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	<title>Rauhfasler &#187; Sonderlinge</title>
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	<description>Verbrauchende Versuche mit Wörtern</description>
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		<title>Moritat von der Liebe</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 10:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Abgleiten]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Begehren]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kadaver]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Wilde Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[I. Ein Drittel, Des Lebens So denkt er, Liegt im Soll, Zwei Drittel liegen im Haben. Und das Haben ist Zwang, Und das Soll ist Not- Wendigkeit, nämlich nicht Bleiben zu können bei dem Was man ist. Zwei Zimmer Hat er zum Leben Und eines darüber hinaus: Zwei mit Butter und Bett, Schrank und Begehren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/myrtenblattsonde.gif" class="floatbox" rev="group:5597 caption:`Myrtenblattsonde von Aesculap`"><img src="http://www.rauhfasler.de/wp-content/uploads/2009/12/myrtenblattsonde-300x150.gif" alt="" title="Myrtenblattsonde von Aesculap" width="300" height="150" class="rand size-medium wp-image-5446" /></a></p>
<p>I.</p>
<p>Ein Drittel,<br />
Des Lebens<br />
So denkt er,<br />
Liegt im Soll,<br />
Zwei Drittel liegen im Haben.<br />
Und das Haben ist Zwang,<br />
Und das Soll ist Not-<br />
Wendigkeit, nämlich nicht<br />
Bleiben zu können bei dem<br />
Was man ist.</p>
<p>Zwei Zimmer<br />
Hat er zum Leben<br />
Und eines darüber hinaus:<br />
Zwei mit Butter und Bett,<br />
Schrank und Begehren,<br />
Eines in dem nur ein Tisch<br />
Vor zwei nackten Fenstern steht.</p>
<p>Hier sitzt er nach Dienstschluß<br />
Mit silbernen Messern,<br />
Mit Zangen und Scheren<br />
Und zieht von den Knochen<br />
Von Tieren, die jüngst erst<br />
Das Leben verließ,<br />
Sorgfältig das Fleisch.<br />
Er betastet Organe<br />
Mit Myrtenblattsonden<br />
Zieht mit Pinzetten<br />
An den Enden von Sehnen,<br />
So, daß der Fuß einer Krähe<br />
Ihm zärtlich den Finger umgreift.<br />
Er öffnet in Herzen<br />
Von Fröschen die Kammern.<br />
Und in Raubtieraugen,<br />
Die zu stumpf sind zum Jagen,<br />
Fängt sich sein Blick.<br />
<span id="more-5597"></span><br />
Trocknende Bälger<br />
Hängen an Stangen<br />
Die Wände entlang,<br />
Auf dem Tisch vor den Fenstern<br />
Formt er neue Leiber<br />
Aus Stroh und aus Draht:<br />
Eine Schlange umschreibt<br />
Eine stehende Welle<br />
Im Wüstensand; eine Ratte<br />
Fletscht zornig die Zähne,<br />
Sie sind braun wie<br />
Geronnene Niedertracht.<br />
Ein winziger Kauz hat<br />
Die Schwingen gebreitet zum Flug. </p>
<p>Und er selbst ist<br />
Ein schweigender,<br />
Zitternder Schöpfer,<br />
Sein Herz flattert auf<br />
Bei jedem Handgriff,<br />
Furchtsam und springend,<br />
Fast schon zur Flucht.</p>
<p>Er selbst spürt sein Schlucken,<br />
Tief in der Kehle,<br />
Das Konzert seiner Sehnen,<br />
Die Drehung der Augen<br />
In den Höhlen und das<br />
Knurren und Schreien<br />
Im Dickicht des Hirns.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Tauchgang</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 09:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Hirnforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kopf]]></category>
