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	<title>Rauhfasler &#187; Höhlen</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Infantasie</title>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 10:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Bewußtseinszustände]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Höhlen]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mir den Fuß gestoßen, Unerwartet hart und schmerzhaft, An der Landmarke meines Kindseins Sie diente vor Zeiten dazu, Eine Grenze zu ziehen Zwischen mir und mir. Ich hatte den kaum behauenen Stein Zwischen Jahreslagen ausgegilbter Blätter Vergessen und aus dem Blick verloren, Denn das Land jenseits Der einmal gezogenen Grenze Begeht man am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/baumfrau-fehlfarben.jpg" class="floatbox" rev="group:5905 caption:`Baumfrau`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/02/baumfrau-fehlfarben-300x292.jpg" alt="" title="Baumfrau" width="300" height="292" class="rand size-medium wp-image-5911" /></a></p>
<p>Ich habe mir den Fuß gestoßen,<br />
Unerwartet hart und schmerzhaft,<br />
An der Landmarke meines Kindseins<br />
Sie diente vor Zeiten dazu,<br />
Eine Grenze zu ziehen<br />
Zwischen mir und mir.</p>
<p>Ich hatte den kaum behauenen Stein<br />
Zwischen Jahreslagen ausgegilbter Blätter<br />
Vergessen und aus dem Blick verloren,<br />
Denn das Land jenseits<br />
Der einmal gezogenen Grenze<br />
Begeht man am besten orientierungslos,</p>
<p>Ohne es zu bemerken. Das Erwachsensein<br />
Ist eine komplizierte Berechnung, die<br />
Ihre eigenen Ergebnisse wieder und wieder<br />
Zum Ausgangspunkt nimmt, man braucht<br />
Sich darin nicht zurechtzufinden. &#8211;<br />
Ich habe meinen Fuß gestoßen</p>
<p>An der Landmarke meiner ausgehenden Kindheit,<br />
Sie diente mir, die Grenze zu ziehen<br />
Zwischen mir und mir. Ich sitze nun<br />
In Jahreslagen aus abgegilbten Blättern<br />
Und warte, daß der Schmerz nachlasse,<br />
Damit ich weitergehen kann, fort</p>
<p>Von der kalt gewordenen Grenze,<br />
Fort, ich weiß undeutlich noch,<br />
Von den übel pfeifenden Yetis und<br />
Schweifenden, hungrigen Gespenstern<br />
Und dunklen Höhlungen zwischen Wurzeln,<br />
In die der Blick unweigerlich fällt,</p>
<p>Fort aus dem Grenzwald, es lebt sich<br />
Bequemer im Urbaren. Und dort<br />
Warten die laufenden Motoren, und dort<br />
Brennt der Eintopf bald an, und dort<br />
Ist der Filzmantel aus Pflichten<br />
Ein guter Schutz vor der Nacktheit,</p>
<p>Die einem hier, zwischen Stämmen<br />
Und schlangengliedrigen Ästen, leicht<br />
In die Ärmel fährt und die Hosenbeine.<br />
Im Fuß lässt der Schmerz nach, gleich<br />
Werde ich die Landmarke lassen,<br />
Und wenig später auch das Erstaunen </p>
<p>Darüber, daß jeder Plan sich selbst<br />
An der Nase herumführt und Helden<br />
Nur aus weiter Entfernung ansehnlich sind;<br />
Daß Folgerichtigkeit nur als bedauern<br />
Vorhanden ist und die Nacktheit<br />
Immerzu erhalten bleibt</p>
<p>Unterm Hemd und unter<br />
Den Gebärden.</p>
<p>Von ferne höre ich aus dem anderen Land<br />
Das Morgenlied des Yetis; und auch<br />
Ist da undeutlich zwischen Stämmen<br />
Einladend eine bleiche Hand:<br />
Sie würde mir das Hemd zerfetzen<br />
Und wärmend ruhen auf meinem Bauch.<br />
Ich würde mich von Käfern nähren,<br />
Die ich zwischen abgejährten Blättern finge,<br />
Und bitteren Honig läse ich mit bloßer Zunge<br />
Aus dem dunklen Schoß zwischen Wurzeln auf.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vulcanus</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 11:57:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Geruch]]></category>
