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	<title>Rauhfasler &#187; Lexikon</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Mondknöchern</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 05:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
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		<category><![CDATA[Morgen]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Licht der Funzel scheinen auf Der Türscheibe Fingerspuren auf Und skizzieren ungefähr eine Karte Des Mare TranquillitatisDas Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe) auf dem Satellitengestirn unseres Mutterplaneten (Quelle: NASA). &#8195;&#8195;Der Himmel ist frisch umgegraben Und leuchtet mit allen Farben, Die man aus Katakomben nehmen kann. &#8195;&#8195;Aus meinem Innern kommt von irgendwo Zwischen dem Atlasknochen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2012/01/Die-Vena-Cava-aus-Grays-Anatomy.png" class="floatbox" rev="group:15729 caption:`Die Vena cava in der Bauchhöhle (aus &rsaquo;Gray&apos;s Anatomy&lsaquo;)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2012/01/Die-Vena-Cava-aus-Grays-Anatomy-279x300.png" alt="" title="Die Vena cava in der Bauchhöhle (aus &rsaquo;Gray&apos;s Anatomy&lsaquo;)" width="279" height="300" class="rand size-medium wp-image-15730" /></a></p>
<p>Im Licht der Funzel scheinen auf<br />
Der Türscheibe Fingerspuren auf<br />
Und skizzieren ungefähr eine Karte<br />
Des <a href="#" class="tooltip">Mare Tranquillitatis<span><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2012/01/Mare-Tranquillitatis-300x297.jpg" alt="" title="Mare Tranquillitatis" width="150" style="float:left;margin-right:5px;" />Das Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe) auf dem Satellitengestirn unseres Mutterplaneten (Quelle: NASA)</span></a>.<br />
&emsp;&emsp;Der Himmel ist frisch umgegraben<br />
Und leuchtet mit allen Farben,<br />
Die man aus Katakomben nehmen kann.<br />
&emsp;&emsp;Aus meinem Innern kommt von irgendwo<br />
Zwischen dem Atlasknochen und der Vena Cava<br />
Ein Wiederhall, vielleicht vom Motorengeräusch<br />
Eines zweifelnden Marsrovers.<br />
&emsp;&emsp;Man muß den Blick heben, man muß den Blick heben,<br />
Und dem kreistanzenden Chor aus<br />
Halbnackten Tagen auf die weißen Waden sehen,<br />
Sobald sich nur eine Gelegenheit ergibt.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#187;Die Dichtkunst ist /  in der Literatur der Silberfisch&#171;</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 10:42:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachverwicklung]]></category>

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		<description><![CDATA[Lepisma saccharina zu sein Zwischen den verschrobenen Bedeutungen Die auf den Ranken wachsen auf Den Humusfeldern jenseits Der weißen Kieswege der Vernunft. Formeln aufzustellen für einen Neubeginn der Alchemia cotidiana: Der ledrigen Konnotation zum Beispiel Sprache zu verleihen im Gesicht Einer exsikkierten Straßenblume und Bilder einzusammeln vom Rußglasschirm Der gemeldeten Welt: Ein Regen aus Feuerwerksraketen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/silverfish.jpg" class="floatbox" rev="group:7364 caption:`Silberfisch (Lepisma saccharina)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/silverfish.jpg" alt="" title="Silberfisch (Lepisma saccharina)" width="198" height="278" class="rand size-full wp-image-7369" /></a></p>
<p>Lepisma saccharina zu sein<br />
Zwischen den verschrobenen Bedeutungen<br />
Die auf den Ranken wachsen auf<br />
Den Humusfeldern jenseits<br />