		<category><![CDATA[Muster]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Tiefsee]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Afrikanerin wählt auf ihrem Mobiltelefon eine lange Nummer. Sie spricht laut, freundlich, aufgeregt. Sie nimmt in einem beeindruckenden Strom aus komplizierten rollenden und gurrenden Konsonanten Anteil an irgendetwas, das mir verschlossen bleibt. Den Synkopen ihres Sprachflusses ist aber ein Gefühl unterlegt, das ich verstehen kann: Sorge, Aufregung, Freude, die Hilflosigkeit von jemandem, der hört, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/10/733px-Bathyscaphe_Trieste2_1.jpg" class="floatbox" rev="group:5014 caption:`Der Bathyscaph &quot;Trieste II&quot; (Quelle: wikipedia)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/10/733px-Bathyscaphe_Trieste2_1-300x245.jpg" alt="Der Bathyscaph &quot;Trieste II&quot; (Quelle: wikipedia)" title="Der Bathyscaph &quot;Trieste II&quot; (Quelle: wikipedia)" width="300" height="245" class="rand size-medium wp-image-5016" /></a></p>
<p>Eine Afrikanerin wählt auf ihrem Mobiltelefon eine lange Nummer. Sie spricht laut, freundlich, aufgeregt. Sie nimmt in einem beeindruckenden Strom aus komplizierten rollenden und gurrenden Konsonanten Anteil an irgendetwas, das mir verschlossen bleibt. Den Synkopen ihres Sprachflusses ist aber ein Gefühl unterlegt, das ich verstehen kann: Sorge, Aufregung, Freude, die Hilflosigkeit von jemandem, der hört, was geschieht, und keinen Einfluß darauf hat. </p>
<p>Die S-Bahn fährt an, sie greift geistesabwesend nach einer Stange. Ich rücke auf der Bank zur Seite, um ihr Platz zu machen. Sie setzt sich ohne von mir Notiz zu nehmen. Dann hat sie aufgelegt, sucht auf einem sehr abgegriffenen Zettel nach einer weiteren Telefonnummer. Aus einer plötzlichen Eingebung heraus wendet sie mir ihr offenes Gesicht zu, Herzlichkeit flackert darin auf, sie sagt sehr artikuliert und ehrlich &#0187;Danke&#0171;, sieht mich dabei aber eigentlich nicht. Sie ist weit entfernt, ihre Augen sind auf irgendetwas wichtiges gerichtet, sie hat von sich nur die letzte, allernotwendigste Repräsentanz in diesem Waggon zurückgelassen. Ihr Finger tippt jetzt wieder eine lange Nummer.</p>
<p>Auf dem Bahnsteig sitzt ein junger Mann. Er steigt nicht ein, obwohl es kalt ist. Hände und Gesicht sind bläulich eingefärbt. Er wippt mit dem Fuß. Wir würden uns wortlos verstehen, er gibt meinem Kopfschmerz, meiner aus heiterem Himmel gekommenen Übelkeit eine Gestalt. Er hält scheel zur Seite hin Ausschau. Dann sinkt er in sich zurück. Die blaue Färbung, die Ringe unter den Augen, seine Fahrigkeit: er wirkt sehr alt.</p>
<p>Zwei Studentinnen stehen im Waggon dicht bei der Tür und stecken kichernd die Köpfe zusammen. Sie reden &#8211; über den Stundenplan, die nächsten Prüfungen. Sie planen sich selbst in großen, generalstabsmäßigen Zügen. Sie werden aus ihrer Battaille siegreich zurückkehren. Sie freuen sich an der eigenen Effizienz, sie tuscheln über ihr Vorgehen, als wäre es der Frühling, als wären sie verliebt. Verliebt in was?</p>
<p>Im Bahnhof hängt Zigarettenrauch über der abwärtsführenden Rolltreppe. Der Rauch steht deutlich ab von der makellos weißen Decke, von den glänzend polierten Holzeinfassungen der Schaufenster. Da vorne hält eine knotige Hand die Zigarette, die Hand einer leicht zusammengeduckten Frau im Trenchcoat. Ihre Haare sind etwas fettig, das linke Bein zieht sie nach. Erstaunlich, daß Sonderlinge, die den Mut haben, ohne größeres Aufhebens jedes Alltagsverbot zu übertreten, meistens dieselben Merkmale an sich tragen, wie im Märchen die Hexen, Zauberer, Teufel und Köhler.</p>
