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	<title>Rauhfasler &#187; Ekel</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Foebus</title>
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		<pubDate>Sun, 15 May 2011 10:29:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen tierischen Hilfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seinesgleichen werde, und so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht, damit das innere Licht dem äusseren entgegentrete. (&#8727;) Dr. Ephebrämius hat Besuch von seinem erprobten Weggefährten und Kollegen Schmidt erhalten. Er führt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2011/02/suchscheinwerfer.jpg" class="floatbox" rev="group:12221 caption:`Ein Suchscheinwerfer aus dem Zweiten Weltkrieg`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2011/02/suchscheinwerfer-199x300.jpg" alt="" title="Ein Suchscheinwerfer aus dem Zweiten Weltkrieg" width="199" height="300" class="rand size-medium wp-image-12337" /></a></p>
<div style="margin-left:200px;font-size:0.9em;font-style:italic;margin-bottom:2em;">Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus gleichgültigen tierischen Hilfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seinesgleichen werde, und so bildet sich das Auge am Lichte fürs Licht, damit das innere Licht dem äusseren entgegentrete. (&lowast;)</div>
<p class="regie">Dr. Ephebrämius hat Besuch von seinem erprobten Weggefährten und Kollegen <span style="font-variant:small-caps;font-style:normal;">Schmidt</span> erhalten. Er führt Schmidt in das düstere, zweite Kellergeschoß der Anstalt, wo sich sein <span style="font-variant:normal;font-style:normal;">Kuriositätenkabinett</span> befindet. Unter anderem gehört dazu die Zelle, die dem Publikum nun vor Augen steht.</p>
<p class="regie">Sie enthält einen Mann, der noch nicht alt ist und durchaus trainiert zu sein scheint, dessen Haut aber eine merkwürdig ledrige Beschaffenheit aufweist. Die Dres. Ephebrämius und Schmidt sind im Begriff, dieses Subjekt durch eine Klappe in einer Zellentür zu betrachten, die ganz konventionell wuchtig-stählerne Qualität besitzt. </p>
<p class="regie">Das Innere der Zelle ist gleißend hell erleuchtet, <span id="more-12221"></span>das Licht geht von myriaden von kleinen Strahlern aus, die überall in die Decke und die Wände eingelassen sind. Alle Gegenstände und Oberflächen haben eine makellos weiße Oberfläche. Auch der Insasse dieser strahlenden Zelle trägt durchgehend weiße Kleidung.</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> (<em>weist auf die Zellentür; wie ein Zirkusdirektor</em>): Das hier also ist Herr Foebus.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>öffnet die Klappe der Zellentür und schreckt prompt zurück</em>): Ah, das sticht in die Augen.</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Oh, entschuldigen sie, mein Bester, ich hätte sie warnen sollen.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>wieder gefasst</em>): Aber nein, aber nein! Man muß die Dinge, sage ich immer, zuallererst unvoreingenommen auf sich wirken lassen. Was einen Sticht, das durchdringt die <em>thalamidale Zensur</em>, sage ich immer.</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Ha ha ha! Sehr richtig, sehr richtig. &#8211; <span>Schmidt</span> <em>stimmt in das Lachen mit ein.</em></p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span>: Aber was soll es denn? Eine solche Zelleneinrichtung bläht doch sicherlich die Stromkosten auf. Und so eine Investition für ein einzelnes Exemplar? Äußerlich ist es nicht sonderlich bemerkenswert, meine ich?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Aber es handelt sich hier um ein durchaus unterhaltsames Exemplar. In einem freilich eher platonischen Sinne. (<em>Im Tonfall des Weinkenners:</em>) Zu anderen Exemplaren, bei denen, sagen wir, eher die somatische Ästhetik im Vordergrund steht, zu dem straffen, durch die ungestalte Psyche erfreulich verwilderten Fleisch &#8211; kommen wir dann gleich.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>leckt sich die Lippen</em>): Ja, sehr gut, sehr gut. Zuerst der Geist, dann der Körper. Und es handelt sich hier, in diesem Fall, bei diesen Lichtverhältnissen &#8211; um einen Wunsch des Patienten?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Fragen sie ihn doch selbst, ganz frisch heraus bitte, nur keine Scheu. Der junge Herr Foebus spricht gerne über seine sonderlichen Abneigungen. Sie müssen nicht besonders rücksichtsvoll sein.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>verbindlich</em>): Wenn ich darf?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Sie müssen bloß diesen Knopf hier drücken, die Sprechanlage.</p>
