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	<title>Rauhfasler &#187; Anfang</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Primordial</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 10:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hagiographie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Fragment aus den &#0187;Reden über die Gründe&#0171;, die vermutlich auf Eklytos Auchmeros zurückgehen. Beachte die Anmerkungen. 1.In ihm, der vor allem enstand, in Dem Ersten, wuchs bald, nachdem Er begonnen hatte zu sein, ein Mangel. Er, Der Erste, erkannte, daß ihm etwas fehlte. So schnell und bald wuchs Dem Ersten jene Erkenntnis, daß der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/big-bang.jpg" class="floatbox" rev="group:9061 caption:`Die Pendelleuchte &rsaquo;Big Bang&lsaquo; von Black+Blum`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/big-bang-300x195.jpg" alt="" title="Die Pendelleuchte &rsaquo;Big Bang&lsaquo; von Black+Blum" width="300" height="195" class="rand size-medium wp-image-9123" /></a></p>
<div style="font-style:italic;margin-left:3.4em;padding-left:10px;background:#EFEFEF;margin-bottom:1em;">Ein Fragment aus den &#0187;Reden über die Gründe&#0171;, die vermutlich auf Eklytos Auchmeros zurückgehen. Beachte die <a href="#anm">Anmerkungen.</a></div>
<p><span style="margin-left:-4em;margin-right:3.4em;font-style:italic;color:#66828E;">1.</span><span class="initial">I</span><span style="font-variant:small-caps;">n ihm,</span> der vor allem enstand, in Dem Ersten, wuchs bald, nachdem Er begonnen hatte zu sein, ein Mangel. Er, Der Erste, erkannte, daß ihm etwas fehlte. So schnell und bald wuchs Dem Ersten jene Erkenntnis, daß der urspüngliche Frieden nur einen Augenblick gewährt hatte. <span id="more-9061"></span><br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">(*)</span>Zu sagen, die Erkenntnis des Mangels sei »bald« gewachsen, ist jedoch nur nach Menschenmaß gesprochen, denn Der Erste hatte die Dinge noch nicht in ein Nacheinander geordnet. Daß Der Erste den Mangel erkannte, riß Ihn aber aus dem Zustand ungeteilter Einheit, in dem Er entstanden war: denn Er dachte, daß etwas nicht sei, daß sein müsse &mdash; und deshalb erwachte er; damit entstand nunmehr das Nacheinander, das Nacheinander entstand, das Der Erste verglich und bestaunte: Das Nacheinander des unausgedehnten Moments ohne Erkennen in ursprünglichem Frieden zuerst &mdash; und die Erkenntnis des Mangels, die nun darauf gefolgt war: das Nacheinander, der Keim der Zeit.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">2.</span>Der Gedanke des Mangels wuchs im Ersten zu immer größerer Deutlichkeit: so hell leuchtete dieser Gedanke, der zugleich Gefühl war, im wüsten, leeren Raum der sich um den Ersten erstreckte, oder der von Ihm selbst eingeschlossen wurde, so hell leuchtete die Empfindung der Unvollständigkeit, die zugleich die Festigkeit einer denkenden Sonne hatte, so hell, daß der wüste, leere Raum davon erleuchtet wurde. Und das Licht verlor sich in der endlosen Finsternis und wurde von ihr getilgt.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">3.</span>Und Der Erste folgte mit seinem ortlosen Blick dem vergehenden Licht in die Schwärze, die seine eigene, unbekannte Ausdehnung bekleidete, bis dorthin, wo das Licht sich endlich ganz in Seiner Grenzenlosigkeit verlor &mdash; und Der Erste fürchtete sich davor. So war Er aufgespannt zwischen dem leuchtenden Mangel und der geduldigen Dunkelheit, darin die Furcht wohnte, die allein keinen Mangel, sondern nur Überfluß kennt. Während Er derart auf halben Wege zwischen Dunkel und Licht schwebte, lernte Der Erste, was das Gleichgewicht der Kräfte sei, das unerträgliche Gleichgewicht &mdash; und Er lernte, daß es vernichtet werden müsse, damit er, Der Erste, nicht der einzige bleibe und an sich selbst irre werden müsse.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">4.