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	<title>Rauhfasler &#187; Dunkel</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Platanen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 10:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Lauern]]></category>
		<category><![CDATA[Scherben]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter den B&#228;umen br&#252;tet Dunkelheit Glas geht zu bruch, eine Allee Verl&#228;uft ins nichts, Zypressen Schlagen j&#228;h aus einem Beet Sie lodern grau, hellgrau. Alte Platanen beugen sich In stillem Zorn &#220;ber f&#252;nf kalte B&#228;nke Jemand lacht sehr fern Eine Katze schreit zur Paarung Der Himmel ist ein Schirm Er empf&#228;ngt kein Bild Er flackert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/08/scherbenschale.jpg" class="floatbox" rev="group:8636 caption:`Scherbenschale`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/08/scherbenschale-300x211.jpg" alt="" title="Scherbenschale" width="300" height="211" class="rand size-medium wp-image-8642" /></a></p>
<p>Unter den B&auml;umen br&uuml;tet Dunkelheit<br />
Glas geht zu bruch, eine Allee<br />
Verl&auml;uft ins nichts, Zypressen<br />
Schlagen j&auml;h aus einem Beet<br />
Sie lodern grau, hellgrau.</p>
<p>Alte Platanen beugen sich<br />
In stillem Zorn<br />
&Uuml;ber f&uuml;nf kalte B&auml;nke<br />
Jemand lacht sehr fern<br />
Eine Katze schreit zur Paarung<br />
Der Himmel ist ein Schirm<br />
Er empf&auml;ngt kein Bild<br />
Er flackert ganz am Rand<br />
Des Blickfelds, Schritte, da<br />
Knirsched auf irgendeinem Weg.</p>
<p>Der Turm schl&auml;gt eine Glocke an,<br />
Und vielleicht steht ja der Feind<br />
Schon an den Mauern<br />
Wie schnell zerbricht<br />
Wovon die Tage schweigend leben<br />
Dort, jemand rennt.</p>
<p>Die finger zittern nun<br />
Ganz so als l&auml;gen sie<br />
Zwischen Scherben<br />
Feuchten Scherben.</p>
<p>Und dann zerst&auml;ubt<br />
Der dunkle Kreis<br />
Wie Zigarettenrauch<br />
Und &uuml;brig bleibt<br />
Das Rauschen<br />
Der Platanen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>premier cru</title>
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		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/premier-cru#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 10:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Dämonen]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Leere]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Worte]]></category>

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		<description><![CDATA[einen faden finde ich zu finden einen faden aus dem wort das ich nicht finde den abend zu benennen wie man ro&#223; und reiter nennt den abend zu bezeichnen nach dem halben ma&#223; an schweigen das er spielt auf ro&#223;haarsaiten dort drau&#223;en in dem gro&#223;en rund das untergeht und dunkelt und dabei kippt sp&#252;rbar auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/faden.jpg" class="floatbox" rev="group:7553 caption:`Gestickte Hochspannungsmasten (Debbie Smyth, 2008)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/faden-300x225.jpg" alt="" title="Gestickte Hochspannungsmasten (Debbie Smyth, 2008)" width="300" height="225" class="rand size-medium wp-image-7557" /></a></p>
<p>einen faden finde ich<br />
zu finden einen faden aus<br />
dem wort das ich nicht finde<br />
den abend zu benennen wie<br />
man ro&szlig; und reiter nennt</p>
<p>den abend zu bezeichnen nach<br />
dem halben ma&szlig; an schweigen das<br />
er spielt auf ro&szlig;haarsaiten<br />
dort drau&szlig;en in dem gro&szlig;en rund<br />
das untergeht und dunkelt und</p>
<p>dabei kippt sp&uuml;rbar auch der grund<br />
auf dem das ganze bauwerk rutscht<br />
es stand schon immer schwankend und<br />
