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	<title>Rauhfasler &#187; Kadaver</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Friss</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Nov 2010 11:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Schneideriana]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerliches Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Kadaver]]></category>
		<category><![CDATA[Nichts]]></category>
		<category><![CDATA[Vergeblichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Friss Kreide oder Haferschleim Friss Seife oder Lendenseim Geh um und unter in dem Trott Geh auf den Zähnen zum Schafott Da ist nichts weiter, weiter nichts Das Ganze ist schon längst kartiert Katasteramtlich abgeführt Du bist dem Kolben bloß das Fett Du bist den Maden bald der Speck Nichts liegt an dir, an dir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/11/schleim.jpg" class="floatbox" rev="group:10782 caption:`via dragstripgirl.de`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/11/schleim-300x222.jpg" alt="" title="via dragstripgirl.de" width="300" height="222" class="rand size-medium wp-image-10786" /></a></p>
<div>Friss Kreide oder Haferschleim<br />
Friss Seife oder Lendenseim<br />
Geh um und unter in dem Trott<br />
Geh auf den Zähnen zum Schafott</div>
<div style="margin-left:2em;">Da ist nichts weiter, weiter nichts</div>
<div>Das Ganze ist schon längst kartiert<br />
Katasteramtlich abgeführt<br />
Du bist dem Kolben bloß das Fett<br />
Du bist den Maden bald der Speck</div>
<div style="margin-left:2em;">Nichts liegt an dir, an dir liegt nichts</div>
<div>Zu tun, was überflüssig ist zu tun<br />
Und bloß im eignen Mist zu ruhn<br />
Wie&apos;s kranke Schwein bei seiner Mast<br />
Sei froh, daß du die Maische hast</div>
<div style="margin-left:2em;">Da wird nichts bleiben<br />
Beinahe nichts.</div>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Drußdichtungen]]></series:name>
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		<title>Nachbarschaft</title>
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		<comments>http://www.rauhfasler.de/2010/nachbarschaft#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 10:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Schneideriana]]></category>
		<category><![CDATA[Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Blumen]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Kadaver]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarn]]></category>
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		<category><![CDATA[Primatisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Während die Nachbarin In irgendeiner Form von Lust Durch die Wände dringt, Heiser, kehlig, stoßweise, und dabei Tief in ihrer Agonie Ein glasheller Klang zittert, Der nach Verzweiflung schmeckt: Schwimmt fern eine Sirene Durch die ölige Luft &#8211; Lachen zwei Männer Wie domestizierte Yetis &#8211; Schreit eine Katze, Gleich einem verlassenen Säugling. Und etwas kippt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/08/maske.jpg" class="floatbox" rev="group:8735 caption:`&raquo;Leather Sensory Deprivation Hood Mask&laquo;`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/08/maske-244x300.jpg" alt="" title="&raquo;Leather Sensory Deprivation Hood Mask&laquo;" width="244" height="300" class="rand size-medium wp-image-8737" /></a></p>
<p>Während die Nachbarin<br />
In irgendeiner Form von Lust<br />
Durch die Wände dringt,<br />
Heiser, kehlig, stoßweise, und dabei<br />
Tief in ihrer Agonie<br />
Ein glasheller Klang zittert,<br />
Der nach Verzweiflung schmeckt:<br />
Schwimmt fern eine Sirene<br />
Durch die ölige Luft &#8211;<br />
Lachen zwei Männer<br />
Wie domestizierte Yetis &#8211;<br />
Schreit eine Katze,<br />
Gleich einem verlassenen Säugling.<br />
Und etwas kippt<br />
Und fällt schwer<br />
Und pochend<br />
Auf der anderen Seite der Decke<br />
Zu Boden,<br />
Daß einem der Klang<br />
Tief in die Gedanken schlägt,<br />
In die Gedanken:<br />
Ja, die Schnittblume ist schon<br />