</span>Und also schied Der Erste sich selbst entzwei, Er zerriß sich selbst, zornig über das Gleichgewicht, das die Morgengabe seines Anfangs gewesen war, Er schied sich von oben an bis unten aus.<sup>(&dagger;)</sup> So erfuhr Der Erste, was eine Tat ist und wie sie aus dem Entschluß hervorgeht; und Er erfuhr vom Schattenbild der Tat: dem Verhängnis.<sup>(&dagger;&dagger;)</sup><br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">5.</span>Dort, wo Der Erste den Riß geschaffen hatte, dort nämlich, wo die letzten Lichtstrahlen sich im Dunkel verloren hatten,(&loz;) dort war also eine Grenze entstanden, an der sich das Selbst Des Ersten geschieden hatte, sodaß Er von nun an doppelt war, doppelt dachte und empfand. So schied Er Den Anderen von sich ab, wie das Wasser sich an einem sehr glatten Stein schneidet, oder wie ein glimmender Docht durch sein vergehendes Licht einen fensterlosen Raum öffnet: nach innen hin. Den Anderen aber wollte Der Erste nun nicht mehr kennen, also nannte Er ihn seinen Feind, denn Er erachtete es als besser, die Dunkelheit als einen Feind zu fürchten, Er wollte nicht mehr alles sein in allem.<sup>(&Dagger;)</sup><br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">6.</span>Daraufhin kehrte Der Eine sein Antlitz dem Lichte zu: und das Licht<sup>(&Dagger;&Dagger;)</sup> war seine Unvollkommenheit, und die Wärme aus dem Licht füllte Den Einen nun ganz, bis an seine Grenze; es war aber dies: sein Sehnen. Mit der Sehnsucht des Liebenden wünschte sich Der Erste, sich selbst wiederzufinden in einem Ziel, zu dem Er sich spannen könne; mit der Sehnsucht des Liebenden suchte Er das Geliebte. Und Stille war um Ihn und Der Andere schwieg dazu. Aber um Den Ersten bis zur Grenze, an der das Licht versank, war nichts, daß sich von ihm unterschied, denn außer ihm war noch nichts geschaffen worden.<br />
<span style="margin-left:-2em;margin-right:4em;font-style:italic;color:#66828E;">7.</span>Da teilte Der Erste seinen Leib, Er teilte ihn in zwei gleich große Teile. Für sich behielt Er den leichteren Teil &mdash; und aus dem schweren wollte Er einen neuen Körper formen: einen Körper außer sich. Aber Er wußte keine Gestalt für den Körper und kehrte deshalb das Ungestalte um und um. So aber formte sich vor Dem Ersten eine Kugel, und Der Erste erkannte, daß die Kugel schön geraten war. Und Er setzte die Kugel mitten in das Licht, das ihm aus der Erkenntnis seines Mangels aufgegangen war: und die Kugel nahm das Licht auf. Der Erste aber blickte mit der Hoffnung eines Liebenden auf jenen Körper, den Er aus der Schwere seines Körpers gefertigt hatte: und durch den Strom dieser Begierde<sup>(&lowast;)</sup> wuchs die Kugel, die Der Erste geformt hatte. Das Licht sammelte sich in unzähligen Tropfen auf ihr, so entstanden Planeten und Gestirne. Und schließlich, im Strom der Liebe, die vom Ersten ausging, begann in der Kugel Bewegung zu entstehen und dadurch entstand in ihr Leben. Und im Leben erkannte Der Erste das Ziel seiner Begierde, das Ende seiner Unvollkommenheit. Der Andere aber wartete hinter seiner Grenze &mdash; und schwieg zu alldem.</p>
<hr />
<div style="font-size:12px;">
<p style="font-weight:bold;font-size:16px;margin:0;"><a style="font-style:normal;color:#000;" name="anm">Anmerkungen</a></p>
<p>Der Text ist eine von mir angefertigte Übersetzung eines Fragmentes, daß mit einiger Sicherheit dem griechisch sprechenden, spätantiken Autor Eklytos Auchmeros zuzuschreiben ist. Der Text steht im Zusammenhang einer längeren Visionsrede, deren Anfang erhalten ist. Vor und nach unserem Text sind allerdings längere Passagen dem nagenden Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. Der Papyrus, auf dem der Text überdauert hat (nämlich der Kodex Sabratensis Eh/II/3r), ist leider schwer beschädigt. Auch ohne diesen Papyrus hätte uns jedoch der größte Teil des Textes erreicht. Er wurde von einem Mönch ca. in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts abgeschieben und kommentiert. Die dahinterstehende Überlieferungskette liegt vollends im Dunklen.</p>
