<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Rauhfasler &#187; Zwischenfälle</title>
	<atom:link href="http://www.rauhfasler.de/rubrik/zwischenfaelle/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.rauhfasler.de</link>
	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 14:26:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Unter Olympiern</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/unter-olympiern</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/unter-olympiern#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 09:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Reichtum]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=8111</guid>
		<description><![CDATA[In der S-Bahn sehe ich zum ersten Mal ein iPad in voller Lebenswirklichkeit. Es ist geradezu eine Erscheinung. Der Raum verdichtet sich darum. Alle, die es irgendwie dazu in der Lage sind, werfen verstohlene Blicke auf den jungen Gott, den Besitzer des iPads, der zu uns herabgestiegen ist. Wir können uns nicht sattsehen am Gerät, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/07/dockextender.jpg" class="floatbox" rev="group:8111 caption:`Dockextender. Ein Apple-Taugliches, ziemlich teures und weißes Kabel`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/07/dockextender-300x199.jpg" alt="" title="Dockextender. Ein Apple-Taugliches, ziemlich teures und weißes Kabel" width="300" height="199" class="rand size-medium wp-image-8141" /></a></p>
<p>In der S-Bahn sehe ich zum ersten Mal ein iPad in voller Lebenswirklichkeit. Es ist geradezu eine Erscheinung. Der Raum verdichtet sich darum.</p>
<p>Alle, die es irgendwie dazu in der Lage sind, werfen verstohlene Blicke auf den jungen Gott, den Besitzer des iPads, der zu uns herabgestiegen ist. Wir können uns nicht sattsehen am Gerät, auch an ihm nicht, dem Besitzer. An der subtilen Struktur seines Hemdstoffes. Dieser Stoff leuchtet zwischen uns Schwitzenden in einem feinsinnig gebrochenen weiß. <span id="more-8111"></span></p>
<p>Ebenso leuchtet das Antlitz des Gottes, als der Zug unter einer Brücke hindurchfährt und der Widerschein von der Anzeige seines iPads sich seidig auf seine Gerichtszüge legt, auf den geschmackvoll gestuzten Bart. Nur ein wenig Schweiß glänzt auf seiner Stirn am Haaransatz. Über seine Kopfhörer erklingt sicherlich der Gesang der Gestirne, zu denen er schwerelos hinaufgehoben ist. </p>
<p>Aber da! Aber da! Da wird ein weiteres iPad auf einen zweiten Schoß gelegt. Es ist erschütternd. Jetzt habe ich das Verlangen, mich auf den Mittelgang, auf den PVC-Belag zu werfen, da Staub, der einzig angemessen wäre, hier leider nicht vorhanden ist. Nur die Eingetrockneten Flecken von herabgetropftem Schweiß. </p>
<p>Und von dort unten würde ich nach einer dieser Hände meine unwürdige Hand ausstrecken, eine dieser Hände, die über den Bildschirmen schwebend, auf sie niederkommend, die auf den Bildschirmen mit Fingern Gedanken verfassen, die ich irgendwann in Jahren, wenn ich Glück habe, übernehmen werde. </p>
<p>Und als ich mich ans Aussteigen mache, läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Ach, wäre es genug, um zweimal kräftig und gezielt zu spucken.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/saturn' rel='bookmark' title='Permanent Link: Saturn'>Saturn</a> <small>Zwischen Schlaf und Wachen schwebend fährt eine S-Bahn durch mein...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/drahtmeer-rostend-abendlich' rel='bookmark' title='Permanent Link: Drahtmeer rostend abendlich'>Drahtmeer rostend abendlich</a> <small>Ich rauche eine Zigarrette. Ich stehe an der Grenze des...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/auf-reiherschwingen' rel='bookmark' title='Permanent Link: Auf Reiherschwingen'>Auf Reiherschwingen</a> <small>Die Farben dieses Abends Trägt der Reiher Und wie seine...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/unter-olympiern/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unterbrechung mit Amsel</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/unterbrechung-mit-amsel</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/unterbrechung-mit-amsel#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 May 2010 10:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Fliegen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=7165</guid>