<p>Ich stehe letztenendes an der Bushaltestelle. Im Kopf knirscht der Rumpf des Bathyscaphen, aus dem das Denken seine Funkmeldungen absetzt, er knirscht unter dem immer noch zunehmenden Druck, der schmerzlich hinter der Stirn zunimmt. Die Eindrücke treten aus ihren Zusammenhängen heraus: Eine Uhr, ein Mädchen, das wie ein Fisch dasitzt, eine mißmutige Frau, Musik, eine große, altertümliche Uhr an der Bahnhofsfassade, ihr Minutenzeiger ist gerade umgesprungen wie ein Fallbeil. Ich habe gehört, daß eine Vorliebe für das Beobachten mit bestimmten Veränderungen in der Feinabstimmung des Gehirns zusammenhängen könnte. Wieder knirscht der Bathyscaph unter einer Kopfschmerzwelle. Mir fällt das Muster in der Frisur eines jungen Gecken auf. Wahrscheinlich stimmt es.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aus vollem Lauf</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/aus-vollem-lauf</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 10:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Poetischer Apoplex]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Geräusch]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus vollem Lauf gegen den Regen gestoßen Dort draußen Im Bahnhof spielt ein Bärtiger Zögerlich Mundharmonika, Er macht einen Diener für jeden Hingeworfenen Blick. Und dann, viel später Dringt mir in die Gedanken Fast wie eine Erinnerung Und ein Warten, das Ganz ins Unbestimmte geht: Der Trommelschlag von Kastanien Auf Autodächern, sie würden glänzen, In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/09/Richter-harp.jpg" class="floatbox" rev="group:5007 caption:`Richter Harp`"><img class="rand size-medium wp-image-5009" title="Richter Harp" src="/wp-content/uploads/2009/09/Richter-harp-207x205-custom.jpg" alt="Richter Harp" width="207" height="205" /></a></p>
<p>Aus vollem Lauf gegen den Regen gestoßen<br />
Dort draußen<br />
Im Bahnhof spielt ein Bärtiger<br />
Zögerlich Mundharmonika,<br />
Er macht einen Diener für jeden<br />
Hingeworfenen Blick.<br />
Und dann, viel später<br />
Dringt mir in die Gedanken<br />
Fast wie eine Erinnerung<br />
Und ein Warten, das<br />
Ganz ins Unbestimmte geht:<br />
Der Trommelschlag von Kastanien<br />
Auf Autodächern, sie würden glänzen,<br />
In den regennassen, dunklen Straßen.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kümmerlich</title>
		<link>http://www.rauhfasler.de/2009/kuemmerlich</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 11:53:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[leere Hüllen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnverwirrung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonderlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>

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		<description><![CDATA[Der schlafende, durch eine Spritze betäubte Eklytos ist allein im Aufenthaltsraum; man hört ihn laut Schnarchen. Dann tritt Roßfäller polternd ein. Er schiebt einen schmalen, blassen Jüngling vor sich her, der die Arme um sich geschlungen hat, als hätte man ihm eine Zwangsjacke angelegt. Roßfäller: Schwester! Die Schwester kommt aus dem Dienstzimmer. Schwester: Ja? Roßfäller: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/MechaDuck.jpg" class="floatbox" rev="group:4692 caption:`Die &quot;mechanische Ente&quot; des Jacques de Vaucanson (1738)`"><img src="/wp-content/uploads/2009/08/MechaDuck-300x288.jpg" alt="Die &quot;mechanische Ente&quot; des Jacques de Vaucanson (1738)" title="Die &quot;mechanische Ente&quot; des Jacques de Vaucanson (1738)" width="300" height="288" class="rand size-medium wp-image-4698" /></a></p>
<p><em>Der schlafende, <a href="/2009/im-tanz/" title="nachlesen..." target="_blank">durch eine Spritze betäubte</a> Eklytos ist allein im Aufenthaltsraum; man hört ihn laut Schnarchen. Dann tritt Roßfäller polternd ein. Er schiebt einen schmalen, blassen Jüngling vor sich her, der die Arme um sich geschlungen hat, als hätte man ihm eine Zwangsjacke angelegt.</em></p>
<p><span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span>: Schwester!<br />