		<category><![CDATA[Gewitter]]></category>
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		<category><![CDATA[Höhlen]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtleben]]></category>

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		<description><![CDATA[Blaues Licht im Rolltreppenschacht, Im Fahrtwind bleibt der Atem Als Wolkenspur zurück. Abgeschnitten liegt jene Wärme Hinter einer Glastür, ihre Flügel Glitten lautlos in die Wände, Rechts und links, da war Geruch von Menschen, hier Ist alles Leer, Metall Steigt von unten auf Aus der Kaverne. An den Grundstoff des Donners Wurde schon vor Zeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/schiene.jpg" class="floatbox" rev="group:5761 caption:`Walisische Grubenschiene aus Gusseisen (1760)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/schiene-300x162.jpg" alt="" title="Walisische Grubenschiene aus Gusseisen (1760)" width="300" height="162" class="rand size-medium wp-image-5776" /></a></p>
<p>Blaues Licht im Rolltreppenschacht,<br />
Im Fahrtwind bleibt der Atem<br />
Als Wolkenspur zurück.<br />
Abgeschnitten liegt jene Wärme<br />
Hinter einer Glastür, ihre Flügel<br />
Glitten lautlos in die Wände,<br />
Rechts und links, da war<br />
Geruch von Menschen, hier<br />
Ist alles Leer, Metall<br />
Steigt von unten auf<br />
Aus der Kaverne.</p>
<p>An den Grundstoff des Donners<br />
Wurde schon vor Zeiten gerührt,<br />
Jetzt knirscht er auf den Schienen.<br />
Ein unwilliger Domestik ist Jupiter,<br />
Und Vulcanus schmiedet<br />
Die Landschaft fortlaufend<br />
In Kanten und Flächen,<br />
Dazwischen wachsen allein<br />
Gasblumen und Ruß.<br />
Und ungeheuer über allem,<br />
Über dem fahrenden Sturz,<br />
Eine einäugige Sonne,<br />
Eine aus Schlieren geborene<br />
Ahnung.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Spelaeum</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 10:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Atem]]></category>
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		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Höhlen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich horche in den tiefen Tunnel, Es tropft und dabei jedesmal Läuft ein Hallen eilig fliegend Bis dorthin, wo noch irgendnie Licht geschienen hat. Der Tunnel fordert mir Die Augen ab zum Eintritt. Ich gebe sie und gehe blind, Und gebe auch die Kleidung bald, Auglos ist man ohnehin entblößt. Im Tunnel geht ein Atem, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/eingang-klein.jpg" class="floatbox" rev="group:5595 caption:`Ein Zugang (Quelle unbekannt)`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/eingang-klein-300x217.jpg" alt="" title="Ein Zugang (Quelle unbekannt)" width="300" height="217" class="rand size-medium wp-image-5602" /></a></p>
<p>Ich horche in den tiefen Tunnel,<br />
Es tropft und dabei jedesmal<br />
Läuft ein Hallen eilig fliegend<br />
Bis dorthin, wo noch irgendnie<br />
Licht geschienen hat.</p>
<p>Der Tunnel fordert mir<br />
Die Augen ab zum Eintritt.<br />
Ich gebe sie und gehe blind,<br />
Und gebe auch die Kleidung bald,<br />
Auglos ist man ohnehin entblößt.</p>
<p>Im Tunnel geht ein Atem,<br />
Ich spüre mit den bloßen Schenkeln<br />
Seinen ungerührten Fluß,<br />
Ich atme, was er ausstößt,<br />
Wie ein Säugling ein.</p>
<p>Mein Kopf wird unterdessen<br />
Sanft ausgespült mit destilliertem<br />
Vakuum, der Wundbrand der Gedanken<br />
Läßt nach und ich verlerne<br />
Schließlich, was an Sprache nötig war<br />
Zum Selbstgespräch.</p>
<p>Die Schritte sind am Ende<br />
Das Einzige, das bleibt<br />
Von diesem Höhlengänger,<br />
