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	<title>Rauhfasler &#187; Notwendiges</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Verrichtungen</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 10:41:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsen]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendiges]]></category>

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		<description><![CDATA[Handgriffe Unverzichtbare Verrichtungen Notwendige Besorgungen Das was auf Jeden Fall er- Ledigt werden Muß &#8211; Daß man Ein mündiges Mitglied In der Gesellschaft Der erwachsen sich Nennenden zu sein Anspruch hat, hat Doch vor allem zu tun Mit den Handgriffen, Und damit auch, was Sie bewirken, wie Sie insgesamt eine Engmaschige Reuse Aus jedem Freien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/reuse-xl.jpg" class="floatbox" rev="group:7299 caption:`BALZER Köderfischreuse`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2010/05/reuse-xl-300x190.jpg" alt="" title="BALZER Köderfischreuse" width="300" height="190" class="rand size-medium wp-image-7300" /></a></p>
<p>Handgriffe<br />
Unverzichtbare<br />
Verrichtungen<br />
Notwendige<br />
Besorgungen<br />
Das was auf<br />
Jeden Fall er-<br />
Ledigt werden<br />
Muß &#8211;</p>
<p>Daß man<br />
Ein mündiges Mitglied<br />
In der Gesellschaft<br />
Der erwachsen sich<br />
Nennenden zu sein<br />
Anspruch hat, hat</p>
<p>Doch vor allem zu tun<br />
Mit den Handgriffen,<br />
Und damit auch, was<br />
Sie bewirken, wie<br />
Sie insgesamt eine<br />
Engmaschige Reuse<br />
Aus jedem<br />
Freien Gestrüpp<br />
Hervorflechten &#8211;</p>
<p>Zum Beispiel<br />
Um den Kopf herum<br />
Widebumm</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Verästelung</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/veraestelung</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 10:50:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Bäume]]></category>
		<category><![CDATA[Himmel]]></category>
		<category><![CDATA[Leerstellen]]></category>
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		<category><![CDATA[Schweigen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Wahrheit des Schweigens: Verzichtbar sind die meisten Worte Meistens. Aber die Uhr, die ich nicht brauche, Schwingt sich doch unruhig Im Kreis. So überwindet die exakte Wissenschaft Noch die letzte Leerstelle: Durch Pedanterie. Aber mir erscheinen die Bäume, Während sich eine Verästelung Meiner unvermeidlichen Frage In ihren Kronen fängt, Anstatt hineinzustürzen In den bodenlosen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/07/lange-soehne-cabaret-tourbillon-sekundenstopp.jpg" class="floatbox" rev="group:4165 caption:`Sekundenstopp-Mechanismus Des &#039;Cabaret Tourbillon&#039; von A. Lange &amp; Söhne`"><img src="/wp-content/uploads/2009/07/lange-soehne-cabaret-tourbillon-sekundenstopp-269x300.jpg" alt="Sekundenstopp-Mechanismus des &#039;Cabaret Tourbillon&#039; von A. Lange &amp; Söhne" title="Sekundenstopp-Mechanismus Des &#039;Cabaret Tourbillon&#039; von A. Lange &amp; Söhne" width="269" height="300" class="rand size-medium wp-image-4167" /></a></p>
<p>Die Wahrheit des Schweigens:<br />
Verzichtbar sind die meisten Worte<br />
Meistens.<br />
Aber die Uhr, die ich nicht brauche,<br />
Schwingt sich doch unruhig<br />
Im Kreis.<br />
So überwindet die exakte Wissenschaft<br />
Noch die letzte Leerstelle:<br />
Durch Pedanterie.<br />
Aber mir erscheinen die Bäume,<br />
Während sich eine Verästelung<br />
Meiner unvermeidlichen Frage<br />
In ihren Kronen fängt,<br />
Anstatt hineinzustürzen<br />
In den bodenlosen Abendhimmel &#8211;<br />
Mir erscheinen die Bäume<br />
Unvermeidlich.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Obligationen</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Mar 2009 11:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendiges]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
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		<category><![CDATA[Sorgen]]></category>
		<category><![CDATA[Stumpfsinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist der Einkauf gemacht, Und rechtens Bezahlt Von wirklichem Geld, Ist der Müll rausgestellt? Hat der Hund seine Brocken, Hat die Frau ihre Ruh, Sind für morgen geputzt Und gebügelt die Schuh? Kommt der Fluß nicht ins Stocken, Vom heute ins morgen Von läßlichen Sorgen Von gierig gemachten Und halbwegs verdrängten Von immer zu hoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="rand size-medium wp-image-3022" title="Elektronische Fußfessel -- die Mauer der Zukunft" src="/wp-content/uploads/2009/03/elektronische-fussfessel-300x224.jpg" alt="Elektronische Fußfessel -- die Mauer der Zukunft" width="300" height="224" /></p>
