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	<title>Rauhfasler &#187; Fliegen</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Unterbrechung mit Amsel</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 10:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischenfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bemerke im Aufblicken einen Vogel, eine Amsel, ein Jungvogel oder ein Weibchen, ich weiß immer noch zu wenig über Amseln, um das sicher sagen zu können. Der Vogel sitzt auf dem Geländer meines Balkons und unsere Blicke treffen sich in einem Moment, da wir beide aus unserer jeweiligen Beschäftigung aufschrecken. Die Amsel hat gefressen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/turdus-merula.jpg" class="floatbox" rev="group:7165 caption:`Amselweibchen (Turdus merula, Foto von Maurizio Dalla Via)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/turdus-merula-300x224.jpg" alt="" title="Amselweibchen (Turdus merula, Foto von Maurizio Dalla Via)" width="300" height="224" class="rand size-medium wp-image-7190" /></a></p>
<p>Ich bemerke im Aufblicken einen Vogel, <a class="tooltip floatbox" rev="width:400px height:90% disableScroll:true showNewWindow:true controlsPos:tr" href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/04/schatten-amsel.html" title="Eintrag zum Stichwort im Rauhfasler-Lexikon">eine Amsel</a>, ein Jungvogel oder ein Weibchen, ich weiß immer noch zu wenig über Amseln, um das sicher sagen zu können. Der Vogel sitzt auf dem Geländer meines Balkons und unsere Blicke treffen sich in einem Moment, da wir beide aus unserer jeweiligen Beschäftigung aufschrecken. Die Amsel hat gefressen, ich habe gelesen, jetzt verharren wir unschlüssig. Sie steht gespannt über der Schale mit hingestreuten Körnern, die auf dem Geländer festgebunden ist: ein kleiner, federnder, energisch gespannter Bogen ist ihr Körper, eine fließende Linie von den Füßen über die Brust bis zum leicht schräg gestellten Kopf. Die Sonne scheint morgendlich und inf dem braunen Federkleid leuchten die sparsam aufgestrichenen Farbnuancen, zurückhaltende Schönheit, ausgeführt mit wirklicher Meisterschaft. </p>
<p>Ich fühle mich, in diesem Moment, in dem ich so interessiert von einer Amsel angesehen werde &#8211; wie ein Mensch. Wir lesen eine Weile einander in unseren Gedanken. Die Amsel scheint Interessiert, wie sie wohl immer Interesse nimmt an den bloß halbwegs verständlichen Kuriositäten, die einem in einer Stadt begegnen können. Sie hat wohl einen Forschergeist, sie ist auch bestimmt ein Skeptiker. </p>
<p>Irgendein Einverständnis stellen wir her, mit einer zuckenden Bewegung meines, ihres Kopfes. Dann verlässt die Amsel die Geduld mit meiner schweren, erdverhafteten Gestalt: sie taucht in die Luft und verschwindet in einem engen Bogen, gierend, rollend, kippend, in einem <a href="#" class="tooltip">komplizierten Manöver<span><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/trudeln-150x150.jpg" alt="" title="Das Aresti-Symbol für Trudeln (Quelle: Wikipedia)" width="150" height="150" class="tipbild size-thumbnail wp-image-7192" />Das <strong>Flugmanöver,</strong> das die Amsel ausgeführt hat, war eine kontrollierte Form des <strong>Trudelns</strong>, genauer das Steiltrudeln, allerdings für einen so kurzen Zeitraum, daß diese Luftbewegung völlig abseits der Möglicheiten menschlicher Fluggeräte lag und eine <em>technische</em> Beschreibung also recht unangemessen klingen muß.</span></a> grußlos von der Balkonbrüstung abwärts.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von Gravität</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 11:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Begierde]]></category>