Im tiefen Schoß des Tunnels.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Höhlenfrieden</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 10:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bewußtseinssturz]]></category>
		<category><![CDATA[Ahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Atmosphären]]></category>
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		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Toiletten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Klo. Die Decke hängt niedrig über dem verwaist liegenden, vielfach gegliederten engen Raum, Latexfarbe im Ton von Eierlikör an den Wänden. Ein verschlungener Weg durch eine nur halbwegs zu öffnende Tür, an Waschbecken vorbei. Plötzlich überraschend die Erkenntnis: Hier ist die Höhle. Die schon beim Aufwachen, beim Frühstück, mit voller Wucht dann beim Mittagessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/05/walltent.jpg" class="floatbox" rev="group:3632 caption:`Thomas Sandby: &quot;Serjeants wall tent of the Coldstream Guards in the Netherlands&quot; (ca. 1748)`"><img class="rand size-medium wp-image-3638" title="Thomas Sandby: &quot;Serjeants wall tent of the Coldstream Guards in the Netherlands&quot; (ca. 1748)" src="/wp-content/uploads/2009/05/walltent-300x211.jpg" alt="Thomas Sandby: &quot;Serjeants wall tent of the Coldstream Guards in the Netherlands&quot; (ca. 1748)" width="300" height="211" /></a></p>
<p>Ein Klo. Die Decke hängt niedrig über dem verwaist liegenden, vielfach gegliederten engen Raum, Latexfarbe im Ton von Eierlikör an den Wänden. Ein verschlungener Weg durch eine nur halbwegs zu öffnende Tür, an Waschbecken vorbei.</p>
<p>Plötzlich überraschend die Erkenntnis: Hier ist die Höhle. Die schon beim Aufwachen, beim Frühstück, mit voller Wucht dann beim Mittagessen in melancholischen Visionen erschien: Die Höhle, in die kein Himmel dringt, kein Wind, kein Horizont; in der kein Mensch irgendmehr als das nötigste sein muß.</p>
<p>Kauern unter der milden, klaustrophobischen Freundlichkeit enger Wände, gebettet in sämige Luft. Die Kneipe tönt von treppauf gedämpft herüber, murmelnd wie im Halbschlaf. Und hier unten, behutsam sich nähernd, ein Geruch von Zitrusfrüchten, teurem Essig und Urinalsteinen, ein Aerosol aus Harn, süßsaure Verdauung und dahinter eine mütterlich summende Ahnung von Erde.</p>
<p>Das alles liegt verflochten und in sich verschlungen wie Unterholz in der freundlichen Höhle, im einzelnen nicht zu entziffern, eine bergende, gastfreie Atmosphäre, in der nichts verwehrt bleibt. Die enge Kabine, in der nicht der Arm auszustrecken wäre, liegt wie ein schwerer, warmer Mantel um die Schultern, die Rast ist vollkommen. Das ist die Höhle und in ihr geschieht alles allein aus Selbstverständlichkeit.</p>
<p>Durch die Wände dringt ein flatterndes Geräusch &#8211; aber es ist eine Maschine. Ihr organischer Klang dringt durch die Wände: es gibt noch eine Welt; und in ihr wird Nahrung bereitet. An friedlichen Orten ist die Frist immer streng gesetzt. Aber da sind auch Morgengaben: Der Kopfschmerz wurde stillschweigend fortgenommen. An seine Stelle ist eine Vorahnung des Abendhimmels getreten, er wird blau sein, an seinem Rand aber und in den Wolken wird sich die Farbe Spiegeln, die  die Wände hier unten haben.</p>
<p>Also schweben über dem glänzenden Spülbecken die Hände. Und gut ist die Kälte und tröstlich die Trockenheit, die von der Seife auf den Handrücken hinterlassen wird. Auf der Treppe wartet tatsächlich der Geruch von Pfannkuchen. Und eine Frau mit sehr spitzen Schuhen kauert vor einem Automaten, um Zigarretten zu kaufen.</p>


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