ich finde einen faden nicht</p>
<p>zum angeln nach d&auml;monen da&szlig;<br />
man fragen und vergleichen k&ouml;nnt<br />
wer besser unheil sich ausdenkt<br />
derweil die nacht schon satt ausschenkt</p>
<p>von ihrem premier cru aus teer<br />
davon wird mir die kehle schwer<br />
da&szlig; ich sie dankend lege<br />
in einen weichen silberstrick</p>
<p>aus mondlicht der entlastet mich<br />
um meines kopfes schwere<br />
und weit um meine f&uuml;&szlig;e steht<br />
und haucht nach meiner nacktheit sanft:<br />
die girrendk&uuml;hle leere.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Wolkenwasser</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/wolkenwasser</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/wolkenwasser#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 11:21:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Farben]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Öl]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefe]]></category>
		<category><![CDATA[Wolken]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wolkenwasser l&#228;uft in B&#228;ndern Der Strom der Einzelheiten l&#246;st sich auf Farben verschwimmen an den R&#228;ndern Ziehender Fl&#228;chen ineinander Jemand staut Gedanken auf In einer tiefen Zisterne An ihrem Boden st&#246;rt nicht irgend Licht Die Verdichtung vieler Dinge Zu Stein&#246;l, zu Warmer Dunkelheit. &#196;hnliche Texte:Schatten Auf den B&#252;schen sammelt sich Das Licht, darunter Liegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/petroleum-fass.jpg" class="floatbox" rev="group:6294 caption:`Erd&ouml;l im Fass`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/03/petroleum-fass-300x198.jpg" alt="" title="Erd&ouml;l im Fass" width="300" height="198" class="rand size-medium wp-image-6295" /></a></p>
<p>Das Wolkenwasser l&auml;uft in B&auml;ndern<br />
Der Strom der Einzelheiten l&ouml;st sich auf<br />
Farben verschwimmen an den R&auml;ndern<br />
Ziehender Fl&auml;chen ineinander<br />
Jemand staut Gedanken auf</p>
<p>In einer tiefen Zisterne<br />
An ihrem Boden st&ouml;rt<br />
nicht irgend Licht<br />
Die Verdichtung vieler Dinge<br />
Zu Stein&ouml;l, zu<br />
Warmer Dunkelheit.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Spelaeum</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 10:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Atem]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Höhlen]]></category>
		<category><![CDATA[Nackt]]></category>
		<category><![CDATA[Wunden]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich horche in den tiefen Tunnel, Es tropft und dabei jedesmal L&#228;uft ein Hallen eilig fliegend Bis dorthin, wo noch irgendnie Licht geschienen hat. Der Tunnel fordert mir Die Augen ab zum Eintritt. Ich gebe sie und gehe blind, Und gebe auch die Kleidung bald, Auglos ist man ohnehin entbl&#246;&#223;t. Im Tunnel geht ein Atem, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/eingang-klein.jpg" class="floatbox" rev="group:5595 caption:`Ein Zugang (Quelle unbekannt)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/eingang-klein-300x217.jpg" alt="" title="Ein Zugang (Quelle unbekannt)" width="300" height="217" class="rand size-medium wp-image-5602" /></a></p>
<p>Ich horche in den tiefen Tunnel,<br />
Es tropft und dabei jedesmal<br />
L&auml;uft ein Hallen eilig fliegend<br />
Bis dorthin, wo noch irgendnie<br />
Licht geschienen hat.</p>
<p>Der Tunnel fordert mir<br />
Die Augen ab zum Eintritt.<br />
Ich gebe sie und gehe blind,<br />
Und gebe auch die Kleidung bald,<br />
Auglos ist man ohnehin entbl&ouml;&szlig;t.</p>
<p>Im Tunnel geht ein Atem,<br />
Ich sp&uuml;re mit den blo&szlig;en Schenkeln<br />
Seinen unger&uuml;hrten Flu&szlig;,<br />