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		<category><![CDATA[Zittern]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Schwere von Gedanken Vor dem Hintergrund Der im Heizungswind Nachdenklich pendelnden Pflanzen; Und im Vergleich auch Mit der kratzenden Unruhe, Dort in der Kehle, bis hinab Tief in den Wurzelballen Des Bronchialen Systems. Aufzufliegen, wie im Traum Man in einem Nu vordringt, Bis in das Hinterland des Ekels Oder auf das Plateau Jener uranfänglichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/Einweghandschuhe.jpg" class="floatbox" rev="group:5831 caption:`Einweghandschuhe`"><img class="rand size-medium wp-image-5836" title="Einweghandschuhe" src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/Einweghandschuhe-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Die Schwere von Gedanken<br />
Vor dem Hintergrund<br />
Der im Heizungswind<br />
Nachdenklich pendelnden Pflanzen;<br />
Und im Vergleich auch<br />
Mit der kratzenden Unruhe,<br />
Dort in der Kehle, bis hinab<br />
Tief in den Wurzelballen<br />
Des Bronchialen Systems.</p>
<p>Aufzufliegen, wie im Traum<br />
Man in einem Nu vordringt,<br />
Bis in das Hinterland des Ekels<br />
Oder auf das Plateau<br />
Jener uranfänglichen Gier,<br />
Die immer schon Götter zeugte;</p>
<p>Durch die lose Verknüpfung<br />
Symbolischer Chiffren &#8211; oder<br />
Wie man es nennen mag:<br />
Fortzugelangen dorthin,<br />
Wo das Leben mit allen Nerven<br />
Sich von sich selbst fortzittert<br />
Bis über den Ereignishorizont<br />
Der eigenen Zeugung.</p>
<p>Und nun also die Schwere<br />
Von Gedanken, wenn<br />
Einer in der Gruft liegt<br />
Des eigenen Körpers, und<br />
Die bronzene Tür oben<br />
An der aufsteigenden Treppe<br />
In den Angeln knarrt,</p>
<p>Weil ein Pestwind Anlauf genommen hat,<br />
Sie zu schließen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Melanogaster</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 10:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Fliegen]]></category>
		<category><![CDATA[Fressen]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Unterderoberfläche]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Generationen der Taufliege wechseln im Takt von zwei Wochen. Ein Taufliegenweibchen legt niemals weniger als einhundert Eier. Würde dabei nie auch nur eine Taufliege um ihr Leben gebracht Wäre in Jahresfrist die Nachkommenschaft einer einzelnen Taufliege Derart gewachsen, daß man eine Kugel daraus formen, Und damit die Lücke zwischen Sonne und Erde ganz füllen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/Drosophila-Krallenglied.jpg" class="floatbox" rev="group:5492 caption:`Krallenglied am Bein einer Taufliege (REM-Bild 1.700:1 von  Jürgen Berger, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Tübingen)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/Drosophila-Krallenglied-300x300.jpg" alt="Krallenglied am Bein einer Taufliege (REM-Bild 1.700:1 von  Jürgen Berger, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Tübingen)" title="Krallenglied am Bein einer Taufliege (REM-Bild 1.700:1 von  Jürgen Berger, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Tübingen)" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-5491" /></a></p>
<p>Die Generationen der Taufliege wechseln im Takt von zwei Wochen.<br />
Ein Taufliegenweibchen legt niemals weniger als einhundert Eier.<br />
Würde dabei nie auch nur eine Taufliege um ihr Leben gebracht<br />
Wäre in Jahresfrist die Nachkommenschaft einer einzelnen Taufliege<br />
Derart gewachsen, daß man eine Kugel daraus formen,<br />
