Eine konfabulierteKonfabulation ist »die Produktion von objektiv falschen Aussagen« bzw. von Märchen (lat. fabula), wobei der Konfabulierende von der Gültigkeit seiner Aussagen mehr oder weniger fest überzeugt ist. Es kann eine hirn­organische Störung zugrunde­liegen oder auch der bei Gesunden gelegentlich vorkommende Drang, sich an mehr zu erinnern, als tatsächlich der Fall ist (z.B. bei Kindheits­erinnerungen oder bei der Befragung eines Zeugen vor Gericht; es sind sog. provozierte K.).
  Die spontane K. liegt vor, wenn die Fähigkeit gestört ist, eigene Einfälle von realen Sach­verhalten zu unterscheiden. (»Patients with Korsakoff's syndrome characteristically confabulate by guessing an answer or imagining an event and then mistaking their guess or imagination for an actual memory. [Wikipedia]«
Realienkunde, ein Thesaurus, bar jeder Notwendigkeit assoziiert, eine Sammlung von Marginalien, über die im Unklaren zu bleiben, ich nicht auf mich nehmen wollte. Dem geneigten Leser im jeweiligen Kontext unterbreitet, in alphabetischer Ordnung. Anregungen für weitere Stichworte werden gerne entgegengenommen.

Tag-Archiv: Sonderlinge

Moritat von der Liebe

I. Ein Drittel, Des Lebens So denkt er, Liegt im Soll, Zwei Drittel liegen im Haben. Und das Haben ist Zwang, Und das Soll ist Not- Wendigkeit, nämlich nicht Bleiben zu können bei dem Was man ist. Zwei Zimmer Hat er zum Leben Und eines darüber hinaus: Zwei mit Butter und Bett, Schrank und Begehren, [...]
Veröffentlicht in Poetischer Apoplex | Auch getagged , , , , , , , , | Kommentieren

Tauchgang

Eine Afrikanerin wählt auf ihrem Mobiltelefon eine lange Nummer. Sie spricht laut, freundlich, aufgeregt. Sie nimmt in einem beeindruckenden Strom aus komplizierten rollenden und gurrenden Konsonanten Anteil an irgendetwas, das mir verschlossen bleibt. Den Synkopen ihres Sprachflusses ist aber ein Gefühl unterlegt, das ich verstehen kann: Sorge, Aufregung, Freude, die Hilflosigkeit von jemandem, der hört, [...]
Veröffentlicht in Blendungen | Auch getagged , , , , , | Kommentieren

Aus vollem Lauf

Aus vollem Lauf gegen den Regen gestoßen Dort draußen Im Bahnhof spielt ein Bärtiger Zögerlich Mundharmonika, Er macht einen Diener für jeden Hingeworfenen Blick. Und dann, viel später Dringt mir in die Gedanken Fast wie eine Erinnerung Und ein Warten, das Ganz ins Unbestimmte geht: Der Trommelschlag von Kastanien Auf Autodächern, sie würden glänzen, In [...]
Veröffentlicht in Poetischer Apoplex | Auch getagged , , , , | Kommentieren
  • Rauhfaseln?

    Zum Beispiel so:

    Frau (singend):
    Warm ist das Blut,
    heiß ist das Sterben
    Und bald singt die Säge,
    Es soll nichts verderben
    In Kehlen und Mägen
    Schneide ich Klüften
    Ja, das ist mein Leben
    Und so lebt sich’s gut!

    Hier gibt es mehr davon, Worte auf Worte, dem geneigten Leser präsentiert in mehreren Versuchsanordnungen.

  • Zufällig…