<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Rauhfasler &#187; Auflösung</title>
	<atom:link href="http://www.rauhfasler.de/tag/aufloesung/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.rauhfasler.de</link>
	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 14:26:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>πάντα ῥεῖ</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/panta-rhei</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/panta-rhei#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 08:08:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Augenblick]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Fluß]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=8856</guid>
		<description><![CDATA[einen augenblick im fluß zu schwimmen wie styropor gänzlich frei von der gefahr unter- zugehen im fluß zu schwimmen einen, diesen augenblick im fluß verbringen der auflöst was drinnen an den stirn- und rippengestaden sich aufgebaut hatte wie sandburgen und nunmehr weiche schlacke geworden ist die hand ruht dort in kaum spürbarer wärme und löst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="bild" href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/08/styroporflieger.jpg" class="floatbox" rev="group:8856 caption:`Styroporflieger`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/08/styroporflieger-300x300.jpg" alt="" title="Styroporflieger" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-8860" /></a></p>
<p>einen augenblick<br />
im fluß<br />
zu schwimmen<br />
wie styropor<br />
gänzlich frei von<br />
der gefahr unter-<br />
zugehen<br />
im fluß<br />
zu schwimmen<br />
einen, diesen<br />
augenblick<br />
im fluß<br />
verbringen<br />
der auflöst<br />
was drinnen<br />
an den stirn-<br />
und rippengestaden<br />
sich aufgebaut hatte<br />
wie sandburgen<br />
und nunmehr<br />
weiche schlacke<br />
geworden ist<br />
die hand ruht<br />
dort<br />
in kaum<br />
spürbarer wärme<br />
und löst den griff<br />
ums leben, jenes<br />
notwendig erachtete<br />
das ein maßband<br />
zu messen<br />
alles unwesentliche<br />
ist, löst<br />
den griff, den<br />
anhalt einen<br />
augenblick<br />
im fluß<br />
verloren<br />
wie in einem<br />
dunklen gang,<br />
der den gänger<br />
schaudernd<br />
in die erträumte<br />
schwärze führt.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/am-fluss' rel='bookmark' title='Permanent Link: Am Fluß'>Am Fluß</a> <small>Die Wellen sprechen, Stürzen durch den Fluß Zum Meer und...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/zephyrs-spiel' rel='bookmark' title='Permanent Link: Zephyrs Spiel'>Zephyrs Spiel</a> <small>Heute war Frühling in der Luft. Natürlich nur ein erster,...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/psalm-3' rel='bookmark' title='Permanent Link: Psalm 3'>Psalm 3</a> <small>Du bist der Schatten hinter dem Rand Der Sandkiste, und...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/panta-rhei/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schwebezustand</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/schwebezustand</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/schwebezustand#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 10:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Freude]]></category>
		<category><![CDATA[Glanz]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Schweben]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=3310</guid>
		<description><![CDATA[In den Händen die Hitze des Bechers zu spüren Und kaum noch von ferne im Nacken den Stich. Und morgendlich müde noch haltlos zu träumen, Zu wissen, daß manchmal man selber sich glich. Auch Einblick zu haben ins Strahlengewebe Das zwischen den Dingen sich insgeheim spannt Und meistens nur dann, wenn wir es zerreißen Uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="rand size-medium wp-image-3313" title="Eine Ecke des Luxusbettes Float" src="/wp-content/uploads/2009/04/float-1-300x233.jpg" alt="Eine Ecke des Luxusbettes Float" width="300" height="233" /></p>