		<description><![CDATA[Ich bemerke im Aufblicken einen Vogel, eine Amsel, ein Jungvogel oder ein Weibchen, ich weiß immer noch zu wenig über Amseln, um das sicher sagen zu können. Der Vogel sitzt auf dem Geländer meines Balkons und unsere Blicke treffen sich in einem Moment, da wir beide aus unserer jeweiligen Beschäftigung aufschrecken. Die Amsel hat gefressen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/turdus-merula.jpg" class="floatbox" rev="group:7165 caption:`Amselweibchen (Turdus merula, Foto von Maurizio Dalla Via)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/turdus-merula-300x224.jpg" alt="" title="Amselweibchen (Turdus merula, Foto von Maurizio Dalla Via)" width="300" height="224" class="rand size-medium wp-image-7190" /></a></p>
<p>Ich bemerke im Aufblicken einen Vogel, <a class="tooltip floatbox" rev="width:400px height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr" href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/schatten-amsel.html" title="Eintrag zum Stichwort im Rauhfasler-Lexikon">eine Amsel</a>, ein Jungvogel oder ein Weibchen, ich weiß immer noch zu wenig über Amseln, um das sicher sagen zu können. Der Vogel sitzt auf dem Geländer meines Balkons und unsere Blicke treffen sich in einem Moment, da wir beide aus unserer jeweiligen Beschäftigung aufschrecken. Die Amsel hat gefressen, ich habe gelesen, jetzt verharren wir unschlüssig. Sie steht gespannt über der Schale mit hingestreuten Körnern, die auf dem Geländer festgebunden ist: ein kleiner, federnder, energisch gespannter Bogen ist ihr Körper, eine fließende Linie von den Füßen über die Brust bis zum leicht schräg gestellten Kopf. Die Sonne scheint morgendlich und inf dem braunen Federkleid leuchten die sparsam aufgestrichenen Farbnuancen, zurückhaltende Schönheit, ausgeführt mit wirklicher Meisterschaft. </p>
<p>Ich fühle mich, in diesem Moment, in dem ich so interessiert von einer Amsel angesehen werde &#8211; wie ein Mensch. Wir lesen eine Weile einander in unseren Gedanken. Die Amsel scheint Interessiert, wie sie wohl immer Interesse nimmt an den bloß halbwegs verständlichen Kuriositäten, die einem in einer Stadt begegnen können. Sie hat wohl einen Forschergeist, sie ist auch bestimmt ein Skeptiker. </p>
<p>Irgendein Einverständnis stellen wir her, mit einer zuckenden Bewegung meines, ihres Kopfes. Dann verlässt die Amsel die Geduld mit meiner schweren, erdverhafteten Gestalt: sie taucht in die Luft und verschwindet in einem engen Bogen, gierend, rollend, kippend, in einem <a href="#" class="tooltip">komplizierten Manöver<span><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/trudeln-150x150.jpg" alt="" title="Das Aresti-Symbol für Trudeln (Quelle: Wikipedia)" width="150" height="150" class="tipbild size-thumbnail wp-image-7192" />Das <strong>Flugmanöver,</strong> das die Amsel ausgeführt hat, war eine kontrollierte Form des <strong>Trudelns</strong>, genauer das Steiltrudeln, allerdings für einen so kurzen Zeitraum, daß diese Luftbewegung völlig abseits der Möglicheiten menschlicher Fluggeräte lag und eine <em>technische</em> Beschreibung also recht unangemessen klingen muß.</span></a> grußlos von der Balkonbrüstung abwärts.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/auf-der-kuppe-eines-kopfes' rel='bookmark' title='Permanent Link: Auf der Kuppe eines Kopfes'>Auf der Kuppe eines Kopfes</a> <small>Schwebeteilchen fließen In den Falten zweier Kissen Träge bis zum...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/erschlummern' rel='bookmark' title='Permanent Link: Erschlummern'>Erschlummern</a> <small>Die Welt unter Ausschluß ihres sichtbaren Teils besteht aus Kräften...