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	<title>Rauhfasler &#187; Erinnerung</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Zornige B&#228;ume</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 10:21:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die B&#228;ume sind zornig. Sie schwanken mit jeder B&#246;e, in ihren &#196;sten zittert Entr&#252;stung. Da sind Stimmen in der Luft oder es ist das Kreischen von Lastwagen auf der Fernstra&#223;e. Das Zimmer ist dunkel und auf einem runden, schweren Teppich liege ich flach auf dem R&#252;cken, durch das Fenster betastet von den Zweigen, durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.michaelkenna.net/gallery.php?id=2"><img src="/wp-content/uploads/2009/10/kenna-tree-290x300.jpg" alt="Michael Kenna, Kussharo Lake Tree, Study 1, Kotan, Hokkaido, Japan, 2002" title="Michael Kenna, Kussharo Lake Tree, Study 1, Kotan, Hokkaido, Japan, 2002" width="290" height="300" class="rand size-medium wp-image-5050" /></a></p>
<p>Die B&auml;ume sind zornig. Sie schwanken mit jeder B&ouml;e, in ihren &Auml;sten zittert Entr&uuml;stung. Da sind Stimmen in der Luft oder es ist das Kreischen von Lastwagen auf der Fernstra&szlig;e. Das Zimmer ist dunkel und auf einem runden, schweren Teppich liege ich flach auf dem R&uuml;cken, durch das Fenster betastet von den Zweigen, durch die Maschen des Fliegengitters hindurch. Unter der Zimmerdecke steht ein Firmament aus fluoreszierenden Kunststoffsternen, in ihnen gl&uuml;ht noch das Tageslicht nach. Es war bis zuletzt w&auml;hrend des jetzt vergangenen Tages ein gleichm&auml;&szlig;ig schattenloses Zwielicht, ein Tag wie auf einer alten, verblichenen Photographie, auf der die Schw&auml;rzen und Lichter sich mit den Jahren immer &auml;hnlicher geworden sind.</p>
<p>Die Wirklichkeit steht in einem komplizierten Verh&auml;ltnis zur Zeit. Durch die Wand sind S&auml;tze aus einem Telefonat zu h&ouml;ren.</p>
<p>Das Gespr&auml;ch geht zwischen dem Raum dort, auf der anderen Seite der T&uuml;r, au&szlig;erhalb der Dunkelheit, jenseits der Grenzen meines Teppichs, bis in ein Patientenzimmer in einem Krankenhaus. Wenn das Wochenende um sein wird, wird dort eine Operation stattfinden. Das Telefonat dreht sich um den Augenblick, wenn der Kranke wieder aus der Narkose erwacht. Das Telefonat dreht sich insgeheim darum, da&szlig; dieser Augenblick nicht sicher zu erwarten ist. Ein dreiviertel Jahrhundert hat der Kranke gelebt &#8211; und braucht jetzt Trost wie ein Kind. Er ist, mehr als alles andere, ein Kind, und wer wollte ihm das Recht absprechen, eines zu sein?</p>
<p>In den wichtigen, entscheidenden Augenblicken ist die Zeit kaum mehr als eine ironische Behauptung. Welche Bedeutung haben Jahrzehnte eines Erwachsenenlebens angesichts der M&ouml;glichkeit, da&szlig; man in zwei oder drei Tagen seinen eigenen Tod erleben k&ouml;nnte? Er ist ein Kind, ich h&ouml;re es an den S&auml;tzen, die jenseits der T&uuml;r in den Telefonh&ouml;rer gesprochen werden.</p>
<p>Da oben leuchten weiterhin die Kunststoffsterne, drau&szlig;en brodelt die Unduldsamkeit in den B&auml;umen oder der gerechte Zorn, knorrige H&auml;nde machen Gesten. Wenn man alles Oberfl&auml;chliche abzieht, gibt es keine Entwicklung. Ich sehe von zwei Richtungen aus in eine glatte R&ouml;hre und sehe am anderen Ende jeweils &#8211; mich selbst: ein sonderbares Kind; mich selbst, einen allem Anschein nach Erwachsenen. Aber was ist der Unterschied? </p>