Ich atme, was er ausst&ouml;&szlig;t,<br />
Wie ein S&auml;ugling ein.</p>
<p>Mein Kopf wird unterdessen<br />
Sanft ausgesp&uuml;lt mit destilliertem<br />
Vakuum, der Wundbrand der Gedanken<br />
L&auml;&szlig;t nach und ich verlerne<br />
Schlie&szlig;lich, was an Sprache n&ouml;tig war<br />
Zum Selbstgespr&auml;ch.</p>
<p>Die Schritte sind am Ende<br />
Das Einzige, das bleibt<br />
Von diesem H&ouml;hleng&auml;nger,<br />
Im tiefen Scho&szlig; des Tunnels.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Absinken</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/absinken</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/absinken#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 16:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente]]></category>
		<category><![CDATA[Korpuskeln]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Sehpurpursee geschwommen, Sedimentiert bis an den Grund: Hier ist es dunkel und still, Bis auf einzelne seismische Wellen Und Quanten von Licht, an Fingern zu z&#228;hlen &#8211; Irgendwo klafft ein noch dunklerer Schlund, Der sich an mir n&#228;hren will. Im Bildlosen taumeln &#8211; Leptosomen, Planeten st&#252;rzen auf sph&#228;rischer Bahn, An mir rei&#223;en fiktive Magneten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/10/rhodposin.jpg" class="floatbox" rev="group:5112 caption:`In einem Fliegenauge auf der Suche nach dem Rhodposin`"><img src="/wp-content/uploads/2009/10/rhodposin-300x226.jpg" alt="In einem Fliegenauge auf der Suche nach dem Rhodposin" title="In einem Fliegenauge auf der Suche nach dem Rhodposin" width="300" height="226" class="rand size-medium wp-image-5115" /></a></p>
<p>Im Sehpurpursee geschwommen,<br />
Sedimentiert bis an den Grund:<br />
Hier ist es dunkel und still,<br />
Bis auf einzelne seismische Wellen<br />
Und Quanten von Licht, an Fingern zu z&auml;hlen &#8211;<br />
Irgendwo klafft ein noch dunklerer Schlund,<br />
Der sich an mir n&auml;hren will.</p>
<p>Im Bildlosen taumeln &#8211; Leptosomen,<br />
Planeten st&uuml;rzen auf sph&auml;rischer Bahn,<br />
An mir rei&szlig;en fiktive Magneten,<br />
Werfen mich vorw&auml;rts bis dann<br />
Tief im Schlick die Kr&auml;fte zerfallen<br />
Und ich mich in Unsch&auml;rfe betten kann.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Krypto|patho|graphie]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Paavali Paikkalas erster Brief</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/paavali-paikkalas-erster-brief</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/paavali-paikkalas-erster-brief#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 11:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Beute]]></category>
		<category><![CDATA[Dämmerlicht]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
		<category><![CDATA[Entdeckungen]]></category>
		<category><![CDATA[Furcht]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Raubtiere]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Beischlag, ich bitte Sie, mir nicht zu ver&#252;beln, dass ich mich an sie wende. Mein Name ist Paavali Paikkala und wir kennen uns nicht. Allerdings gehe ich davon aus, dass sie bereits etwas von mir geh&#246;rt haben. Vielleicht darf ich auf ihr Verst&#228;ndnis daf&#252;r hoffen, dass ich, ein vollkommen Fremder, ihnen schreibe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/10/watchclock.jpg" class="floatbox" rev="group:5033 caption:`Uhr eines Nachtw&auml;chters, zu sehen im Huronia Museum in Ontario, Kanada`"><img class="rand size-medium wp-image-5035" title="Uhr eines Nachtw&auml;chters, zu sehen im Huronia Museum in Ontario, Kanada" src="/wp-content/uploads/2009/10/watchclock-300x294.jpg" alt="Uhr eines Nachtw&auml;chters, zu sehen im Huronia Museum in Ontario, Kanada" width="300" height="294" /></a></p>