Zur Hälfte verwelkt, seitdem<br />
Der Blick sie zuletzt traf &#8211;<br />
Wie rasch das geschah,<br />
Wie rasch;<br />
Und welche Geschichte<br />
Ließe sich träumen,<br />
Zum Klang des<br />
Bleischweren Regens;<br />
Und welche Geschichte<br />
Währe nicht geradezu<br />
Lächerlich.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Moritat von der Liebe</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2010/moritat-von-der-liebe</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 10:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abgleiten]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Begehren]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kadaver]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[I. Ein Drittel, Des Lebens So denkt er, Liegt im Soll, Zwei Drittel liegen im Haben. Und das Haben ist Zwang, Und das Soll ist Not- Wendigkeit, nämlich nicht Bleiben zu können bei dem Was man ist. Zwei Zimmer Hat er zum Leben Und eines darüber hinaus: Zwei mit Butter und Bett, Schrank und Begehren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/myrtenblattsonde.gif" class="floatbox" rev="group:5597 caption:`Myrtenblattsonde von Aesculap`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/myrtenblattsonde-300x150.gif" alt="" title="Myrtenblattsonde von Aesculap" width="300" height="150" class="rand size-medium wp-image-5446" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Ein Drittel,<br />
Des Lebens<br />
So denkt er,<br />
Liegt im Soll,<br />
Zwei Drittel liegen im Haben.<br />
Und das Haben ist Zwang,<br />
Und das Soll ist Not-<br />
Wendigkeit, nämlich nicht<br />
Bleiben zu können bei dem<br />
Was man ist.</p>
<p>Zwei Zimmer<br />
Hat er zum Leben<br />
Und eines darüber hinaus:<br />
Zwei mit Butter und Bett,<br />
Schrank und Begehren,<br />
Eines in dem nur ein Tisch<br />
Vor zwei nackten Fenstern steht.</p>
<p>Hier sitzt er nach Dienstschluß<br />
Mit silbernen Messern,<br />
Mit Zangen und Scheren<br />
Und zieht von den Knochen<br />
Von Tieren, die jüngst erst<br />
Das Leben verließ,<br />
Sorgfältig das Fleisch.<br />
Er betastet Organe<br />
Mit Myrtenblattsonden<br />
Zieht mit Pinzetten<br />
An den Enden von Sehnen,<br />
So, daß der Fuß einer Krähe<br />
Ihm zärtlich den Finger umgreift.<br />
Er öffnet in Herzen<br />
Von Fröschen die Kammern.<br />
Und in Raubtieraugen,<br />
Die zu stumpf sind zum Jagen,<br />
Fängt sich sein Blick.<br />
<span id="more-5597"></span><br />
Trocknende Bälger<br />
Hängen an Stangen<br />
Die Wände entlang,<br />
Auf dem Tisch vor den Fenstern<br />
Formt er neue Leiber<br />
Aus Stroh und aus Draht:<br />
Eine Schlange umschreibt<br />
Eine stehende Welle<br />
Im Wüstensand; eine Ratte<br />
Fletscht zornig die Zähne,<br />
Sie sind braun wie<br />
Geronnene Niedertracht.<br />
Ein winziger Kauz hat<br />
Die Schwingen gebreitet zum Flug. </p>
<p>Und er selbst ist<br />
Ein schweigender,<br />
Zitternder Schöpfer,<br />
Sein Herz flattert auf<br />
Bei jedem Handgriff,<br />
Furchtsam und springend,<br />
Fast schon zur Flucht.</p>
<p>Er selbst spürt sein Schlucken,<br />
Tief in der Kehle,<br />
Das Konzert seiner Sehnen,<br />
Die Drehung der Augen<br />
In den Höhlen und das<br />
Knurren und Schreien<br />
Im Dickicht des Hirns.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Scharren</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/scharren</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/scharren#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 10:56:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Gier]]></category>
		<category><![CDATA[Kadaver]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Rhythmus]]></category>
		<category><![CDATA[Sonne]]></category>
		<category><![CDATA[Überdruß]]></category>
		<category><![CDATA[Universum]]></category>
