<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Rauhfasler &#187; Fortschritt</title>
	<atom:link href="http://www.rauhfasler.de/tag/fortschritt/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.rauhfasler.de</link>
	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 05 Feb 2012 14:26:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Phlogiston</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/phlogiston</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/phlogiston#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 11:56:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Feuer]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Spazierengehen]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Umbrüche]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=5640</guid>
		<description><![CDATA[I. Im Winter des Jahres 1695, Einem sehr kalten Winter, Der über den Bodensee Eine Seegfrörni brachte, Ihn also der Länge und Breite nach Ganz mit Eis überzog &#8211; Im Winter jenes Jahres, Das die Reife und Ernte sah, Einer erstmals in ganzer Schönheit ausgeformten Vorstellung der kinetischen Energie, Dies nämlich im Kopfe des großen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/arcimboldo_fire.jpg" class="floatbox" rev="group:5640 caption:`Giuseppe Arcimboldo, Die Vier Elemente: Das Feuer, 1566`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/arcimboldo_fire-226x300.jpg" alt="" title="Giuseppe Arcimboldo, Die Vier Elemente: Das Feuer, 1566" width="226" height="300" class="rand size-medium wp-image-5641" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Im Winter des Jahres 1695,<br />
Einem sehr kalten Winter,<br />
Der über den Bodensee<br />
Eine Seegfrörni brachte,<br />
Ihn also der Länge und Breite nach<br />
Ganz mit Eis überzog &#8211;<br />
Im Winter jenes Jahres,<br />
Das die Reife und Ernte sah,<br />
Einer erstmals in ganzer Schönheit ausgeformten<br />
Vorstellung der kinetischen Energie,<br />
Dies nämlich im Kopfe des großen Leibnitz:</p>
<p>In eben diesem Winter<br />
Notierte Georg Ernst Stahl,<br />
Ordniarius der Medizin zu Halle,<br />
In seinem Tagebuch einen Traum,<br />
Vom geduldigem Papier wurde, vermutlich<br />
Ganz gegen den Willen des Scribenten,<br />
Dies Notat der Nachwelt überliefert,<br />
In einer kleinen, säuberlichen Kurrente,<br />
Des Professoren Stahl Werkzeug zum Denken,<br />
Eine Handschrift, die, soviel ist sicher,<br />
Ihm nur bei gutem Licht in derart<br />
Tadelloser Weise hat gelingen können.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/44' rel='bookmark' title='Permanent Link: &plusmn; 44'>&plusmn; 44</a> <small>Den Traum von einem sonderbaren Gutsein der Verhältnisse, nicht im...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/in-aller-karge' rel='bookmark' title='Permanent Link: In aller Karge'>In aller Karge</a> <small>Es ist Silber zusammengeflossen Zwischen Schiefer, der dort oben droht....</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/das-lebensgefuehl' rel='bookmark' title='Permanent Link: Das Lebensgefühl'>Das Lebensgefühl</a> <small>&#0187;&#8250;Mir kommt es vor, als versuchte ich, euch einen Traum...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/phlogiston/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Percheron</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/percheron</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/percheron#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 11:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Jagd]]></category>
		<category><![CDATA[Niedertracht]]></category>
		<category><![CDATA[Raubtiere]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Waffen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rauhfasler.de/?p=5784</guid>
		<description><![CDATA[Wie die Folgerichtigkeit Steigt und schäumend Auf den Hinterbeinen steht; Wie sie mit den Hufen schlägt Und vom Gemächt der Dampf Sich in dichten Schwaden löst. Bis dann sie niedergeht Und vorwärts bricht, Den Grund pflügt Unter ihrem jähen Fortschritt, Den Boden Zittern macht. Ich wünschte eine Flinte, eine Lange, Mit dem Finger dran zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/pferdehufe.jpg" class="floatbox" rev="group:5784 caption:`Pferdehufe`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/pferdehufe-300x183.jpg" alt="" title="Pferdehufe" width="300" height="183" class="rand size-medium wp-image-5788" /></a></p>
<p>Wie die Folgerichtigkeit<br />
Steigt und schäumend<br />
