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	<title>Rauhfasler &#187; Kampf</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Vom Sofa</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 11:58:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Organe]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Tatenlos]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tag ist fr&#252;h genug begonnen &#8211; Tatenlos, daf&#252;r braucht es alle Kraft. Das Territorium der Sofakissen Liegt hart umk&#228;mpft im Grenzgebiet Zwischen dem Laugenschlaf des T&#228;glich Rekonvaleszenten Und dem sauren Selbstinzest. Man bindet sich die H&#228;nde, Schlie&#223;t die Fenster, schaltet Alle zitternden Antennen nieder Und wartet auf die Wirksamkeit Der s&#252;&#223;en Gifte, aus der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/7984880@N07/3092722772/"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/01/geh&ouml;rschutz-300x300.jpg" alt="" title="Geh&ouml;rschutz (Ausschnitt aus einem Photo von Blue Petunia via Flickr)" width="300" height="300" class="rand size-medium wp-image-5803" /></a></p>
<p>Der Tag ist fr&uuml;h genug begonnen &#8211;<br />
Tatenlos, daf&uuml;r braucht es alle Kraft.<br />
Das Territorium der Sofakissen<br />
Liegt hart umk&auml;mpft im Grenzgebiet<br />
Zwischen dem Laugenschlaf des<br />
T&auml;glich Rekonvaleszenten<br />
Und dem sauren Selbstinzest.<br />
Man bindet sich die H&auml;nde,<br />
Schlie&szlig;t die Fenster, schaltet<br />
Alle zitternden Antennen nieder<br />
Und wartet auf die Wirksamkeit<br />
Der s&uuml;&szlig;en Gifte, aus der Zirbeldr&uuml;se<br />
Oder sonstwoher.<br />
Vom Organfett lebt der Freie<br />
Gl&uuml;cklich einen Vierteltag<br />
Und kann am Ende den Gedanken<br />
Zusehen bei ihrem Hungertod.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>An welcher Front</title>
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		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/an-welcher-front#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2009 11:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abwesenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Lärm]]></category>
		<category><![CDATA[Straßen]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Mirakel]]></category>
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		<category><![CDATA[Zuflucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Hund duldet Schweigend zitternd An kurzgeschornen Hinterbeinen, An den Kinderwagentrek gezurrt, Die K&#228;lte. Das Gedicht in meinen Ohren Geht tonlos unter im Stra&#223;enl&#228;rm: &#0187;Beschadet&#0171;, klang es gerade noch, Zum Anblick eines Lasters, Der sich durch dichtgeparkte Personenkraftwagen k&#228;mpfte &#8211; Die Personen sind abwesend Bis auf weiteres und An welcher Front denn? Der Kampf, Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/02/theromgrafie-hund.jpg" class="floatbox" rev="group:2724 caption:`Theromgraphie eines Hundes, normalwarm`"><img class="rand size-medium wp-image-2727" title="Theromgraphie eines Hundes, normalwarm" src="/wp-content/uploads/2009/02/theromgrafie-hund-300x225.jpg" alt="Theromgraphie eines Hundes, normalwarm" width="300" height="225" /></a></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2009/02/theromgrafie-hund.jpg" class="floatbox" rev="group:2724"></a></p>
<p>Ein Hund duldet<br />
Schweigend zitternd<br />
An kurzgeschornen Hinterbeinen,<br />
An den Kinderwagentrek gezurrt,<br />
Die K&auml;lte.</p>
<p>Das Gedicht in meinen Ohren<br />
Geht tonlos unter im Stra&szlig;enl&auml;rm:<br />
&#0187;Beschadet&#0171;, klang es gerade noch,<br />
