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	<title>Rauhfasler &#187; Enttäuschung</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Der neue Füllfederhalter</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 10:30:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem Eintrag vom 20. April 1925 schreibt Jakob Wilhelm Friedberg in sein Tagebuch: &#0187;Ich habe mich zu einer Torheit hinreißen lassen. In die Papeterie von Stichler bin ich gegangen und habe einen Füllfederhalter gekauft. Warum sollte man einen solchen Kauf für eine Torheit erachten? Ein Füllfederhalter ist doch ein praktisches, sinnvolles Werkzeug; kein Tand, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="rand size-full wp-image-2521" title="Montblanc-Füllfederhalter der Serie &quot;Chopin&quot;" src="/wp-content/uploads/2009/02/montblanc-chopin.jpg" alt="Montblanc-Füllfederhalter der Serie &quot;Chopin&quot;" width="430" height="99" /></p>
<p>In einem Eintrag vom 20. April 1925 schreibt <a title="Wer ist Jakob Wilhelm Friedberg?" href="/2009/tagebuch-des-jakob-wilhelm-friedberg/" target="_blank">Jakob Wilhelm Friedberg</a> in sein Tagebuch:</p>
<blockquote><p>&#0187;Ich habe mich zu einer Torheit hinreißen lassen. In die Papeterie von Stichler bin ich gegangen und habe einen Füllfederhalter gekauft. Warum sollte man einen solchen Kauf für eine Torheit erachten? Ein Füllfederhalter ist doch ein praktisches, sinnvolles Werkzeug; kein Tand, etwas bleibendes und solides. Das halte ich mir selbst vor, gerade jetzt versuche ich mich davon zu überzeugen. Aber es will mir nicht gelingen.</p>
<p>Besonders weil ich den praktischen Füllfederhalter, meinen lang ersehenten Kauf, für den ich heute einen beträchtlichen Teil eines Monatsgehaltes aufgewendet habe &#8211; weil ich ihn auf meinem Pult liegen sehe in seiner ganzen zweckmäßigen Solidität, während ich mit meinem alten, abgegriffenen Füllfederhalter diese Zeilen schreibe. Und ich muß eingestehen: Dieses neue Schreibwerkzezug habe ich nicht gebraucht. Und es ist auch überhaupt völlig unbrauchbar.</p>
<p>Daß aber ist mir erst jetzt klar geworden, nachdem ich ihn gekauft habe. Nachdem ich meine Gier nach neuem Besitz befriedigt habe. Darin liegt ein erbärmliches Verhängnis. Es wollte mir scheinen, als würde alles besser werden, wenn ich nur diesen Füllfederhalter besitzen könnte, der mir so nüchtern und poetisch erschien, wie er im Schaufenster der Papeterie lag. Ich wollte gerne so schreiben können, wie jener Füllfederhalter aussah. Jetzt liegt er hier auf meinem Pult und ich kann nichts mit ihm anfangen. Nichts. Mein alter Vertrauter, mein abgegriffener Füllfederhalter, der alle zehn Zeilen Tintenflecken produciert und eine ganz angelaufene und kratzende Feder hat &#8211; mit ihm schreibe ich. Ich bin dem neuen Schreibgerät nicht gewachsen, es ist mir überlegen. Ich bin kein anderer geworden durch meinen Kauf, der eine Torheit war.</p>
<p>Jenes Besitzenwollen ist ein unheimliches Thier. Die Lust und Begierde nach etwas neuem, unbekannten zwischen den eignen Fingern. Dabei wird das Neue doch alsbald zum Alten. Vielleicht wacht man noch zwei oder drei Morgende auf, mit dem glücklichen Gedanken an den neuen Besitz. Dann aber hat die Gewohnheit die gierhafte Freude verschlungen und das Tier regt sich wieder.</p>
<p>Nein, nein, ich bin kein anderer geworden durch den grandiosen Füllfederhalter, der auf meinem Pult liegt, und aus dem mir kein Wort auf das Papier gehen wird.&#0171;</p></blockquote>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Die Tagebücher J. W. Friedbergs]]></series:name>
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