Auf den Hinterbeinen steht;<br />
Wie sie mit den Hufen schlägt<br />
Und vom Gemächt der Dampf<br />
Sich in dichten Schwaden löst.</p>
<p>Bis dann sie niedergeht<br />
Und vorwärts bricht,<br />
Den Grund pflügt<br />
Unter ihrem jähen Fortschritt,<br />
Den Boden Zittern macht.</p>
<p>Ich wünschte eine Flinte, eine Lange,<br />
Mit dem Finger dran zu rühren,<br />
Um mit Tosen Kugeln zu verschicken<br />
Und das Scheusal zu erschießen.</p>
<p>Ich würde mir die Sehnen schneiden<br />
Aus den noch nicht kalten Beinen,<br />
Meine nutzlosen Gedanken<br />
Damit zu dicken Bündeln binden &#8211;<br />
Um mir die Kleidung auszupolstern<br />
Gegen Kälte oder<br />
Vernunftverpichte Niedertracht.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/regen-2' rel='bookmark' title='Permanent Link: Regen #2'>Regen #2</a> <small>Regen siedet In den Kopfsteinpflasterfugen. Oder er brandet in Mustern...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/wellenfeld' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wellenfeld'>Wellenfeld</a> <small>Du bist ein Wunderfeld aus Fäden, Aus feinen, die mir...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2011/geisterzug' rel='bookmark' title='Permanent Link: Geisterzug'>Geisterzug</a> <small>Szenenwechsel. Der Mechaniker steigt den Fahrstuhlschacht herab, was dem Publikum...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2010/percheron/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erscheinungen</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinungen</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinungen#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 09:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Erscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Husten]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittag]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=4660</guid>
		<description><![CDATA[Erscheinungen liegen in der Luft Und offenbar reicht ihr Beharren hin, Daß allein durch die Wanderung des Bodens Vom Abend gen Morgen, allein durch die Drift, Die alles unumstößliche auch seitwärts zieht, Daß dadurch die Erscheinungen immerzu Treiben, Sie drängen sich vor meinem brennenden Blick An diesem unzeitigen Morgen; und schillern in der Luft Wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/metronome.jpg" class="floatbox" rev="group:4660 caption:`TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/metronome-300x300.jpg" alt="TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome" title="TIFFANY BOZIC, From the Depths, Metronome" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-4662" /></a></p>
<p>Erscheinungen liegen in der Luft<br />
Und offenbar reicht ihr Beharren hin,<br />
Daß allein durch die Wanderung des Bodens<br />
Vom Abend gen Morgen, allein durch die Drift,<br />
Die alles unumstößliche auch seitwärts zieht,<br />
Daß dadurch die Erscheinungen immerzu Treiben,<br />
Sie drängen sich vor meinem brennenden Blick<br />
An diesem unzeitigen Morgen; und schillern in der Luft<br />
Wie ein Schuppenkleid von scheuen<br />
Tiefseefischen, ohne nennenswerte<br />
Dritte Dimension oder weitere Ausdehnung<br />
In den Bereich friedlichen Verstehens:<br />
Bloß Chiffren, die ganz beliebig sind.<br />
Ja, Erscheinungen drängen in die Luft<br />
Und Vogelgesang und das Husten<br />
Eines Tages, der sich um Fortschritt müht,<br />
Nach Kräften in den Abend zu gelangen<br />
Und in die Nacht hinein, wenn Gestirne<br />
Aus Warnlichtern aufgehen und knirschend<br />
Vom stummen Nachbarn der Schritt:<br />
Es bliebe dort die Möglichkeit von Träumen,<br />
Die dem Zunderschatz des Planeten<br />
Etwas beisteuern könnten sogar:<br />
Etwas bleibendes.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/vorortbahnhof' rel='bookmark' title='Permanent Link: Vorortbahnhof'>Vorortbahnhof</a> <small>(Georg Heym, 1910) Auf grüner Böschung glüht des Abendes Schein....</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/ging-die-nacht-dahin' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ging die Nacht dahin'>Ging die Nacht dahin</a> <small>Schnarchend ging die Nacht dahin. Füße, schwer gequält von langen...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/leichter-aufstieg' rel='bookmark' title='Permanent Link: Leichter Aufstieg'>Leichter Aufstieg</a> <small>Den Abgasen, die an einem Wintertag aus einem Schornstein steigen,...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/erscheinungen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Baumpflege</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/baumpflege</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/baumpflege#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2009 11:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Unordnung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbankrott]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=3134</guid>