<p>Neben mir atmet ein Kind und je mehr die stillen Atemz&uuml;ge alles andere verdr&auml;ngen, je mehr dieses Atmen die Decke aufsteigen l&auml;&szlig;t bis die Kunststofflichter sich in wirkliche Sterne verwandeln, je mehr in den gleichm&auml;&szlig;igen Wellen dieses Atmens dieser dunkle Raum abtreibt von der Welt vor der T&uuml;r &#8211; desto weniger kann ich es fassen, desto mehr erscheint mir die blo&szlig;e Gegenwart als ein unl&ouml;sbares R&auml;tsel. Welche Finger sind es, die mit routinierter Bewegung die Generationen abz&auml;hlen wie die Knoten in der Schnur am Logscheit?</p>
<p>Es wird kalt, der Wind sch&auml;lt die W&auml;rme aus dem Zimmer, und nichts anderes sch&uuml;tzt als &#8211; vor allem und haltlos zu staunen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aus vollem Lauf</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 10:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus vollem Lauf gegen den Regen gesto&#223;en Dort drau&#223;en Im Bahnhof spielt ein B&#228;rtiger Z&#246;gerlich Mundharmonika, Er macht einen Diener f&#252;r jeden Hingeworfenen Blick. Und dann, viel sp&#228;ter Dringt mir in die Gedanken Fast wie eine Erinnerung Und ein Warten, das Ganz ins Unbestimmte geht: Der Trommelschlag von Kastanien Auf Autod&#228;chern, sie w&#252;rden gl&#228;nzen, In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/09/Richter-harp.jpg" class="floatbox" rev="group:5007 caption:`Richter Harp`"><img class="rand size-medium wp-image-5009" title="Richter Harp" src="/wp-content/uploads/2009/09/Richter-harp-207x205-custom.jpg" alt="Richter Harp" width="207" height="205" /></a></p>
<p>Aus vollem Lauf gegen den Regen gesto&szlig;en<br />
Dort drau&szlig;en<br />
Im Bahnhof spielt ein B&auml;rtiger<br />
Z&ouml;gerlich Mundharmonika,<br />
Er macht einen Diener f&uuml;r jeden<br />
Hingeworfenen Blick.<br />
Und dann, viel sp&auml;ter<br />
Dringt mir in die Gedanken<br />
Fast wie eine Erinnerung<br />
Und ein Warten, das<br />
Ganz ins Unbestimmte geht:<br />
Der Trommelschlag von Kastanien<br />
Auf Autod&auml;chern, sie w&uuml;rden gl&auml;nzen,<br />
In den regennassen, dunklen Stra&szlig;en.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liebe</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 10:10:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Botschaften]]></category>
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		<description><![CDATA[Wieder nicht dem gro&#223;en, Ganz unwahrscheinlichen Geheimnis Gerecht geworden, Das doch unabl&#228;ssig Mit abgeschliffenen W&#246;rtern Traktiert wurde, ich h&#246;rte es, Wie Licht in Ultraviolett Von fliegenden Insekten. Nicht in den zarten Schwingungen Der unsichtbaren Spinnenf&#228;den Die Botschaften verstanden, Die allein doch durch jene Kalte Luft dringen k&#246;nnen. Und dann eine zu grelle Vorstellung, Ein inneres, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/Thalassocalyce.JPG" class="floatbox" rev="group:4667 caption:`Eine Rippenqualle (Thalassocalyce)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/Thalassocalyce-300x199.jpg" alt="Eine Rippenqualle (Thalassocalyce)" title="Eine Rippenqualle (Thalassocalyce)" width="300" height="199" class="rand size-medium wp-image-4669" /></a></p>
<p>Wieder nicht dem gro&szlig;en,<br />
Ganz unwahrscheinlichen Geheimnis<br />
Gerecht geworden,<br />
Das doch unabl&auml;ssig<br />
Mit abgeschliffenen W&ouml;rtern<br />
Traktiert wurde, ich h&ouml;rte es,<br />
Wie Licht in Ultraviolett<br />
Von fliegenden Insekten.</p>
<p>Nicht in den zarten Schwingungen<br />
Der unsichtbaren Spinnenf&auml;den<br />