<p>Sehr geehrter Herr Beischlag,</p>
<p>ich bitte Sie, mir nicht zu ver&uuml;beln, dass ich mich an sie wende. Mein Name ist Paavali Paikkala und wir kennen uns nicht. Allerdings gehe ich davon aus, dass sie bereits etwas von mir geh&ouml;rt haben. Vielleicht darf ich auf ihr Verst&auml;ndnis daf&uuml;r hoffen, dass ich, ein vollkommen Fremder, ihnen schreibe, wenn ich ihnen mitteile, dass es nicht aus eigener Willk&uuml;r oder einer fragw&uuml;rdigen verschwiegenen Absicht geschieht, sondern allein deshalb, weil ich mich verpflichtet sehe, einem Wunsch nachzukommen, der an mich herangetragen wurde. Es war ein &uuml;berraschender Wunsch, wie sie gleich noch sehen werden. Allerdings m&ouml;chte ich sie eingangs zuletzt noch um Nachsicht daf&uuml;r bitten, dass ich gezwungen bin, mich eines &Uuml;bersetzungsb&uuml;ros zu bedienen, um diese Zeilen an sie richten zu k&ouml;nnen. Leider ist meine Muttersprache, das Finnische n&auml;mlich, nicht allzu weit verbreitet; und auch bei den zwei oder drei anderen Sprachen, die ich beherrsche, will ich es nicht f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich erachten, dass sie selbst sie ebenso beherrschen k&ouml;nnten. Was sie vor sich haben ist also eine &Uuml;bertragung, in deren Qualit&auml;t ich vertraue, f&uuml;r die ich aber nicht b&uuml;rgen kann.</p>
<p>Nun, Herr Beischlag, auch &uuml;ber diese Anfangsbedingungen hinaus ist es recht merkw&uuml;rdig, wie dieser Brief an sie zustande gekommen ist. Ich wende mich im Auftrag einer Frau an sie, die sich selbst mir gegen&uuml;ber als eine &#0187;gemeinsame Freundin&#0171; bezeichnet hat, obwohl ich sie gar nicht kenne. Es handelt sich um eine gewisse Hanna Ormsby. Wahrscheinlich stehen auch sie in einem nicht ganz unproblematischen Verh&auml;ltnis zu dieser Frau. Diese Vermutung jedenfalls dr&auml;ngt sich mir auf, angesichts jenes Auftrages oder jener Bitte, die Frau Ormsby an mich gerichtet hat. Allerdings sehe ich es als eine Ehrensache an, den Wunsch dieser unbekannten Dame zu erf&uuml;llen, da sie mich im voraus &uuml;berraschend reich entlohnt hat und da, was vielleicht noch wichtiger ist, die Bitte von Frau Ormsby meinen eigenen grunds&auml;tzlichen Interessen sehr entgegenkommt. Ich soll ihnen n&auml;mlich etwas schreiben &uuml;ber &#0187;die Nacht und die &uuml;berraschenden Funde, die man im Dunklen machen kann &#8211; und in der Abgeschiedenheit, wenn man nur will.&#0171; So hat sie es ausgedr&uuml;ckt.<span id="more-5033"></span></p>
<p>So lautete die bitte von Frau Ormsby und sie hat mir zwei erstaunlich sch&ouml;ne und seltene Dinge zukommen lassen, um mir &#0187;die Arbeit leichter zu machen&#0171;. Da Frau Ormsby mir versichert hat, sie h&auml;tte ihrem guten Freund, Jahn Beischlag, schon einiges &uuml;ber mich selbst erz&auml;hlt, will ich sie nicht damit langweilen, ihnen zu schreiben, wer ich bin und was ich tue. Offenbar wissen sie schon, dass ich mein Geld als Nachtw&auml;chter verdiene und sie wissen wahrscheinlich auch, da&szlig; mich nur meine eigene Vorliebe zu dieser Arbeit zwingt. Woher Frau Ormsby wiederum das alles &uuml;ber mich wissen kann, ohne mich &uuml;berhaupt zu kennen, wollen wir dahingestellt sein lassen. Es ist nun einmal so &#8211; und ich habe mich mit der Zeit daran gew&ouml;hnt, da&szlig; die Dinge manchmal recht sonderbar liegen.</p>
<p>Ich werde ihnen also etwas &uuml;ber die Nacht schreiben. Nach allem, was mir Frau Ormsby mitgeteilt hat, gehe ich davon aus, da&szlig; sie kein gro&szlig;er Freund der Nacht sind. Ich gehe davon aus, da&szlig; sie der lichtlosen H&auml;lfte des Tages genauso aus dem Weg gehen, wie die Allermeisten.  Ich glaube aber, da&szlig; man vieles vers&auml;umt, wenn man sich darauf beschr&auml;nkt, die Nacht genauso zu f&uuml;rchten, wie es insgeheim fast jeder tut.</p>
