Tag-Archiv: Sonderlinge

Moritat von der Liebe

I. Ein Drittel, Des Lebens So denkt er, Liegt im Soll, Zwei Drittel liegen im Haben. Und das Haben ist Zwang, Und das Soll ist Not- Wendigkeit, nämlich nicht Bleiben zu können bei dem Was man ist. Zwei Zimmer Hat er zum Leben Und eines darüber hinaus: Zwei mit Butter und Bett, Schrank und Begehren, Eines in dem nur ein Tisch Vor zwei nackten Fenstern steht. Hier sitzt er nach Dienstschluß Mit silbernen Messern, Mit [...]
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Tauchgang

Eine Afrikanerin wählt auf ihrem Mobiltelefon eine lange Nummer. Sie spricht laut, freundlich, aufgeregt. Sie nimmt in einem beeindruckenden Strom aus komplizierten rollenden und gurrenden Konsonanten Anteil an irgendetwas, das mir verschlossen bleibt. Den Synkopen ihres Sprachflusses ist aber ein Gefühl unterlegt, das ich verstehen kann: Sorge, Aufregung, Freude, die Hilflosigkeit von jemandem, der hört, [...]
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Aus vollem Lauf

Aus vollem Lauf gegen den Regen gestoßen Dort draußen Im Bahnhof spielt ein Bärtiger Zögerlich Mundharmonika, Er macht einen Diener für jeden Hingeworfenen Blick. Und dann, viel später Dringt mir in die Gedanken Fast wie eine Erinnerung Und ein Warten, das Ganz ins Unbestimmte geht: Der Trommelschlag von Kastanien Auf Autodächern, sie würden glänzen, In den regennassen, dunklen Straßen.
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  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    Mokry: Angst ist eine leichte Bitterkeit auf der Zunge. Sie schmeckt eigentlich wie Kaffee. Und wer wollte darauf verzichten?
    Gärtner: Mit klarem Wasser lebt es sich gesünder.

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…