<p>In den Händen die Hitze des Bechers zu spüren<br />
Und kaum noch von ferne im Nacken den Stich.<br />
Und morgendlich müde noch haltlos zu träumen,<br />
Zu wissen, daß manchmal man selber sich glich.</p>
<p>Auch Einblick zu haben ins Strahlengewebe<br />
Das zwischen den Dingen sich insgeheim spannt<br />
Und meistens nur dann, wenn wir es zerreißen<br />
Uns still streift, die frierende Stirn entlang.</p>
<p>Doch heute zu sehen, mit randvollen Augen,<br />
Wie überall schwelt ein verzehrender Brand,<br />
Deutlich zu ahnen, daß darin Antworten glühen,<br />
Und sie glühen zu lassen &#8212; weil man besseres fand:</p>
<p>Die Leichtigkeit nämlich des eigenen Sinnes,<br />
Der sich nicht mit müßigen Rätseln aufhält,<br />
Der leicht von den günstigsten Winden getragen<br />
Schwebend im weiten nur sich selber gefällt.</p>
<p>Die Stimmen von ferne dann sprechen zu hören<br />
Und wieder zu ahnen, woher man sie kennt.<br />
Die eigene Bahn ruhig abwärts zu fahren,<br />
Für eine einzige Stunde, die leuchtend &#8212; verbrennt.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/ruhm' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ruhm'>Ruhm</a> <small>&raquo;&hellip;daß der &rsaquo;Ruhm&lsaquo; ein &rsaquo;Existential&lsaquo; menschlichen Daseins bildet, nämlich Ausdruck...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/wolkenspuren' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wolkenspuren'>Wolkenspuren</a> <small>So leicht die Welt unterm blauen Himmel, die sich sprachlos...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2007/der-mofafahrer' rel='bookmark' title='Permanent Link: Der Mofafahrer'>Der Mofafahrer</a> <small>Ich komme am Mitarbeitereingang eines größeren Unternehmens vorbei. Jemand hat...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/schwebezustand/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unselds Geburt</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/unselds-geburt</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/unselds-geburt#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 10:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Furcht]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederfinden]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=3283</guid>
		<description><![CDATA[Es war am Ufer eines Meeres, daß Unseld geboren wurde. In der Nacht war es, unter einem ebenmäßig dunklen Himmel, von dem die Sterne gelöscht worden waren. Unseld stand, da er geboren wurde, wie ein Verwundeter auf der letzten Planke einer Seebrücke und zitterte nicht allein wegen der schneidenden Kälte des Windes, der vom Meer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/04/muschel-und-brucke.jpg" class="floatbox" rev="group:3283 caption:`&quot;Shell and Bridge&quot; von Brent Pearson`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/04/muschel-und-brucke-300x226.jpg" alt="" title="&quot;Shell and Bridge&quot; von Brent Pearson" width="300" height="226" class="rand size-medium wp-image-3303" /></a></p>
<p>Es war am Ufer eines Meeres, daß Unseld geboren wurde. In der Nacht war es, unter einem ebenmäßig dunklen Himmel, von dem die Sterne gelöscht worden waren.</p>
<p>Unseld stand, da er geboren wurde, wie ein Verwundeter auf der letzten Planke einer Seebrücke und zitterte nicht allein wegen der schneidenden Kälte des Windes, der vom Meer her kam. Unter ihm war das Wasser in großer Aufregung, die Wellen sprangen übereinander und zogen sich gegenseitig in die Tiefe, kämpften sich wieder frei, stiegen auf um schäumend ihren Zorn in die Luft zu spucken. Die Luft war bewohnt von Schatten, die Unseld wachsam beobachteten und sich an dem Neugeborenen freuten, das sie herausgezogen hatten ins Leben.</p>