<p class="regie">Schmidt drückt den Knopf, räuspert sich und spricht umständlich in das Mikrophon, auf das Eephebrämius ihn ebenso umständlich hingewiesen hat.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span>: Ähäm, ja, guten &#8211; nun, man muß hier wohl sagen &#8211;: Guten Tag.</p>
<p class="regie">Foebus starrt wie ein witterndes Tier den Lautsprecher an, in einer halb geduckten, halb zur Flucht gewendeten Haltung.</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span> (<em>mißtrauisch</em>): Ist es Tag?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> <em>schaltet eilig die Gegensprechanlage aus; dann, an Schmidt gewandt:</em> Sie müssen unter allen Umständen darauf beharren, daß es Tag sei, obwohl es ja strenggenommen Nacht ist. Aber dieses Eingständnis hätte vielleicht ganz unabsehbare Folgen.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>zu Ephebrämius</em>): Nun gut, natürlich. (<em>Wieder in die Gegensprechanlage:</em>) Ja, Herr Foebus, es ist natürlich Tag.</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span> (<em>mißtrauisch</em>): Was heißt hier &rsaquo;natürlich&lsaquo;.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>wie ein ertappter Junge</em>): Tag, es ist Tag!</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Pfah. (<em>Er beginnt, durch seine Zelle zu tigern wie ein sehr erregter Professor hinterm Katheder</em>.) Ich hasse die Nacht. Ich kann sie nicht ertragen. Es gibt nichts schlimmeres. Es gab nie etwas schlimmeres. Aber <em>hierher</em> wird sie niemals gelangen. Das wurde mir versprochen. Ich bin geschützt durch elektrischen Strom. Ich bin gesichert. Ich befinde mich in Sicherungsverwahrung. &#8211; Die Nacht. Und der Schlaf. Der Schlaf und die Nacht. Sie dürfen nicht hierhergelangen. Die Nacht, die das Licht auffrisst und Schatten ausspruckt; die Nacht gebiert die Schatten. Oder vielleicht wachsen die Schatten im Maul der Nacht heran, wie bei diesem Fisch, der seine Nachkommen in seinem Maul ausbrütet. Dann Spuckt die Nacht die Schatten aus. Und die Schatten kommen und fressen an meiner Seele wie an einem aufgeweichten Brötchen. Licht! Licht!</p>
<p class="regie">Die letzten beiden Worte schreit Foebus derart laut und dringlich, daß die andächtig lauschenden Ärzte aufschrecken und mit den Köpfen aneinanderstoßen. Sie entschuldigen sich umständlich beieinander.</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span> (<em>horcht auf</em>): Was war das für ein dumpfes Pochen?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> (<em>reibt sich den Kopf</em>): Die Sinneswahrnehmungen dieses Subjektes sind offenbar außerordentlich verfeinert. Das scheint eine Wirkung des dauerhaften Schlafentzugs zu sein.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>hält sich noch etwas benommen den Kopf; in die Gegensprechanlage</em>): Lassen sie sich bitte nicht stören&#8230;</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Einerlei, was die elektrische Stimme sagt. Sie gibt sich künstlich souverän. (<em>Hört auf zu horchen; beginnt wieder zu tigern.</em>) Das war ein menschliches Pochen. Es klang wie &#8211; es klang nach zwei Kopfschwarten, unter denen die Schädelknochen aneinanderknallen. Das dumpfe Geräusch dumpfer menschlicher Hirne. Ich verachte Menschen. Es gibt kaum etwas widerwärtigeres, abgesehen von der Nacht. Weil die Menschen, weil die Menschen &#8211; sich davonstehlen, immer haben sie sich davongestohlen. Sie verschwinden entweder in die Abwesenheit, sobald sie merken, daß man sich an sie gewöhnt hat. Der Hinterhältigste aller Angriffe. &#8211; Oder sie zerfließen mir durch ihren Hang zur Selbstentwertung. (<em>Er lacht irre.</em>) Wenn sie ihre mühsam verhüllte Dürftigkeit entblößen und dann nurnoch unbrauchbar und eklig sind. Man ist am Ende bloß allein. Und deshalb will ich lieber von vornherein allein sein. Ha! ich bin allein. Allein mit dem immerwährenden Licht. Hier, hierher kann kein Ekel und keine Niedertracht und die Nacht erst recht! die Nacht! nicht gelangen.</p>