		<description><![CDATA[Die Bäume, die in dieser Gegend stehen, Würden sich an die Hauswände lehnen Wenn man sie ließe, das tut man nicht. Sie sind mager und krumm, ihre Kronen Nehmen die Sicht aus der Küche zum Fluß Des Verkehrs und die Frage: Warum diese Bäume Stellt dem Passanten sich frech in den Weg. Überhaupt ist es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="rand size-medium wp-image-3138" title="Plastikpalme" src="/wp-content/uploads/2009/03/plastikpalme-206x300.jpg" alt="Plastikpalme" width="206" height="300" /></p>
<p>Die Bäume, die in dieser Gegend stehen,<br />
Würden sich an die Hauswände lehnen<br />
Wenn man sie ließe, das tut man nicht.<br />
Sie sind mager und krumm, ihre Kronen<br />
Nehmen die Sicht aus der Küche zum Fluß<br />
Des Verkehrs und die Frage: Warum diese Bäume<br />
Stellt dem Passanten sich frech in den Weg.</p>
<p>Überhaupt ist es doch so, man sieht es ja deutlich,<br />
Ein Baum macht durchaus schon beim dritten Stock schlapp.<br />
Die Natur neigt zum Wuchern, das zeigt die Erfahrung<br />
Doch mehr noch zum Scheitern, es fehlt ihr Vernunft.<br />
Es fehlt ihr die Technik, sie ist arg veraltet,<br />
Sie kränkelt und kippt leicht, sie modert und stirbt<br />
Und der rechte Winkel, der eigentlich schöne<br />
Wird immer und immer von ihr bloß verfehlt.</p>
<p>Man denke an Krankheit, an Schmerz und an Paarung<br />
An Körperbehaarung und plötzlichen Tod.<br />
Jetzt machen wir Ordnung im Zufallsgepfusche<br />
Und bauen was bisher, man höre und staune,<br />
Durch Wachstum und Verkompostierung entstand.</p>
<p>Die Bäume, die Krüppel, die letzten und schiefen,<br />
Die sollte man fällen, was will man damit.<br />
Man kann ja, aus Rücksicht auf Sentimentale,<br />
Mit blattgrüner Farbe die Wände anstreichen<br />
Wo mal Bäume standen, und Pfähle aufstellen,<br />
Aus passendem Kunststoff, bis man irgendwann,<br />
Zum Ende hin endlich auch das nicht mehr braucht.</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/bildlos' rel='bookmark' title='Permanent Link: Bildlos'>Bildlos</a> <small>Die schöne Bildlosigkeit Eines leeren Kopfes: Ich staune die Wände...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/faelle' rel='bookmark' title='Permanent Link: Fälle'>Fälle</a> <small>Von den Ohren von Frauen Fallen die Ohrringe herab Rentnerinnen...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/legasthenie' rel='bookmark' title='Permanent Link: Legasthenie'>Legasthenie</a> <small>&raquo;Graphemische Varianz&laquo; &#8212; man lese und staune....</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/baumpflege/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Höhlentreiben</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/hoehlentreiben</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/hoehlentreiben#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2009 11:05:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Begehren]]></category>
		<category><![CDATA[Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Primatisch]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Mirakel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=2397</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt auch in Städten Höhlen. Tatsächlich gibt es dort noch Höhlen. Man erkennt sie erst, wenn man unwissend hineingestolpert ist. Es ist dem modernen Menschen zwar gelungen, die Höhlen weitestgehend zu verdrängen. Wir haben sie ersetzt durch glattere Formen: durch Wohnhäuser nämlich, das heißt durch Kästen, gebildet nach der künstlichen Idee des Quadrates, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/01/2001-odysee.jpg" class="floatbox" rev="group:2397 caption:`Fortschritt. Szene aus dem Film &quot;2001. Odysee im Weltraum&quot;`"><img class="rand size-medium wp-image-2401" title="Fortschritt. Szene aus dem Film &quot;2001. Odysee im Weltraum&quot;" src="/wp-content/uploads/2009/01/2001-odysee-300x141.jpg" alt="Fortschritt. Szene aus dem Film &quot;2001. Odysee im Weltraum&quot;" width="300" height="141" /></a></p>