Die Botschaften verstanden,<br />
Die allein doch durch jene<br />
Kalte Luft dringen k&ouml;nnen.</p>
<p>Und dann eine zu grelle Vorstellung,<br />
Ein inneres, ruckartiges Ausweichen,<br />
Die F&auml;den am Ende sogar<br />
Hinunter &#8211; von den Handr&uuml;cken<br />
Und von meinen Wangen,<br />
Wo sie an feinen Haaren<br />
Geduldig verankert waren &#8211;<br />
Die F&auml;den hinuntergerissen.</p>
<p>So findet man sich,<br />
Endlich reglos geworden,<br />
Abgeschnitten nur nicht<br />
Vom eignen Atmen,<br />
Liegend am Grund.<br />
Und mit jedem Mal,<br />
Da&szlig; die Brust sich hebt,<br />
Dringt dorthinein,<br />
Als Erinnerung, und so<br />
Zu deutlich geworden<br />
F&uuml;r weitere Ausfl&uuml;chte,<br />
Eine notwendige, letzte<br />
Tiefenstr&ouml;mung.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zwischenraum</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/zwischenraum</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 10:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
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		<category><![CDATA[Automatisches Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
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		<description><![CDATA[Welche Gestalt hat der Raum zwischen den Puffern zweier Waggons, wenn sie mit z&#252;ngelnder Geschwindigkeit &#252;ber Gleise st&#252;rzen? Dazwischen rollt der Schotter und wird alles zerfressen, was ihm zu nahe kommt. Und wenn Bremsdruck den Zug entlangstr&#246;mt mahlen die Puffer den Raum zwischen sich in Fragmente; sie ziehen, wenn die Tr&#228;gheit das ihre fordert, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/Cellpuffer.jpg" class="floatbox" rev="group:4522 caption:`Cell-Puffer von Wampfler`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/Cellpuffer-300x300.jpg" alt="Cell-Puffer von Wampfler" title="Cell-Puffer von Wampfler" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-4524" /></a></p>
<p>Welche Gestalt hat der Raum zwischen den Puffern zweier Waggons, wenn sie mit z&uuml;ngelnder Geschwindigkeit &uuml;ber Gleise st&uuml;rzen? Dazwischen rollt der Schotter und wird alles zerfressen, was ihm zu nahe kommt. Und wenn Bremsdruck den Zug entlangstr&ouml;mt mahlen die Puffer den Raum zwischen sich in Fragmente; sie ziehen, wenn die Tr&auml;gheit das ihre fordert, die Bruchkanten der Zwischenraumsplitter wieder auseinander: was flie&szlig;t in die Adern dieses Mosaiks? </p>
<p>So, wie das Denken zwischen zwei Tagen sich in der Weise des Wassers unbezeichnete Wege sucht, um dort auszutreten, wo man es nicht erwartet. So auch, wie das bescheidene, das matte und deshalb das wirkliche Gl&uuml;ck erst sp&uuml;rbar wird, wenn seine Ursache fast schon vorbeigeglitten ist: es ist eine Tatsache der Erinnerung; das Gl&uuml;ck ragt &uuml;berhaupt nur immer mit einem letzten Ausl&auml;ufer in die Gegenwart. </p>
<p>Gedanken sind ein &uuml;berfl&uuml;ssiges Beiwerk, sind wie das Wasser, das aus einem Leck in Ziegel und M&ouml;rtel dringt: man mu&szlig; seine Tage gut verfugen und genau aneinanderf&uuml;gen, damit die Zeit, die man hat, m&ouml;glichst z&uuml;gig und spurlos hindurch und nicht in Pf&uuml;tzen einem vor die F&uuml;&szlig;e flie&szlig;e. Man wird die G&uuml;terwaggons sorgf&auml;ltig verkoppeln, damit nicht irgendetwas in Bewegung gerate und der ganze Zug in einer Kurve aus dem Gleise springe. </p>