<em>Die Schwester kommt aus dem Dienstzimmer.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Schwester:</span> Ja?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller:</span> Holen sie doch bitte Dr. Ephebrämius.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Schwester:</span> Sehr wohl. – <em>Ab.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span> (zum Neuankömmling): Nun, da wären wir also.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue</span> (mit dünner, ironischer Stimme): Meinen sie?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span> (verbindlich): Ja, ich meine durchaus. Wissen sie, sie werden sich hier wohlfühlen. Nehmen sie zum Beispiel jenen Herrn Zagler dort hinten&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue</span> (unterbricht ihn): Wenn sie sagen, daß wir nun also da wären &#8211; was, meinen sie, macht ein bloßes &#8250;hier&#8249;-sein zu einem wirklichen &#8250;Da&#8249;-sein. Meinen sie wirklich, daß wir nun da sind?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span> (verwundert): Wie bitte?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue</span> (unbeirrt): Und was macht unser rein zufälliges Nebeneinanderstehen, das nur dadurch über die Dauer reinen Zufalls hinaus ausgedehnt wurde, daß sie gewaltsam in mein Leben eingedrungen sind – was also macht unser Nebeneinanderstehen zu einem &#8250;wir&#8249;?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller:</span> Nun, wir&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue</span> (entrüstet): Und wie kommen sie schließlich dazu, unser Sein in den Konjunktiv zu setzen? Einfach so: <em>&#8250;Da wären wir&#8249;</em> &#8211; und schwupps, sind wir zur einer bloßen Möglichkeit herabgestuft. Ihnen würde es tatsächlich zu Gute gereichen, eine Weile im Konjunktiv zu leben. Aber ich, ich habe nicht die Absicht, diese Operation an mir durchführen zu lassen!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span> (ratlos): Warten sie hier. – <em>Ab.</em> <span id="more-4692"></span></p>
<p><em>Der Neuankömmling wandert unschlüssig zwischen den Sesseln umher. Die Arme hat er dabei unverändert um sich geschlungen, als wären sie ihm auf den Rücken gebunden. Er spricht zu sich selbst.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue:</span> Nicht einfach. Nicht einfach so. Es ist nicht einfach so. Nichts ist einfach so.<br />
<em>Der Neuankömmling gelangt zu Eklytos, bleibt vor ihm stehen und betrachtet ihn, wobei sich stille Erschütterung in seinem Gesicht abzeichnet.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue:</span> Wie furchtbar schlafende Menschen sind. Wenn sie wach sind und umhergehen und miteinander sprechen, sind es immerhin ihre Äußerungen, die man nicht zu versteht. Aber wenn sie schlafen, dann geht die Unverstehbarkeit von ihrem Schweigen aus. Eine ungeheuerliche Potenzierung. Wie sollte ein vernünftiger Mensch damit zurechkommen?<br />
<em>Eklytos schmatzt im Schlaf. Der Neuankömmling schreckt zurück und nimmt dann seine Wanderung wieder auf.</p>
<p>Roßfäller kommt in Begleitung von Leimbach und Dr. Ephebrämius zurück, ohne daß der Neue sie bemerkt. Sie bleiben in der Tür stehen und hören ihm zu.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue</span> (erschüttert): Oh. Oh je! Der Boden scheint fest zu stehen. Aber vielleicht schwankt er doch! Vielleicht habe ich einen defekten Gleichgewichtssinn. Vielleicht sind die Gegenstände hier an die Tischplatten geleimt, damit sie nicht herunterfallen. Wer kann das wissen? Wenn sie hier die Menschen mit unsichtbaren Stricken fesseln – warum sollten sie nicht überall Klebstoff verstreichen und insgeheim Schrauben durch harmlose Gegenstände drehen, um das Schwanken des ganzen Raumes zu verbergen?<br />