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/sturz-2-gehoer' rel='bookmark' title='Permanent Link: sturz #2 (gehör)'>sturz #2 (gehör)</a> <small>dem sterbenden vogel der sein inneres über die schräge unsäglich...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/unterbrechung-mit-amsel/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf der Nothaltebucht&#8230;</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/auf-der-nothaltebucht</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/auf-der-nothaltebucht#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 14:03:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=5337</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;der Datenautobahn mußte ich mir wieder einmal reichlich nervös die Beine in den Bauch stehen, weil mein Provider meinen Server abgewürgt hatte. Ich habe mich von ihm getrennt. Jetzt also: zuverlässiger, aktueller, sicherer, fast lichtschnell: Rauhfasler (getragen von einem bayerischen Dienstleister mit sympathischem Dialekt, das immerhin). Ähnliche Texte:Frieden Der Frieden glänzender Felgen an Einem schweren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/11/broken-lcd-screen-754937.jpg" class="floatbox" rev="group:5337 caption:`broken-lcd-screen-754937`"><img class="rand size-medium wp-image-5338" title="broken-lcd-screen-754937" src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/11/broken-lcd-screen-754937-300x187.jpg" alt="broken-lcd-screen-754937" width="300" height="187" /></a></p>
<p style="text-align: left;">&#8230;der Datenautobahn mußte ich mir wieder einmal reichlich nervös die Beine in den Bauch stehen, weil mein Provider meinen Server abgewürgt hatte. Ich habe mich von ihm getrennt. Jetzt also: zuverlässiger, aktueller, sicherer, fast lichtschnell: Rauhfasler (getragen von einem bayerischen Dienstleister mit sympathischem Dialekt, das immerhin).</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/frieden' rel='bookmark' title='Permanent Link: Frieden'>Frieden</a> <small>Der Frieden glänzender Felgen an Einem schweren Wagen, der je-...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/herrlich-entfernt' rel='bookmark' title='Permanent Link: Herrlich entfernt'>Herrlich entfernt</a> <small>Ich verspürte keinen Schmerz, mein Hunger hatte ihn abgestumpft; statt...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2007/hilflosigkeit' rel='bookmark' title='Permanent Link: Hilflosigkeit'>Hilflosigkeit</a> <small>Mich überkommt große Wehmut beim Anblick der Absätze eines Mädchens...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/auf-der-nothaltebucht/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mannesfurcht</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/mannesfurcht</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/mannesfurcht#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 09:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Begehren]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Furcht]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Verwirrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Warten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=3793</guid>
		<description><![CDATA[An eine Mauer gelehnt, unter einer Eisenbahnbrücke, bei einer Bushaltestelle stehen ein Mann und eine Frau sehr nah beieinander. Ein Mann und eine Frau aber nur in einem sehr weitläufigen, ins Allgemeine gehenden Sinn. Dem Mann ist noch allzu deutlich das Kind anzusehen, aus dem er herausgewachsen ist. Unbeholfen, etwas ungläubig und stolz trägt er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/06/gepard_im_spurt_gepardenlandde.jpg" class="floatbox" rev="group:3793 caption:`Gepard im Spurt (via gepardenland.de)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/06/gepard_im_spurt_gepardenlandde-300x172.jpg" alt="Gepard im Spurt (via gepardenland.de)" title="Gepard im Spurt (via gepardenland.de)" width="300" height="172" class="rand size-medium wp-image-3796" /></a></p>