<p>Aber da, zwischen den Puffern, wo das eine an das andere r&uuml;hrt, ist immer ein Raum, der sich weitet,verengt und wieder weitet. Und da, in dem vern&uuml;nftigsten Kopfe noch, entsteht von Tag zu Tag doch ein Gedanke und zeigt sich halb zwischen zwei Verrichtungen in seiner wundersamen, unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Gestalt.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Krypto|patho|graphie]]></series:name>
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		<title>Ein Span</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 10:40:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Felder]]></category>
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		<category><![CDATA[Müdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wolken]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur eine Nuance Ein fast durchscheinender Span Mit gl&#228;nzender Klinge Abgesch&#228;lt vom geheimen Vorrat An Sch&#246;nheit ver&#228;ndert grundst&#252;rzend Den Tag. In den Augen Brennen Doch eigentlich von sch&#246;ner M&#252;digkeit Von einem guten, verlorenen Kampf Ein Kratzer Licht in den Spiegelglasfronten Und auch kaum ergr&#252;ndlich Aus gebliebener Vergangenheit Im Mund ein Herbstgeschmack Der mit dir geht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.massaud.com/site/en/#/works/espace/6050-manned-cloud"><img src="/wp-content/uploads/2009/07/massaud_manned_cloud-300x175.jpg" alt="Die &quot;Manned Cloud&quot; des Designers Jean-Marie Massaud" title="Die &quot;Manned Cloud&quot; des Designers Jean-Marie Massaud" width="300" height="175" class="rand size-medium wp-image-4241" /></a></p>
<p>Nur eine Nuance<br />
Ein fast durchscheinender Span<br />
Mit gl&auml;nzender Klinge<br />
Abgesch&auml;lt vom geheimen Vorrat<br />
An Sch&ouml;nheit ver&auml;ndert grundst&uuml;rzend<br />
Den Tag.</p>
<p>In den Augen Brennen<br />
Doch eigentlich von sch&ouml;ner M&uuml;digkeit<br />
Von einem guten, verlorenen Kampf<br />
Ein Kratzer Licht in den Spiegelglasfronten<br />
Und auch kaum ergr&uuml;ndlich<br />
Aus gebliebener Vergangenheit<br />
Im Mund ein Herbstgeschmack<br />
Der mit dir geht<br />
Anstatt des Freundes, der verschwand.</p>
<p>Sch&ouml;n ist die Welt in Zwischenr&auml;umen<br />
Und das Dasein sozusagen<br />
Nach dem Ma&szlig; der Wolken leicht<br />
Die aus sich selbst<br />
Noch unter gelben St&uuml;rmen<br />
Schwanenwei&szlig;e Zeppeline bilden<br />
Und so, bis sie in nichts verwehen,<br />
Unbehelligt &uuml;ber Z&auml;une<br />
Und braune Felder gehen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stille</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/stille</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 10:23:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abgleiten]]></category>
		<category><![CDATA[Bilder]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschmack]]></category>
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		<category><![CDATA[Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Sch&#246;ne Stille Ich gleite an dir ab Bis zum Grund Jener Sch&#252;ssel Wo sich &#252;ber Jahre hin Tropfenweise das Gesammelt hat Was &#252;brigbleibt Und fl&#252;chtig ist Und bildlos Keinen Namen tr&#228;gt Nur Geschmack Er ist sehr fein Und f&#252;r Zungen Kaum gedacht. &#196;hnliche Texte:Lebensversicherung Ein Werbeplakat, darauf junge werdende Eltern und ein Schaukelpferd. Und... Ladung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/07/maria-bowl-440x440.jpg" class="floatbox" rev="group:4186 caption:`Georg Jensen, Maria Bowl`"><img src="/wp-content/uploads/2009/07/maria-bowl-440x440-300x300.jpg" alt="Georg Jensen, Maria Bowl" title="Georg Jensen, Maria Bowl" width="300" height="183" class="rand size-medium wp-image-4198" /></a></p>