Und damit die Lücke zwischen Sonne und Erde ganz füllen könnte.</p>
<p>Sollte man also mehr vor Sprengstoff und Wahnsinn,<br />
Oder doch eher vor dem winzigen Heer der Taufliegen sich ängstigen,<br />
Das nur durch ein zerbrechliches Gleichgewicht der Kräfte<br />
Gehindert wird, den Planeten bis auf die Kruste kahl zu fressen?</p>
<p>Und was wissen wir, Erbauer künstlicher Sonnen,<br />
Geflissentliche Mörder und stolze Erzeuger<br />
Von Höhlenmalereien, von Schmuck und freiem Willen,<br />
Was wissen wir letztenendes über die Welt,<br />
Die dort draußen liegt und die wir trotz allem<br />
Denmächst werden kahl gefressen haben,<br />
Bis auf die Kruste?</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu Mittag</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 10:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abgründe]]></category>
		<category><![CDATA[Fliegen]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf Böen reitend Ihren eiligen Geschäften entgegen Treiben die Wespen In Schwärmen vorbei. Das Meer wohnt grußlos Oben in den Bäumen, Auf schmale Kost gesetzt. Nur die Leichtigkeit Der Geste bleibt ihr, Die einen Flügel verlor: Einer Fliege, sie putzt sich Auf meiner Hand mit Verschwendeter Grazie. Im aufsteigenden Klang Der Glocken zu Mittag Senkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/549px-Image-Vespula_germanica_Head_Richard_Bartz.jpg" class="floatbox" rev="group:4388 caption:`Die Deutsche Wespe (Vespula germanica), Foto von Richard Bartz`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/549px-Image-Vespula_germanica_Head_Richard_Bartz-274x300.jpg" alt="Die Deutsche Wespe (Vespula germanica), Foto von Richard Bartz" title="Die Deutsche Wespe (Vespula germanica), Foto von Richard Bartz" width="274" height="300" class="rand size-medium wp-image-4390" /></a></p>
<p>Auf Böen reitend<br />
Ihren eiligen Geschäften entgegen<br />
Treiben die Wespen<br />
In Schwärmen vorbei.</p>
<p>Das Meer wohnt grußlos<br />
Oben in den Bäumen,<br />
Auf schmale Kost gesetzt.</p>
<p>Nur die Leichtigkeit<br />
Der Geste bleibt ihr,<br />
Die einen Flügel verlor:<br />
Einer Fliege, sie putzt sich<br />
Auf meiner Hand mit<br />
Verschwendeter Grazie.</p>
<p>Im aufsteigenden Klang<br />
Der Glocken zu Mittag<br />
Senkt sich eine Vorstellung<br />
Kalt wie ein Schatten<br />
Auf mich: ich könnte<br />
Zuschlagen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Wirklichkeit der Fliegen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 10:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf Empfang]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt eine einfache Erklärung dafür, daß es einem nie gelingt, mit der bloßen Hand eine Fliege zu erschlagen: Eine Fliege befindet sich eigentlich nicht an dem Fleck, an dem man sie mit Menschenweisheit vermuten muß. Sie ist nur scheinbar, nur aufgrund einer unangemessenen Vereinfachung dort. Das ist jedenfalls der Schluß, den man aus einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/05/fliegefliegend.jpg" class="floatbox" rev="group:3664 caption:`Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/05/fliegefliegend-300x228.jpg" alt="Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)" title="Fliegende Fliege (Bild:  Steven N. Fry/via ETH Live)" width="300" height="228" class="rand size-medium wp-image-3666" /></a></p>
<p>Es gibt eine einfache Erklärung dafür, daß es einem nie gelingt, mit der bloßen Hand eine Fliege zu erschlagen: Eine Fliege befindet sich eigentlich nicht an dem Fleck, an dem man sie mit Menschenweisheit vermuten muß. Sie ist nur scheinbar, nur aufgrund einer unangemessenen Vereinfachung dort.</p>