<p>Ist der Einkauf gemacht,<br />
Und rechtens Bezahlt<br />
Von wirklichem Geld,<br />
Ist der Müll rausgestellt?<br />
Hat der Hund seine Brocken,<br />
Hat die Frau ihre Ruh,<br />
Sind für morgen geputzt<br />
Und gebügelt die Schuh?</p>
<p>Kommt der Fluß nicht ins Stocken,<br />
Vom heute ins morgen<br />
Von läßlichen Sorgen<br />
Von gierig gemachten<br />
Und halbwegs verdrängten<br />
Von immer zu hoch<br />
Und zu tief aufgehängten,<br />
Von kleinlichen Sünden<br />
Die selten gedeihen<br />
Und selten nur wirklichen<br />
Segen verleihen?</p>
<p>Ist der Streit vorbestellt,<br />
Bevor der Vorrat sich neigt;<br />
Sind die Nägel gefeilt,<br />
Bevor die Klaue sich zeigt?<br />
Und der Wunsch feingerieben,<br />
Damit er nicht steckenbleibt<br />
In dem zu engen Schlund,<br />
Wo die halblahme Wut<br />
Mit der Galle aufsteigt?</p>
<p>Ist schon alles getan,<br />
Jetzt herrscht knirschende Ruh<br />
Und heimlich vom Fenster<br />
Sieht zweifelnd der Schläfer<br />
Sich selber zu.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Sinn[?]brösel #5</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 10:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[Gelesen und Geblieben]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendiges]]></category>
		<category><![CDATA[Rauchen]]></category>
		<category><![CDATA[Zweifel]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweifeln ist notwendig, aber nicht angenehm. &#8211; Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, im Interview gefragt, ob er an dem, was er tut, manchmal zweifelt. Damals haben wir unsere Schuhe noch aus alten Zigarren gedreht! &#8211; Walther Gustaf Heckenschneller Ähnliche Texte:Mythos &#187;So erscheint das Wesen des Mythos wie ein geheimes Regelwerk... P99 Ich solle mir die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="getuem"><img class="rand size-medium wp-image-3034" title="Tabakblatt" src="/wp-content/uploads/2009/03/tabakblatt-300x225.jpg" alt="Tabakblatt" width="300" height="225" /></div>
<div class="getuem"></div>
<div class="getuem">Zweifeln ist notwendig, aber nicht angenehm.</div>
<div class="getuemquelle">&#8211; Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, im Interview gefragt, ob er an dem, was er tut, manchmal zweifelt.</div>
<div class="getuem">Damals haben wir unsere Schuhe noch aus alten Zigarren gedreht!</div>
<div class="getuemquelle">&#8211; Walther Gustaf Heckenschneller</div>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Sinnbrösel]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Gesundheit!</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/gesundheit</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 12:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></category>
		<category><![CDATA[Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Irrtümer]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Notwendiges]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Zwang]]></category>

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		<description><![CDATA[Mokry begegnet auf einem öffnetlichen Platz Küpperschmidt, einem weitläufigen Bekannten aus früheren Tagen. Küpperschmidt: Guten Tag Mokry! Mokry: Oh. Ja, vielleicht. Küpperschmidt: Ich hoffe, Sie erfreuen sich guter Gesundheit? Mokry: Gesundheit ist ein lebensferner Zustand. Küpperschmidt (nach kurzem Schweigen): Das heißt wohl, sie erfreuen sich guter Gesundheit? Mokry: Was irgendetwas heißen könnte oder auch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/03/kremser-schmidt-zahnbrecher.jpg" class="floatbox" rev="group:2968 caption:`Kremser Schmidt, Der Zahnbrecher (Foto: F. Krestan/Stift Geras)`"><img class="rand size-medium wp-image-2984" title="Kremser Schmidt, Der Zahnbrecher (Foto: F. Krestan/Stift Geras)" src="/wp-content/uploads/2009/03/kremser-schmidt-zahnbrecher-224x300.jpg" alt="Kremser Schmidt, Der Zahnbrecher (Foto: F. Krestan/Stift Geras)" width="224" height="300" /></a></p>
<p>Mokry begegnet auf einem öffnetlichen Platz Küpperschmidt, einem weitläufigen Bekannten aus früheren Tagen.</p>