<p>Unseld war blaß, sein Blick stach aus seinem Gesicht heraus, das nun, da die Wehen überstanden waren, sich mit völliger Reglosigkeit bedeckt hatte. Er wußte nichts von sich, es war da auch nichts zu wissen in dieser ersten Nacht. Er hörte vielleicht noch das Flüstern um sich, gelegentliche Schreie aus der aufgewühlten Finsternis, die über dem Meer gewartet hatte, mitten im Sturm, auf einen Gewartet, der hier herauskam, gegen alle Wahrscheinlichkeit. Und Unseld war gekommen. Vielleicht empfand er noch ein letztes Nachglühen in sich von jenem Enschluß, der ihn an den Ort geführt hatte, wo er von neuem Geboren werden sollte.</p>
<p>Unwahrscheinlich ist es aber doch, daß ihm, Unseld, noch eine Ahnung von jenem Früheren geblieben war. Wie sollte auch nur eine einzige Empfindung die Grenze überschreiten können, die in einer kaum zu erwartenden Entladung dieses eine Mal, in dieser Nacht, an diesem von Schatten bewohnten Ort durchbrochen worden war: so daß Unseld nun Unseld war und nicht mehr jener Frühere.</p>
<p>Vielleicht wäre Unseld stehengeblieben, bis er hätte stürzen und sinken müssen, es war nur ein kurzer Weg von der letzten Planke der Seebrücke bis in das Meer, das ihn nicht zurückgewiesen hätte. Aber die Kälte weckte ihn aus seiner Verwirrung, ganz so, wie sie es mit jedem Säugling tut, der aus der Fruchtblase gedrängt wurde. Unseld bemerkte die Kälte in seinen Händen und wandte sich ab vom Meer, stolperte mit unsicheren Schritten über die Holzplanken in Richtung des Festlandes. Er nahm den ungleich längeren Weg. Das Meer dachten daran, ihn zurückzuhalten, dachte sorgenvoll daran, war aber zu lange unentschlossen. Unseld war nun, da er das Land vor sich sah und schon den ersten Schritt gemacht hatte, nun, da er nurnoch an die Kälte in seinen Gliedern dachte, dem Einfluß des sehnsüchtigen Meeres entronnen, die Wellen riefen ihm hinterher, aber er hörte sie nicht.</p>
<p>Unseld wunderte sich über das erst unstete, dann immer regelmäßiger werdende Pochen, das ihn auf dem Weg zum hellen Streifen am jenseitigen Ende der Seebrücke begleitete. Als er verharrte, verstummte das Pochen. Als er weiterging, setzte es wieder ein und gelegentlich knirschte das Holz unter ihm. Aber als er das Ende des Plankenweges erreichte, dachte er nicht mehr an diese sonderbare Beobachtung, denn es stach ihm, plötzlich und schmerzhaft, das erste Wort in den Kopf. Er kannte, als sein Fuß leicht in den Sand, der auf dem Ufer lag, hineinsank, den Namen dieses Untergrundes, der sogleich das Geräusch seiner Schritte verschluckte. Er wußte, er sei nun auf dem Festland angelangt. Und als wäre eine Falltür aufgegangen, krochen weitere Namen in sein Bewußtsein. Bäume dort hinten, Bitterkeit in seinem Mund und Kälte, die in ihn einsickerte.</p>
<p>Anstatt, wie ein Neugeborener unter günstigeren Umständen, den Mund aufzusperren und nach Nahrung zu schreien, in der sicheren Vorfreude der Sättigung, konnte Unseld bloß ungehört denken, und es hallte in ihm wieder: Hunger. Er war noch etwas unschlüssig über die Bedeutung seines Einfalls, aber er schmeckte doch schattenhaft Salz, fettigen Saft und Süße und hinter seinem Bauchnabel stach es.</p>
<p>Rechts und links verlor sich der breite Strand einförmig in der Dunkelheit. So dauerte es nicht lange, bis Unseld sich entschieden hatte, auf die Bäume zuzugehen, die den Strand wie eine Mauer säumten. Der Weg dorthin war der kürzeste und vielleicht gäbe es hinter den Bäumen eine Möglichkeit zu essen. Das Gehen auf dem Sand wurde nach wenigen Schritten schon beschwerlich. Dann trat Unseld in eine Kuhle und stürzte. Er spürte einen großartigen Moment lang, wie die Luft durch ihn hindurchging und war erstaunt über die elektrische Woge, die in ihm aufbrandete, während er keinen Boden mehr unter sich hatte. Dann, einen Herzschlag später, lag sein Gesicht mit einem Schlag im Sand. Seine Brust tat vom Aufprall weh und Sandkörner knirschten zwischen den Zähnen.</p>