Zum Anblick eines Lasters,<br />
Der sich durch dichtgeparkte<br />
Personenkraftwagen k&auml;mpfte &#8211;<br />
Die Personen sind abwesend<br />
Bis auf weiteres und<br />
An welcher Front denn?</p>
<p>Der Kampf,<br />
Ich mu&szlig;te mich niederlassen.<br />
Auf einer Bank,<br />
Einer aus Stahldraht geflochtenen,<br />
Die Zuflucht bebt<br />
Wegen der unruhigen Beine,<br />
Die in der Luft h&auml;ngend rennen &#8211;<br />
Eines Kindes.</p>
<p>Oben auf dem Kirchturm,<br />
Auf dem Kreuzesquerbalken,<br />
Sitzt heute keine M&ouml;we,<br />
Noch nicht sie einmal.<br />
Ja, die Tauben sind lange schon<br />
Verschwunden, unbekannt verzogen,<br />
Wegen des andauernden Hungers<br />
Wohl.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schuhe</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/schuhe</link>
		<comments>http://www.rauhfasler.de/2009/schuhe#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 11:51:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Überleben]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendiges]]></category>
		<category><![CDATA[Untergang]]></category>
		<category><![CDATA[Wandern]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist unter den wichtigen, unverzichtbaren Dingen das wichtigste? Woran mu&#223; man zuerst denken, bevor man das Haus verl&#228;&#223;t, um sich in der Welt da drau&#223;en am Leben erhalten zu k&#246;nnen? Was ist nicht blo&#223; unter bestimmten Umst&#228;nden zu gebrauchen, sondern immer und unbedingt notwendig? Wenn man davon ausgeht, da&#223; selbst die haarigste und pl&#246;tzlichste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist unter den wichtigen, unverzichtbaren Dingen das wichtigste? Woran mu&szlig; man zuerst denken, bevor man das Haus verl&auml;&szlig;t, um sich in der Welt da drau&szlig;en am Leben erhalten zu k&ouml;nnen? Was ist nicht blo&szlig; unter bestimmten Umst&auml;nden zu gebrauchen, sondern immer und unbedingt notwendig? Wenn man davon ausgeht, da&szlig; selbst die haarigste und pl&ouml;tzlichste Katastrophe einen nicht nackt &uuml;berrascht und man also nicht erst seine Bl&ouml;&szlig;e bedecken mu&szlig;, dann ist die Antwort leicht zu geben. Man braucht auf jeden Fall und immer: <strong>Schuhe.</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2541" title="Hanwag Fj&auml;ll" src="/wp-content/uploads/2009/02/hanwag-fjall.jpg" alt="Hanwag Fj&auml;ll" width="283" height="283" />Nat&uuml;rlich nicht St&ouml;ckelschuhe, Sandalen, Lack- und Halbschuhe. Wir bereiten uns ja auf die Katastrophe vor und es ist uns klar: Wir m&uuml;ssen durch Schlamm waten und in Pf&uuml;tzen treten k&ouml;nnen. Wir m&uuml;ssen wom&ouml;glich Gebirgsr&uuml;cken &uuml;berwinden und &uuml;ber die Scherben der Zivilisation schreiten k&ouml;nnen, ohne uns dabei die Fu&szlig;sohlen zu zerschinden. Wir brauchen stabile, wasserfeste Schuhe, deren L&ouml;cher man auch selbst mit grober Nadel n&auml;hen kann.</p>
<p>Aber wissen wir &uuml;berhaupt noch, wie man sich durchk&auml;mpft? Wissen wir, die wir h&ouml;chstens vom Parkplatz zur Haust&uuml;r, von der S-Bahn zur Arbeit &uuml;ber ordentlich gepflasterte Wege trippeln, wissen wir noch, wie man sich durch B&uuml;sche und &uuml;ber Ger&ouml;ll vordringt, Schritt f&uuml;r Schritt, soweit die F&uuml;&szlig;e tragen, auf der Suche nach einem geeigneten Lager?</p>
<p>Einer, der es noch wu&szlig;te, war Hj&ouml;rvarð Grimmursson, ein Skalde des 10. Jahrhunderts, der &uuml;ber die Not des Daseins in langatmigen altnordischen Gedichten informiert. So zum Beispiel in seinem einschl&auml;gigen &#0187;Brautingis Songr&#0171;, dem Wanderersgesang, aus dem man etwas &uuml;ber die Unverzichtbarkeit guten Schuhwerks gleich in der ersten Strophe erfahren kann:</p>
