but never change. « (I Like Trains) (2. 9. / 21 Uhr)

    Incensol ist ein Anxiolytikum und zwar der Wirkstoff im Harz der Boswellia sacra. Das sollte man nicht außer Acht lassen. (31. 8. / 14 Uhr)

    Man könnte einiges daraus ableiten, daß wir heute nicht mehr wie früher vom »Lüfteplan«, sondern vom »Luftraum« sprechen.(30. 8. / 12 Uhr)

    »I don't think the human race will survive the next thousand years, unless we spread into space. There are too many accidents that can befall life on a single planet.« (Stephen Hawking) (29. 8. / 13 Uhr)

    »In diseme versinket de geluterte verklerte geist in daz götteliche vinsternisse, in ein stille swigen(25. 8. / 11 Uhr)

    »Übergroße Lichtmengen (Blitz) oder überraschende Schatten im Gesichtsfeld, (20. 8. / 20 Uhr)

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