<p>Aber der Hunger war verschwunden und Unseld dachte nach, ob das, was er in Brust und Knien spürte, dieser schneidende Druck, der unruhige Wärme verbreitete, ob das Nahrung war? Wenn es doch den Hunger vertrieb? Unseld sah sich am Boden um und entdeckte einen Stein. Er kroch eine Armlänge an den Stein heran, zog ihn zu sich, setzte sich mit vorgestreckten Beinen auf. Er hob den Stein &#8211; und schlug ihn auf sein Knie. Der Schmerz überschwemmte ihn und er hatte, als seine Umgebung für kurze Zeit unsichtbar wurde, die miteinander ringenden Wellen vor Augen, die Gischt, die sich an den Pfeilern der Seebrücke brach. Das war tröstlich und die Kälte in Händen und Füßen war verschwunden. Und es blieb so, als wieder die Bäume auftauchten. Aber auch der Hunger war geblieben. Unseld stand also nach einem kurzen, unwilligen Zögern auf und ging weiter, der dunklen Mauer aus Bäumen entgegen, hinter der er Nahrung erhoffte.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/feldmark-unter-frost' rel='bookmark' title='Permanent Link: Feldmark unter Frost'>Feldmark unter Frost</a> <small>Am Rande eines arg frierenden Feldes steht unter wenigen Bäumen...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/herbsttags' rel='bookmark' title='Permanent Link: Herbsttags'>Herbsttags</a> <small>Stechend wie Ungewolltes Erinnern Ist der niedrige Stand Der Sonne...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/morgengrau' rel='bookmark' title='Permanent Link: Morgengrau'>Morgengrau</a> <small>In breiten Streifen zieht Morgenfarbe Über den Himmel ohne Sonne...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/unselds-geburt/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Anfänge]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Kurzer Schlaf, mittags, unerwartet</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/kurzer-schlaf</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/kurzer-schlaf#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 13:49:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Aufwachen]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Brustraum]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Täuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=2861</guid>
		<description><![CDATA[Die Augen schließen sich, unabhängig von einem bewußten Entschluß, und sie wieder zu öffnen ist nur unter Aufbietung von einiger Kraft möglich. Die Glieder werden in ihrer jeweiligen Position, die dazu nicht geeignet sein muß, schwer und sind nur noch um Nuancen zu bewegen. Das Dämmerlicht hinter den herabgesunkenen Lidern füllen Gedanken, die schnell immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://people.rit.edu/andpph/exhibit-10.html"><img class="rand size-medium wp-image-2865" title="Luftblase, aufsteigend (Foto: Andrew Davidhazy)" src="/wp-content/uploads/2009/03/luftblase-200x300.jpg" alt="Luftblase, aufsteigend (Foto: Andrew Davidhazy)" width="200" height="300" /></a></p>
<p>Die Augen schließen sich, unabhängig von einem bewußten Entschluß, und sie wieder zu öffnen ist nur unter Aufbietung von einiger Kraft möglich. Die Glieder werden in ihrer jeweiligen Position, die dazu nicht geeignet sein muß, schwer und sind nur noch um Nuancen zu bewegen. Das Dämmerlicht hinter den herabgesunkenen Lidern füllen Gedanken, die schnell immer weiter die Beziehung auf die wache Wirklichkeit verlieren. Aus diesem rauhen Zwirn winden sich dann einzelne Fäden heraus, die sich zu absonderlichen Einfällen verknoten. Dabei entsteht im Brustraum unerwartet Wärme. In der immer dunkler werdenden Gegend hinter den Lidern und vor allem zwischen den Darmschlingen breitet sich schwere, zähfließende Geborgenheit aus. Das Bewußtsein löst sich im Schlaf auf, der aus den