<p class="regie">Ephebrämius schaltet die Gegensprechanlage stumm. Man sieht, wie sich der Mund des internierten Herrn Foebus eifrig, aber nun völlig tonlos weiterbewegt.</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: So geht das jetzt noch eine nicht unbeträchtliche Zeitspanne weiter. Darüber würde es glatt Nacht werden &#8211; wenn das möglich wäre.</p>
<p class="regie">Die Doktoren lachen ausgiebig, halten sich schließlich die Bäuche, wischen sich Tränen aus den Augen und stoßen, unter einem gemeinsamen, besonders argen Heiterkeitskrampf, wiederum hart mit den Köpfen aneinander. Es macht ein hohles Geräusch. Man sieht, wie in der Zelle Foebus Zeigefinger triumphierend in die Luft sticht, von seinen Lippen ist ein <span style="font-style:normal;">&#0187;Aha&#0171;</span> deutlich abzulesen. &#8211; Als sich die Ärzte wieder gefangen haben, tritt Schmidt zur Gegensprechanlage.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span>: Sie hatten wohl keine einfache Kindheit?</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Meine Kindheit geht sie nichts an!</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span>: Na, aber wie kommen sie denn zu einer so <em>düsteren</em> Einschätzung ihrer Mitmenschen?</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Ist es denn nicht so?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> (<em>beugt sich neben Schmidt zum Mikrophon</em>): Na, aber keineswegs. Man muß miteinander auskommen. Wir sind doch&#8230;</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt:</span> &#8230;wir sind doch alle Menschen&#8230;</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: &#8230;und der Mensch ist ein geselliges Wesen.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span>: Und diese Sache mit dem Licht&#8230;</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Sie sind doch bloß dumpf! Dumpf und so mittelmäßig, daß sie sich an einem wie mir ihre abgeschmackte Unterhaltung verschaffen. Als ob es uns, sie und mich, in ein klares Verhältnis stellen würde, daß sie auf der anderen Seite dieser Zellentür stehen.</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> (<em>gönnerhaft</em>): Nun ja&#8230;</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Nein! Es gibt einen absoluten Maßstab! Und sie haben sich bloß in alles eingewöhnt! Sie nehmen allen Verlust und alle schale Mittelmäßigkeit problemlos hin. Leute wie sie&#8230;</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>deutlich verstimmt</em>): Na, jetzt sind wir aber gespannt auf ihre Diagnose!</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Leute wie sie es sind, sind doch eigentlich eingesperrt. Ihre Wahrnehmung endet irgendwo im leeren, kalten Raum. Darauf gehe ich jede Wette ein. Wann haben sie schon einmal einen anderen Begriffen?</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Herr Foebus, das hatten wir doch schon alles.</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Aber wenn sie jemals einen anderen Menschen begriffen hätten &#8211; wie sollten sie dann weiterleben, nachdem er ihnen verlorengegangen ist. Und ständig gehen die Menschen verloren, verlieren sich, verlaufen sich, werden getrennt durch den ungerechten Zufall, der einen hierhin, den anderen dorthin gehen läßt &#8211; und plötzlich ist das Labyrinth um einen derart gewachsen, daß man zum anderen nicht mehr zurückfindet.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>sarkastisch</em>): Oho, fast schon poetisch.</p>