<p>Nat&uuml;rlich mu&szlig; anerkannt werden, da&szlig; wir physisch nur sehr mangelhaft f&uuml;r Aktivit&auml;ten in der Dunkelheit ausgestattet sind. Vergleichen sie nur unser Auge mit dem einer Katze. Die Katze ist ein J&auml;ger und ein ausgesprochenes Nachttier. Deshalb stehen bei ihr die Sinneszellen, die es erm&ouml;glichen, in der Nacht zu sehen, in einem Verh&auml;ltnis zu denjenigen, die bei Tageslicht Farben empfangen, das mit 25:1 zu beziffern ist. Bei uns Menschen betr&auml;gt dasselbe Verh&auml;ltnis lediglich 4:1. Noch dazu ist die gr&ouml;&szlig;te Dichte jener nachtsichtigen Sinneszellen bei der Katze mehr als drei Mal so gro&szlig; wie beim Menschen. Daher kommt es wohl, da&szlig; sich kaum jemand wohl f&uuml;hlt nach Sonnenuntergang. Nehmen sie als ein Zeichen des physiologischen Vorurteils gegen&uuml;ber der Nacht auch noch hinzu, da&szlig; wir im Dunklen am Rande unseres Gesichtsfeldes weitaus besser sehen k&ouml;nnen als in seinem Zentrum: das aber hei&szlig;t, unsere Augen bereiten uns unabl&auml;ssig darauf vor, da&szlig; wir pl&ouml;tzlich angegriffen werden.</p>
<p>Aber es sind Entdeckungen genau dieser Art, die in der Nacht m&ouml;glich sind: Entdeckungen, die j&auml;h und unerwartet &uuml;ber uns hereinbrechen. Nat&uuml;rlich kommt es selten vor, da&szlig; man Opfer eines J&auml;gers wird, der sich angeschlichen hat, um &uuml;ber einen herzufallen. Aber all die fein entwickelten Sinne eines gef&auml;hrdeten Tieres haben wir noch, die uns vor der Dunkelheit warnen und die uns jene erstaunlichen Entdeckungen bescheren k&ouml;nnen, wenn wir ihre &uuml;bereilten Warnungen ausschlagen und uns nicht verstecken.</p>
<p>Wenn das Licht abwesend ist, verschwimmen die vertrauten Grenzen der Dinge und mehr noch die gewohnten Umrisse der inneren Gegebenheiten. Viel leichter werden sie ihren Fu&szlig; an etwas sto&szlig;en. Sie gehen umher, wie ein Kranker, mit ausgestreckten Armen und weichen Knien. Oder aber sie gehen umher wie ein Raubtier. Es kann in der Tat zu diesem Umschlag kommen, von der Furcht hin dazu, selbst das zu werden, was im dunklen furchterregend ist. Wir k&ouml;nnen uns Vertrautheit mit der Nacht von den Raubtieren ausborgen. Wir sind zwar unserem K&ouml;rper nach nachts am ehesten Beute. Aber wir haben einen weitreichenden Verstand, eine noch weitreichendere Phantasie &#8211; und die Phantasie &uuml;bernimmt es, uns auf die Dunkelheit einzustimmen: sie macht uns zu J&auml;gern. Zu besonders gef&auml;hrlichen J&auml;gern, die nicht mit dem Grundgef&uuml;hl der &Uuml;berlegenheit auf ihre Streifz&uuml;ge gehen, sondern mit einem Summen in den Ohren, das bleibt, auch wenn es gar nicht mehr zu h&ouml;ren ist, das Summen unserer angeborenen Furcht vor der Nacht.</p>
<p>Wenn bei ihnen der Fluchtinstinkt so stark ausgepr&auml;gt ist, da&szlig; sie sich vor dem Ticken einer Uhr f&uuml;rchten &#8211; so hat es Frau Ormsby mir berichtet, ich m&ouml;chte ihnen nicht zu nahe treten &#8211; dann liegt es vermutlich allein daran, da&szlig; sie sich nicht weit genug ins Freie, nicht weit genug in den ungesch&uuml;tzten Bereich gewagt haben. Ich k&ouml;nnte ihnen einige Begebenheiten erz&auml;hlen aus der Zeit, als ich meine Arbeit als Nachtw&auml;chter gerade begonnen hatte. Augenblicke, als ich zum ersten Mal auf die Gestalten und r&auml;teselhaften Eindr&uuml;cke gesto&szlig;en bin, die man am Ende eines menschenleeren Flures in vollkommener Stille antreffen kann. Ich k&ouml;nnte ihnen meine Angst schildern, aber wichtiger ist es, ihnen zu sagen, da&szlig; es den Augenblick der Umkehrung gibt: Wenn die Angst zur St&auml;rke wird. St&auml;rke, die sie sich nur verdienen k&ouml;nnen, indem sie sich weit genug herauswagen in jenen Bereich, der ihnen am unertr&auml;glichsten Erscheint. Eine St&auml;rke, die sie in die Lage versetzen wird, erstaunliche Entdeckungen zu machen. Frau Ormsby scheint genau das im Auge zu haben, wenn sie von &#0187;&uuml;berraschenden Funden&#0171; schreibt &#8211; offenbar hat sie &auml;hnliche Erfahrungen gemacht.</p>