<em>Roßfäller und Leimbach schieben Dr. Ephebrämius vor. Er räuspert sich verlegen. Der Neue schreckt zusammen und starrt Ephebrämius feindselig an. Er löst seine Arme aus der unsichtbaren Fesselung, um mit dem Finger auf Ephebrämius zu deuten.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue:</span> Sagen sie es rundheraus!<br />
<em>Ephebrämius weicht zurück, bis er gegen Leimbach und Roßfäller stößt</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius:</span> Ja, was denn?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue:</span> Geben sie zu, daß der Boden schwankt. Sie haben Magnete in den Schuhsolen!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius:</span> Oh, ich verstehe. <em>(Er reißt sich zusammen.)</em> Vorerst wird hier von niemandem irgendetwas zugegeben. Roßfäller!<br />
<em>Roßfäller reicht dem Arzt ein Klemmbrett, das Ephebrämius eingehend studiert.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius:</span>:  Hier steht ja allerhand!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Der Neue:</span> Wie sie das sagen: Es stehe da. Pha! Sie unterstellen damit soetwas wie Festigkeit, Unveränderlichkeit. Als ob es &#8250;fest&#8249; stehe. Aber nichts steht fest. Nur dadurch, daß meine Wahrnehmung fehlerhaft ist, kommt es mir so vor, als stehe hier alles an seinem Platze. Aber das wird sich schon noch klären!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius</span> (geschäftlich): Sie heißen Julius Epiglotter?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter</span> (erschrocken): Wer sagt das?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius:</span> Ihre Mutter.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter:</span> Ich habe keine Mutter.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius:</span> &#8230;was die ehrenwerte Frau aber doch nicht davon abhält, ihre Unterbringung in diesem Institut für anratenswert zu halten.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter:</span> Es war in einem Traum.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius</span> (lacht): Ich darf ihnen versichern, daß sie wach sind. Ich bin es auch, und es nützt gar nichts, daran zu zweifeln. Und von Roßfäller hier wage ich zu behaupten, daß er ohnehin niemals träumt.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span> (plaudert): Oh, gerade gestern ist mir ein künstlicher Affe im Traum erschienen. Und, stellen sie&#8217;s sich vor, er&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter (inbrünstig):</span> Ich habe meine Mutter in einem Traum verloren.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos</span> <em>ist unterdessen unbemerkt aufgewacht; er ruft vom Sessel herüber</em>: Ich kenne jemanden, der hat in einem Traum sein Bewußtsein verloren. Glauben sie mir, Herr Doktor, dieser junge Mann ist auch nicht paradoxaler als andere.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Leimbach:</span> Zagler, nun halten sie doch an sich! Dem armen Jungen hier ist nicht nach ihren Tänzen zumute. Es schwankt ihm ja ohnedies schon alles unter den Füßen. &#8211; <em>(Er schaut unsicher zu Ephebrämius:)</em> Wenn man so will.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter</span> (wie schlafend; er spricht mit verstellten Stimmen die unterschiedlichen Rollen): In diesem Traum hat meine Mutter gesagt: &#8250;Wasch dir den Hals.&#8249; Soetwas sagte sie häufig. Auch: &#8250;Putz dir die Zähne.&#8249; Oder: &#8250;Wie siehst du denn wieder aus?&#8249; Aber in jenem Traum war es dann, als hätte jemand zwei Spiegel voreinander gestellt. Ich sah, wie meine Großmutter hinter meiner Mutter erschien und zu ihr ebenfalls sagte: &#8250;Wasch dir den Hals.&#8249; Und dann sagte die Mutter meiner Großmutter, meine Urgroßmutter, wieder dasselbe: &#8250;Wasch dir den Hals.