<p>Dem geneigten Leser wird hier nun also die recht eigenwillige Kosmogonie des Propheten Eklytos vorgestellt, für den der Autor eine eingestandene Schwäche hegt. An den Rand gestellt ist eine Nummerierung von &#0187;Schöpfungs-Ereignissen&#0171; (Gesta) aus der Hand des besgten Mönchs, der seine Kopie des Textes mit dem Namen Alfaric unterschrieben hat. Offenbar hatte Alfaric Bedenken gegenüber der Ursprünglichkeit des zweiten Absatzes, die ich durchaus teilen würde: Alfaric jedenfalls nimmt diesen Absatz aus seiner Numerierung aus, die sich dadurch sehr schön in das christliche 7-Tage-Schema einfügt, dem sich Eklytos, als eine sonderbare aber entschiedene Randfigur der frühen Kirche, verpflichtet fühlte.</p>
<p>Alfaric hat seiner Abschrift erklärende Überschriften für die einzelnen Gesta beigegeben, die hier (obgleich Alfarics Zusammenfassungen nicht unbedingt zutreffend sind), zusammen mit wenigen weiteren Erklärungen, nicht unterschlagen werden sollen: </p>
<div style="background:#EFEFEF;padding:10px;">
<p style="margin:0px;">1.) Die Geburt des Schöpfers zugleich des Mangels. </p>
<p style="margin:0px;">* ) Die Entstehung der Zeit aus dem ersten Erleiden.</p>
<p style="margin:0px;">2.) Das Aufleuchten der Sehnsucht im Dunklen: erstes Licht.</p>
<p style="margin:0px;">3.) Die Geburt der Dunkelheit aus dem Licht.</p>
<p style="margin:0px;">4.) Wie der Schöpfer sich entzweite: die erste Tat.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&dagger;) Vgl. Matthäus 27,51.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&dagger;&dagger;) Im griechischen Text steht &pi;&omicron;&tau;&mu;&omicron;&sigmaf;, d.i. das Schicksal, das Verhängnis, in der Regel sehr negativ konnotiert und im Sinne &#0187;<em>tödlicher</em> Fügung&#0171; verwendet.</p>
<p style="margin:0px;">5.) Der Erzüble aus dem Schöpfer geboren.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&Dagger;) Vgl. 1. Kor. 15,28; 12,6; Eph. 1,23.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&loz;) Eine interessante Parallele findet sich im Neo-Platonismus. In der Zusammenfassung E.M.Mitchells: &#0187;From Primordial Being &#8230; the finite proceeds as a stream, contained in but not containing or in any way affecting its source. Primordial Being is the sun which pours through the universe its circle of light, a light that gradually pales as it reaches its limit in the gloom of not-being. The finite is but a shadow of the Infinite.&#0171; (Ders., <a class="floatbox" rev="width:90% height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr" href="http://www.archive.org/stream/cu31924031231016#page/n301/mode/1up">A Study of Greek Philosophy</a>, Chicago 1891, S. 266f.)</p>
<p style="margin:0px;">6.) Das Sehnen des Schöpfers bewirkt den Fortlauf der Taten</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&Dagger;&Dagger;) Vgl. Psalm 36,10.</p>
<p style="margin:0px;">7.) Der Kosmos entsteht aus der Schwere des Leibes des Schöpfers. Das Leben aus seiner Begierde.</p>
<p style="margin: 0 0 0 3.4em;">&lowast;) In der Tat steht hier ἐπιθυμία, die (dezidiert sinnliche) Begierde, was nicht eindrücklich genug hervorgehoben werden kann.</p>
</div>
<p style="font-weight:bold;font-size:16px;margin:1em 0 0 0;">Zwei Zugaben</p>
<p><span style="margin-left:4em;">1.</span> Aus einem Gedicht Sigmund von Birkens, das mir zufällig gerade jetzt in die Hände gefallen ist, eine Strophe, in der beschrieben wird, wie der Heilige Geist über dem &#0187;vermengte[n] Ball der Dinge&#0171; schwebt. Das ist eine Schöpfungsvision, die sicherlich nichts mit dem vorliegenden Text zu tun hat, aber dennoch schön mit ihm zusammenstimmt:</p>
<p><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/09/ball_der_dinge.jpg" width="300" class="alignnone size-full wp-image-9176" /></p>