tiefliegenden Reservoirs aufsprudelt. Das Bewußtsein bleibt erst noch als zusammenhängende Färbung im Teich, der dabei entsteht, übrig und verliert sich dann, während der Pegel steigt, immer weiter. Einer der sonderbaren Einfälle, an denen das wirrgewordene Denken unordentlich webt, läßt allmählich ein lesbares Muster erkennen und wird von dem übriggebliebenen Kern des Einschlafenden für ein ganz außerordentlich glückliches Kunstwerk  gehalten (der Kern aber der fortdämmernden Person wurde aus den Schlammschichten des Bewußtseins freigespült und ist, wie ein glatter Kiesel, funkelnd bis zum Grund des Teiches gesunken). Der Kontakt zu den zufällig abgelegten verschiedenen Körperteilen ist weitgehend verloren, manchmal löst sich der letzte Strang willkürlicher Kontrolle mit einem Ruck, der durch die Nerven als elektrischer Funken bis in die Muskeln vermittelt wird. Die gnädige, vermutliche Geborgenheit, die in der Brust bis zu einem rötlichen Glühen angeschwollen ist, dringt wie Wärme durch die verschiedenen Regionen des übriggebliebenen Restes der schlafenden Person. Der flächig sich fortsetztende, scheinbar sehr kunstvolle und bemerkenswerte Einfall weißt derart chaotische Muster auf, daß in ihnen nun allmählich ein tatsächlicher Sinn zu erkennen ist. Unterdessen haben sich außerhalb der durchlässig werdenden Ichgrenzen die wohlwollenden Einflüsse versammelt und wegen des erhöhten Außendrucks sickert zunehmend Glücklichsein durch die Leckagen an der Außengrenze. Meistens kommt es an diesem Punkt zu einer Schutz- und Verteidigungsbewegung des Bewußtseins, gleich einem Reflex aus dem hartschaligen Rückenmark kommend, das noch bis zuletzt gegen Einsickerungen sicher ist. Diese Schutzreaktion besteht in einem plötzlichen Erschrecken über die Unwirklichkeit, die an allen Enden die Oberhand gewinnt. Dadurch erfolgt dann, gleich einem Korken, der aus größerer Tiefe zur Wasseroberfläche schnellt, das Aufwachen. Von den inneren Vorgängen bleibt noch für einige Zeit ein trockener Geschmack im Mund und unterschwelliger Schwindel.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/wie-oel' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wie Öl'>Wie Öl</a> <small>Die Wärme quillt wie Öl Aus der weitoffenen Tür Davor...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/mysterium-somniculosum' rel='bookmark' title='Permanent Link: Mysterium somniculosum'>Mysterium somniculosum</a> <small>Von diesen Städten wird bleiben: der durch sie hindurchging, der...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/panta-rhei' rel='bookmark' title='Permanent Link: πάντα ῥεῖ'>πάντα ῥεῖ</a> <small>einen augenblick im fluß zu schwimmen wie styropor gänzlich frei...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/kurzer-schlaf/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bewußtseinslage</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2008/bewusztseinslage</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2008/bewusztseinslage#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2008 11:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[Aufwachen]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Unfall]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=2000</guid>
		<description><![CDATA[Ein Krankenzimmer. Es bietet Platz für sechs Betten, es stehen aber nur zwei Betten im Vordergrund des Zimmers. Hinten, links vom Fenster, ist ein funktionaler, grobschlächtiger Paravent aufgestellt. Die geringe Belegung verleiht dem Raum eine beklemmende Kahlheit. Jedes gesprochene Wort hallt von den Wänden wieder, die bis auf Brusthöhe gekachelt sind. Die zwei verlorenen Betten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="rand size-medium wp-image-2006" title="Paravent, medizinisch" src="/wp-content/uploads/2008/12/paravent-300x219.jpg" alt="Paravent, medizinisch" width="300" height="219" /></p>