&#8249; Und es ging immer so weiter, bis in eine Zeit, wo die Hälse ganz pelzig wurden und man sich überhaupt nicht wusch. Und aus meinem Mund kam schließlich die Frage: &#8250;Warum?&#8249; Und meine Mutter und alle Spiegelbilder schwiegen, dann hörte man ein lautes &#8250;Peng&#8249; <em>(alle zucken zusammen)</em> und die Spiegel barsten in tausend Stücke. Und da hatte ich die Erkenntnis, daß es immer nur Sätze gibt, die von Mund zu Ohr und Ohr zu Mund weitergeben werden &#8211; und nichts weiter! Und nie wußte jemand, warum man sich den Hals waschen soll. Was es überhaupt bedeuten soll, sich den Hals zu waschen. Solange man ihn sich wusch, den Hals, wußte es niemand. Es sind alles bloß Vorstellungen und Einbildungen, bloß Oberflächen. Und nun weiß ich, daß ich keine Mutter habe. Warum sollte ich eine Mutter haben. Da ist eine willkürlich festgelegte Frau; man nennt sie &#8250;Mutter&#8249;; und das allein sollte ihr ein Anrecht auf mich geben? Vielleicht gibt es überhaupt nirgendwo Mütter&#8230; haben sie denn eine Mutter? Doch wohl nicht.<br />
<em>Epiglotters Monolog verebbt. Alle schweigen verwundert.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Leimbach</span> (gedankenverloren): Mama.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos:</span> Sag ich&#8217;s doch!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Leimbach:</span> Was nun noch?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos:</span> Der junge Mann dort hat offenbar eine interessante Diät gehalten.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Leimbach:</span> Eine Diät? Sollen wir seine Mutter&#8230;<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos:</span> Er hat sich geradezu die Ausdehnung aus dem Leib gefastet. Insbesondere am oberen Ende scheint es um ihn recht Mager zu stehen. <em>&#8211; Er lacht.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller:</span> Wie meinen sie das?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos:</span> Oh, wenn man sich zu lange damit aufhält, irgendetwas sinnvoll oder unsinnig oder sonst irgendwie finden zu wollen, verliert man letzten Endes den Appetit an allem.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Leimbach:</span> Das wäre ja auch noch schöner! Sinn und Bedeutung, nicht wahr? Was sollte das auch sein? Solche Brocken, ich sage es ihnen, quellen einem derart im Mund auf, das es kein Vor oder Zurück mehr gibt.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller:</span> So, wie das Butterbrot, das du freundlicherweise heute Morgen mit mir geteilt hast?<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter</span> (beginnt zu schwanken, triumphierend): Ha! Jetzt komme ich wieder zu Sinnen. Der Raum, er schwankt!<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius</span> (beobachtet ihn skeptisch): Aha.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter:</span> Der Boden schwankt! Jetzt spüre ich es deutlich.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos:</span> He, heda! &#8211; <em>Er steht auf.</em><br />
<em>Alle, auch Epiglotter, der leicht in den Knien schwankt, blicken zu Eklytos. Eklytos kommt langsam herüber.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Leimbach</span>: Er erträgt es nicht, wenn außer ihm noch jemand ins Fabulieren gerät.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller:</span> Man muß ihm zugutehalten, daß er mit dem Verrücktsein kaum weniger Erfahrung hat als der Herr Doktor.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius</span> (anerkennend): Und er macht eine gute Figur dabei. Ein anständiger Verrückter. Nicht so blaß und mager, wie sie heutzutage alle sind.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Epiglotter:</span> Es sinkt, das Schiff, es sinkt; und das Meer ringsum, es&#8230;<br />