<div style="display:none;">Als ein Seyn zu seyn anfienge/<br />
der vermengte Ball der Dinge:<br />
schwebtest du auf deiner Brut/<br />
wie die Taube auf dem Eye/<br />
machtest/ daß GOtt wonhaft seye<br />
hier/ wo tobt des Satans Wut.<br />
Jn des Menschen Fleisches-Höle/<br />
bliesest du die Himmel Seele.</div>
<p>(Heiliger Sonntags-Handel und Kirch-Wandel, Nürnberg/ Jn Verlegung Johann Jacob von Sandrart [&#8230;] Anno 1681, Seite 92. &#8211; Nur ganz im Vorübergehen sei der Leser darauf hingewiesen, wie sehr der &#0187;vermengte Ball der Dinge&#0171; dazu passt, wie die Naturwissenschaft sich heute den Zustand des Universums vor dem &#0187;Urknall&#0171; vorstellt.)</p>
<p><span style="margin-left:4em;">2.</span> Ganz im Gegenteil dieser Text, ebenfalls von Sigm. v. Birken (ebd., S. 129f.) Hier sind die klassischen Ansichten über Gott vertreten. Eklytos Vision über die Entstehung des Kosmos, unterscheidet sich an wichtigen Punkten von dieser &#0187;orthodoxen&#0171; Auffassung:</p>
<div style="font-size:16px;">&#0187;Jst nun Gott Alles in Allem/ und Alles ist in ihm: so ist er der Einige der keinen neben sich hat/ und Alles ist unter ihm. So ist er der Gröste weil er alles in sich begreift: gleichwie das Meer alles Wasser in sich fasset. &#8230; Jst Gott Alles in Allem/ und Alles ist in ihm: so ist er der Bäste/ (m) gleichwie der Gröste/ ja das Höchste Gut/ als der Begriff und Brunn alles dessen/ was man Gut nennet. &#8230; Weil nun alles Gut in Gott ist/ so folget auch/ daß er müße seyn der Allerseligste/ mit sich selbst und vollkomlich vergüngt: dahero dann/ in Gott seyn/ alle Seeligkeit ist.&#0171;</div>
</div>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Mythos]]></series:name>
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		<title>Zwischen Zweigen</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 10:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Erstaunlichkeit der Grenzen: Sie rücken dem Blick zu Leibe Mit ihrem Perspektivenspiel. Wie Botschaften in Röntgenstrahlen Herüberrufen vom allerersten Anfang her im Hintergrund. Und zwischen allerkleinsten Saiten Auf denen sich die Körper selber spielen Dimensionen lauern im Dutzend. Wie ein zwiefach gezwirbelter Faden Sich aus der Urflut erhob um Später dann zu leben Von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/chandra.jpg" class="floatbox" rev="group:5474 caption:`Bild des Chandra-Röntgenteleskops vom Krabbennebel (X-ray: NASA/CXC/SAO/F.Seward; Optical: NASA/ESA/ASU/J.Hester &amp; A.Loll; Infrared: NASA/JPL-Caltech/Univ. Minn./R.Gehrz)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/chandra-300x286.jpg" alt="Bild des Chandra-Röntgenteleskops vom Krabbennebel (X-ray: NASA/CXC/SAO/F.Seward; Optical: NASA/ESA/ASU/J.Hester &amp; A.Loll; Infrared: NASA/JPL-Caltech/Univ. Minn./R.Gehrz)" title="Bild des Chandra-Röntgenteleskops vom Krabbennebel (X-ray: NASA/CXC/SAO/F.Seward; Optical: NASA/ESA/ASU/J.Hester &amp; A.Loll; Infrared: NASA/JPL-Caltech/Univ. Minn./R.Gehrz)" width="300" height="286" class="rand size-medium wp-image-5476" /></a></p>
<p>Die Erstaunlichkeit der Grenzen:<br />
Sie rücken dem Blick zu Leibe<br />
Mit ihrem Perspektivenspiel.</p>
<p>Wie Botschaften in Röntgenstrahlen<br />
Herüberrufen vom allerersten<br />
Anfang her im Hintergrund.</p>
<p>Und zwischen allerkleinsten Saiten<br />
Auf denen sich die Körper selber spielen<br />
Dimensionen lauern im Dutzend.</p>
<p>Wie ein zwiefach gezwirbelter Faden<br />
Sich aus der Urflut erhob um<br />
Später dann zu leben</p>
<p>Von Rätseln, einem solchen<br />
Wie es zwischen Zweigen atmet.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fortsetzung</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 10:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Anfang]]></category>