Der weißen Kieswege der Vernunft.</p>
<p>Formeln aufzustellen für einen<br />
Neubeginn der Alchemia cotidiana:<br />
Der ledrigen Konnotation zum Beispiel<br />
Sprache zu verleihen im Gesicht<br />
Einer exsikkierten Straßenblume und<br />
Bilder einzusammeln vom Rußglasschirm<br />
Der gemeldeten Welt:</p>
<p>Ein Regen aus Feuerwerksraketen<br />
Im Frühling, der Scheiben einschlägt<br />
Und Dächer lichterloh erhellt;<br />
Mit dem einzigen Überlebenden einer<br />
Zenturie aus erwartungsfrohen Reisenden<br />
In einer Folie à deux sich<br />
Zu verbinden &#8212; obwohl<br />
Es in einer solchen Verbindung<br />
Sehr argwöhnisch rauscht.</p>
<p>In die Kavernen hinab<br />
Des eigenen Balges als<br />
Ein müßiger Speläologe zu steigen.<br />
Dort die obszönen, die<br />
Blumenreichen Schatten<br />
Der Stalaktiten von den Wänden<br />
Zu lesen, bis dann Regenwasser<br />
Zur Sintflut wird.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Biosphäre</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 10:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Endzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kosmos]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>
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		<description><![CDATA[I. Wie der Erdball auch immer Sich drehen und wenden mag, Die Läuse in seinem Pelz Fressen sich tiefer hinein, In seine dünne, erkaltete Haut. Seit sie die elektromagnetische Kraft domestizierten &#8211; Die aus größerer Höhe kaum Sichtbaren Gefäße verschlungener Chemie, die Zweibeiner &#8211;, Werden nachts Schwelbrände angefacht, Werden die Kontinente mit Fäden bespannt Aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/europa-nachts-satellit.jpg" class="floatbox" rev="group:5899 caption:`Satellitenaufnahme des nächtlichen Europa (Quelle: NASA)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/europa-nachts-satellit-300x225.jpg" alt="" title="Satellitenaufnahme des nächtlichen Europa (Quelle: NASA)" width="300" height="225" class="rand size-medium wp-image-5900" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Wie der Erdball auch immer<br />
Sich drehen und wenden mag,<br />
Die Läuse in seinem Pelz<br />
Fressen sich tiefer hinein,<br />
In seine dünne, erkaltete Haut.</p>
<p>Seit sie die elektromagnetische Kraft domestizierten &#8211;<br />
Die aus größerer Höhe kaum Sichtbaren<br />
Gefäße verschlungener Chemie, die Zweibeiner &#8211;,<br />
Werden nachts Schwelbrände angefacht,<br />
Werden die Kontinente mit Fäden bespannt<br />
Aus Licht, darin schwellende Nester<br />
Künstlicher Helligkeit.<span id="more-5899"></span></p>
<p>Tags aber sondern die Läuse im Pelz des Erdenballs<br />
Ihre giftigen Verdauungsgase ab, in den feinen Überwurf<br />
Aus Sauerstoff, der kaum wahrnehmbar<br />
Den schweren und geduldigen Elementekloß begleitet,<br />
Auf seiner Sturzbahn durch die Leere.</p>
<p>II.</p>
<p>Wie sich also der Erdball<br />
Auch immer drehen mag:<br />
Er ist unwiederbringlich verstoßen<br />
Aus der althergebrachten Versammlung<br />
Der anorganischen Chemie,<br />
Denn die Läuse in seinem Pelz wandeln<br />
Ihren Wirt in ihresgleichen um,<br />
Mit großer Geduld und über Äonen.</p>
<p>Das Leben verschönt graue Berghänge<br />
Mit einem Anstrich aus Flechten und Wiesenflächen;<br />
Es gebiert unter Wasser strahlend weiße Schlackehalden<br />
Aus ziselierten Schalen von Mollusken;<br />
Es treibt Blätter aus und spannt Flughäute,<br />
Um den Wind zu fangen, und wandelt das öde Sonnenlicht<br />
In süßen Zucker; es düngt den Mutterboden<br />