<em>Eklytos steht jetzt dicht vor Epiglotter. Er breitet die Arme aus.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos</span> (gefühlvoll): Ich bin dein Vater!<br />
<em>Epiglotter gibt einen langgezogenen, gutturalen Laut von sich und fällt sehr theatralisch in Ohnmacht. Keiner der Umstehenden läßt sich davon beeindrucken.</em><br />
<span style="font-variant:small-caps;">Roßfäller</span> (ungläubig): Sie machen einen Scherz.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Eklytos:</span> Oh, wie man es nimmt.<br />
<span style="font-variant:small-caps;">Ephebrämius:</span> Oho! <em>&#8211; blickt konzentriert in die Luft &#8211; </em>Kommen sie, bei einem solchen Seegang sollte man nicht einfach so herumstehen.</p>
<p><em>Die Pfleger, Eklytos und Ephebrämius verlassen leicht taumelnd gemeinsam den Aufenthaltsraum. Sie halten sich dabei gegenseitig und an den Tischen fest. Epiglotter bleibt am Boden liegend zurück.</em></p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<series:name><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></series:name>
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		<title>Im Tanz</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 10:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Mokrys Peripatien]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Szene zeigt wieder den Aufenthaltsraum der Anstalt. In einem der alten, abgewetzten Sessel, einem Exemplar mit umfangreichen Ohren, erholt sich Eklytos von seiner nächtlichen Arbeit. Er trägt jetzt wieder die übliche Anstaltskleidung. Außer ihm ist befindet sich niemand im Raum. Eklytos zieht aus einer Hosentasche eine zierliche Blechflöte und spielt darauf eine hüpfende Melodie. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/wp-content/uploads/2009/08/Hausbuch324r_Floetenspieler.jpg" class="floatbox" rev="group:4674 caption:`Ein Flötenspieler (Tübinger Hausbuch, Universitätsbibliothek Tübingen, Md 2, fol. 324r)`"><img class="rand size-medium wp-image-4696" title="Ein Flötenspieler (Tübinger Hausbuch, Universitätsbibliothek Tübingen, Md 2, fol. 324r)" src="/wp-content/uploads/2009/08/Hausbuch324r_Floetenspieler-300x247.jpg" alt="Ein Flötenspieler (Tübinger Hausbuch, Universitätsbibliothek Tübingen, Md 2, fol. 324r)" width="300" height="247" /></a></p>
<p><em>Die Szene zeigt wieder den Aufenthaltsraum der Anstalt. In einem der alten, abgewetzten Sessel, einem Exemplar mit umfangreichen Ohren, erholt sich Eklytos von seiner nächtlichen Arbeit. Er trägt jetzt wieder die übliche Anstaltskleidung. Außer ihm ist befindet sich niemand im Raum. </em></p>
<p><em>Eklytos zieht aus einer Hosentasche eine zierliche Blechflöte und spielt darauf eine hüpfende Melodie. Nach einer Weile unterbricht er sein Flötenspiel um in einer Phantasiesprache zu singen. Er trägt die erste Strophe wiederholt vor, indem er abwechselnd singt und spielt:</em></p>
<p style="text-align: center;"><a title="&quot;The Lark in the Morning/The Wandering Minstrel&quot; von James Morrison" href="/wp-content/uploads/audio/JamesMorrison-TheLark.mp3" target="_blank">⌊Raumklang⌉</a><sup class='footnote'><a href='#fn-4674-1' id='fnref-4674-1'>1</a></sup></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Ja-dam-da-ta-ta ra-dam-tra-da<br />
Da-di-di-do La-ta-fa-so<br />
Tadadeldida-latatatera<br />
Damdam-deldadelda-dada.</p>