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		<description><![CDATA[Kalt weht dem Anfang Ein Wind in den Rücken Aus der ödesten Steppe: Er hat keinen Bürgen, Sein Grund ist alleine er selbst. Das Ende ist zwar In behagliches Murmeln gehüllt Von rückwärts, das war noch bis eben genug. Aber jetzt fällt sein Blick Vornüber, dorthin, Wo der nächste Schritt endet: Im Nichts. Gut nur, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/10/monoblock-twin.jpg" class="floatbox" rev="group:5089 caption:`Monoblock Twin`"><img src="/wp-content/uploads/2009/10/monoblock-twin-300x290.jpg" alt="Monoblock Twin" title="Monoblock Twin" width="300" height="290" class="rand size-medium wp-image-5092" /></a></p>
<p>Kalt weht dem Anfang<br />
Ein Wind in den Rücken<br />
Aus der ödesten Steppe:<br />
Er hat keinen Bürgen,<br />
Sein Grund ist alleine er selbst.</p>
<p>Das Ende ist zwar<br />
In behagliches Murmeln gehüllt<br />
Von rückwärts, das war noch bis eben genug.<br />
Aber jetzt fällt sein Blick<br />
Vornüber, dorthin,<br />
Wo der nächste Schritt endet:<br />
Im Nichts.</p>
<p>Gut nur, daß meistens nichts anfängt,<br />
Nichts endet, daß immer die Mehrheit<br />
Nur Fortsetzung ist, die satt und gemütlich<br />
Sich selbst speißt zu Mittag,<br />
Nachts sich alleine zufrieden beschläft<br />
Und morgens den eigenen Zwilling<br />
Gähnend von neuem gebiert.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Glücksbaum</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 10:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Empfang]]></category>
		<category><![CDATA[Anfang]]></category>
		<category><![CDATA[Augenblick]]></category>
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		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Triptychon, dessen Mitteltafel und beide Flügel wiederum zusammengesetzt sind, jeweils aus vier völlig gleichen Rechtecken, ebenmäßig mit einem grauen Schleier überzogen, ist mein Fenster. Der rechte Flügel ist schräg nach vorne gekippt (das wäre für ein wahres Triptychon sehr bedauerlich) und durch den so entstandenen Spalt dringt der noch eben blaue Himmel herein. Außerdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/05/tree.jpg" class="floatbox" rev="group:3701 caption:`Ein Baum. Illustration aus: John Evelyn, Sylva. Or A Discourse of Forest Trees (Projekt Gutenberg)`"><img class="rand size-medium wp-image-3703" title="Ein Baum. Illustration aus: John Evelyn, Sylva. Or A Discourse of Forest Trees (Projekt Gutenberg)" src="/wp-content/uploads/2009/05/tree-258x300.jpg" alt="Ein Baum. Illustration aus: John Evelyn, Sylva. Or A Discourse of Forest Trees (Projekt Gutenberg)" width="258" height="300" /></a></p>
<p>Ein Triptychon, dessen Mitteltafel und beide Flügel wiederum zusammengesetzt sind, jeweils aus vier völlig gleichen Rechtecken, ebenmäßig mit einem grauen Schleier überzogen, ist mein Fenster. Der rechte Flügel ist schräg nach vorne gekippt (das wäre für ein wahres Triptychon sehr bedauerlich) und durch den so entstandenen Spalt dringt der noch eben blaue Himmel herein. Außerdem der schläfrige Gesang der Vögel.</p>
<p>Und ein Geräusch, das quer durch alle Jahreszeiten immer gleich bleibt, nur durch das schlimmste Unwetter verschlungen oder durch völlige Windstille zum Schweigen gebracht wird: ein metallisches Pochen, das ich eigentlich jeden Tag, aber lange nicht mehr wirklich gehört habe. Es ist ein solches Pochen, wie man es gemeinhin in einem Hafen erwarten würde, obwohl es zu weit bis zum nächsten Hafen ist, als daß man ihn hören könnte (außer wenn ein wirklich gewaltiges Schiff sein Nebelhorn bis zum Rand mit Druckluft füllen würde; aber solcher Nebel ist wahrhaft selten).</p>