<p>An eine Mauer gelehnt, unter einer Eisenbahnbrücke, bei einer Bushaltestelle stehen ein Mann und eine Frau sehr nah beieinander. Ein Mann und eine Frau aber nur in einem sehr weitläufigen, ins Allgemeine gehenden Sinn. Dem Mann ist noch allzu deutlich das Kind anzusehen, aus dem er herausgewachsen ist. Unbeholfen, etwas ungläubig und stolz trägt er sein Mannsein, einen neuen und noch ungewohnten Besitz. Sein Gesicht ist noch weich, auf Mund und Augen liegt noch nicht die Anspannung eines Erwachsenen. Allerdings hat er Muskeln, eine faßweite Brust, einen scharf geschnittenen, kurzhaarigen Schädel. Aber das alles ist noch Spielzeug für ihn, man kann es an dem Zögern sehen, das sich an jede Bewegung anschließt. Man kann es an den weichen Linien ablesen, die um die Wangen verlaufen, an der breiten, ungelenken Nase, an den deutlichen Spuren sprunghaften Wachstums, an dem Fehlen von Verwitterung und Abschürfung.</p>
<p>Und die Frau? Sie hat an ihm ihre Beute gefunden. Und auch dazu, daß sie eine Frau, er ein Mann ist, stehen sie beide wie Jägerin und Opfer. Sie drängt ihn an die Wand, hat ihr Knie zwischen seine Knie geschoben. Ein schlankes Bein in einer engen, weißen Jeans, das in seine Abwehr, weil er wohl einen Moment zu lange gezögert hat, eine empfindliche Bresche geschlagen hat, die ihm die Niederlage einbringen wird. Die langen Klauenhände halten seine beiden Flanken gepackt, so zieht sie sich weiter und weiter zu ihm heran. Er ist ratlos, versucht ungesehen auszuweichen. Er kommt nur bis zur Mauer in seinem Rücken. Er lacht zutiefst verunsichert und sein Lachen ist das eines Kindes. Eine ihrer Klauenhände wandert nach oben, sie packt ihn am Nacken und zieht sein Gesicht zu ihrem herab. Sie grinst, sie ist ein Raubtier, das hungert und die Beute sicher in der Gewalt hat. Ihm gelingt es mit großer Mühe, den Kopf soweit nach hinten zu biegen, immerhin hat er viele Muskeln. Sie kommt nur an sein Kinn heran. Aber daran stört sie sich kaum, nimmt es als ein Angeld und beißt umstandslos hinein. Durch seinen Körper geht ein elektrischer Schlag und sie lacht in einem hellen Ton, der alles Schreckliche enthält, das Frauen für Männer sein können. Er legt siene großen, kraftlos gewordenen Hände auf ihre Schultern, während sie sich auf die Zehenspitzen stellt und mit Knie und Mund ihn immer gnadenloser Bedrängt. Mit den Händen versucht er in einer zur Zärtlichkeit genötigten Abwehr, sie fortzudrücken, aber es gelingt ihm nicht. Wieder geht eine Welle durch ihn, Angst, vor der er nicht ausweichen kann, denn seine Bredouille liegt vor allem darin, daß der Mann, der er ohne es wohl recht zu wollen auch sein muß, sich der Angst nicht fügt und das Schreckliche will.</p>
<p>Eine Anzeige bei der Bushaltestelle hat allmählich die Minuten heruntergezählt. Züge sind über die Eisenbahnbrücke gefahren und haben Erschütterungen durch die Mauer bis in den Boden geschickt. Da erscheint der Bus. Der Junge, der Mann hat es aus dem fiebernden Augenwinkel gesehen. Endlich kommt er frei. Man muß einsteigen, der Bann ist gebrochen. Er nimmt sie bei der Hand &#8211; so, Junge, macht man es als ein Erwachsener, du hast es anderswo gesehen und bei dir behalten.</p>
<p>Jetzt stehen sie im Bus. Sie, die Jägerin, hat ihre Beute doch noch verloren. Mißmutig steht sie an einer der Stangen, hält sich gelangweilt fest und läßt halbherzig ihre Reize in seine Richtung spielen. Er aber hat zu sprechen begonnen. Er erzählt ihr von der komplizierten Architektur einer Fußballmannschaft. Er legt seine Gedanken sorgfältig und gewandt dar. Bei jeder Pointe zwingt sie sich zu einem Lachen. Nun hat sie die Unsicherheit befallen: Was soll sie anfangen mit ihm?</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/ausgangstext-variante-b' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ausgangstext, Variante b'>Ausgangstext, Variante b</a> <small>Ein Mann geht morgens zum Fleischer. Er betritt den Laden...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/redundant' rel='bookmark' title='Permanent Link: Redundant'>Redundant</a> <small>Ein Mann. Ein Mann geht. Er geht um einzukaufen. Ein...