		<category><![CDATA[Unterderoberfläche]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Worte fallen welk Wie alte Gummibänder Vornüber aus den Mündern Zweier Jungen bleich. Sie zählen sich Einander Waren auf, Die sie begehren Müde und mit Krummer Ironie. Sie sind dabei Mit Druß gefüllt Wie alte Männer, Abgezahnt und Bis zum Bersten satt. Die Sonne gammelt Überhaupt im Himmel Und rinnt dort oben Allmählich durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/11/dürer-selbst-bandage.jpg"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/11/dürer-selbst-bandage-300x288.jpg" alt="Albrecht Dürer, Selbstporträt mit Bandage, 1491" title="Albrecht Dürer, Selbstporträt mit Bandage, 1491" width="300" height="288" class="rand size-medium wp-image-5351" /></a></p>
<p>Die Worte fallen welk<br />
Wie alte Gummibänder<br />
Vornüber aus den Mündern<br />
Zweier Jungen bleich.</p>
<p>Sie zählen sich<br />
Einander Waren auf,<br />
Die sie begehren<br />
Müde und mit<br />
Krummer Ironie.<br />
Sie sind dabei<br />
Mit Druß gefüllt<br />
Wie alte Männer,<br />
Abgezahnt und<br />
Bis zum Bersten satt.</p>
<p>Die Sonne gammelt<br />
Überhaupt im Himmel<br />
Und rinnt dort oben<br />
Allmählich durch den Mull,<br />
Der dürftig nur<br />
Das bläulich-schwarze deckt,<br />
Bald wird sie gänzlich<br />
Abgeflossen sein.</p>
<p>Ein Rhythmus geht<br />
Glotzend um die Ecken<br />
Scharrend zieht er<br />
Eines seiner Beine nach,<br />
Er zieht mir fingernd<br />
Schlaufen aus den Ohren<br />
Dann steht er still</p>
<p>Und Stille klingt mir<br />
Glänzend bis ins Mark.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Das Aas</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/das-aas</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/das-aas#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 11:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Augen]]></category>
		<category><![CDATA[Brustraum]]></category>
		<category><![CDATA[endgültig]]></category>
		<category><![CDATA[Kadaver]]></category>
		<category><![CDATA[Niedergang]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<category><![CDATA[Trockenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Auge ist mir ausgetrocknet Im Kasten ist das Hirn verhärtet, Ein Haarriß läuft die Wand entlang Des Herzens, das noch harzig schmatzt Nicht lang mehr, bis die Finger faulen, Die Lippen ledrig letzte Silben Die Zunge zäh Vokale schnalzt Soviel ihr noch gelingen wollen, Soweit sie sich zu helfen weiß. Die Ohren aber stehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/03/homme_de_tollund.jpg" class="floatbox" rev="group:2846 caption:`Der Tollund-Mann (Foto: Alex Renou)`"><img class="rand size-medium wp-image-2850" title="Der Tollund-Mann (Foto: Alex Renou)" src="/wp-content/uploads/2009/03/homme_de_tollund-300x244.jpg" alt="Der Tollund-Mann (Foto: Alex Renou)" width="300" height="244" /></a></p>
<p>Das Auge ist mir ausgetrocknet<br />
Im Kasten ist das Hirn verhärtet,<br />
Ein Haarriß läuft die Wand entlang<br />
Des Herzens, das noch harzig schmatzt<br />
Nicht lang mehr, bis die Finger faulen,<br />
Die Lippen ledrig letzte Silben<br />
Die Zunge zäh Vokale schnalzt<br />
Soviel ihr noch gelingen wollen,<br />
Soweit sie sich zu helfen weiß.</p>
<p>Die Ohren aber stehen offen<br />
Wie Ofenrohre auf dem Schrott<br />
Darin die Klänge Nester bauen<br />
Die ihrem Sinn entflogen sind<br />
Auf den Gedanken wuchert Grind<br />
Der sich nicht mehr erweichen läßt<br />
Die letzten Schritte stehen fest,<br />
Der Füße, die auf Freigang sind:<br />
Zum Fenster hin, um durch die Schlieren<br />
Noch einmal Richtung Welt zu stieren,<br />
Die Welt ist Schön und Wüst und Hohl<br />
Aus Nachbars Küche dünstet Kohl,<br />
Durch Fensterspalt zu mir herein<br />
Das wird dann wohl der Atem sein<br />
Des bleichen Tieres, das zuletzt<br />
Sich hungrig schon die Lefzten netzt,<br />
Es wurde von dem Aas gelockt,<br />
Das mir noch auf den Knochen hockt.</p>
<p>So Augen, Hirn und Lippen zäh,<br />
Geb ich euch nun verloren,<br />
Derweil ich durch die Schlierenranken<br />
Des Fensters schauend staunend seh:<br />
Die Welt wird neu geboren<br />
Und ist alleine schön.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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