<p><span style="font-variant:small-caps;">Küpperschmidt:</span> Guten Tag Mokry!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Oh. Ja, vielleicht.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Küpperschmidt:</span> Ich hoffe, Sie erfreuen sich guter Gesundheit?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Gesundheit ist ein lebensferner Zustand.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Küpperschmidt</span> (nach kurzem Schweigen): Das heißt wohl, sie erfreuen sich guter Gesundheit?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Was irgendetwas heißen könnte oder auch nicht &#8211; das ist keine Frage zwischen ihnen und mir. Ich für meinen Teil war jedenfalls eben noch gesünder als jetzt.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Küpperschmidt</span> (nach erneutem Schweigen, listig): Also sind sie nun weniger lebensfern als vordem? Sie sind dann wohl zu beglückwünschen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Ich denke, es ist eine Unterscheidung zwischen Gesundheit und Gesundheit, Krankheit und Krankheit notwendig. Fieber zum Beispiel ist im Grunde angenehm &#8211; Übelkeit ist jedoch nichts anderes als übel. Wenn es auch richtig ist, was sie sagen, oder vielleicht sagen, ohne es eigentlich sagen zu wollen &#8211; dennoch bin ich nur im Sinne der letzeren Krankheit jetzt weniger lebensfern als vordem.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Küpperschmidt:</span> Sie reden allerdings eher fiebrig.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry</span> (schroff): Ob ich nun so oder so rede, was geht es denn sie an?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Küpperschmidt</span> (zieht grüßend den Hut): Ich schätze mich glücklich, sagen zu können: Nichts. Guten Tag!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry</span> (wendet sich ab und murmelt bei sich): Gut ist ein Tag nur, wenn es ihm nicht durch schale Wünsche ausgetrieben wird!</p>
<p>Mokry geht weiter. Am Rand des Bürgersteigs steht ein kleiner Junge und pustet Löwenzahnsamen in die Herbstluft. Mokry wird von der Wolke eingschlossen und muß mehrmals zu niesen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ein Passant:</span> Gesundheit!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry</span> (in Gedanken): Gesundheit ist ein lebensferner&#8230;<br />
Als er sieht, daß der Passant stehengeblieben ist, um das Gespräch aufzunehmen, unterbricht Mokry sich.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Herrjeh, vergessen sie es. Bitte.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Passant</span> (unbekümmert): Aber nein, aber nein. Wollten sie vielleicht, wenn ich richtig gehört habe, sagen: Gesundheit ist ein lebensferner Zustand. Das habe ich neulich auch gedacht.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Sie sollten auf ihr Denken besser achtgeben.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Passant:</span> Oh nein! Das kommt mit dem Beruf, wissen sie. Ich bin nämlich Arzt, Dr. Breitner, sehr erfreut.<br />
Breitner streckt Mokry die Hand hin, der sie mißmutig ergreift.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Breitner</span> (interessiert): Wissen sie, daß man gemeinhin das Kranksein so verächtlich ansieht, entspricht dem Menschen nicht.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Das ist ihre Sache.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Breitner:</span> Aber ihre doch wohl auch?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Ich wende weniger starre Begriffe an.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Breitner</span> (nach kurzer Pause, nachforschend): Dabei scheinen sie gerade unter einem gewissen <em>rigor</em> zu leiden &#8211; wenn sie erlauben.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry</span> (abweisend): Ich kann mich nicht erinnern, sie konsultiert zu haben.<br />
Er wendet sich grußlos ab.</p>
<p>Mokry geht weiter und gelangt unversehens auf einen Markt. Er kommt an einem mit bunten Tüchern behangenen Stand vorbei.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Marktschreier:</span> Fehlbinders Blütenessenzen! Verbreiten sie ätherische Leichtigkeit um sich. Erlangen sie höhere Gesundheit mit Fehlbinders Blütenessenzen.<br />
Der Marktschreier wird auf Mokry aufmerksam und tritt ihm in den Weg.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Marktschreier:</span> Oho, der Herr! Nehmen sie sich einen Moment Zeit. Für eine wichtige Entdeckung. Vielleicht für den entscheidenden Durchbruch, der Herr.<br />