<p><em>Ein Krankenzimmer. Es bietet Platz für sechs Betten, es stehen aber nur zwei Betten im Vordergrund des Zimmers. Hinten, links vom Fenster, ist ein funktionaler, grobschlächtiger Paravent aufgestellt. Die geringe Belegung verleiht dem Raum eine beklemmende Kahlheit. Jedes gesprochene Wort hallt von den Wänden wieder, die bis auf Brusthöhe gekachelt sind.</em><br />
<em>Die zwei verlorenen Betten stehen einander gegenüber an den beiden Längsseiten des Raumes. In ihnen liegen zwei Männer. Der eine, Herr Matschull, hat sich die Rückenlehne seines Bettes aufstellen lassen und liest in einer Zeitung. Ein prall gefüllter Leib wölbt seine Bettdecke. Dem anderen, Herr Klistier geheißen, stecken verschiedene Schläuche im Körper. Er liegt flach auf dem Rücken und regt sich nicht.</em><br />
<em>Es ist irgendwann am Tag. Durch das Fenster ist nichts zu sehen als ein grauer Himmel.</em></p>
<p><span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> (lesend, vergnüglich zu sich selbst): Aha, das ist pikant. Ja, ja, das es herausgekommen ist. Wahrlich keine Überraschung.<br />
<em>Klistier regt sich. Ein zähes Stöhnen entfährt ihm, das Matschull veranlaßt, an der Zeitung vorbei zu ihm herüber zu lugen.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> (vage): Na, na&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> holt zischend Luft und hustet matt. Dann, mit heiserer, leiser Stimme: Sie&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> faltet die Zeitung zusammen und stemmt sich noch etwas weiter in eine aufrechte Position bevor er an die Wand an Klisiters Kopfende gerichtet, interessiert fragt: Sind sie wieder bei Bewußtsein?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> (kraftlos): Das Rascheln.<br />
Matschull lehnt sich schon wieder zurück und streckt die Hand nach dem Schwesternruf aus. Bei sich: Wohl doch nicht.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> huster wieder. Dann fester: Das Rascheln ihrer Zeitung &#8211; ist unerträglich.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> vergisst den Rufknopf. Setzt sich in Pose. Zu Klistier: Mein Lieber, mir scheint, sie reden mich an?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier:</span> Und ihr Schnaufen ist unerträglich. (Er hält inne, um Atem zu holen.) Und das Geräusch, das ihre Bartstoppeln machen, wenn sie sich kratzen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> (nach einer Weile): Mir scheint, ihnen geht es längst nicht gut.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier:</span> Was geht es sie an?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull:</span> Nun, nun, mein Lieber. Immerhin sehe ich seit zwei Wochen dabei zu, wie man sie in ihrem Dämmerzustand gegen den Verfall verteidigt. Und höre, das will ich gerade ihnen nicht verhehlen, dem Sauerstoff zu, wie er von einer Apparatur in ihre untätigen Lungen gepumpt wird. Erlauben sie also, daß ich mich nach ihrem Befinden erkundige?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier:</span> Ich weiß nicht&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull:</span> Wie wäre es mit &#0187;matt&#0171;? Oder &#0187;schwach&#0171;? Oder vielleicht &#0187;gereizt&#0171;?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier:</span> Ich habe geträumt&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull:</span> Ich hoffe, angenehm? Aber wenn ich noch einmal darüber nachdenke, scheint die Antwort ohnehin auf der Hand zu liegen.<br />
<em>Es entsteht eine längere Pause, in der man in unbeirrbarem Rhythmus das Beatmungsgerät, das an Klistiers Kopfende steht, zischen hört. Es ist ein sanftes, mütterliches Geräusch.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> (hohl): Ich habe geträumt, Klistier zu sein. Und nun bin ich wach &#8211; und bin es noch immer.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull:</span> Wissen sie, ein unangenehmer Traum, den ich manchmal habe, dreht sich darum, keine Hosen zu tragen &#8211; &#8211;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> (fällt ihm unwirsch ins Wort):  Halten sie doch den Mund! Sie haben überhaupt keine Vorstellung von meiner Lage! Lassen sie ihr Gefasel. (Er verstummt keuchend.)<br />