<p>Sie sollten es versuchen. Sie sollten sich die Zeit nehmen, um aus dem Schatten irgendeiner beliebigen Deckung herauszutreten. Man braucht nicht unbedingt auf einem verschwitzten Kissen zu liegen und dem Knarren der Balken zuh&ouml;ren, wenn man schlaflos ist. Nichts zwingt sie, ihrem Bed&uuml;rfnis nachzugeben, vor dem Un&uuml;berschaubare zu fliehen. Probieren sie es aus: Sie werden reich daf&uuml;r entsch&auml;digt werden. Oder vielmehr: versetzen sie sich in eine Lage, die es ihnen unm&ouml;glich macht, lediglich einen Versuch zu machen. Denn wahrscheinlich werden sie es sich anders &uuml;berlegen, wenn der entscheidende Augenblick n&auml;herkommt. Versetzen sie sich in eine ausweglose Situation, die ihnen nur den Weg nach vorne, in den dunklen Korridor, den Keller, in dem man Schritte h&ouml;rt, oder was immer ihnen vorschwebt, offen l&auml;&szlig;t: dann werden sie sich mit der Nacht anfreunden k&ouml;nnen.</p>
<p>Damit will ich vorerst schlie&szlig;en. Ich stehe ihnen gerne zur Verf&uuml;gung, wenn sie weiteren Rat zu diesen Angelegenheiten brauchen. Die Entsch&auml;digung, die Frau Ormsby mir im Voraus hat zukommen lassen, verpflichtet mich dazu, ihnen weitere Hilfe ganz nach ihrem Wunsch anzubieten. Haben sie keine Skrupel, die auf dem Umschlag angegebene Adresse zu verwenden &#8211; ich habe die M&ouml;glichkeit, ihre Schreiben f&uuml;r mich &uuml;bersetzen zu lassen. Ich rate ihnen jedoch, zuallererst selbst mit solchen &Uuml;bungen zu beginnen, wie ich sie ihnen beschrieben habe. Allein durch Worte kommt man der Sache nicht besonders nahe.</p>
<p>Hochachtungsvoll</p>
<p>Paavali Paikkala</p>


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		<title>Aus Abst&#228;nden</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 10:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
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		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus den Abst&#228;nden steigt Eine lebhafte Dunkelheit, Sie neigt sich aus allen Offenen L&#252;cken, so Zwischen hier und jedem M&#246;glichen dort, und man liegt Am jeweiligen Ort, Entleibt von einer Wendung, Die ung&#252;nstig nun aus den F&#252;&#223;en Wie Schierling allm&#228;hlich Zu H&#228;upten dringt: Es ist ein gl&#228;nzendes, Tanzendes Nichts, Ein peinlich geronnenes Eigenes Schweigen. &#196;hnliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/fallr&uuml;ckzieher.jpg"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/fallr&uuml;ckzieher-300x258.jpg" alt="Hans Georg Assmann, Fallr&uuml;ckzieher, 2005" title="Hans Georg Assmann, Fallr&uuml;ckzieher, 2005" width="300" height="258" class="rand size-medium wp-image-4516" /></a></p>
<p>Aus den Abst&auml;nden steigt<br />
Eine lebhafte Dunkelheit,<br />
Sie neigt sich aus allen<br />
Offenen L&uuml;cken, so<br />
Zwischen hier und jedem<br />
M&ouml;glichen dort, und man liegt<br />
Am jeweiligen Ort,<br />
Entleibt von einer Wendung,<br />
Die ung&uuml;nstig nun aus den F&uuml;&szlig;en<br />
Wie Schierling allm&auml;hlich<br />
Zu H&auml;upten dringt:<br />
Es ist ein gl&auml;nzendes,<br />
Tanzendes Nichts,<br />
Ein peinlich geronnenes<br />