<p class="dialogtext"><span>Foebus</span>: Deshalb bleibe ich hier. Ich werde nicht schlafen, ich werde nichts träumen, ich werde mir nicht durch Dunkelheit künstliche Lider auf die Augen legen lassen. Ich werde mir nichts vorstellen. Denn das wahre Gesicht der Dinge ist schrecklich!</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> (<em>zu Schmidt</em>): Ein unterhaltsames Exemplar, nicht war.</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span> (<em>gähnt etwas</em>): Ja, aber am Ende etwas ermüdend.</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span>: Na, dann wollen wir nach dem verwirrten Geist nun das verwilderte Fleisch in Augenschein nehmen?</p>
<p class="dialogtext"><span>Schmidt</span>: Das ist ein Wort!</p>
<p class="dialogtext"><span>Ephebrämius</span> (<em>lässig in das Mikrophon</em>): Machen sie&apos;s gut, Herr Foebus.</p>
<p class="regie">Ephebrämius klappt das Sichtfenster in der Zellentür zu &#8211; beide Doktoren ab.</p>
<hr />
<p>&lowast; Der Sinnspruch stammt von Goethe: Entwurf einer Farbenlehre (Goethes Naturwissenschaftliche Schriften [Kürschner] Bd. 3, S. 88).</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Knistern</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 11:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Ekel]]></category>
		<category><![CDATA[hilflos]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Knistern von Stoffen Das Schlürfen von Lippen Und Ölig eine Wolke Parfüm. In der Hüfte ein Lahmen Eine schnatternde Herde Von pickligen Mädchen Und kindliche Jungen Ängstlich mitten darin. Eine keifende Alte Bärtig und bitter, Besorgt um die Ordnung Der Öffentlichkeit. Die Schwerkraft der Masse Das Phlegma der Mägen Ein Plakat mit der Warnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/07/putenmagen.jpg" class="floatbox" rev="group:6069 caption:`Truthahnmagen. Günstig zu beziehen bei Ullrichs Putenhof`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/07/putenmagen-300x225.jpg" alt="" title="Truthahnmagen. Günstig zu beziehen bei Ullrichs Putenhof" width="300" height="225" class="rand size-medium wp-image-8093" /></a></p>
<p>Ein Knistern von Stoffen<br />
Das Schlürfen von Lippen<br />
Und Ölig eine Wolke Parfüm.<br />
In der Hüfte ein Lahmen<br />
Eine schnatternde Herde<br />
Von pickligen Mädchen<br />
Und kindliche Jungen<br />
Ängstlich mitten darin.<br />
Eine keifende Alte<br />
Bärtig und bitter,<br />
Besorgt um die Ordnung<br />
Der Öffentlichkeit.<br />
Die Schwerkraft der Masse<br />
Das Phlegma der Mägen<br />
Ein Plakat mit der Warnung<br />
Vor Zöliakie.<br />
Und über den Köpfen<br />
Auf fiedrigen Schwingen<br />
Das Pfeifen am Ende<br />
Eines eklen Katharrhs.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schaumgeboren</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 11:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Einfall]]></category>
		<category><![CDATA[Ekel]]></category>
		<category><![CDATA[Inhalt]]></category>
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		<description><![CDATA[Glänzende Oberflächen sind Immer Aufgezogen, auf einen Schaumstoffkern zumindest, Und der also ist: Inhalt. Ohne Inhalt ist leider Nichts zu machen, nichts Ist zu machen, da Fangen sie an, die Schwierigkeiten, die Sich nicht abstreifen lassen Wie durchscheinende Unterwäsche. Besonders einfallsreich ist Die Gestalterin des Überschwangs, Die sich verlässlich einstellt, Zumindest am Ende immer: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/Walfänger.gif"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/Walfänger-300x202.gif" alt="" title="Walfänger " width="300" height="202" class="rand size-medium wp-image-5971" /></a></p>
<p>Glänzende Oberflächen sind<br />
Immer Aufgezogen, auf einen<br />
Schaumstoffkern zumindest,<br />
Und der also ist: Inhalt.</p>
<p>Ohne Inhalt ist leider<br />
Nichts zu machen, nichts<br />
Ist zu machen, da<br />
Fangen sie an, die<br />
Schwierigkeiten, die<br />
Sich nicht abstreifen lassen<br />
Wie durchscheinende<br />
Unterwäsche.</p>
<p>Besonders einfallsreich ist<br />
Die Gestalterin des Überschwangs,<br />
Die sich verlässlich einstellt,<br />
Zumindest am Ende immer:<br />
Die Zarte Frau Häßlichkeit &#8211;<br />
Wie viele Mißbildungen ersinnt sie<br />
Als leichte Variationen<br />
Des grundlegenden Themas;<br />
