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	<title>Rauhfasler &#187; Frosch</title>
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		<title>Gedanken eines Frosches beim Anblick einer Landschaftsmalerin</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 11:36:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://1x.com/member/11238/latoday/"><img src="/wp-content/uploads/2009/05/echo-of-silence-latoday-216x300.jpg" alt="the echo of silence von latoday (via 1x.com)" title="the echo of silence von latoday (via 1x.com)" width="216" height="300" class="rand size-medium wp-image-3725" /></a></p>
<p>Eine junge, blonde Geschäftsfrau führt im sachlichen Ton eine Unterredung. Sie und ihr Mobiltelefon, ihre beigefarbene Handtasche, ihre Sommerkleidung, die ins Haar zurückgeschobene Sonnenbrille: Alles macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Ich staune sie an, aus dem dunklen Bezirk heraus, in den mich meine Träume geführt haben, wie ein Frosch vom Tümpel her eine spazierengehende Landschaftsmalerin anstaunen würde.  Nun, auch ich bin frisch geduscht, wahrlich: aber Reinlichkeit in dieser Vollkommenheit zu erreichen, ich gestehe es mir ein, während ich meinen Blick schamhaft verberge, ist für mich ausgeschlossen. </p>
<p>Die Landschaftsmalerin scheint sich in einer Auseinandersetzung zu befinden. Aber weder erhebt sie ihre Stimme, weil sie zornig werden würde, noch fängt sie an zu flüstern &#8211; warum auch, denn eine Auseinandersetzung mit ihr zu haben, kann doch nur den jeweiligen Gegner ins Unrecht setzen: als würde ein krummer Baum darauf beharren, nicht in einem so dramatischen Licht gemalt zu werden. Wenn sie ihn so malen wollte, dann gehört jeder Baum in ein dramatisches Licht. Aber nein, sie wird nicht dramatisch malen, sondern in vollendeter Klarheit: Frühlingslandschaften nach dem letzten Wintersturm, reingewaschen von der Schneeschmelze, mit zierlichen, gelben Blumen, die aus der Erde sprießen. Oder den Winter, der alles auf Linien und Flächen reduziert, unter einem vollkommen kalten, blauen Himmel. </p>
<p><em>Ich muß doch</em>, sagt sie gerade. Dann eine Pause. Und jetzt: <em>Wir hatten doch. Du hast gefragt. Dann frag mich nicht.</em> Und plötzlich fliegt ihre feine Hand mit dem Telefon darin vom Ohr. Und der Daumen vollführt eine winzige, kaum zu erkennende Bewegung: Sie hat mitten im Satz aufgelegt. Ihr Gesicht bleibt reglos. Vielleicht glänzen ihre Augen mehr als vordem? Sonst ist nichts zu erkennen. Das Gespräch hat nicht stattgefunden, ich habe es mir eingebildet, somnambul wie ich bin.</p>
<p>Da: sie steckt einen elfenbeinernen Zeigefinger in gerade das Ohr, an dem noch eben das Telefon gelegen hat und bohrt energisch darin. Sie scheint das gesagte, das gehörte, das Mißverständnis oder den völlig angemessenen Vorwurf aus ihrem Gehörgang kratzen zu wollen. So sitzt sie eine Weile, dann sinkt die Hand wieder auf den sommerlich gekleideten Schoß und sie erstarrt.</p>
<p>Ich, der Frosch, springe mit einem Satz zurück in meinen Tümpel, zu meinem mir vertrauten Schlamm und zu den Schwebeteilchen, die mir durch Herz und Seele gehen. Zufrieden mit der Einsamkeit, die ich an dieser ätherischen Landschaftsmalerin entdeckt habe, die ich eingefangen habe wie eine wohlgenährte Fliege. Ich bin gesättigt. Sie wird schweigen &#8211; und ich, vor der nächsten schweren Nacht, werde tapfer den Mond anquaken.</p>


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