Eigenes Schweigen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Erscheinung</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 10:33:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Augenblick da er, so sagte er, vergiftet von Geschichten, am Abend viel zu fr&#252;h zu Bett gegangen war und endlich doch gewagt hatte, seine Augen zu schlie&#223;en, erschien ihm als leuchtende Vision, ohne da&#223; er irgendeinen Gegenstand oder auch nur ganz ungegenst&#228;ndliches Licht zu sehen bekommen h&#228;tte, als leuchtende Vision im ausdehnungslosen Bereich der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/Oszilloskop.jpeg" class="floatbox" rev="group:4501 caption:`Anzeige eines Oszilloskops`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/Oszilloskop-300x237.jpg" alt="Anzeige eines Oszilloskops (Quelle: LIFE Magazine)" title="Anzeige eines Oszilloskops" width="300" height="237" class="rand size-medium wp-image-4504" /></a></p>
<p>Im Augenblick da er, so sagte er, vergiftet von Geschichten, am Abend viel zu fr&uuml;h zu Bett gegangen war und endlich doch gewagt hatte, seine Augen zu schlie&szlig;en, erschien ihm als leuchtende Vision, ohne da&szlig; er irgendeinen Gegenstand oder auch nur ganz ungegenst&auml;ndliches Licht zu sehen bekommen h&auml;tte, als leuchtende Vision im ausdehnungslosen Bereich der Empfindungen n&auml;mlich: erschien ihm, wie er sich ausdr&uuml;ckte, die gl&auml;nzende, verlockende M&ouml;glichkeit einer vollst&auml;ndigen Kapitulation. Tats&auml;chlich sei es ein Glanz gewesen, projiziert auf die Innenfl&auml;che seines Selbst, trotz der Abwesenheit von Licht, ein Glanz von Schwarz, das im Begriff war, sich in Schw&auml;rze aufzul&ouml;sen, ein Prickeln und unruhiges Branden, als w&uuml;rde man ihm die Einbildungskraft wie Zellophan zerkn&uuml;llen, eine gl&auml;nzende Vision, anzusehen in ihrer Unanschaulichkeit wie die Urflut selber: die M&ouml;glichkeit, den gewohnheitsm&auml;&szlig;igen Dammbau dahingestellt sein zu lassen, vielmehr mit der Freude eines Menschen, der gleich fortgerissen werden wird, zuzusehen, wie die Flut hereinbricht und alles, was sich &uuml;ber den Schlamm erhebt, wieder mit ihm vermengt, bis endlich der Frieden der Ebene wiederhergestellt ist. Die M&ouml;glichkeit, es dahingestellt sein zu lassen, insbesondere das Arsenal der unabgegoltenen M&ouml;glichkeiten dahingestellt sein zu lassen, und nicht mehr auf das sanfte Fl&uuml;stern zu h&ouml;ren, es m&uuml;sse noch mehr erreicht werden. Er sagte, er habe dann kurz aufblitzend vor sich, fast, als w&auml;re ein Flattern &uuml;ber seine Lider hingegangen, das Bild eines Mannes gesehen, der nichts weiter als er selbst gewesen sei, einer, der sich nackt der ganzen Welt ausgeliefert habe, die ja schlie&szlig;lich immer alles andere als sie selbst sei, der aber in einer Art heldenm&uuml;tiger Unempfindlichkeit diesen Widerspruch nicht nur furchtlos ertragen, vielmehr gar nicht erkannt und verstanden habe und also mit dem nicht anfechtbaren Mut der Dummheit &#8211; nur er selbst gewesen sei; und dieses Bild habe einen bitteren Geschmack auf seiner Zunge hinterlassen. Da er nun aber tats&auml;chlich vor alledem gegen seine Gewohnheit einige M&auml;rchen gelesen habe und diese Lekt&uuml;re alles andere ausgel&ouml;st habe und er wohl unter einer Art von Vergiftung, unter einer Vergiftung durch Geschichten gelitten habe, sei er nunmehr fest entschlossen, beim Zubettgehen in Zukunft blo&szlig; n&uuml;chternes und rein realistisches in Betracht zu ziehen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Krypto|patho|graphie]]></series:name>
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		<title>Auf der Kuppe eines Kopfes</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 10:03:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