<p>Es gibt auch in Städten Höhlen. Tatsächlich gibt es dort noch Höhlen. Man erkennt sie erst, wenn man unwissend hineingestolpert ist.</p>
<p>Es ist dem modernen Menschen zwar gelungen, die Höhlen weitestgehend zu verdrängen. Wir haben sie ersetzt durch glattere Formen: durch Wohnhäuser nämlich, das heißt durch Kästen, gebildet nach der künstlichen Idee des Quadrates, die man praktisch in die Höhe stapeln kann. Und in diesen geweißten Höhlen, ohne festen Boden unter den Füßen, suchen wir jetzt Schutz vor Kälte und Gefressenwerden und hier, schüchtern geworden, verrichten wir alle Notdurft.</p>
<p>Aber es gibt trotzdem noch Höhlen. Wie jene zum Beispiel, in der ich mich am hellichten Tag wiederfand. Das Sonnenlicht riß ab, die roten steinernen Wände wurden feucht und es tropfte gelegentlich von der hohen, gewölbten Decke. Ein Dröhnen und Hämmern füllte die Höhle aus, als Ersatz für Dunst, Schweiß und Feuerrauch. Von einer Kammer aus Gußeisen umschlossen war das Feuer in dieser Höhle und es rollte und donnerte, anstatt bloß zu knistern. Ein altes Männchen mit seiner ebenfalls ledirig gewordenen Begleiterin gebot über dies eingezwängte Feuer , die mageren Hände am Steuer &#8211; und sein Gebot war lasch und schlecht. Von außen drang nicht das Knurren eines Raubtieres, sondern Zischen und Trampeln eines Zuges, der uns zu Häupten fuhr &#8211; denn das Höhlendach war, in Vertretung natürlichen Steines, von einer Gleisbrücke gebildet.</p>
<p>Ein junges Paar war mit den Ritualen befasst, die der Paarung vorausgehen. Wird sie seinen Geruch gutheißen? Wird sie an der Art seiner Behaarung und am Härtegrad seines Körpers ausreichende Gesundheit ablesen können? Und wird er ihr Becken geräumig genug finden? Wird er einschätzen, daß genug Milch von ihr fließen könnte zur Stärkung der vorgestellten Jungen? &#8211; Jungen, die in der Balz das Verhalten vorgeben als geheimes, vom Körper eigenmächtig ausgedachtes Ziel. Wie wird es sein? Jetzt kosten die beiden voneinander und riechen an Haaren und Hälsen. In den Kehlen schluckt es vor unterdrücktem Grunzen. Aber wird noch ein stärkeres Männchen kommen, und den Konkurrenten verscheuchen, unter den beifälligen Gesten des Weibchens, das seine Jungen noch gesünder werden sieht?</p>
<p>An den Höhlen sind Inschriften zu erkennen &#8211; der Mensch ist dabei, erste, unbeholfene Züge einer Kultur zu entwickeln. An der bekritzelten Wand drückt sich schüchtern ein älteres Weibchen entlang, das ihre zwei schon selbst laufenden Jungtiere durch die Höhle leitet. Sie ist in Eile, offenbar in Furcht vor einem Angriff aus dem Hinterhalt. Ein Männchen bohrt in seiner Nase nach Termiten, ein weiteres schluckt den Saft gegorener Früchte. Ein anderes Weibchen, schon grau im Pelz, das im Rudel eine herausgehobene Stelle haben könnte, blickt auf ihren fast erwachsenen Sohn und wird wohl gleich mit dem Lausen beginnen.</p>
<p>Eine digitale Anzeige, eine Formation von Lichtpunkten, hoch über dem irdischen Treiben, läßt vermuten, daß der Bus in 2 Minuten eintreffen wird. Der Bus, er wird bald kommen. Vielleicht haben die Ahnengeister, indem sie mich das wissen lassen, sich einen Schamanen gewählt. Keiner außer mir blickt auf, keiner hält nach dem Bus, der kommen wird, vorwissend Ausschau. Ich bin in den Besitz einer Kunde geraten, die dem Rest des Rudels verborgen ist. Vielleicht kann ich sie gegen einige Eier und ein Stück der Leber eintauschen, die die zurückkehrenden Jäger gleich hereintragen werden &#8211; im Leib ihrer Beute, und die wird noch warm sein.</p>
<p>Noch eine Minute. Wir müssen weiterziehen, die Höhle ist nur vorübergehend zur Bleibe bestimmt. Es wartet der Aufstieg zur rechnenden Vernunft. Doch was soll dabei aus unseren Pelzen werden?</p>


<p>Ähnliche Texte:<ol><li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/balz' rel='bookmark' title='Permanent Link: Balz'>Balz</a> <small>Ich habe gerade gehört, ein Raubtier knurrten und bellte. Jetzt...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2010/eiskaplaene' rel='bookmark' title='Permanent Link: Eiskapläne'>Eiskapläne</a> <small>&raquo;In Ruhe wurzeln Eiskapläne.&laquo; Vielleicht liegt es an der Uhrzeit...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2008/am-ende' rel='bookmark' title='Permanent Link: Am Ende'>Am Ende</a> <small>Am Ende der Straße eine Treppe hinab Liegt ein Keller,...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.rauhfasler.de/2009/hoehlentreiben/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