Matschull betrachtet Klistier mit hochgezogenen Augenbrauen wie ein exotisches Tier. Er lächelt neugierig und wartet ab.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> (wieder ruhiger): Sie verstehen nicht. Es war ein ganz unnormaler, ein völlig entratener und abwegiger Traum. Ich hatte am Ende nicht mehr den geringsten Zweifel, eigentlich wach zu sein. Es ist mir nichts zugestoßen, ich habe keine grotesken Zusammenstöße gehabt oder irgendwelche Übertreibungen erlebt, wie es sich gehört. Es ist eigentlich überhaupt nichts passiert. Außer daß ich Klistier war. Und jetzt bin ich aufgewacht und bin immer noch derselbe. &#8211; Ich habe mich in mir selbst verfangen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> (gütig): Nun sagen sie mir einmal, wer sie denn auch sonst sein sollten? Sie sollten sich auch nicht so echauffieren. Immerhin waren Sie viele Tage bewußtlos. Da ist es doch kein Wunder, daß es sich mit ihren Träumen nicht wie sonst verhält.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> (verzweifelt): Aber was soll ich denn jetzt mit mir anfangen? Ich habe ja unablässig das Gefühl, noch einmal aufwachen zu müssen. Ich kann doch unmöglich dieser Klistier sein! (Er beginnt, krampfhaft zu husten. Eine Apparatur neben seinem Bett fängt an zu piepsen.)<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull:</span> Beruhigen sie sich doch! Freuen Sie sich, daß sie es so glimpflich überstanden haben. (Matschull kratzt sich behaglich die schlecht rasierte Wange und greift nach der Zeitung.)<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier</span> (aufschreiend): Aber es fängt doch gerade erst an! Ich bin niemand anderes als ich selbst. Ich erkenne sofort alles an mir wieder. Nichts ist im geringsten verändert. Sogar meine Gedanken klingen, wie sie immer klingen. Kein bißchen wirklicher, als im Traum. Alles eine Vorspiegelung, ein Betrug. Ich kann nicht Klistier sein, nicht dieser Klistier. Das ist unmöglich!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Matschull</span> (lachend): Und ich kann kein Eichhörnchen sein. Aber, mein lieber, ich kann von mir auch nicht behaupten, eines sein zu wollen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Klistier:</span> Ein Traum, ein Traum, nichts weiter. Eine Einbildung, eine&#8230;</p>
<p><em>Das piepsen einer zweiten Apparatur unterbricht Klistier, der schlagartig verstummt und keinen Laut mehr von sich gibt. Wenige Augenblicke später stürmen Schwestern und Ärzte in das Zimmer und hantieren an Klistier. Ein Paravant wird vorgezogen. Matschull schlägt seine Zeitung auf und lacht wie über einen einfallsreichen Scherz.</em></p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2007/gewaltformiger-widerstand' rel='bookmark' title='Permanent Link: &#0187;Gewaltförmiger Widerstand&#0171;'>&#0187;Gewaltförmiger Widerstand&#0171;</a> <small>Ich habe heute in der Bahn über die Schulter eines...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2007/der-balkonpolizist' rel='bookmark' title='Permanent Link: Der Balkonpolizist'>Der Balkonpolizist</a> <small>Auf einem Balkon auf der anderen Seite des Innenhofes erscheint...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/der-neue-fuellfederhalter' rel='bookmark' title='Permanent Link: Der neue Füllfederhalter'>Der neue Füllfederhalter</a> <small>In einem Eintrag vom 20. April 1925 schreibt Jakob Wilhelm...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2008/bewusztseinslage/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