<p>Sch&ouml;ne Stille<br />
Ich gleite an dir ab<br />
Bis zum Grund<br />
Jener Sch&uuml;ssel<br />
Wo sich &uuml;ber Jahre hin<br />
Tropfenweise das<br />
Gesammelt hat<br />
Was &uuml;brigbleibt<br />
Und fl&uuml;chtig ist<br />
Und bildlos<br />
Keinen Namen tr&auml;gt<br />
Nur Geschmack<br />
Er ist sehr fein<br />
Und f&uuml;r Zungen<br />
Kaum gedacht.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Stillgedichte]]></series:name>
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		<title>Fliegenfutter</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 10:38:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Insekten]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>

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		<description><![CDATA[An einem Finger fri&#223;t Eine Fliege und Schaut dabei Sehr aufrichtig. Kein Blinzeln zeigt Irgendeine Unsicherheit W&#228;hrend sie meine Handgriffe schmeckt. (F&#252;r eine Fliege Ist nichts vergangen, Jede Ber&#252;hrung Haftet an uns.) Ich aber denke Schamhaft an alles, Was ihr wohl gerade Den Magen f&#252;llt. W&#228;hrend ich ungereimt Nach Gr&#252;nden suche, Putzt sich die Fliege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vistasem.wordpress.com/2008/06/26/fly/"><img src="/wp-content/uploads/2009/06/fliege-vistasem.wordpress.com-300x225.jpg" alt="Fliege unter dem Elektronenmikroskop (vistasem.wordpress.com)" title="Fliege unter dem Elektronenmikroskop (vistasem.wordpress.com)" width="300" height="182" class="rand size-medium wp-image-3941" /></a></p>
<p>An einem Finger fri&szlig;t<br />
Eine Fliege und<br />
Schaut dabei<br />
Sehr aufrichtig.</p>
<p>Kein Blinzeln zeigt<br />
Irgendeine Unsicherheit<br />
W&auml;hrend sie meine<br />
Handgriffe schmeckt.</p>
<p>(F&uuml;r eine Fliege<br />
Ist nichts vergangen,<br />
Jede Ber&uuml;hrung<br />
Haftet an uns.)</p>
<p>Ich aber denke<br />
Schamhaft an alles,<br />
Was ihr wohl gerade<br />
Den Magen f&uuml;llt.</p>
<p>W&auml;hrend ich ungereimt<br />
Nach Gr&uuml;nden suche,<br />
Putzt sich die Fliege<br />
Und fliegt wortlos davon.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Halsband</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 10:10:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Hals]]></category>
		<category><![CDATA[Hände]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Schmuck]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sehe du hast neu Ein Halsband geschnitten F&#252;r den Anh&#228;nger, So sehr vertraut, Er scheint l&#228;ngst Deinem Hals zu geh&#246;ren, Und sein Geschmack ist Metall. Ein kurzer Rest Leder Auf dem Tisch und daneben Eine Schere und auch jene Kette, Die nun wohl verwaist In den Falten des Tischtuchs Schamhaft ihre Glieder In Schlingen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/06/Schere-alt.jpg" class="floatbox" rev="group:3879 caption:`Eine antike Schere`"><img src="/wp-content/uploads/2009/06/Schere-alt-295x300.jpg" alt="Eine antike Schere" title="Eine antike Schere" width="295" height="300" class="rand size-medium wp-image-3921" /></a></p>
<p>Ich sehe du hast neu<br />
Ein Halsband geschnitten<br />
F&uuml;r den Anh&auml;nger,<br />
So sehr vertraut,<br />
Er scheint l&auml;ngst<br />
Deinem Hals zu geh&ouml;ren,<br />
Und sein Geschmack ist<br />
Metall.</p>
<p>Ein kurzer Rest Leder<br />
Auf dem Tisch und daneben<br />
Eine Schere und auch jene Kette,<br />