<p><em>Zu Eklytos Musik treten Leimbach und Roßfäller durch verschiedene Türen in den Aufenthaltsraum. Stehend hören sie eine Weile zu. Dann setzt sich Roßfäller in einen der Sessel und beginnt mit den flachen Händen auf ihm zu Trommeln als wäre er ein Cajón, womit er einen beachtlichen Effekt erzielt. Eklytos unterbricht seinen Gesang und spielt nun mit Roßfäller. Dann tritt Leimbach mit einer kleinen Verbeugung zu Eklytos, bittet mit einer Geste um die Flöte, bekommt sie ausgehändigt und übernimmt Eklytos‘ Part mit viel Temperament. Zum Schluß kommt die Schwester mit einer Fiedel aus ihrem Dienstraum. Jetzt beginnt Eklytos zu dieser Begleitung wiederum mit seinem Gesang.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Dudeldidi-dudeldida,<br />
Die Sicht ist lang schon nicht mehr klar.<br />
Der Nebel fällt, die Achse knarrt,<br />
Dem alten Mann sitzt Moos im Bart,<br />
Dem Alten, dem sitzt Moos im Bart.</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Alle:</span> Dudeldidi-dudeldida,<br />
Dudeldidi-dudeldida!</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Die Zeit spinnt immer ihren Zwirn,<br />
Der Nüchterne schürzt seine Stirn,<br />
Seit ich durch Spiegelscherben schau<br />
Erscheint die Welt mir reichlich grau:<br />
Dadideldu-dudeldidau!</p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Alle:</span> Dadideldu-dudeldidau!<br />
Dadideldu-dudeldidau!</p>
<p><em>Ein Arzt, dessen Stimme man bislang nur durch einen Lautsprecher gehört hat, springt mit federnden Schritten zu Eklytos und beide tanzen, begleitet von frenetischer Musik, eine Steppeinlage. Dann geht der Arzt ab und Eklytos singt die letzten Strophen.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Eklytos:</span> Ta-rat-tat-tat Ta-tatelti-tick<br />
Sie spinnt, die Zeit, an einem Strick<br />
Sie legt ihn uns um das Genick<br />
Tateteltita-Tateteltitck!</p>
<p>Wer daran denkt, ist faul und dumm<br />
Er kaut an trocknen Brocken<br />
Ta-rat-tat-tat Ta-tatelti-tick<br />
Und kommt schon bald ins Stocken<br />
Und das nimmt man ihm krumm.<br />
Dadadeldi-dideldidum!</p>
<p><em>Die Musik geht zu Ende und die Musiker gratulieren sich mit Händeschütteln gegenseitig zum gelungenen Auftritt. Eklytos steckt seine Flöte wieder ein und setzt sich in den Ohrensessel. Roßfäller reibt sich die Hände, strafft seineweiße Pflegeruniform und geht ab. Während Leimbach bei Eklytos Sessel Stellung bezieht und die Arme vor der Brust verschränkt. Eklytos beachtet ihn nicht. Die Schwester hat unterdessen ihre Fiedel im Schwesternzimmer verstaut und kommt mit einer Nierenschale wieder hervor, in der eine Spritze liegt. Als sie bei Eklytos angelangt ist und er aufspringen will, packt ihn Leimbach bei den Schultern und drückt ihn in den Sessel zurück. Die Schwester rammt ihm die Spritze kurzerhand in den Arm. Nach kurzer Gegenwehr wird Eklytos schlaff und schläft ein.</em></p>
<p><span style="font-variant: small-caps;">Leimbach</span> (charmant): Schwester.</p>
<p><em>Er nimmt ihre Hand und küsst sie. Die Schwester kichert. Beide ab.</em></p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-4674-1'>&#0187;The Lark in the Morning/The Wandering Minstrel&#0171; von James Morrison (1893-1947) aufgenommen im März 1926 (Quelle: <a href="http://freemusicarchive.org">freemusicarchive.org</a>) <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-4674-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>


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<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/kuemmerlich' rel='bookmark' title='Permanent Link: Kümmerlich'>Kümmerlich</a> <small>Der schlafende, durch eine Spritze betäubte Eklytos ist allein im...</small></li>
<li><a href='http://www.rauhfasler.de/2009/primat' rel='bookmark' title='Permanent Link: Primat'>Primat</a> <small>Mokry liegt bäuchlings in einem aus groben Seilen geknüpften Netz,...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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