Und wieviele Spielarten<br />
Des allgemeinen Leibgerichts<br />
Aus geschmortem Leiden.</p>
<p>Wenn einem überhaupt etwas einfällt:<br />
Es ist ein Plagiat von einem<br />
Der großen Meister, die schon<br />
Alles erdacht haben:<br />
Sie haben klangvolle Namen unter<br />
Dem üppigen Firnis des Ekels,</p>
<p>Sie<br />
Klappern heimlich mit<br />
Den Zähnen von Mäusen,<br />
Menschenaffen und<br />
<a class="tooltip" href="#">Blauwalen<span><strong>Blauwale</strong> gehören zur zur Familie der Furchenwale und haben, im Gegensatz zu Pottwalen zum Beispiel, strenggenommen überhaupt keine Zähne, sondern Barten.</span></a>.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Krypto|patho|graphie]]></series:name>
	</item>
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		<title>Ad ultimo</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 11:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ekel]]></category>
		<category><![CDATA[Fieber]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Überdruß]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Brust springt auf So plötzlich wie Ein Fieber sich im Kopf Ausbreitet Was drinnen liegt ist Eine Kugel aus Metall Sie rostet leicht und Nun verbrennt sie Schon im Sauerstoff Der Luft obschon Sie dreimal ganz Schon Atem gab Die Luft in diesem Zimmer Brennt mir in der Brust Die Kugel ab In grünem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/Ausschau.jpg" class="floatbox" rev="group:5764 caption:`Ausschau`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/Ausschau.jpg" alt="" title="Ausschau" width="236" height="299" class="rand size-full wp-image-5817" /></a></p>
<p>Die Brust springt auf<br />
So plötzlich wie<br />
Ein Fieber sich im Kopf<br />
Ausbreitet<br />
Was drinnen liegt ist<br />
Eine Kugel aus Metall<br />
Sie rostet leicht und<br />
Nun verbrennt sie<br />
Schon im Sauerstoff<br />
Der Luft obschon<br />
Sie dreimal ganz<br />
Schon Atem gab<br />
Die Luft in diesem Zimmer<br />
Brennt mir in der Brust<br />
Die Kugel ab<br />
In grünem Feuer<br />
Die Brust sprang auf<br />
Und durch die Wand<br />
Dringt nun erst spüre ich<br />
Magnetismus der mir alle<br />
Nadeln irre Macht<br />
Und mich in eine Kreisbahn zwingt<br />
Schwer ist es nicht<br />
Der letzte Mensch zu sein &#8211;<br />
Wie unerträglich wäre es<br />
Der letzte Mensch zu sein.</p>


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		<series:name><![CDATA[Drußdichtungen]]></series:name>
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		<title>Nuancen</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 11:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Ekel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmack]]></category>
		<category><![CDATA[Tageslauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Daß der Geschmack eines Tages Sich ändern muß, wie sich Der Geschmack eines Gerichtes Zuerst unmerklich verschiebt, Wenn man ihn zu häufig schon Auf der Zunge hatte. Zuerst ist eine Priese Darinnen von etwas, Das am Zungenboden die Feuchtigkeit Hervortreibt, und dann, Eine Frist später, wird, So, daß man sich offenen Mundes Wundern muß, Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/Kanarienvogel-auf-der-Stange.jpg" class="floatbox" rev="group:5765 caption:`Kanarienvogel auf der Stange`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/Kanarienvogel-auf-der-Stange.jpg" alt="" title="Kanarienvogel auf der Stange" width="270" height="250" class="rand size-full wp-image-5815" /></a></p>
<p>Daß der Geschmack eines Tages<br />
Sich ändern muß, wie sich<br />
Der Geschmack eines Gerichtes<br />
Zuerst unmerklich verschiebt,<br />
Wenn man ihn zu häufig schon<br />
Auf der Zunge hatte.</p>
<p>Zuerst ist eine Priese<br />
Darinnen von etwas,<br />
Das am Zungenboden die Feuchtigkeit<br />
Hervortreibt, und dann,<br />
Eine Frist später, wird,<br />
So, daß man sich offenen Mundes<br />
Wundern muß,<br />
Der Fraß unerträglich.</p>
<p>Daß sich derart ändern muß,<br />
Wie ein Tag schmeckt.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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