Mit Kot und Blut und mit den eigenen Knochen.<br />
Dann kommen schilldernde Käfer heran,<br />
Die alles umgraben. Jeder Kadaver eine Brutstatt,<br />
Und alle Verwesung ein Aufblühen, so daß<br />
Unter einem grünen Dach der schwarze Humus anwächst,<br />
Die Gabe der Myriaden an den<br />
Sich drehenden Lauf der Zeit.</p>
<p>III.</p>
<p>In den Höhlen nahm Sandstein Farbe an:<br />
Schwarze aus Asche, braune aus dem oxidationsprodukt<br />
Des Blutes, und den Ton zerpresster Beeren.</p>
<p>Auf den Ebenen begann es allmählich zu hallen<br />
Von Worten, sie wurden eingewoben in das Konzert<br />
Der schreienden Angst und Begierde, die<br />
Aus jedem Vogelschnabel und jeder<br />
Zuckenden Schnauze hervorgestoßen werden<br />
Seit langem schon, seit Paarung und Fraß<br />
Die Triebfedern sind aller Vielgestalt:</p>
<p>Aber Schönheit ist eine Erfindung der<br />
Bündnispartner der Verbrennung, der<br />
Bezwinger des Lichtbogens, der<br />
Säufer von Öl und Fresser von Landschaft.</p>
<p>IV.</p>
<p>Es ist hohe Zeit,<br />
Nun die Schönheit zu sammeln vom Erdenkloß,<br />
Sie in Worte zu sammeln,<br />
Sie mit Beerensaft und Chromophoren<br />
Auf bleibenden Untergrund aufzutragen:<br />
Denn wir werden untergehen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bäume als Nähte</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/baeume-als-naehte</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/baeume-als-naehte#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 10:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Draht]]></category>
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		<description><![CDATA[Vogel in der Hand, Gestopft mit Stroh, Leicht gleich wie Eine Glasmurmel. Schädel kahl, von Haut und Fleisch Durch Zeit befreit. SuturenSutur, d.i. eine Naht: am Schädel, im Erdmantel, auf Stoff und chirurgisch verfertigt&#8230; darauf, Sie sind offengelegt, Lesbar für Jedermann. Bild ohne Kopf; Hand aus Pergament; Schatten im Tümpel Des Auges, es schwimmt Gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/Fig-100-Case-433-Suture-17th-day.jpg" class="floatbox" rev="group:7104 caption:`Illustration aus &raquo;The Treatment Of Infected Wounds&laquo; von A. Carrel und G. Dehelly, London 1917`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/Fig-100-Case-433-Suture-17th-day-300x237.jpg" alt="" title="Illustration aus &raquo;The Treatment Of Infected Wounds&laquo; von A. Carrel und G. Dehelly, London 1917" width="300" height="237" class="rand size-medium wp-image-7106" /></a></p>
<p>Vogel in der Hand,<br />
Gestopft mit Stroh,<br />
Leicht gleich wie<br />
Eine Glasmurmel.</p>
<p>Schädel kahl, von<br />
Haut und Fleisch<br />
Durch Zeit befreit.<br />
<a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/naehen-lex.html" class="tooltip-klick floatbox" rev="width:400px height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr">Suturen<span><strong>Sutur,</strong> d.i. eine Naht: am Schädel, im Erdmantel, auf Stoff und chirurgisch verfertigt&hellip;</span></a> darauf,<br />
Sie sind offengelegt,<br />
Lesbar für<br />
Jedermann.</p>
<p>Bild ohne Kopf;<br />
Hand aus Pergament;<br />
Schatten im Tümpel<br />
Des Auges, es schwimmt<br />
Gegen das Licht.</p>
<p>Bäume als Nähte,<br />
Vor den Himmel gespannt.<br />
Der kippt perspektivisch,<br />
Und es kippt auch die Farbe<br />
Zu braun und zu grün.</p>
<p>Ein Doppelbild steht<br />
Über&rsquo;m Zaun, über&rsquo;m Zaun &#8212;<br />
Man würd&rsquo; ihn erklimmen,<br />
Doch stachliger Draht<br />
Schlägt sein Rad, schlägt<br />