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		<description><![CDATA[Schwebeteilchen flie&#223;en In den Falten zweier Kissen Tr&#228;ge bis zum Tal. Auf der Kuppe eines Kopfes, Der hier aufgeworfen wurde, Sitzen unsichtbare V&#246;gel, Picken zwischen ihren F&#252;&#223;en In der Krume jenes Kopfes Nach den kriechenden Gedanken, Bohren Schn&#228;bel zwischen Wurzeln. Und zum fernen Z&#228;hneknirschen T&#246;nt und bricht sich an den W&#228;nden, Die kalkwei&#223; ringsum Wache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thebigblackcloud.com/"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/tangle-theory-300x300.jpg" alt="Joshua Gorchov: Tangle Theory" title="Joshua Gorchov: Tangle Theory" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-4332" /></a></p>
<p>Schwebeteilchen flie&szlig;en<br />
In den Falten zweier Kissen<br />
Tr&auml;ge bis zum Tal.<br />
Auf der Kuppe eines Kopfes,<br />
Der hier aufgeworfen wurde,<br />
Sitzen unsichtbare V&ouml;gel,<br />
Picken zwischen ihren F&uuml;&szlig;en<br />
In der Krume jenes Kopfes<br />
Nach den kriechenden Gedanken,<br />
Bohren Schn&auml;bel zwischen Wurzeln.<br />
Und zum fernen Z&auml;hneknirschen<br />
T&ouml;nt und bricht sich an den W&auml;nden,<br />
Die kalkwei&szlig; ringsum Wache stehen,<br />
Ihr zufriedener Gesang.</p>
<p>&Uuml;berm Laken schwebt ein Nebel<br />
Aus den Tr&auml;umen, die gen Mittag<br />
Eine giftig hei&szlig;e Sonne<br />
Steigen l&auml;&szlig;t aus dunklen Tiefen,<br />
Der als feuchter Niederschlag<br />
Auf den hingekrampften Gliedern<br />
Gl&auml;nzt und dann zusammenrinnt.<br />
Bis in B&auml;chen von den R&uuml;cken<br />
Der gestreckten H&ouml;henz&uuml;ge<br />
Salz und schale Bitterstoffe<br />
Flie&szlig;en und in tr&auml;gen Wellen<br />
Niedergehen ins Lakental,<br />
Wo sich um die Knie und Kn&ouml;chel,<br />
Die Ellenbogen und den Stei&szlig;<br />
Ausgedehnte Moore bilden.</p>
<p>Unterde&szlig;, im Kern des Schl&auml;fers,<br />
G&auml;rt es hei&szlig;.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sonntagsfahrt</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 10:41:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Dunkel]]></category>
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		<description><![CDATA[Gleich dem weitestgehend gewichtlosen Licht, Das auf eine Reise f&#228;llt am Sonntagmorgen, Die Seele zu halten. Aufrechten Gang sich anzugew&#246;hnen, So wie sommerlich gelb der Weizen dort steht. Die Gedanken in geraden Bahnen zu ziehen, Nach dem Ma&#223; der Linien, die zwischen den Halmen Sich kreuzen und in weiten Fluchten verlaufen, Frei in das Feld. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/16_Weizenfeld_ar.jpg" class="floatbox" rev="group:4225 caption:`Vincent van Gogh: &quot;Weizenfeld mit Korngarben&quot;, 1888`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/16_Weizenfeld_ar-300x254.jpg" alt="Vincent van Gogh: &quot;Weizenfeld mit Korngarben&quot;, 1888" title="Vincent van Gogh: &quot;Weizenfeld mit Korngarben&quot;, 1888" width="300" height="254" class="rand size-medium wp-image-4297" /></a></p>
<p>Gleich dem weitestgehend gewichtlosen Licht,<br />
Das auf eine Reise f&auml;llt am Sonntagmorgen,<br />
Die Seele zu halten.</p>
<p>Aufrechten Gang sich anzugew&ouml;hnen,<br />
So wie sommerlich gelb der Weizen dort steht.<br />
Die Gedanken in geraden Bahnen zu ziehen,<br />
Nach dem Ma&szlig; der Linien, die zwischen den Halmen<br />
Sich kreuzen und in weiten Fluchten verlaufen,<br />
Frei in das Feld.</p>
<p>Wom&ouml;glich daraufhin sich selbst noch zu stimmen,<br />
Nach dem leichten Ton des hellen Morgens.<br />
In der Ferne das Ungef&uuml;gte dann endlich zu sehen<br />
Und es zu betrachten mit geduldigem Blick,<br />
Es zu sehen, wie zwischen den St&auml;mmen die K&uuml;hle,<br />
Im Wald auf dem H&uuml;gel am Ende der Sicht.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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