Die nun wohl verwaist<br />
In den Falten des Tischtuchs<br />
Schamhaft ihre Glieder<br />
In Schlingen zu bergen<br />
Sich sichtlich bem&uuml;ht.</p>
<p>Ich ahne deine Hand<br />
An den Griffen der Schere<br />
Ich ahne wie das Leder,<br />
An deinem Hals dunkel,<br />
Die Luft dieses Tages<br />
Mit dir zu sich nimmt.<br />
Und die Worte, die Blicke<br />
Das Warten, den Schlag<br />
Deine Herzens aus der N&auml;he<br />
Als erstes erf&auml;hrt.</p>
<p>Und ein Rest kalter Kaffee,<br />
Ich z&auml;hle durch die Griffe<br />
Der Schere die Falten<br />
Im Tischtuch und frage<br />
Den kurzen Rest Leder<br />
Nach seinem Geschmack.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gl&#252;cksbaum</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/gluecksbaum</link>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 10:12:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Empfang]]></category>
		<category><![CDATA[Anfang]]></category>
		<category><![CDATA[Augenblick]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Fenster]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstähnlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Triptychon, dessen Mitteltafel und beide Fl&#252;gel wiederum zusammengesetzt sind, jeweils aus vier v&#246;llig gleichen Rechtecken, ebenm&#228;&#223;ig mit einem grauen Schleier &#252;berzogen, ist mein Fenster. Der rechte Fl&#252;gel ist schr&#228;g nach vorne gekippt (das w&#228;re f&#252;r ein wahres Triptychon sehr bedauerlich) und durch den so entstandenen Spalt dringt der noch eben blaue Himmel herein. Au&#223;erdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/05/tree.jpg" class="floatbox" rev="group:3701 caption:`Ein Baum. Illustration aus: John Evelyn, Sylva. Or A Discourse of Forest Trees (Projekt Gutenberg)`"><img class="rand size-medium wp-image-3703" title="Ein Baum. Illustration aus: John Evelyn, Sylva. Or A Discourse of Forest Trees (Projekt Gutenberg)" src="/wp-content/uploads/2009/05/tree-258x300.jpg" alt="Ein Baum. Illustration aus: John Evelyn, Sylva. Or A Discourse of Forest Trees (Projekt Gutenberg)" width="258" height="300" /></a></p>
<p>Ein Triptychon, dessen Mitteltafel und beide Fl&uuml;gel wiederum zusammengesetzt sind, jeweils aus vier v&ouml;llig gleichen Rechtecken, ebenm&auml;&szlig;ig mit einem grauen Schleier &uuml;berzogen, ist mein Fenster. Der rechte Fl&uuml;gel ist schr&auml;g nach vorne gekippt (das w&auml;re f&uuml;r ein wahres Triptychon sehr bedauerlich) und durch den so entstandenen Spalt dringt der noch eben blaue Himmel herein. Au&szlig;erdem der schl&auml;frige Gesang der V&ouml;gel.</p>
<p>Und ein Ger&auml;usch, das quer durch alle Jahreszeiten immer gleich bleibt, nur durch das schlimmste Unwetter verschlungen oder durch v&ouml;llige Windstille zum Schweigen gebracht wird: ein metallisches Pochen, das ich eigentlich jeden Tag, aber lange nicht mehr wirklich geh&ouml;rt habe. Es ist ein solches Pochen, wie man es gemeinhin in einem Hafen erwarten w&uuml;rde, obwohl es zu weit bis zum n&auml;chsten Hafen ist, als da&szlig; man ihn h&ouml;ren k&ouml;nnte (au&szlig;er wenn ein wirklich gewaltiges Schiff sein Nebelhorn bis zum Rand mit Druckluft f&uuml;llen w&uuml;rde; aber solcher Nebel ist wahrhaft selten).</p>