Sein deutliches Rad.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Unterbrechung mit Amsel</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 10:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Fliegen]]></category>
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		<category><![CDATA[Vögel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bemerke im Aufblicken einen Vogel, eine Amsel, ein Jungvogel oder ein Weibchen, ich weiß immer noch zu wenig über Amseln, um das sicher sagen zu können. Der Vogel sitzt auf dem Geländer meines Balkons und unsere Blicke treffen sich in einem Moment, da wir beide aus unserer jeweiligen Beschäftigung aufschrecken. Die Amsel hat gefressen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/turdus-merula.jpg" class="floatbox" rev="group:7165 caption:`Amselweibchen (Turdus merula, Foto von Maurizio Dalla Via)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/turdus-merula-300x224.jpg" alt="" title="Amselweibchen (Turdus merula, Foto von Maurizio Dalla Via)" width="300" height="224" class="rand size-medium wp-image-7190" /></a></p>
<p>Ich bemerke im Aufblicken einen Vogel, <a class="tooltip floatbox" rev="width:400px height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr" href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/schatten-amsel.html" title="Eintrag zum Stichwort im Rauhfasler-Lexikon">eine Amsel</a>, ein Jungvogel oder ein Weibchen, ich weiß immer noch zu wenig über Amseln, um das sicher sagen zu können. Der Vogel sitzt auf dem Geländer meines Balkons und unsere Blicke treffen sich in einem Moment, da wir beide aus unserer jeweiligen Beschäftigung aufschrecken. Die Amsel hat gefressen, ich habe gelesen, jetzt verharren wir unschlüssig. Sie steht gespannt über der Schale mit hingestreuten Körnern, die auf dem Geländer festgebunden ist: ein kleiner, federnder, energisch gespannter Bogen ist ihr Körper, eine fließende Linie von den Füßen über die Brust bis zum leicht schräg gestellten Kopf. Die Sonne scheint morgendlich und inf dem braunen Federkleid leuchten die sparsam aufgestrichenen Farbnuancen, zurückhaltende Schönheit, ausgeführt mit wirklicher Meisterschaft. </p>
<p>Ich fühle mich, in diesem Moment, in dem ich so interessiert von einer Amsel angesehen werde &#8211; wie ein Mensch. Wir lesen eine Weile einander in unseren Gedanken. Die Amsel scheint Interessiert, wie sie wohl immer Interesse nimmt an den bloß halbwegs verständlichen Kuriositäten, die einem in einer Stadt begegnen können. Sie hat wohl einen Forschergeist, sie ist auch bestimmt ein Skeptiker. </p>
<p>Irgendein Einverständnis stellen wir her, mit einer zuckenden Bewegung meines, ihres Kopfes. Dann verlässt die Amsel die Geduld mit meiner schweren, erdverhafteten Gestalt: sie taucht in die Luft und verschwindet in einem engen Bogen, gierend, rollend, kippend, in einem <a href="#" class="tooltip">komplizierten Manöver<span><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/trudeln-150x150.jpg" alt="" title="Das Aresti-Symbol für Trudeln (Quelle: Wikipedia)" width="150" height="150" class="tipbild size-thumbnail wp-image-7192" />Das <strong>Flugmanöver,</strong> das die Amsel ausgeführt hat, war eine kontrollierte Form des <strong>Trudelns</strong>, genauer das Steiltrudeln, allerdings für einen so kurzen Zeitraum, daß diese Luftbewegung völlig abseits der Möglicheiten menschlicher Fluggeräte lag und eine <em>technische</em> Beschreibung also recht unangemessen klingen muß.</span></a> grußlos von der Balkonbrüstung abwärts.</p>


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