Mokry ignoriert ihn. Der Marktschreier faßt ihn aber gespielt freundschaftlich an der Schulter.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Marktschreier:</span> Ich erkenne gleich, womit ich dem werten Herrn behilflich sein kann. Vielleicht darf ich ihnen eine Tinktur aus Bärlapp, Engelwurz und dem Kraut, das nach dem Heiligen Johannes benannt ist, empfehlen? Sie werden sehen, es läßt sie die Weite des Himmels erkennen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Sie sind ein Aufschneider, ein Scharlatan &#8211; und der Himmel interessiert mich weitestgehend überhaupt nicht.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Marktschreier:</span> Oh, oh, oh. Der Herr, das sind Symptome, sämtlich sind es Symptome. Ich habe es so vermutet. Alles ist ernstzunehmen für den kundigen Blick, wissen sie. Und ich habe gleich geahnt, daß es sich um sie verhält, wie es sich tatsächlich verhält. Fehlbinders Blütenessenzen könnten sehr hilfreich für sie sein.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry</span> (wütend): Jetzt lassen sie mich endlich, sie Essenzenpanscher! Ich will von ihren Ausdehnungstinkturen nichts wissen.<br />
Der Marktschreier greift Mokry, als der sich vorbeidrängen will, hart am Oberarm. Mokry ist konsterniert und glotzt den Marktschreier an.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Marktschreier:</span> Nein, das kann ich nicht geschehen lassen. Es ist die Pflicht des Heilers, den Kranken vor seinem Unglück zu bewahren. Sie sind das Opfer einer üblen Verdickung der Körpersäfte; einer Anreicherung aromatischer Gifte; einer Gleichgewichtsverschiebung in den kommunizierenden Röhren in ihrem Innern. So ist es, ich kann es deutlich an ihnen ablesen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry</span> (mit überschlagender Stimme): So lassen sie mich doch!<br />
Er versucht, sich loszureißen. &#8211; Ein Polizist kommt dazu.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Polizist:</span> Was geht hier vor?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Dem Himmel sei dank! Herr Wachtmeister, retten sie mich. Ich werde festgehalten. Von diesem Sonderling.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Polizist</span> wendet sich an den Marktschreier: Aha, Herr Fehlbinder, also wieder ein Uneinsichtiger, ja?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Fehlbinder:</span> Ja, und ein schwerer Fall ganz offenbar. Man kann ihn so nicht herumlaufenlassen.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Polizist:</span> Ich vertraue auf ihr Gespür.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Aber&#8230;<br />
Der Polizist schneidet Mokry mit einer Geste das Wort ab.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Polizist:</span> Wissen sie, Fehlbinder, ich habe aber doch eine andere Meinung. Ich denke seit einiger Zeit, bei den schwierigeren Erkrankungen muß die Heilung auf freier Einsicht fußen. Sonst ist wenig Aussicht auf Erfolg.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Fehlbinder</span> (der den zappelnden Mokry achtlos am Arm hält): Ich habe auch unter wohlmeindem Zwang schon gute Resultate erzielt.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Polizist:</span> Das will ich nicht unter Abrede stellen. Aber diesen hier (er zeigt auf Mokry) beobachte ich schon eine Weile. Ich habe den begründeten Verdacht, daß die Krankheit sich noch nicht weit genug hervorgearbeitet hat, um einer Behandlung zugänglich zu sein.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Fehlbinder</span> (nachdenklich): Nun, ihre Menschenkenntnis, verehrter Twardowski, kann ich nicht in Abrede stellen. Aber kann man es verantworten, den armen Tropf sich selbst zu überlassen?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Twardowski:</span> Man muß wohl, denke ich, man muß.<br />
Fehlbinder wiegt den Kopf nachdenklich, kratzt sich an der Nase und läßt Mokry dann los, mit bedauerndem, sorgenvollen Gesicht.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Fehlbinder</span> (väterlich): Lassen sie es nicht zu weit kommen, hören sie?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Mokry:</span> Nun &#8211; also &#8211; was, wie soll &#8211; daß sie!</p>
<p>Fehlbinder und Twardowski setzen ihr Gespräch am Marktstand fort und beachten Mokry nicht weiter. &#8211; Mokry steht einen Augenblick ratlos da und geht dann gesenkten Hauptes ab.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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