<p>Ein metallisches Pochen, das mir, wenn ich das Triptychon in dieser rotgef&auml;rbten Fensterh&ouml;hle zur&uuml;ckgelassen haben werde, als Inbegriff f&uuml;r Heimat gelten wird, zusammen mit jenen anderen, fr&uuml;heren Inbegriffen: mit einer Transformator-Station aus Waschbeton, die den Strom meiner Kindheit umgespannt hat; mit der merkw&uuml;rdigen Rauhigkeit, mit der die t&ouml;nerne Oberfl&auml;che eines Schraubdeckels unter den Fingern liegt, den ich auf den Schlund schrauben mu&szlig;te, worin eine Sicherung zu versenken war (w&auml;hrend eine unklare Furcht vor der t&ouml;dlichen Elektrizit&auml;t am Boden dieses Schlundes den Nacken streichelte); zusammen mit dem Erstaunen dar&uuml;ber, da&szlig; die Gegensprechanlage am T&uuml;rrahmen zehn verschiedene Klingelt&ouml;ne anbot und mit dem Geruch des Treppenhauses, mit der vollendeten, schutzlosen Weichheit des Lichtes, das durch die matte, gemusterte Scheibe der Haust&uuml;r drang.</p>
<p>Vor dem halb aus den Angeln geratenen Triptychonsfl&uuml;gel steht in einem breiten Terakottatopf &uuml;brigens eine merkw&uuml;rdige Pflanze. Ich habe sie irgendwann gekauft, weil ihre zwei mageren, spitzen Bl&auml;tter vor dem Hintergrund des &uuml;pprigen Gr&uuml;ns im Pflanzengesch&auml;ft mein Mitleid erregten. Und &uuml;ber die Jahre hat dieser Baum, mein still und rauh geliebter k&uuml;mmerlicher Freund, immer alle seine Bl&auml;tter verloren, bis auf zwei oder drei, die doch &uuml;brig blieben; zwei oder drei Bl&auml;tter, die immer nur am Ende des mit der Zeit l&auml;nger, kr&uuml;mmer und kahler werdenden Stammes wuchsen. </p>
<p>Ich habe in einem Botanischen Garten die Bl&auml;tter meines stummen, z&auml;hen Freundes wiedererkannt: An einem pr&auml;chtigen kleinen Baum hingen sie, mit einem lebensvollen Stamm, gerade gewachsen. Brachychiton rupestris &#8211; Gl&uuml;cksbaum. Ich habe daraufhin meinem mageren, verkr&uuml;ppelten Gl&uuml;cksbaum einen neuen Topf auf die Fensterbank gestellt und auch frische Erde gegeben &#8211; er hatte bislang mit mir nur wenig Gl&uuml;ck. Aber jetzt sitzt am Ende seines einzigen, d&uuml;rren Zweiges eine hellgr&uuml;ne Krone aus frisch gesprossenen Bl&auml;ttern: das ist ein Anfang.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sinn[?]br&#246;sel #5</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 10:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[Gelesen und Geblieben]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendiges]]></category>
		<category><![CDATA[Rauchen]]></category>
		<category><![CDATA[Zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweifeln ist notwendig, aber nicht angenehm. &#8211; Bernhard Victor Christoph-Carl von B&#252;low, im Interview gefragt, ob er an dem, was er tut, manchmal zweifelt. Damals haben wir unsere Schuhe noch aus alten Zigarren gedreht! &#8211; Walther Gustaf Heckenschneller &#196;hnliche Texte:P99 Ich solle mir die Walther P99 ansehen, wenn ich die... &#8230;h&#228;tte geschossen Ich mu&#223; dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="getuem"><img class="rand size-medium wp-image-3034" title="Tabakblatt" src="/wp-content/uploads/2009/03/tabakblatt-300x225.jpg" alt="Tabakblatt" width="300" height="225" /></div>
<div class="getuem"></div>
<div class="getuem">Zweifeln ist notwendig, aber nicht angenehm.</div>
<div class="getuemquelle">&#8211; Bernhard Victor Christoph-Carl von B&uuml;low, im Interview gefragt, ob er an dem, was er tut, manchmal zweifelt.</div>
<div class="getuem">Damals haben wir unsere Schuhe noch aus alten Zigarren gedreht!</div>
<div class="getuemquelle">&#8211; Walther Gustaf Heckenschneller</div>


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		<series:name><![CDATA[Sinnbrösel]]></series:name>
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