<p>Das ist jedenfalls der Schluß, den man aus einer Mitteilung der Biologie ziehen muß. Eine jener Erkenntnisse ist es, vor denen der unbedarfte Laie staunend stehenbleibt, weil er plötzlich eine klaffende Lücke in seiner Weltsicht vorfindet.</p>
<p>Man weiß nämlich über Fliegen, daß sie mit ihren Facettenaugen 200 Bilder in der Sekunde wahrnehmen können (das kleinere Wunder ist dagegen noch, daß sie Oben, Unten, Vorne und Hinten immer auf einen Blick erfassen, weil ihre Augen bekanntlich zwei Hemisphären am Kopf sind, also immer schlichtweg alles sehen, was es überhaupt zu sehen gibt).</p>
<p>200 Bilder in der Sekunde sind ungefähr das Zehnfache des menschlichen Wahrnehmungsvermögens. Aber was bedeutet das? Das auf einen Augenblick nach Menschenmaß zehn Fliegenaugenblicke kommen? Das zwischen Jetzt und Gleich, Hier und Dort, Vorher und Nachher immer der zehnfache Abstand besteht, sofern ein Mensch eine Fliege fragen würde? Das einer Fliege ein unzugänglicher Zwischenraum offensteht, in dem sie sich von ihrem vermeintlichen Ort (auf meinem Oberschenkel zum Beispiel) ohne mein Wissen an einen anderen Ort bewegen kann?</p>
<p>Das ist der Moment, in dem der Unbedarfte vor einem Loch, einem kaum auszulotenden Abgrund steht. Es stellen sich ungeheure Fragen: Wo wird die Zeit, die Fliegen ins voraus haben, aufbewahrt? Was geschieht, wenn ich mit der Hand oder eher noch mit einer Zeitung nach einer Fliege schlage? Für mich ist die Strecke, die von der Zeitung zurückgelegt wird, klar bemessen: von irgendwo hinter meiner Schulter bis zu dem Punkt, wo die störende Fliege auf meinem Oberschenkel sitzt. Auch Anfang und Ende der Bewegung sind ordentlich getrennt durch ein Rauschen des aufgerollten Papiers in der Luft. Was aber sieht die Fliege? Für sie geschieht währenddessen das Zehnfache! Aber wo kommen diese neun Zehntel Ereignis her, die einfach unbemerkt an mir vorübergehen? Wie geschieht es, daß in den Bewegungsablauf ein beträchliches Stück hineingeflickt wird, damit die Fliege es wahrnehmen kann? (Ganz zu schweigen von jenem Oben, Unten und Hinten, daß sich für die Fliege zu dem vergleichsweise beschränkten Vorne addiert, daß unser Gesichtsfeld ausfüllt.)</p>
<p>Für die Fliegen wird irgendwo ein besonderer Vorrat an Wirklichkeit aufbewahrt, um die löchrige Realität aufzufüllen, in der Menschen leben. Und dieser Vorrat muß angezapft werden, sobald nur eine Fliege den Raum betritt oder befliegt. &#8211; Oder ist es gar andersherum (und das wäre, richtig besehen, noch viel beunruhigender): Ich bin teilweise &#8211; nein größtenteils! blind, sehe nur ein mageres Zehntel von allem, was geschieht. Die Fliegen aber sehen alles. Da könnte ja wer weiß was geschehen, allein den Augen von Fliegen (und wenigen anderen, z.B. Libellen) zugänglich. Hundertachtzig Bilder in jeder Sekunde, die keines Menschen Auge jemals sieht. Neun Zehntel der Wirklichkeit sind uns entzogen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund wird eine Fliegenklatsche zu einer besorgniserregenden Waffe: Sie ist ja offenbar im Stande, auf der Wirklichkeitsebene der Fliegen zu agieren. Richtig gehandhabt ist sie tatsächlich schnell genug , um das Wahrnehmungsvermögen der Fliegen zu übertrumpfen. Die Fliegenklatsche kann die unsichtbare Grenze zwischen dem Raum-Zeit-Kontinuum der Fliegen und dem unseren durchbrechen. Was macht das scheinbar simple Instrument in unserer Hand, wenn wir damit zuschlagen? Es steht immerhin eines fest: Daß wir den größten Teil davon nicht zu Gesicht bekommen!</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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