<blockquote><p>&#0187;Die Schuh sind mir zerschlissen<br />
Gar an den F&uuml;&szlig;en mein.<br />
Sie hat der Weg zerrissen<br />
Und jeder kahle Stein,<br />
Auf dem ich bin geschritten,<br />
Als Pilgrim windgeplagt,<br />
Wie auch die V&auml;ter litten<br />
Und zogen Tag um Tag &#8211;<br />
So, wie die G&ouml;tter f&uuml;gten,<br />
Im kalten Himmelsrat:<br />
Uns nackte F&uuml;&szlig;e gaben<br />
F&uuml;r lebenslange Fahrt.&#0171;</p></blockquote>
<p>Nun also: das w&auml;re gekl&auml;rt.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schreibkampf</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2008/schreibkampf</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 08:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen und Geblieben]]></category>
		<category><![CDATA[Abgründe]]></category>
		<category><![CDATA[Aufwachen]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Müdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[&#0187;Sobald es am n&#228;chsten Morgen hell wurde, setzte ich mich im Bett auf und nahm meinen Artikel wieder in Angriff. In dieser Stellung sa&#223; ich bis bis zum Mittag und hatte dann ungef&#228;hr zehn, zwanzig Zeilen zustande gebracht. Und ich war noch nicht zum Finale gekommen. &#8230; Nach Verlauf langer Zeit, vielleicht einiger Stunden, nahm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2008/10/agony.jpg" class="floatbox" rev="group:1657 caption:`&quot;Agony&quot; (Autor unbekannt)`"><img class="rand alignnone size-medium wp-image-1660" title="&quot;Agony&quot; (Autor unbekannt)" src="/wp-content/uploads/2008/10/agony-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<blockquote><p>&#0187;Sobald es am n&auml;chsten Morgen hell wurde, setzte ich mich im Bett auf und nahm meinen Artikel wieder in Angriff. In dieser Stellung sa&szlig; ich bis bis zum Mittag und hatte dann ungef&auml;hr zehn, zwanzig Zeilen zustande gebracht. Und ich war noch nicht zum Finale gekommen. &#8230;</p>
<p>Nach Verlauf langer Zeit, vielleicht einiger Stunden, nahm ich mich fest zusammen, bi&szlig; mich in die Lippe und straffe mich auf, so gut ich konnte. Es mu&szlig;te ein Ende haben! Ich suchte einen Splitter, um darauf zu kauen, und setzte mich entschlossen wieder hin.</p>
<p>Ein paar kurze S&auml;tze kamen mit gro&szlig;er M&uuml;he zustande, ein Dutzend &auml;rmlicher Worte, die ich mir mit Gewalt abrang, um nur &uuml;berhaupt vorw&auml;rts zu kommen. Dann hielt ich an, mein Kopf war leer, ich konnte nicht mehr. Und da ich durchaus nicht mehr weiterkommen konnte, starrte ich mit weit offenen Augen auf diese letzten Worte, diesen unbeendeten Bogen, gaffte diese zitternden Buchstaben an, die mich vom Papier aus wie kleine stachelige Figuren anstarrten, und zuletzt begriff ich das ganze nicht mehr, ich dachte an nichts. &#8230;</p>
<p>Nichts half. Ich starb mit offenen Augen hilflos dahin, geradeaus auf die Decke starrend. Zuletzt steckte ich den Zeigefinger in den Mund und sog daran. In meinem Gehirn begann sich etwas zu r&uuml;hren, ein Gedanke, der sich da drinnen hervorarbeitete, ein ganz toller Einfall: Wenn ich nun zubi&szlig;? Und ohne mich einen Augenblick zu bedenken, kniff ich die Augen zu und schlug die Z&auml;hne zusammen.</p>
<p>Ich sprang auf. Endlich war ich wach geworden. &#8230;&#0171;</p></blockquote>
<p>Knut Hamsun, Hunger, M&uuml;nchen 1982, S. 92f.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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