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/sprachteilchenphysik' rel='bookmark' title='Permanent Link: Sprchtlchnphysk // Sprachteilchenphysik'>Sprchtlchnphysk // Sprachteilchenphysik</a> <small>Ohne Verben Ein Mann hungernd. Er aufgebrochen und jetzt bei...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/mannesfurcht/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Miasmata</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/miasmata</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/miasmata#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 May 2009 10:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Mißverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[Schmutz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Wände]]></category>
		<category><![CDATA[Warten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=3621</guid>
		<description><![CDATA[Die merkwürdig gelbliche grünliche Farbe der geweißten Wände im Vordergrund. Vom Licht der Neonröhren, das auch von der gleißenden Sonne draußen nicht verdünnt wird. Abgestandene Wände. Der braune Schleier, den Menschen im Vorübergehen an vorspringenden Ecken hinterlassen, besonders dann, wenn sie sich Anlehnen, die Menschen. Der aufrechte Gang ist nicht weit genug ausgeprägt: anlehnen muß [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="/wp-content/uploads/2009/05/isolation_unit_4.jpg" class="floatbox" rev="group:3621 caption:`Innenraum. Design von Isolation Unit`"><img class="rand size-medium wp-image-3625" title="Innenraum. Design von Isolation Unit" src="/wp-content/uploads/2009/05/isolation_unit_4-300x200.jpg" alt="Innenraum. Design von Isolation Unit" width="300" height="200" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die merkwürdig gelbliche grünliche Farbe der geweißten Wände im Vordergrund. Vom Licht der Neonröhren, das auch von der gleißenden Sonne draußen nicht verdünnt wird. Abgestandene Wände. Der braune Schleier, den Menschen im Vorübergehen an vorspringenden Ecken hinterlassen, besonders dann, wenn sie sich  Anlehnen, die Menschen. Der aufrechte Gang ist nicht weit genug ausgeprägt: anlehnen muß man sich. Und dabei bleibt etwas an der geweißten Ecke zurück, eine Abschuppung der Aura vielleicht, ein fettiges Miasma. Das würgende Husten des Alleinstehenden im weiten Raum des Bahnsteigs; und auch das Mißverständnis eines alten Ehepaares – wirklich: sie sind einander ähnlich geworden, aber es reicht nicht nach innen. Das Weinen eines jungen Mädchens an der Zugtür, obwohl gar nicht sie es ist, die fährt, sondern ihre Schwester. Die kleine Schwester hat, im Sprung, beim Einsteigen, in der Luft hängend, gezögert, ihr Blick ging zurück, die Hand an der blanken, verchromten Stange. Und das schweigende Rauchen der Mutter, drei Schritte entfernt, das Ausbleiben der Umarmung, die unsichtbar in der Luft hängen geblieben ist mit dem Rauch. Allein für sich steht an ein Signal gelehnt ein vertrockneter Sonderling, von dem die fleckige Kleidung herabhängt wie altes Laub. Er starrt die leere Luft an und redet undeutlich mit ihr. Dir Worte kleben aneinander, sie wurden zu lange gekocht; er isst sie kalt. Von der elektrischen Entladung des Heiligen Geistes redet er &#8211; ich denke an Manipulation.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/alltagsschauspiel-unbedeutend' rel='bookmark' title='Permanent Link: Alltagsschauspiel, unbedeutend'>Alltagsschauspiel, unbedeutend</a> <small>Szene: Menschen in einem Zug. Der Zug hat zwei Stockwerke,...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/nuancen' rel='bookmark' title='Permanent Link: Nuancen'>Nuancen</a> <small>Daß der Geschmack eines Tages Sich ändern muß, wie sich...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/katertraum' rel='bookmark' title='Permanent Link: Katertraum'>Katertraum</a> <small>Vom betongrauen Mund der Fremde Habe ich Atem gesogen, er...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/miasmata/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