<p>Ein metallisches Pochen, das mir, wenn ich das Triptychon in dieser rotgefärbten Fensterhöhle zurückgelassen haben werde, als Inbegriff für Heimat gelten wird, zusammen mit jenen anderen, früheren Inbegriffen: mit einer Transformator-Station aus Waschbeton, die den Strom meiner Kindheit umgespannt hat; mit der merkwürdigen Rauhigkeit, mit der die tönerne Oberfläche eines Schraubdeckels unter den Fingern liegt, den ich auf den Schlund schrauben mußte, worin eine Sicherung zu versenken war (während eine unklare Furcht vor der tödlichen Elektrizität am Boden dieses Schlundes den Nacken streichelte); zusammen mit dem Erstaunen darüber, daß die Gegensprechanlage am Türrahmen zehn verschiedene Klingeltöne anbot und mit dem Geruch des Treppenhauses, mit der vollendeten, schutzlosen Weichheit des Lichtes, das durch die matte, gemusterte Scheibe der Haustür drang.</p>
<p>Vor dem halb aus den Angeln geratenen Triptychonsflügel steht in einem breiten Terakottatopf übrigens eine merkwürdige Pflanze. Ich habe sie irgendwann gekauft, weil ihre zwei mageren, spitzen Blätter vor dem Hintergrund des üpprigen Grüns im Pflanzengeschäft mein Mitleid erregten. Und über die Jahre hat dieser Baum, mein still und rauh geliebter kümmerlicher Freund, immer alle seine Blätter verloren, bis auf zwei oder drei, die doch übrig blieben; zwei oder drei Blätter, die immer nur am Ende des mit der Zeit länger, krümmer und kahler werdenden Stammes wuchsen. </p>
<p>Ich habe in einem Botanischen Garten die Blätter meines stummen, zähen Freundes wiedererkannt: An einem prächtigen kleinen Baum hingen sie, mit einem lebensvollen Stamm, gerade gewachsen. Brachychiton rupestris &#8211; Glücksbaum. Ich habe daraufhin meinem mageren, verkrüppelten Glücksbaum einen neuen Topf auf die Fensterbank gestellt und auch frische Erde gegeben &#8211; er hatte bislang mit mir nur wenig Glück. Aber jetzt sitzt am Ende seines einzigen, dürren Zweiges eine hellgrüne Krone aus frisch gesprossenen Blättern: das ist ein Anfang.</p>


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		<title>Unsichtbare Grenze</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 10:15:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ahnungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Kein patronenknallender Umsturz oder Auch nur eine Feuersäule, die den Sand Zu Glas verbrennt, im Augenblick, da Die Schwerkraft schlagweise zerbrochen Wird, in einem solchen Augenblick vor Augen, Dem suchenden Blick als Anzeichen Dargeboten, wenn etwas zuendegegangen Und wohl auch die neue Zeit angebrochen Längst ist, wenn anhand eines leisen Zitterns im Boden bloß, elektrischem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/03/schneide-edelstahl.jpg" class="floatbox" rev="group:2940 caption:`Schneide eines Edelstahl-Messers, stark vergrößert (Quelle: Das Erste)`"><img class="rand size-medium wp-image-2945" title="Schneide eines Edelstahl-Messers, stark vergrößert (Quelle: Das Erste)" src="/wp-content/uploads/2009/03/schneide-edelstahl-300x199.jpg" alt="Schneide eines Edelstahl-Messers, stark vergrößert (Quelle: Das Erste)" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Kein patronenknallender Umsturz oder<br />
Auch nur eine Feuersäule, die den Sand<br />
Zu Glas verbrennt, im Augenblick, da<br />
Die Schwerkraft schlagweise zerbrochen<br />
Wird, in einem solchen Augenblick vor Augen,<br />
Dem suchenden Blick als Anzeichen<br />
Dargeboten, wenn etwas zuendegegangen<br />
Und wohl auch die neue Zeit angebrochen<br />
Längst ist, wenn anhand eines leisen<br />
Zitterns im Boden bloß, elektrischem Strom<br />
Gleich, allmählich spürbar geworden<br />
Ist, daß es nicht mehr ist um einen,<br />
Wie es der Gewohnheit entspräche.<br />
Warum wohl die eigentlichen Auferstehungen<br />
Eher dem langsamen Tod der Haare<br />
Als dem Abschneiden von Trauben<br />
Gleich verlaufen; die Grenze unsichtbar,<br />
Und deshalb so scharf, nichts unabgeschnitten<br />
Zu lassen; schmerzlos solche Schnitte:<br />
Man erkennt sie erst an der Wärme<br />
Des rinnenden Blutes. Neues wird<br />
Offenbar nur immer so gepflanzt.<br />
Das eigene Bild um einen Strich,<br />
Den einzigen verändert, der verfremdet,<br />
Restlos Alles.</p>


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